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00Inhalt
01MOSE1
02MOSE2
03MOSE3
04MOSE4
05MOSE5
06JOSUA
07RICHTER
08RUTH
09SAMUEL1
10SAMUEL2
11KOENIGE1
12KOENIGE2
13CHRONIK1
14CHRONIK2
15ESRA
15NEHEMIA
16ESTER
17HIOB
18PSALME
19SPRUECHE
20PREDIGER
21HOHELIED
22JESAJA
23JEREMIA
24KLAGEL
25HESEKIEL
26DANIEL
27HOSEA
28JOEL
29AMOS
30OBADJA
31JONA
32MICHA
33NAHUM
34HABAKUK
35ZEFANJA
36HAGGAI
37SACHARJA
38MALEACHI
39JUDIT
40WEISHEIT
41TOBIAS
42BARUCH
43JESUSSIR
44MAKKAB1
45MAKKAB2
46STESTER
47STZUDAN
48GEBETMAN
99ERKLAER
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Die Bibel : 45MAKKAB2

Auch die ägyptischen Juden sollen das Fest der Tempelweihe feiern

1:1 Wir Juden, eure Brüder, die in Jerusalem und im jüdischen Lande

sind, grüßen und wünschen euch Juden, unsern Brüdern, die in

Ägypten wohnen, Glück und Heil.
Jer 43,7

1:2 Gott segne euch und denke an seinen Bund, den er Abraham, Isaak und

Jakob, seinen treuen Knechten, zugesagt hat,
2. Mose 2,24

1:3 und gebe euch allen ein Herz, das bereit ist, ihn zu fürchten und

seinen Weisungen gern und willig zu folgen;

1:4 er tue euer Herz auf durch sein Gesetz und seine Gebote und schaffe

Frieden;

1:5 er erhöre euer Gebet und sei euch gnädig und verlasse euch nicht in

der Not!

1:6 Das alles erbitten wir hier jetzt für euch.

Kol 1,9

1:7 Zur Zeit des Königs Demetrius, im 169. Jahr, haben wir in Judäa an

euch geschrieben in unsrer höchsten Not, die uns in jenen Jahren

betroffen hatte, als Jason und sein Anhang von dem heiligen Lande

und von dem Königtum abtrünnig geworden waren,
Kap 4,7-17
144/143 v. Chr.

1:8 unsre Tore verbrannt und unschuldiges Blut vergossen hatten. Damals

beteten wir, und der Herr erhörte uns. Und wir brachten ihm Opfer

und feinstes Mehl dar und zündeten die Lampen an und legten die

Schaubrote auf.

1. Makk 4,38; Ps 24,7; 1. Makk 4,50-51; 2. Mose 25,23-39

1:9 Und nun möchten wir, daß ihr das Tempelweihfest im Monat Kislew

haltet wie wir. Gegeben im 188. Jahr.
1. Makk 4,59; Joh 10,22

Wörtlich: »die Tage der Laubhütten«. Gemeint ist ein Fest mit so

vielen Tagen wie das Laubhüttenfest. 125/124 v. Chr.

Den ägyptischen Juden wird die bevorstehende Tempelweihe angekündigt

1:10 Wir in Jerusalem und in Judäa, die Ältesten und Judas Makkabäus

wünschen dem Aristobulus, der ein Lehrer des Königs Ptolemäus und

von hohepriesterlichem Stamme ist, und den andern Juden, die in

Ägypten wohnen, Glück und Gesundheit.

1:11 Wir danken Gott sehr, daß er uns, die wir uns gegen einen so

mächtigen König wehren mußten, aus großer Not erlöst hat.

1:12 Denn Gott selbst hat unsere Feinde aus der heiligen Stadt

weggetrieben.

1:13 Als nämlich der Fürst mit seinem scheinbar unüberwindlichen Heer

nach Persien gekommen war, wurde er im Tempel der Nanäa durch List

der Priester der Nanäa erschlagen.
1. Makk 6,1-16; Kap 9,1-29

1:14 Denn Antiochus kam dorthin samt seinen Freunden, als wollte er die

Göttin freien, dachte aber nur daran, die reichen Schätze aus dem

Tempel als Mitgift zu nehmen.

1:15 Als die Priester der Nanäa sie hervortrugen und er mit wenigen

Freunden in das Heiligtum gegangen war, schlossen sie den Tempel zu.

1:16 Dann öffneten sie die geheime Tür in der Decke und warfen den

Fürsten mit Steinen zu Tode. Danach hieben sie alle in Stücke,

schlugen ihnen die Köpfe ab und warfen sie denen zu, die draußen

standen.

1:17 Unser Gott sei für alles gelobt, der die Gottlosen so dahingegeben

hat!

1:18 Weil wir nun gedenken, am 25. Tag des Monats Kislew die Reinigung

des Tempels zu begehen, haben wir's für unsere Pflicht gehalten,

euch das mitzuteilen, damit auch ihr dies Fest so begeht, wie man

das Laubhüttenfest und den Tag begeht, an dem Nehemia das Feuer

gefunden hat, als er den Tempel und den Altar baute und wieder

opferte.
1. Makk 4,59; 3. Mose 23,34

1:19 Denn als unsre Väter nach Persien weggeführt wurden, haben die

frommen Priester jener Zeit Feuer vom Altar genommen und es

heimlich in der Höhlung eines Brunnens versteckt, der eine

wasserfreie Stelle besaß; dort verwahrten sie es so, daß niemand den

Ort erfuhr.
Kap 2,1

1:20 Als nun nach vielen Jahren Nehemia nach dem Willen Gottes vom König

von Persien heimgesandt wurde, schickte er Nachkommen der Priester,

die das Feuer verborgen hatten, damit sie es wieder suchten. Aber

wie sie uns berichtet haben, haben sie kein Feuer, sondern

dickflüssiges Wasser gefunden.
Neh 2,1-8

1:21 Das gebot er ihnen zu schöpfen und zu bringen. Als nun alles zum

Opfer zugerüstet war, hat Nehemia den Priestern befohlen, sie

sollten das Wasser über das Holz und das Opfer, das auf dem Holz

lag, gießen.
(21 und 22) 1. Kön 18,34-38

1:22 Als sie das getan hatten und nach einiger Zeit die Wolken vergangen

waren und die Sonne aufleuchtete, da entzündete sich ein großes

Feuer. Darüber verwunderten sich alle.

1:23 Die Priester und das Volk aber beteten, bis das Opfer verbrannt war.

Und Jonatan stimmte an, die andern aber antworteten ihm mit

Nehemia.
Neh 8,6

1:24 Dies aber war das Gebet: Herr, Herr, Gott, der du alle Dinge

geschaffen hast und furchterregend, stark und gerecht bist und

barmherzig und allein der rechte König und Wohltäter,

1:25 der du allein alle Gaben gibst, der du allein gerecht, allmächtig

und ewig bist, der du Israel erlöst aus allem Übel, der du unsere

Väter erwählt und sie geheiligt hast;

1:26 nimm das Opfer an für dein ganzes Volk Israel und bewahre und

heilige dein Erbe.

1:27 Bring unsere Zerstreuten wieder zusammen, erlöse, die den Heiden

dienen müssen, und sieh die Verachteten an, vor denen alle ein

Grauen haben: damit die Heiden erfahren, daß du unser Gott bist.

1:28 Bestrafe, die uns unterdrücken und mit großem Übermut uns alle

Schande antun.

1:29 Pflanze dein Volk wieder ein an deinem heiligen Ort, wie Mose gesagt

hat.
2. Mose 15,17; 5. Mose 30,3-5

1:30 Die Priester aber sangen die Lobgesänge dazu. Als aber das Opfer

verzehrt war,

1:31 ließ Nehemia das übrige Wasser auf große Steine gießen.

1:32 Auch da ging eine Flamme auf; aber sie wurde überstrahlt vom

Leuchten des Feuers auf dem Altar. -

1:33 Dies alles ist bekanntgeworden und vor den König der Perser

gekommen, daß man nämlich an dem Ort, wo die weggeführten Priester

das Feuer versteckt hatten, Wasser gefunden hätte, mit dem dann die

Leute Nehemias die Opfer geheiligt hätten.

1:34 Da prüfte es der König nach und ließ den Ort einfriedigen und zum

Heiligtum erklären;

1:35 und denen der König gnädig war, denen gab er viele kostbare

Geschenke aus seinem Schatz.

1:36 Und die Leute Nehemias nannten dies Wasser Neftar, auf deutsch:

Reinigung; die meisten aber nennen es Neftai.

2:1 Man findet auch in den Schriften, daß der Prophet Jeremia denen, die

weggeführt wurden, geboten habe, sie sollten vom Feuer etwas

verstecken, wie oben berichtet,
Kap 1,19

2:2 und daß er ihnen das Gesetz mitgegeben und befohlen habe, sie

sollten die Gebote des Herrn ja nicht vergessen und sich nicht

verführen lassen, wenn sie die goldenen und silbernen Götzen und

ihren Schmuck sehen würden;
Bar 6,7-72

2:3 und er habe ihnen noch anderes dieser Art gesagt und sie ermahnt,

sie sollten das Gesetz nicht aus ihrem Herzen lassen.

2:4 Auch stand in derselben Schrift, der Prophet habe auf göttlichen

Befehl hin geboten, die Stiftshütte und die Bundeslade sollten mit

ihm kommen,

2:5 als er auszog an den Berg, auf den Mose gestiegen war und von dem

aus er das Erbland des Herrn gesehen hatte. Als Jeremia dorthin kam,

fand er eine Höhle; darin versteckte er die Stiftshütte und die Lade

und den Räucheraltar und verschloß den Eingang.
5. Mose 34,1

2:6 Aber einige Männer, die ihm nachgegangen waren, traten hinzu und

wollten sich an dem Zugang ein Zeichen machen; sie konnten ihn aber

nicht finden.

2:7 Als das Jeremia erfuhr, tadelte er sie und sagte: Diese Stätte soll

kein Mensch kennen, bis Gott sein Volk wieder zusammenbringen und

ihm gnädig sein wird.

2:8 Dann wird der Herr dies alles wieder ans Licht bringen; und dann

wird die Herrlichkeit des Herrn und die Wolke erscheinen, wie sie

sich zu Moses Zeiten gezeigt hat und damals, als Salomo bat, daß

die Stätte über die Maßen geheiligt würde.

Hes 43,1-5; 2. Mose 40,34-35; 1. Kön 8,10-13; 8,28-30

2:9 In dieser Schrift wird auch erzählt, wie weise Salomo gewesen ist

und wie er zur Einweihung und Vollendung des Tempels geopfert hat.

1. Kön 5,9-11; 5,14; 1. Kön 8,63

2:10 Und ebenso, wie Mose den Herrn gebeten hatte und Feuer vom Himmel

fiel und die Opfer verzehrte, so betete auch Salomo, und das Feuer

fiel herab und verzehrte die Brandopfer.
3. Mose 9,24; 2. Chr 7,1

2:11 Und Mose sagte, das Sündopfer sei vom Feuer verzehrt worden, weil

man's nicht gegessen habe.
3. Mose 10,16-20

2:12 Ebenso hat auch Salomo die acht Tage gefeiert.

1. Kön 8,65-66

2:13 Das alles findet man auch in den Schriften und den Denkwürdigkeiten,

die zu Nehemias Zeiten geschrieben worden sind; ferner, wie Nehemia

die Bücher über die Könige und Propheten, auch die von David und die

Briefe der Könige über Weihgeschenke zusammengebracht und eine

Bibliothek eingerichtet hat.

2:14 Ebenso hat aber auch Judas die Bücher, die verlorengegangen waren,

weil Kriege im Lande gewesen sind, alle wieder zusammengebracht;

2:15 und wir haben sie hier. Solltet ihr sie also brauchen, so laßt sie

bei uns holen!

2:16 Weil wir nun die Tempelreinigung begehen wollen, schreiben wir es

euch hiermit; ihr werdet also gut daran tun, die Tage auch zu

begehen.

2:17 Wir hoffen aber zu Gott, der seinem ganzen Volk geholfen und allen

das Erbe verliehen hat, nämlich das Königtum und das Priestertum

und die Heiligkeit,
2. Mose 19,5-6; 1. Petr 2,9

2:18 wie er's im Gesetz verheißen hat: er wolle sich unser bald erbarmen

und uns aus der weiten Welt an den heiligen Ort wieder

zusammenbringen,
5. Mose 30,3-5

2:19 wie er uns ja bereits aus großem Unglück errettet und die heilige

Stätte gereinigt hat.
Der Verfasser legt die Absicht seines Buches dar

2:20 Die Geschichten aber von Judas, dem Makkabäer, und seinen Brüdern

und von der Reinigung des erhabenen Tempels und der Weihe des

Altars;

2:21 von den Kriegen gegen Antiochus Epiphanes und seinen Sohn Eupator;

2:22 von den Erscheinungen vom Himmel her, die denen widerfuhren, die für

das Judentum redlich gekämpft haben, so daß ihre kleine Schar das

ganze Land wieder erobert und eine große Menge der Heiden in die

Flucht geschlagen und verfolgt hat;

2:23 und weiter davon, wie sie den Tempel, der in aller Welt berühmt ist,

wieder gewonnen und die Stadt befreit haben und wie sie die Gesetze,

die man auflösen wollte, wieder aufgerichtet haben, weil der Herr

ihnen wohlwollte und gnädig war:

2:24 dies alles, das Jason von Kyrene in fünf Büchern aufgezeichnet hat,

gedenken wir, hier in eins zusammenzuziehen.

2:25 Denn wir sehen, um wieviel Zahlen es geht und wie schwer es wegen

der Fülle des Stoffs sein wird, wenn sich jemand in die Erzählungen

und Berichte einarbeiten will.

2:26 Wir haben uns also vorgenommen, denen, die gerne lesen, Anregung zu

verschaffen, denen, die ihrem Gedächtnis etwas einprägen möchten,

leichtere Übersicht zu geben, allen aber, die das Buch in die Hand

nehmen, Gewinn zu bringen.

2:27 Und wir merken wohl, daß es uns nicht eben leicht werden wird, uns

der Mühe dieser Kürzung zu unterziehen; denn es gehört viel Arbeit

und großer Fleiß dazu,

2:28 wie es auch ohne Arbeit nicht zugeht, wenn man eine Mahlzeit

bereiten und den Gästen etwas zugute tun will. Dennoch wollen wir

diese Mühe gern auf uns nehmen, um vielen damit zu dienen,

2:29 dabei allerdings die genaue Erforschung des einzelnen dem

Geschichtsschreiber überlassen, uns selbst aber darum bemühen, die

Vorlagen für unsere Zusammenfassung durchzugehen.

2:30 Denn wie ein Baumeister, der ein neues Haus baut, sich um den

gesamten Bau zu kümmern hat, der aber, der es übernimmt, das Haus

auszumalen, nichts weiter zu bedenken hat, als was man zur

Ausschmückung braucht, so, meine ich, steht es auch bei uns.

2:31 In die Dinge einzudringen und sie zu durchforschen und sich mit den

Einzelheiten genau zu beschäftigen, das kommt dem
Geschichtsschreiber zu;

2:32 wer aber nur nacherzählen will, der darf sich kürzer fassen und sich

von der eingehenden Darstellung der Geschichte freimachen.

2:33 Und nun wollen wir mit der Erzählung beginnen, nachdem wir so viel

dem Voraufgeschickten hinzugefügt haben; es wäre ja töricht, wenn

die Vorrede länger würde als die ganze Erzählung.
Kap 1,1 - 2,19
Der Tempelschatz wird vor Heliodor bewahrt

3:1 Als man in gutem Frieden in Jerusalem wohnte und die Gesetze aufs

beste gehalten wurden, weil der Hohepriester Onias fromm war und

das Böse haßte,
Kap 15,12

3:2 wurden sogar die Könige bewogen, die Stadt zu ehren und herrliche

Geschenke in den Tempel zu schicken.
Ps 68,30; Offb 21,24

3:3 So gewährte auch Seleukus, der König in Vorderasien, aus seinen

eignen Einkünften alle Kosten, die der Opferdienst mit sich brachte.

3:4 Nun lebte damals ein Vorsteher des Tempels, der hieß Simon und war

ein Benjaminiter; der war mit dem Hohenpriester verfeindet wegen der

Amtsführung des Marktvorstehers in der Stadt.

3:5 Weil ihm aber Onias zu mächtig war, zog er zu Apollonius, dem Sohn

des Tharseas, der damals Befehlshaber in Zölesyrien und Phönizien

war,

3:6 und meldete ihm, daß der Tempelschatz in Jerusalem unermeßlich reich

sei, so daß man die Höhe der Gelder nicht errechnen könne; man

bedürfe ihrer auch nicht zum Opfer; es sei möglich, daß diese Gelder

unter das Verfügungsrecht des Königs fielen.

3:7 Als nun Apollonius zum König kam, berichtete er ihm, was ihm über

die Gelder bekannt war. Da bestimmte der König seinen Kanzler

Heliodor, entsandte ihn und gab ihm den Befehl, sich die erwähnten

Gelder ausliefern zu lassen.

3:8 Der machte sich sogleich auf und gab an, er müßte die Städte in

Zölesyrien und Phönizien bereisen. Seine Absicht aber war, den

Befehl des Königs auszuführen.

3:9 Als Heliodor nun nach Jerusalem kam und der Hohepriester und die

Stadt ihn freundlich empfangen hatten, erzählte er, was seinem Herrn

berichtet worden war, und teilte mit, wozu er da wäre, und fragte,

ob es in Wahrheit so wäre oder nicht.

3:10 Da antwortete ihm der Hohepriester: Es ist Geld, das Witwen und

Waisen gehört, hinterlegt zu treuer Hand.
5. Mose 27,19

3:11 Anderes aber gehört dem Hyrkanus, dem Sohn des Tobias, einem sehr

bedeutenden Mann. Und es verhält sich gar nicht so, wie der Verräter

Simon gesagt hat; denn es sind nicht mehr als vierhundert Zentner

Silber und zweihundert Zentner Gold.

3:12 So würde es ein großer Frevel sein, wenn man die betrügen wollte,

die auf die Heiligkeit der Stätte vertraut haben und auf die Würde

des Tempels, der in aller Welt so hoch geehrt wird, und auf seine

Unverletzlichkeit.

3:13 Aber Heliodor bestand auf dem Befehl des Königs und sagte, er müßte

die Gelder für den königlichen Schatz nehmen,

3:14 und bestimmte einen Tag und kam in den Tempel, um sie zu

besichtigen. Da erhob sich großer Jammer in der ganzen Stadt.

3:15 Die Priester warfen sich in ihrem heiligen Schmuck vor den Altar und

riefen Gott im Himmel an, der zum Schutz dessen, was hinterlegt

worden war, geboten hat, den Leuten das Ihre unversehrt zu

erhalten.
2. Mose 22,6-7

3:16 Den Hohenpriester aber konnte niemand ohne großes Mitleid anblicken;

denn sein Aussehen und seine Gesichtsfarbe ließen erkennen, daß er

in großen Ängsten war.

3:17 Denn er war so tief erschrocken und zitterte am ganzen Leibe, daß

alle, die ihn sahen, verspüren mußten, welches Leid sein Herz

erfüllte.

3:18 Die Leute aber liefen in Scharen aus den Häusern und beteten

miteinander, weil sie sahen, daß die heilige Stätte in Schmach und

Schande gebracht werden sollte.

3:19 Und die Frauen legten Säcke an, entblößten die Brust und liefen auf

die Gassen; und sogar jene Jungfrauen, die sonst nicht unter die

Leute gingen, liefen unter die Tore und auf die Mauern oder schauten

wenigstens aus den Fenstern;

3:20 alle aber hoben ihre Hände auf zum Himmel und hielten das Bittgebet.

3:21 Es war zum Erbarmen, wie das Volk in einem großen Durcheinander

niederfiel und dem Hohenpriester so angst und bange vor dem

Kommenden war.

3:22 Während sie so den allmächtigen Herrn anriefen, daß er das

anvertraute Gut denen, die es hinterlegt hatten, unversehrt und

sicher erhalten wollte,

3:23 suchte Heliodor sein Vorhaben auszuführen. Und als er schon mit den

Kriegsleuten in der Schatzkammer stand,

3:24 tat der Herrscher über die Geister und alle Mächte ein gewaltiges

Zeichen, so daß alle, die einzudringen sich erdreistet hatten, von

der Macht Gottes geschlagen in lähmende Furcht und Verzagtheit

fielen.

3:25 Denn es erschien ihnen ein Pferd, das mit prächtigem Geschirr

geschmückt war, darauf saß ein furchterregender Reiter; das rannte

mit aller Macht auf Heliodor zu und drang mit den Vorderfüßen auf

ihn ein. Und der Reiter zeigte sich in einer goldenen Rüstung.

3:26 Auch erschienen dem Heliodor zwei junge Männer, die stark und schön

waren und prächtig gekleidet; die traten auf beiden Seiten neben ihn

hin und geißelten ihn unablässig mit vielen Schlägen,

3:27 so daß er im Nu zu Boden fiel und in Ohnmacht sank.

3:28 Da nahm man ihn, der eben noch mit großem Gefolge und allen seinen

Kriegsleuten in die Schatzkammer gegangen war, und trug ihn in einer

Sänfte davon, weil er sich selbst nicht mehr helfen konnte,

3:29 so daß man deutlich die Macht Gottes erkennen mußte. So lag er durch

Gottes Wirken stumm da und war jeder Hoffnung und Hilfe beraubt;

3:30 die Juden aber lobten den Herrn, der seine heilige Stätte so geehrt

hatte. Und den Tempel, der kurz zuvor voll Furcht und Schrecken

gewesen war, erfüllte Freude und Wonne nach diesem Zeichen des

allmächtigen Herrn.

3:31 Aber einige Freunde des Heliodor kamen eilends und baten Onias, daß

er doch den Höchsten anrufen und dem Heliodor, der jetzt in den

letzten Zügen lag, das Leben gnädig erwirken sollte.

1. Kön 13,6

3:32 Weil aber der Hohepriester die Sorge hatte, der König könnte den

Argwohn haben, die Juden hätten dem Heliodor schändlich mitgespielt,

opferte er für ihn, damit er gesund würde.

3:33 Und als der Hohepriester das Sühnopfer darbrachte, erschienen die

beiden jungen Männer wieder in derselben Kleidung und sagten zu

Heliodor: Dem Hohenpriester Onias hast du viel zu verdanken, denn um

seinetwillen hat dir der Herr das Leben geschenkt;

3:34 doch weil du vom Himmel gegeißelt worden bist, so verkündige allen,

wie groß die Gewalt Gottes ist. Und als sie dies gesagt hatten,

entschwanden sie.

3:35 Heliodor aber ließ dem Herrn opfern und tat ihm sehr große Gelübde,

weil er ihm das Leben wiedergegeben hatte, und empfing den Onias und

kehrte danach mit der Streitmacht zum König zurück

3:36 und bezeugte allen, wie er mit eignen Augen die Taten des höchsten

Gottes gesehen hätte.

3:37 Als ihn aber der König fragte, welchen geeigneten Mann er sonst noch

einmal nach Jerusalem schicken könnte, antwortete ihm Heliodor:

3:38 Wenn du einen Feind hast oder einen, der dich zu stürzen gedenkt,

den schicke hin! Du wirst ihn dann zurückbekommen, nachdem er

gegeißelt worden ist, wenn er überhaupt mit dem Leben davonkommt.

3:39 Denn es wirkt wahrhaftig eine Kraft Gottes an jener Stätte; der

seine Wohnung im Himmel hat, wacht darüber und hilft ihr; und alle,

die ihr in böser Absicht nahen, schlägt und vernichtet er.

1. Kön 8,30; 8,43

3:40 Dies ist die Geschichte von Heliodor und der Bewahrung der

Schatzkammer.

Onias wird von Simon verleumdet und reist zum König

4:1 Jener Simon aber, der den Schatz und sein Vaterland verraten hatte,

verleumdete den Onias, kein anderer als er habe dem Heliodor übel

mitgespielt und sein Unglück angestiftet;

4:2 ja, er beschuldigte ihn sogar, ein Feind von Land und Leuten zu

sein, obwohl er doch der Stadt alles Gute tat und es mit seinem Volk

treu meinte und voll Eifer an Gottes Geboten festhielt.

4:3 Als nun die Feindschaft so groß geworden war, daß einer von Simons

Vertrauten mehrere Morde verübte,

4:4 und als Onias sah, daß viel Unheil aus solcher Uneinigkeit kommen

würde, weil Apollonius, der Sohn des Menestheus, der Befehlshaber in

Zölesyrien und Phönizien, den Simon in seiner Bosheit noch

bestärkte, da machte Onias sich auf zum König,

4:5 nicht, um seine Mitbürger zu verklagen, sondern weil er in allem auf

das Wohl des ganzen Volkes bedacht war.

4:6 Denn er sah: wenn der König nicht Vorsorge treffen würde, so wäre es

nicht möglich, im öffentlichen Leben noch zum Frieden zu kommen und

Simon von seiner Torheit abzubringen.
Jason erschleicht sich das Hohepriesteramt und
führt griechische Sitten ein

4:7 Als aber Seleukus gestorben und die Herrschaft an Antiochus mit dem

Beinamen Epiphanes gekommen war, erschlich Jason, der Bruder des

Onias, sich das Hohepriesteramt.
1. Makk 1,11
D. h. der (in göttlichem Lichte) Strahlende.

4:8 Er versprach dem König, als er mit ihm zusammentraf,

dreihundertsechzig Zentner Silber und aus anderm Einkommen achtzig

Zentner.

4:9 Und darüber hinaus versprach er, ihm noch hundertfünfzig Zentner zu

überschreiben, wenn man gestatten wollte, daß er aus eigner

Vollmacht eine Kampfbahn und einen Übungsplatz für junge Leute

herrichtete und die Jerusalemer als Antiochener einschrieb.

4:10 Als der König zustimmte und Jason die Macht ergriffen hatte,

gewöhnte er sogleich seine Mitbürger an die griechische Lebensart.

4:11 Und die Vorrechte, die der König aus Menschenfreundlichkeit den

Juden durch Vermittlung des Johannes verliehen hatte, den Vater

jenes Eupolemus, der als Gesandter nach Rom gegangen war, um über

Freundschaft und Waffenhilfe zu verhandeln, die gab er auf, schaffte

die alten gesetzmäßigen Einrichtungen ab und führte Sitten ein, die

dem Gesetz widersprachen.
1. Makk 8,17

4:12 Ganz bewußt nämlich baute er unter der Burg eine Kampfbahn und

brachte die besten der jungen Leute dazu, dort als Wettkämpfer

aufzutreten.
1. Makk 1,15

4:13 Und das griechische Wesen und die Aneignung fremder Sitten nahmen

durch die übergroße Ruchlosigkeit des gottlosen falschen

Hohenpriesters Jason so überhand,

4:14 daß die Priester nicht mehr eifrig im Dienst am Altar waren,

vielmehr den Tempel verachteten und die Opfer vernachlässigten und

nach dem Aufruf zum Diskuswerfen zur Kampfbahn liefen und an den

gesetzwidrigen Spielen teilnahmen;

4:15 und was den Vätern eine Ehre war, galt ihnen nichts, aber die

griechischen Auszeichnungen hielten sie für ungemein wertvoll.

4:16 Das wurde ihnen freilich böse heimgezahlt; denn Gott machte eben

die, denen sie in ihren Spielen und auch sonst ganz gleich werden

wollten, zu ihren Feinden, die sie bestrafen mußten.

4:17 Denn mit Gottes Wort ist nicht zu scherzen - das wird sich in der

Folge zeigen.
Gal 6,7

4:18 Als man nun in Tyrus das Kampfspiel hielt, das alle fünf Jahre

gefeiert wurde, und der König selbst dabei war,

4:19 schickte der ruchlose Jason einige Jerusalemer, die Antiochener

waren, als Zuschauer und durch sie dreihundert Drachmen Silber, um

dem Herakles davon zu opfern. Als sie das überbrachten, baten sie

darum, es nicht zum Opfer zu verwenden, weil sich das nicht

schicken würde, sondern es für etwas anderes zurückzulegen.

5. Mose 13,7-9

4:20 Obgleich er also das Geld zum Opfer für Herakles gesendet hatte,

verwandte man es der Männer wegen, die es überbracht hatten, zur

Ausrüstung von Kriegsschiffen.

4:21 Antiochus sandte Apollonius, den Sohn des Menestheus, wegen der

Thronbesteigung des Königs Philometor nach Ägypten. So erfuhr

Antiochus, daß ihm Philometor abgeneigt geworden war, und daher war

er auf seine Sicherheit bedacht; deshalb kam er nach Joppe und begab

sich nach Jerusalem.

4:22 Er wurde von Jason und der ganzen Stadt prächtig empfangen und mit

Fackeln in großem Triumph hineingeleitet. Danach zog er mit seinem

Heer wieder nach Phönizien.
Menelaus verdrängt Jason aus dem Hohepriesteramt

4:23 Aber nach drei Jahren schickte Jason den Menelaus, den Bruder des

oben genannten Simon, um dem König das Geld zu überbringen und

notwendige Regierungsgeschäfte schriftlich abzuschließen.

Kap 3,4

4:24 Und als er bei dem König zu Gnaden kam, huldigte er ihm angesichts

seiner Macht und brachte das Hohepriesteramt dadurch an sich selber,

daß er dem König dreihundert Zentner Silber mehr gab als Jason.

Vers 8

4:25 Und nachdem er die königliche Beauftragung empfangen hatte, kam er

nach Jerusalem; aber er hatte nichts von einem Hohenpriester an

sich, sondern die Leidenschaften eines rohen Tyrannen und die Wut

eines wilden Tieres.

4:26 So wurde Jason, der seinen Bruder aus dem Amt gestoßen hatte, wieder

durch einen andern fortgestoßen und mußte in das Land der Ammoniter

fliehen;

4:27 und Menelaus bemächtigte sich der Herrschaft. Als er aber das Geld,

das er dem König versprochen hatte, nicht entrichten konnte, obwohl

es Sostratus, der Burghauptmann, an den das Geld zu zahlen war, von

ihm forderte,
4:28 ließ der König die beiden vor sich laden.

4:29 Und Menelaus ließ als seinen Stellvertreter im Hohenpriesteramt

seinen Bruder Lysimachus zurück, Sostratus aber als seinen

Stellvertreter den Krates, den Hauptmann über die Kriegsleute aus

Zypern.
Auf Anstiften des Menelaus wird Onias ermordet

4:30 Als die Dinge so standen, machten die Leute von Tarsus und Mallus

einen Aufruhr, weil der König sie seiner Nebenfrau Antiochis

geschenkt hatte.

4:31 Da machte sich der König eilends auf, die Angelegenheit in Ordnung

zu bringen, und ließ den Andronikus, einen seiner angesehensten

Würdenträger, als Statthalter zurück.

4:32 Menelaus aber dachte, daß er diese gute Gelegenheit nützen müßte: er

stahl einige goldene Geräte aus dem Tempel und schenkte sie dem

Andronikus; andere konnte er nach Tyrus und in die umliegenden

Städte verkaufen.

4:33 Als das Onias erfuhr, begab er sich an eine Freistatt in Daphne, das

bei Antiochia liegt, und tadelte ihn scharf.

4:34 Daher nahm Menelaus den Andronikus beiseite und forderte ihn auf,

Hand an Onias zu legen. Der ging zu Onias, beredete ihn mit List,

gab ihm Handschlag und Eid, und obwohl Onias Verdacht hegte,

überredete Andronikus ihn, aus der Freistatt herauszukommen. Dann

aber brachte er ihn sogleich um ohne alle Scheu vor dem Recht.

4:35 Das fanden nicht allein die Juden entsetzlich, sondern auch viele

Heiden; sie waren entrüstet über den ruchlosen Mord an diesem Mann.

4:36 Als nun der König aus Zilizien wieder heimkehrte, wandten sich die

Juden in allen Städten an ihn, und auch die Griechen zeigten sich

mit ihnen darüber empört, daß Onias gewissenlos ermordet worden war.

4:37 Und Antiochus war in tiefster Seele betrübt und von Mitleid

ergriffen und weinte, daß ein Mann von so edler Gesinnung und so

untadeliger Haltung umgekommen war;

4:38 und er ergrimmte voll Zorn und ließ dem Andronikus sogleich das

Purpurkleid abnehmen und die Kleider zerreißen, ihn so in der ganzen

Stadt umherführen und zuletzt den Meuchelmörder an dem Ort aus der

Welt schaffen, wo er Onias freventlich umgebracht hatte. So hat Gott

ihn nach seinem Verdienst bestraft.
Das Volk erhebt sich gegen Lysimachus

4:39 Als aber Lysimachus in der Stadt mit Wissen seines Bruders Menelaus

viel aus dem Tempel gestohlen hatte und die Kunde davon unter die

Leute gekommen war, versammelte sich die Gemeinde gegen Lysimachus,

als schon viele goldene Geräte weggebracht worden waren.

4:40 Als nun die Massen sich erregten und sehr zornig waren, bewaffnete

Lysimachus an die dreitausend Mann und begann mit Gewalttaten; dabei

war der Anführer ein gewisser Auranus, der zwar schon ein älterer

Mann, aber keineswegs schon vernünftig war.
Sir 25,6-8

4:41 Als die Bürger sahen, daß Lysimachus sie angreifen ließ, nahmen die

einen Steine, die andern dicke Holzstücke, wieder andre rafften

etwas von der daliegenden Asche zusammen und warfen alles

miteinander auf die Leute des Lysimachus,

4:42 so daß viele von ihnen verwundet, andre zu Boden geschlagen wurden,

alle aber davonliefen. Den Tempelräuber selbst aber erschlugen sie

bei der Schatzkammer.
Durch Bestechung bleibt Menelaus Hoherpriester

4:43 Wegen dieser Vorgänge wurde Menelaus vor Gericht gezogen.

4:44 Und sobald der König nach Tyrus gekommen war, trugen drei Gesandte

des Hohen Rats ihm die Klage vor.

4:45 Als aber Menelaus schon unterlegen war, versprach er Ptolemäus, dem

Sohn des Dorymenes, viel Geld, damit er den König bereden sollte.

1. Makk 3,38

4:46 Da nahm Ptolemäus den König beiseite und ging mit ihm in einen

Säulengang, als wollte er ihm Kühlung verschaffen, und stimmte ihn

um,

4:47 so daß er den Menelaus, der doch alles Unglück angerichtet hatte,

von der Anklage freisprach, aber die armen Leute zum Tode

verurteilte, die doch sogar bei den Skythen als unschuldig erkannt

und freigelassen worden wären.
Kap 7,4

4:48 Sogleich mußten die, die für die Stadt, das Volk und die heiligen

Geräte eingetreten waren, unschuldig sterben.

4:49 Darüber waren sogar Leute von Tyrus empört, und sie bereiteten ihnen

ein großartiges Begräbnis.

4:50 Menelaus aber blieb an der Macht dank der Habsucht der Herrschenden

und trieb es je länger desto ärger und tat den Bürgern alles Unrecht

an.
Himmelserscheinungen beunruhigen Jerusalem

5:1 Um diese Zeit zog Antiochus zum zweitenmal gegen Ägypten.

5:2 Man sah aber in der ganzen Stadt fast vierzig Tage lang, wie Reiter

in golddurchwirkten Gewändern mit Lanzen und gezückten Schwertern in

Zügen geordnet durch die Lüfte einhersprengten;

5:3 und man sah Reiterscharen in Schlachtordnung aufeinandertreffen und

gegeneinander anrennen, eine Bewegung von Schilden, eine Menge von

Speeren, das Fliegen von Geschossen, das Schimmern von goldenen

Rüstungen und Harnische von vielerlei Art.

5:4 Da beteten alle, daß dies doch ja nichts Böses bedeuten sollte.

Jason nimmt ein schmähliches Ende

5:5 Nun kam das falsche Gerücht auf, daß Antiochus tot sei. Da nahm

Jason nicht weniger als tausend Mann und griff unversehens die Stadt

an. Als aber die Verteidiger der Mauer zurückgetrieben worden waren

und die Stadt gerade erobert wurde,

5:6 floh Menelaus auf die Burg. Jason aber schlachtete seine Mitbürger

schonungslos ab und bedachte nicht, daß Kriegsglück gegen

Blutsverwandte das größte Unglück ist, sondern er meinte, er siegte

gegen Feinde und nicht gegen Landsleute.

5:7 Er konnte aber gleichwohl die Macht nicht erlangen, sondern erntete

Schande für seinen Anschlag und floh wieder ins Land der Ammoniter.

Kap 4,26

5:8 Schließlich kam es mit ihm zu einem bösen Ende. Er wurde bei Aretas,

dem König der Araber, angeklagt und mußte von einer Stadt in die

andere fliehen, von allen verfolgt; er wurde gehaßt, weil er von den

Gesetzen abtrünnig war, und verabscheut als Verräter seines

Vaterlands und Henker seiner Mitbürger, so daß man ihn nach Ägypten

verstieß.

5:9 Und wie er viele Leute aus ihrem Vaterland vertrieben hatte, so

mußte er auch selbst in der Fremde sterben, in Lazedämon, wo er um

der Verwandtschaft willen Sicherheit zu finden gehofft hatte.

1. Makk 12,21

5:10 Und wie er viele unbegraben hatte liegen lassen, so ist er auch

hingestorben, ohne daß jemand um ihn Leid getragen hätte; er hat

nicht nur das Glück entbehren müssen, bei seinen Vätern begraben zu

werden, sondern hat überhaupt kein ehrliches Grab gefunden.

Tob 1,20-21

Antiochus IV. Epiphanes plündert den Tempel von Jerusalem

(vgl. 1. Makk 1,21-29)

5:11 Als diese Vorfälle dem König zu Ohren kamen, dachte er, ganz Judäa

würde von ihm abfallen. Und er zog in wildem Grimm von Ägypten

herauf und nahm Jerusalem mit Gewalt ein

5:12 und befahl den Kriegsleuten, ohne Erbarmen alle zu erschlagen, die

ihnen in die Hände fielen, und auch die abzuschlachten, die sich auf

die Häuser hinaufflüchteten.

5:13 Da mordete man hin Junge und Alte, Jünglinge, Frauen und Kinder,

Jungfrauen und auch die Kinder in der Wiege,

5:14 so daß in drei Tagen achtzigtausend Menschen zugrunde gingen, von

denen vierzigtausend getötet und ebenso viele verkauft wurden.

5:15 Aber dem Antiochus genügte selbst das nicht, sondern er wagte sogar,

in die heiligste Stätte auf Erden einzudringen; und Menelaus, der

Verräter der Gesetze und des Vaterlands, führte ihn hinein.

Kap 4,23-25

5:16 Da raubte er mit seinen unreinen Händen die heiligen Geräte; und

alles, was andere Könige zu Mehrung, Glanz und Ehre der Stätte

gegeben hatten, das raffte er mit seinen sündigen Händen hinweg

2. Kön 25,13-17

5:17 und überhob sich sehr und sah nicht, daß der Herr um der Sünden

derer willen, die in der Stadt wohnten, für kurze Zeit erzürnt war.

Das war der Grund, daß Gott dem Schicksal der heiligen Stätte

gegenüber so gleichgültig blieb.
Jes 54,7-8

5:18 Wäre das Volk nicht in so viele Sünden verstrickt gewesen, so würde

es dem Antiochus ebenso ergangen sein wie dem Heliodor, der vom

König Seleukus gesandt worden war, um die Schatzkammer zu

besichtigen; der wurde, als er eindrang, alsbald gegeißelt, so daß

er von seinem frevelhaften Vorgehen ablassen mußte.

Kap 3,22-29

5:19 Denn der Herr hat das Volk nicht auserwählt um der Stätte willen,

sondern die Stätte um des Volkes willen.

5:20 Darum mußte die heilige Stätte auch mit leiden, als das Volk im

Unglück war, wie sie auch an den Wohltaten teilhatte, die dem Volk

später erwiesen wurden. Denn wie die Stätte im Stich gelassen wurde,

als der Allmächtige zürnte, so ist sie mit aller Herrlichkeit wieder

zu Ehren gebracht worden, als Gott, der große Herrscher, seinem Volk

wieder gnädig wurde.
Mi 3,12 - 4,2

5:21 Als Antiochus nun achtzehnhundert Zentner Silber aus dem Tempel

geraubt hatte, zog er eilends nach Antiochia; aus Hoffart und

Überheblichkeit dachte er, er könnte schaffen, daß man auf dem Land

mit Schiffen fahren könnte wie auf dem Meer und auf dem Meer gehen

wie auf dem Land.

5:22 Und er ließ Vögte zurück, die das Volk quälen sollten: in Jerusalem

den Philippus, einen Phrygier, der noch ärger und wilder war als

sein Herr;

5:23 auf dem Garizim den Andronikus; neben den beiden aber Menelaus, der

noch ärger als die andern sich über die Bürger erhob und gegen seine

jüdischen Mitbürger feindselig gesinnt war.
Judas Makkabäus zieht sich in die Wüste zurück
(vgl. 1. Makk 1,30-39)

5:24 Antiochus aber schickte den Erzbösewicht Apollonius mit

zweiundzwanzigtausend Mann ins Land und gebot ihm, er sollte alle

erwachsenen Männer erschlagen, die Frauen aber und die jungen Leute

verkaufen.
1. Makk 3,10

5:25 Als er nun nach Jerusalem kam, stellte er sich friedlich bis zum

heiligen Sabbattag; sobald er aber sah, daß die Juden nicht

arbeiteten, befahl er seinen Leuten, sich zu rüsten.

5:26 Als nun alle herauskamen, um zu sehen, was da werden würde, ließ er

sie alle erstechen; dann stürmte er mit seinem Heer in die Stadt und

erschlug eine große Zahl.

5:27 Aber Judas, der auch Makkabäus heißt, machte sich mit neun andern

davon in die Wildnis und ernährte sich im Gebirge mit seinen

Gefährten nach Art der Tiere von Kräutern, um nicht unter Unreinen

leben zu müssen.
1. Makk 2,28

Antiochus IV. Epiphanes zwingt die Juden, als Heiden zu leben

(vgl. 1. Makk 1,43-56)

6:1 Nicht lange danach sandte der König einen alten Mann von Athen,

damit er die Juden dazu bringen sollte, daß sie von den Gesetzen

ihrer Väter abfielen und nicht mehr nach Gottes Gesetzen lebten.

6:2 Auch sollte er den Tempel zu Jerusalem entweihen und ihn Tempel des

Zeus Olympios nennen und den auf dem Garizim Tempel des Zeus

Xenios, weil gastfreie Leute dort wohnten.
1. Makk 1,57; Joh 4,20-24

6:3 Aber das wüste Treiben nahm so überhand, daß es allen sehr weh tat.

6:4 Denn die Heiden schwelgten und praßten im Tempel, gaben sich

leichtfertig mit Dirnen ab, und sogar im heiligen Bezirk wohnten sie

Frauen bei; auch trugen sie viel hinein, was sich nicht gehörte.

6:5 Man opferte auf dem Altar Opfer, die in den Gesetzen verboten sind;

(5 und 6) 1. Makk 1,46-52; Dan 7,25

6:6 es war nicht mehr möglich, den Sabbat oder andere altgewohnte

Feiertage zu halten, und niemand durfte bekennen, daß er ein Jude

wäre;

6:7 vielmehr trieb man die Juden mit roher Gewalt alle Monate zum

Opferschmaus, wenn der König seinen Geburtstag feierte. Wenn man

aber das Fest des Dionysos beging, zwang man sie, daß sie mit

Kränzen von Efeu dem Dionysos zu Ehren einherziehen mußten.

6:8 Man hatte auch auf Anraten des Ptolemäus an die benachbarten

griechischen Städte ein Gebot ausgehen lassen, sie sollten die Juden

ebenso zum Opferschmaus zwingen;
1. Makk 3,38

6:9 wenn aber jemand darauf bestehen würde, nicht zu den griechischen

Sitten überzugehen, den sollte man niedermachen. Da sah man, welch

großer Jammer sich eingestellt hatte.

6:10 Zwei Frauen nämlich wurden vorgeführt, weil sie ihre Söhne

beschnitten hatten. Denen band man die Kindlein an die Brust und

führte sie öffentlich herum durch die ganze Stadt und warf sie

zuletzt über die Mauer hinab.
1. Makk 1,63-64

6:11 Einige Männer hatten sich in den nahen Höhlen zusammengefunden, um

heimlich den Sabbat zu halten. Als das Philippus angezeigt wurde,

verbrannte man sie; denn sie wollten sich nicht wehren, damit sie

sich nicht gegen den hochheiligen Tag vergingen.
1. Makk 2,31-38
Der Sinn der Leiden des jüdischen Volkes

6:12 Ich möchte aber hier den Leser ermahnen, sich durch diesen Jammer

nicht entmutigen zu lassen, sondern zu bedenken, daß unserm Volk

Strafen nicht zum Verderben, sondern zur Erziehung widerfahren.

(12-17) Spr 3,11-12

6:13 Denn das ist ein Zeichen großer Gnade, wenn Gott die Sünder nicht

lange Zeit gewähren läßt, sondern sie bald der Strafe anheimgibt.

6:14 Denn unser Herrscher sieht uns nicht so langmütig zu wie den andern

Völkern, die er hingehen läßt, bis sie das Maß ihrer Sünden erfüllt

haben, und sie dann bestraft; sondern er wehrt uns, daß wir's nicht

so weit treiben mit unsern Sünden und er uns zuletzt vernichtend

bestrafen müßte.

6:15 Deshalb nimmt er seine Barmherzigkeit nie ganz von uns; und wenn er

uns durch ein Unglück erzieht, läßt er doch sein Volk nie im Stich.

Kap 7,16
6:16 Das sei gesagt, damit wir daran denken.

6:17 Nun aber wollen wir rasch wieder auf die Geschichte kommen.

Der greise Eleasar gibt ein Beispiel tapferen Sterbens

6:18 Eleasar war einer der angesehensten Schriftgelehrten, ein schon

betagter und sehr schöner Mann; dem sperrte man mit Gewalt den Mund

auf, weil er Schweinefleisch essen sollte.
3. Mose 11,7

6:19 Aber er wollte lieber in Ehren sterben als in Schande leben und spie

es aus

6:20 und ging freiwillig zur Marter, wie es sich ziemt für die, die sich

standhaft weigern, aus Liebe zum zeitlichen Leben Verbotenes zu

essen.
Dan 1,8

6:21 Weil nun die Männer, die zur Aufsicht beim gesetzwidrigen

Opferschmaus bestellt waren, ihn seit langer Zeit gekannt hatten,

nahmen sie ihn beiseite und redeten ihm zu, er sollte sich Fleisch

besorgen, das er essen dürfte, und es selbst zubereiten; er sollte

aber so tun, als wäre es das vom König befohlene Opferfleisch,

6:22 damit er so am Leben bleiben und wegen der alten Freundschaft mit

ihnen Freundlichkeit erfahren könnte.

6:23 Aber er dachte so edel, wie es seinen hohen Jahren, dem Ansehen

seines Greisenalters und seinem in Ehren ergrauten Haupt wohl

anstand, auch seinem untadeligen Wandel von Jugend auf; und mehr

noch: er folgte der heiligen Gesetzgebung Gottes und sagte sogleich

geradeheraus: Schickt mich nur immer unter die Erde!

6:24 Denn es will meinem Alter übel anstehen, daß ich heuchle, so daß

viele von den Jungen denken müssen: Eleasar, der nun neunzig Jahre

alt ist, sei auch zum Heiden geworden,

6:25 und sie durch mich verführt werden, weil ich vor den Leuten heuchle

und so mein Leben noch eine winzig kleine Zeit friste. Das wäre für

mein Alter Schimpf und Schande.

6:26 Wenn ich auch jetzt der Strafe der Menschen entgehen würde, so werde

ich doch den Händen des Allmächtigen, ich sei lebendig oder tot,

nicht entfliehen können.
Ps 139,7-10; Hebr 10,31

6:27 Darum will ich jetzt tapfer sterben, wie es mir altem Mann wohl

ansteht,

6:28 und den Jungen ein gutes Beispiel hinterlassen, damit auch sie

freudig und tapfer um der erhabenen, heiligen Gesetze willen einen

guten Tod sterben.
Dan 12,3

6:29 Als er diese Worte gesagt hatte, ging er sogleich zur Marter. Die

ihn aber führten und ihm kurz vorher freundlich gewesen waren,

wurden ihm jetzt feind um solcher Worte willen; denn sie meinten, er

hätte sie aus Trotz gesagt.

6:30 Als sie ihn aber geschlagen hatten und er dem Tode nahe war, seufzte

er und sprach: Der Herr, der die heilige Erkenntnis hat, der weiß,

daß ich die Schläge und großen Schmerzen, die ich an meinem Leibe

ertrage, und den Tod wohl hätte umgehen können, daß ich sie aber der

Seele nach gern erleide, weil ich Gott fürchte.
Mt 10,28

6:31 Und so ist er verschieden und hat mit seinem Tod ein Beispiel edler

Gesinnung hinterlassen, das nicht allein die Jugend, sondern alle

zur Tapferkeit mahnen soll.

Sieben Brüder und ihre Mutter sterben den Märtyrertod

7:1 Es wurden auch sieben Brüder samt ihrer Mutter gefangen und mit

Geißeln und Riemen geschlagen und vom König bedrängt, sie sollten

Schweinefleisch essen, was ihnen im Gesetz verboten war.

Kap 6,18

7:2 Da sagte der Älteste unter ihnen: Was willst du viel fragen und von

uns wissen? Wir wollen eher sterben als etwas gegen das Gesetz der

Väter tun.
Dan 3,16-18

7:3 Da ergrimmte der König und gebot, man sollte Pfannen und Kessel über

das Feuer setzen.

7:4 Als man das sogleich getan hatte, gebot er, man sollte dem, der für

sie das Wort geführt hatte, die Zunge ausschneiden und die Haut vom

Kopf abziehen, wie das die Skythen tun, und Hände und Füße abhauen,

und die andern Brüder und die Mutter sollten dabei zusehen.

7:5 Als er nun so verstümmelt war, ließ er ihn noch lebend zum Feuer

bringen und in der Pfanne braten. Und als der Dampf aus der Pfanne

sich weithin verbreitete, ermahnten sie und die Mutter sich

untereinander, unverzagt zu sterben, und sprachen:

7:6 Gott der Herr sieht alles und wird sich unser ganz gewiß erbarmen,

wie Mose in seinem Gesang den Feinden ins Angesicht bezeugt hat,

wenn er verkündigt: »Und über seine Knechte wird er sich erbarmen.«

5. Mose 32,36

7:7 Als der erste so aus dem Leben geschieden war, führten sie den

zweiten auch hin, um ihren Mutwillen mit ihm zu treiben; und sie

zogen ihm vom Kopf Haut und Haar ab und fragten ihn, ob er

Saufleisch essen wollte oder den ganzen Leib Glied für Glied martern

lassen.

7:8 Er aber antwortete in seiner Sprache und sagte: Ich will's nicht

tun.

7:9 Daher marterten sie ihn weiter wie den ersten. Als er nun in den

letzten Zügen lag, sprach er: Du verruchter Mensch, du nimmst uns

wohl das zeitliche Leben; aber der König der Welt wird uns, die wir

um seiner Gesetze willen sterben, wieder erwecken in der

Auferstehung zum ewigen Leben.
Dan 12,2

7:10 Danach nahmen sie den dritten und trieben auch mit ihm ihren

Mutwillen. Und als sie es von ihm forderten, streckte er sogleich

die Zunge heraus und hielt unerschrocken die Hände hin und sagte

tapfer:

7:11 Diese Glieder sind mir vom Himmel gegeben; darum will ich sie gern

geringachten um seiner Gesetze willen; denn ich hoffe, er wird sie

mir wiedergeben.

7:12 Der König aber und seine Diener wunderten sich darüber, daß der

Jüngling so mutig war und die Marter für nichts achtete.

7:13 Als auch dieser aus dem Leben geschieden war, peinigten sie den

vierten ebenso und geißelten ihn.

7:14 Als es aber mit ihm zum Sterben ging, sprach er: Das ist für uns ein

großer Trost: die Menschen können uns töten, aber wir hoffen auf

Gottes Verheißung, daß er uns wieder auferwecken wird; du aber

wirst nicht auferweckt werden zum Leben.
Mt 16,25; Hebr 11,35

7:15 Gleich danach brachten sie den fünften und geißelten ihn. Der sah

Antiochus an und sprach zu ihm:

7:16 Du bist zwar ein Mensch und mußt sterben; weil du aber unter den

Menschen Gewalt hast, tust du, was du willst. Du sollst aber nicht

meinen, daß Gott unser Volk im Stich gelassen hat.

(16 und 17) Dan 5,18-30; Kap 6,15

7:17 Mach nur so weiter, dann wirst du erfahren, wie mächtig Gott ist,

der dich und dein Geschlecht plagen wird.
Kap 9,5

7:18 Nach diesem führten sie den sechsten auch heran. Der sagte, als er

sterben sollte: Mach dir nichts vor! Wir haben ja unser Leiden sehr

wohl verdient, da wir uns an unserm Gott versündigt haben; und er

handelt schrecklich an uns.
Bar 1,15

7:19 Du aber bilde dir nicht ein, du würdest ungestraft bleiben, nachdem

du gewagt hast, so gegen Gott zu toben.
Jes 10,5-7

7:20 Überaus bewundernswert aber war die Mutter und wert, daß man mit

höchstem Lobe an sie denkt. Denn sie sah, wie ihre Söhne alle sieben

nacheinander an einem einzigen Tag zu Tode gemartert wurden, und

durchlitt es tapfer um der Hoffnung willen, die sie zu Gott hatte.

7:21 Dadurch wurde sie so hochgesinnt, daß sie einen Sohn nach dem andern

in ihrer Sprache tröstete, und faßte sich, obwohl sie nur eine

schwache Frau war, ein männliches Herz und sprach zu ihnen:

7:22 Ich weiß nicht, wie ihr in meinem Schoß entstanden seid, und den

Odem und das Leben habe ich euch nicht gegeben, noch habe ich

zusammengefügt, woraus jeder von euch besteht.
Ps 139,13-15; Pred 11,5

7:23 Darum wird der, der die Welt geschaffen und alle Menschen gemacht

und das Werden aller Dinge erdacht hat, euch den Odem und das Leben

gnädig zurückgeben, weil ihr jetzt um seiner Gesetze willen

keinerlei Rücksicht nehmt auf euch selbst.

7:24 Antiochus meinte voll Argwohn, sie verachtete und schmähte ihn in

ihrer Sprache; so redete er dem jüngsten Sohn, der noch übrig war,

nicht allein mit guten Worten zu, sondern verhieß ihm sogar mit

einem Eide, wenn er sich von den Gesetzen seiner Väter lossagen

würde, so wollte er ihn reich und glücklich machen, ihn unter seine

Freunde aufnehmen und ihm Ämter anvertrauen.
1. Makk 2,18

7:25 Als der Jüngling sich aber nicht bereden lassen wollte, ließ der

König die Mutter vor sich kommen und ermahnte sie, sie sollte den

Sohn doch zu seinem Besten beraten.

7:26 Als er sie mit vielen Worten ermahnt hatte, nahm sie es auf sich,

ihren Sohn zu überreden.

7:27 Aber sie spottete nur über den rohen Tyrannen. Denn sie neigte sich

zu ihrem Sohn und redete in ihrer Sprache mit ihm und sagte:

7:28 Mein lieber Sohn, den ich neun Monate unter meinem Herzen getragen

und drei Jahre gestillt und großgezogen und bis zu diesem Alter

geleitet und gepflegt habe, erbarme dich doch über mich! Ich bitte

dich, mein Kind, sieh Himmel und Erde an und alles, was darin ist,

und bedenke: dies hat Gott alles aus nichts gemacht, und wir

Menschen sind auch so gemacht.
Hebr 11,3

7:29 Darum fürchte dich nicht vor diesem Henker, sondern nimm den Tod

auf dich wie deine Brüder, damit dich Gott zur Zeit des Erbarmens

samt deinen Brüdern mir wiedergebe.
Mt 19,29

7:30 Während sie noch redete, sprach der Jüngling: Auf wen wartet ihr

noch? Ich gehorche dem Gebot des Königs nicht, sondern ich höre auf

das Gebot des Gesetzes, das unsern Vätern durch Mose gegeben ist.

Apg 5,29

7:31 Du kannst dir zwar gegen die Hebräer alles Leid ausdenken, wirst

aber der Hand Gottes gewiß nicht entrinnen.
7:32 Wir leiden ja um unsrer Sünden willen;

7:33 aber obwohl unser lebendiger Herr eine Zeitlang zornig ist und uns

bestraft und züchtigt, so wird er doch seinen Knechten wieder gnädig

werden.
Jes 54,7-8

7:34 Du Gottloser, Verruchtester unter allen Menschen, überhebe dich

nicht in eitlen Hoffnungen und lege nicht in deiner Wut Hand an die

Kinder Gottes!

7:35 Denn du bist dem Gericht des allmächtigen Gottes, der alle Dinge

sieht, noch nicht entronnen.

7:36 Unsere Brüder, die eine kurze Zeit sich haben martern lassen, die

haben jetzt teil am ewigen Leben nach der Verheißung Gottes: du aber

sollst nach dem Urteil Gottes bestraft werden, wie du es mit deinem

Hochmut verdient hast.
2. Kor 4,17

7:37 Ich will Leib und Leben um der Gesetze meiner Väter willen

dahingeben wie meine Brüder und zu Gott schreien, daß er bald seinem

Volk gnädig werde, du aber unter großer Marter und Qual bekennen

mußt, daß er allein Gott ist.
Kap 9,13-17

7:38 Der Zorn des Allmächtigen aber, der mit Recht über unser ganzes Volk

ergangen ist, möge an mir und meinen Brüdern zum Stehen kommen.

7:39 Als dies der König hörte, wurde er toll und töricht und ließ ihn

noch schlimmer martern als die andern; denn es verdroß ihn, daß er

so verächtlich von ihnen behandelt wurde.

7:40 So ist auch dieser, ohne unrein geworden zu sein, gestorben und hat

sein ganzes Vertrauen auf den Herrn gestellt.

7:41 Zuletzt, nach den Söhnen, wurde auch die Mutter hingerichtet.

7:42 Dies sei genug von den heidnischen Opferschmäusen und den grausamen

Martern.
Judas Makkabäus beginnt den Kampf
(vgl. 1. Makk 3,1-9)

8:1 Aber Judas Makkabäus und seine Gefährten gingen auf Schleichwegen

heimlich in die Ortschaften und riefen ihre Blutsverwandten zusammen

und was sonst noch bei dem Glauben der Juden geblieben war, und

brachten an sechstausend Mann zusammen.
Kap 5,27

8:2 Und sie riefen den Herrn an, er wolle das Volk ansehen, das von

allen zu Boden getreten worden war, und sich erbarmen über den

Tempel, den die gottlosen Menschen entheiligt hatten,

8:3 und über die Stadt, die eben zugrunde ging und ganz dem Erdboden

gleichgemacht werden sollte. Auch wolle er doch das unschuldige

Blut, das zu ihm rief, hören
1. Mose 4,10

8:4 und an die unschuldigen Kindlein denken, die wider alles Recht

umgebracht wurden, und sich an die Lästerung seines Namens erinnern

und seinen Haß gegen all dies Böse erweisen.
Kap 6,10; Mt 2,16

8:5 Dem Makkabäus aber mit seiner Heerschar konnten die Heiden schon

nicht mehr Widerstand leisten; denn der Herr ließ von seinem Zorn ab

und war seinem Volk wieder gnädig.

8:6 Judas aber überfiel unversehens Städte und Dörfer und steckte sie in

Brand und brachte die günstig gelegenen Orte an sich und schlug

nicht wenige Feinde in die Flucht;

8:7 dabei nutzte er besonders die Nächte aus. So sprach man weit und

breit von seinen tapferen Taten.

Judas Makkabäus siegt über Nikanor, Timotheus und Bakchides

(vgl. 1. Makk 3,37 - 4,25)

8:8 Als aber Philippus sah, daß Judas je länger desto stärker wurde,

zumal ihm oft das Glück beistand, schrieb er an Ptolemäus, den

Befehlshaber in Zölesyrien und Phönizien, er solle der Sache des

Königs zu Hilfe kommen.
Kap 5,22

8:9 Der aber bestimmte alsbald den Nikanor, den Sohn des Patroklus, der

zu den engsten Freunden des Königs gehörte, und schickte ihn mit

nicht weniger als zwanzigtausend Mann aus den verschiedensten

Völkern, um die Juden vollständig auszurotten; und er gab ihm einen

Hauptmann bei, mit Namen Gorgias, der ein erfahrener Krieger war.

8:10 Nikanor aber hatte vor, mit den gefangenen Juden den Betrag

hereinzubringen, den der König den Römern jährlich zahlen mußte,

nämlich zweitausend Zentner in Silber.
1. Makk 8,7

8:11 Darum schickte er alsbald in die Städte am Meer und forderte dazu

auf, jüdische Sklaven zu kaufen, neunzig Juden für einen Zentner.

Er dachte aber nicht daran, daß ihm die Strafe des Allmächtigen so

nahe wäre.
3. Mose 25,42

8:12 Als nun Judas hörte, daß Nikanor heranzog, gab er seinen Leuten

bekannt, daß ein Heer heranrückte.

8:13 Da liefen alle auseinander, die verzagt waren und nicht darauf

vertrauten, daß Gott die Feinde bestrafen würde, und machten sich

davon.
1. Makk 3,56

8:14 Die andern aber verkauften alles, was sie noch hatten, und baten den

Herrn, er wolle sie erretten, die der gottlose Nikanor schon vor dem

Kampf verkauft hatte;

8:15 und wenn er sie schon nicht um ihretwillen erretten wolle, so möge

er es doch tun um des Bundes willen, den er mit ihren Vätern

geschlossen hatte, und um seines heiligen und herrlichen Namens

willen, nach dem sie genannt sind.
3. Mose 26,42-45; 4. Mose 6,27; Dan 9,18-19

8:16 Als nun Makkabäus seine Leute versammelt hatte, sechstausend Mann,

ermahnte er sie, sie sollten sich nicht entsetzen vor den Feinden

noch sich fürchten vor der großen Zahl der Heiden, die ohne alles

Recht gegen sie heranzogen,

8:17 sondern sich tapfer wehren und an die Schmach denken, die die Feinde

der heiligen Stätte freventlich angetan, und wie sie die Stadt

verhöhnt und geplagt und die ererbten Ordnungen zerstört hatten.

8:18 Sie verlassen sich, sagte er, auf ihre Waffen und auf ihre Kühnheit;

aber wir verlassen uns auf den allmächtigen Gott, der mit einem

einzigen Wink nicht allein die, die jetzt gegen uns ziehen, sondern

auch die ganze Welt zu Boden schlagen kann.
1. Sam 17,45-47

8:19 Er zählte ihnen aber auf, wie Gott so oft ihren Vätern geholfen

hätte, und wie zur Zeit Sanheribs hundertfünfundachtzigtausend Mann

umgekommen wären;
2. Kön 19,35

8:20 und wie Gott in Babylon bei der Schlacht gegen die Galater geholfen

hätte, als im ganzen nur achttausend Juden und viertausend

Mazedonier in die Schlacht zogen; als aber die Mazedonier in große

Not gekommen waren, erschlugen die achttausend Juden allein durch

die Hilfe vom Himmel her hundertzwanzigtausend Mann und erlangten

dadurch große Beute.

8:21 Als er sie so wieder mutig und sogar bereit gemacht hatte, um der

Gesetze und des Vaterlands willen zu sterben,

8:22 teilte er das Heer in vier Abteilungen ein und stellte seine Brüder

an ihre Spitze, nämlich Simon, Josef und Jonatan, und unterstellte

einem jeden tausendfünfhundert Mann
(22 und 23) 1. Makk 2,2-5

8:23 und auch dem Eleasar. Danach las er das heilige Buch vor, gab ihnen

die Losung: Gott unsre Hilfe!, zog selbst der ersten Schar voran

und griff Nikanor an.
Kap 13,15; Ps 46,2

8:24 Aber der allmächtige Gott stand ihnen bei, so daß sie Nikanors

ganzes Heer in die Flucht schlugen, nachdem sie den größeren Teil

verwundet und verstümmelt und über neuntausend erschlagen hatten.

8:25 Denen aber, die gekommen waren, um die Juden zu kaufen, nahmen sie

das Geld ab.

8:26 Und nachdem sie den Feinden lange nachgejagt hatten, mußten sie

wieder umkehren; denn es war der Abend vor dem Sabbat. Darum hörten

sie auf, jenen nachzueilen.

8:27 Sie sammelten die Waffen der Feinde und nahmen ihnen die Rüstungen

ab; dann hielten sie den Sabbat und lobten und priesen Gott aus

vollem Herzen, daß er ihnen bis zu diesem Tage durchgeholfen und

wieder angefangen hatte, ihnen seine Gnade zu erweisen.

Kap 6,6

8:28 Nach dem Sabbat teilten sie von der Beute aus unter die Bedrängten,

Witwen und Waisen; und das übrige behielten sie für sich und ihre

Kinder.
4. Mose 31,27; 5. Mose 24,19-21

8:29 Als sie dies alles vollbracht hatten, hielten sie ein gemeinsames

Gebet und riefen den barmherzigen Herrn an, daß er seinen Knechten

bis ans Ende gnädig bleiben wolle.

8:30 Danach hatten sie viele Kämpfe mit den Leuten des Timotheus und

Bakchides, erschlugen über zwanzigtausend Mann und eroberten starke

Festungen; sie teilten die große Beute gleichmäßig unter sich und

unter die Bedrängten, Waisen, Witwen, aber auch die Alten.

1. Makk 5,6; 1. Makk 7,8

8:31 Und als sie sich mit Waffen versorgt hatten, lagerten sie diese alle

sorgfältig an günstig gelegenen Orten und brachten den Rest der

Rüstungen nach Jerusalem.

8:32 Sie töteten den Befehlshaber der Leute des Timotheus, einen überaus

gottlosen Mann, der die Juden sehr geplagt hatte.

8:33 Sie feierten aber ihren Sieg daheim in Jerusalem. Dabei verbrannten

sie die Männer, die die heiligen Tore angezündet hatten, und

Kallisthenes, der in ein kleines Haus geflohen war; so empfing er

den verdienten Lohn für seine Gottlosigkeit.
Kap 1,8; Ps 100,4

8:34 Der Erzfrevler Nikanor aber, der die tausend Kaufleute mitgebracht

hatte, daß sie die Juden kaufen sollten,

8:35 wurde durch die Hilfe des Herrn von denen gedemütigt, die er für die

Allergeringsten gehalten hatte. Und nachdem er sein prächtiges

Gewand abgelegt hatte, kam er ganz allein wie ein entlaufener Knecht

mitten durchs Land nach Antiochia und konnte darüber noch froh sein,

da doch sein Heer vernichtet war.

8:36 Und er, der den Römern versprochen hatte, er werde von dem Erlös für

die Gefangenen Jerusalems den Tribut bezahlen, mußte jetzt

verkünden, daß ein andrer für die Juden streite und daß die Juden

unverwundbar seien, weil sie in den Geboten wandelten, die jener

ihnen gegeben habe.
2. Mose 23,22
Antiochus IV. Epiphanes stirbt trotz später
Reue eines schrecklichen Todes
(vgl. 1. Makk 6,1-16)

9:1 Um dieselbe Zeit mußte Antiochus mit Schanden aus Persien abziehen.

9:2 Denn als er in Persepolis eingerückt war und den Tempel zu plündern

und die Stadt fest in die Hand zu bekommen versuchte, machten sich

die Einwohner in Scharen auf und suchten Hilfe bei den Waffen; so

kam es, daß Antiochus von ihnen zurückgeschlagen wurde und mit

Schimpf und Schande abziehen mußte.

9:3 Als er nun in Ekbatana war, kam ihm zu Ohren, wie es Nikanor und

den Leuten des Timotheus ergangen war.
Jdt 1,1

9:4 Zornentbrannt nahm er sich vor, die Schmach, die ihm von denen

widerfahren war, die ihn in die Flucht geschlagen hatten, nunmehr an

den Juden zu rächen. Darum gebot er dem Wagenlenker, Tag und Nacht

zu fahren, um die Reise rasch hinter sich zu bringen. Doch das

Gericht vom Himmel her schwebte schon über ihm. Denn in seiner

Überheblichkeit hatte er gesagt: Sobald ich nach Jerusalem komme,

mache ich aus der Stadt einen Totenacker für die Juden.

Spr 16,18

9:5 Darum bestrafte ihn der Herr, der alles sieht, der Gott Israels,

mit einem inneren Leiden, das niemand heilen konnte. Denn sobald er

das gesagt hatte, kam ihn ein solches Reißen im Leib an und ein so

großes Grimmen in den Därmen, daß man ihm nicht helfen konnte.

Ps 33,13-16; Kap 7,17

9:6 So geschah ihm eben recht, weil er andere Leute mit so vielen und

bisher unerhörten Martern geplagt hatte.

9:7 Dennoch ließ er von seinem wilden Trotz nicht ab, sondern wurde noch

überheblicher und schnaubte Feuer und Flammen gegen die Juden und

befahl, noch schneller zu fahren. Da stürzte er von dem

dahinsausenden Wagen und tat einen so unglücklichen Fall, daß ihm

alle Glieder seines Leibes verrenkt wurden.

9:8 Da mußte er, der soeben noch in übermenschlicher Prahlerei meinte,

er könnte den Wogen des Meeres gebieten und die hohen Berge auf die

Waagschale legen, nach einem einzigen Fall sich auf einer Sänfte

tragen lassen, so daß alle an ihm die Gewalt Gottes erkannten.

Kap 5,21; Jes 40,12

9:9 Es kam soweit, daß auch unzählige Würmer aus dem Leibe des

Gottlosen hervorkrochen und daß ihm noch bei lebendigem Leibe unter

großen Schmerzen und Qualen ganze Stücke seines Fleisches abfielen

und daß er so scheußlich stank, daß das ganze Heer darunter litt.

Apg 12,23

9:10 Und ihn, der kurz zuvor noch gemeint hatte, er könnte nach den

Sternen am Himmel greifen, den konnte niemand mehr tragen wegen des

Gestanks, der nicht auszuhalten war.
Jes 14,13-17

9:11 Da begann er, schwer getroffen, von seiner Überheblichkeit

abzulassen und zur Erkenntnis zu kommen, weil er von Gott so

gegeißelt wurde und die Schmerzen jeden Augenblick größer wurden.

9:12 Und als er zuletzt den Gestank selbst nicht mehr ertragen konnte, da

sagte er: Es ist recht, daß man sich Gott unterwirft und daß ein

sterblicher Mensch nicht so vermessen ist, zu meinen, er sei Gott

gleich.
Dan 4,27-34

9:13 Und der Verruchte hob an und betete zu dem Herrscher, der sich nun

freilich nicht mehr über ihn erbarmen wollte,
Kap 6,14

9:14 und versprach, daß er die heilige Stadt, auf die er eilends

zugefahren war, um sie dem Erdboden gleichzumachen und sie in einen

Totenacker zu verwandeln, für frei erklären wollte.

9:15 Und die Juden, die er zuvor nicht wert geachtet hatte, daß sie

begraben würden, sondern samt ihren Kindern den Vögeln und wilden

Tieren zu fressen geben wollte, die wollte er alle den Bürgern von

Athen gleichstellen.

9:16 Und den heiligen Tempel, den er zuvor beraubt hatte, wollte er mit

den schönsten Weihgeschenken schmücken und viel mehr heilige Geräte

dahin erstatten, als zuvor da gewesen wären; und alle Zuwendungen,

die man für Opfer nötig hatte, wollte er von seinen eignen

Einkünften gewähren.
Kap 3,2-3

9:17 Darüber hinaus wollte er selber ein Jude werden und an allen Orten

die Gewalt Gottes verkünden.
Kap 7,37

9:18 Als aber die Qualen nicht nachlassen wollten - denn es war Gottes

gerechtes Gericht über ihn gekommen -, verzweifelte er an seinem

Leben und schrieb an die Juden wie in einer Bittschrift:

9:19 Antiochus, König und Feldherr, entbietet seinen Bürgern, den

redlichen Juden, seinen Gruß und wünscht ihnen Gesundheit und

Wohlergehen.

9:20 Wenn ihr samt euren Kindern frisch und gesund seid und es euch nach

Wunsch geht, will ich dafür Gott danken. Ich aber setze meine

Hoffnung auf den Himmel

9:21 und denke in Liebe an eure Ehrerbietung und Freundlichkeit. Weil ich

bei der Rückkehr aus Persien schwer krank geworden bin, habe ich es

für nötig gehalten, für die gemeinsame Sicherheit aller zu sorgen,

9:22 wiewohl ich an meinem Aufkommen nicht verzweifle, sondern fest

hoffe, daß es besser mit mir werden wird.

9:23 Aber wie mein Vater, als er mit einem Heer in die oberen Länder zog,

seinen künftigen Nachfolger bestimmte,

9:24 damit man wüßte, falls sich etwas Unerwartetes ereignete oder etwas

Schlimmes gemeldet würde, wer Herr sein sollte, und das Reich nicht

in Verwirrung geriete;

9:25 so auch ich: weil ich überdies sehe, wie die angrenzenden Fürsten

und die Nachbarn des Reiches auf die Gelegenheit lauern und darauf

warten, wie es ausgehen wird, habe ich meinen Sohn Antiochus zum

König bestimmt, den ich den meisten von euch schon oft anvertraut

und anbefohlen habe, wenn ich in die oberen Provinzen gezogen bin.

Im gleichen Sinn habe ich auch an ihn geschrieben.

1. Makk 3,32-37

9:26 Deshalb ermahne und bitte ich euch, an all die Wohltaten euch zu

erinnern, die ich allen gemeinsam wie auch jedem einzelnen erwiesen

habe, und mir und meinem Sohn fortan wie bisher freundlich und treu

zu sein.

9:27 Denn ich habe das Vertrauen zu ihm, er werde meine Milde und

Menschenfreundlichkeit fortsetzen und so mit euch gut auskommen.

9:28 So litt denn der Mörder und Gotteslästerer so große Schmerzen, wie

er sie andern angetan hatte, und starb eines jämmerlichen Todes in

fremdem Lande in der Wildnis.

9:29 Philippus aber, der mit ihm erzogen worden war, besorgte seine

Bestattung. Das ist der Philippus, der später, weil er sich vor dem

Sohn des Antiochus fürchtete, nach Ägypten zu Ptolemäus Philometor

geflohen ist.
1. Makk 6,14-15; Kap 4,21
Die Juden gewinnen den Tempel zurück und
setzen das Fest der Tempelweihe ein
(vgl. 1. Makk 4,36-59)

10:1 Gott aber trieb Makkabäus und seine Leute dazu an, den Tempel und

die Stadt wieder einzunehmen.

10:2 Und sie zerstörten die Altäre, die die Heiden auf dem Marktplatz

errichtet hatten, und die Götzenhaine.
(2 und 3) 5. Mose 12,1-6

10:3 Und nachdem sie den Tempel gereinigt hatten, bauten sie einen neuen

Altar und nahmen Feuersteine, schlugen Feuer und brachten wieder

Opfer dar - das war zwei Jahre lang nicht geschehen -, opferten

Räucherwerk, zündeten die Lampen an und legten die Schaubrote auf.

1. Makk 1,21-23

10:4 Als nun das alles geschehen war, warfen sie sich mit dem ganzen

Körper auf die Erde nieder und baten den Herrn: er wolle sie ja

nicht wieder in solchen Jammer kommen lassen, sondern, wenn sie sich

auch einmal versündigen würden, sie in Milde züchtigen und nicht in

die Hände der Gotteslästerer, der grausamen Heiden, geben.

Jer 10,24

10:5 Und Gott schickte es so, daß an dem gleichen Tage, an dem die

Fremden den Tempel unrein gemacht hatten, nämlich am

fünfundzwanzigsten Tage des Monats Kislew, der Tempel gereinigt

wurde.

10:6 Und sie feierten mit Freuden acht Tage lang, wie beim

Laubhüttenfest, und dachten daran, daß sie noch vor kurzer Zeit ihr

Laubhüttenfest in der Wildnis und in den Höhlen wie wilde Tiere

gehalten hatten.
Kap 1,18; Hebr 11,37-38

10:7 Sie trugen laubumwundene Stäbe und schöne Zweige und Palmwedel und

priesen mit Lobgesängen den, der es gefügt hatte, daß seine heilige

Stätte wieder gereinigt wurde.

10:8 Dann stimmten sie in der Gemeinde ab, faßten den Beschluß und ließen

als Gebot für das ganze Volk der Juden ausgehen, daß man diese Tage

jährlich feiern sollte.
Die Feindschaft der Syrer gegen die Juden hält an

10:9 So ging es zu, als Antiochus mit dem Beinamen Epiphanes starb.

Kap 4,7

10:10 Nun kommen wir zu Antiochus Eupator, dem Sohn des gottlosen

Antiochus, und erzählen so kurz wie möglich die wichtigsten

Kriegsnöte.
1. Makk 6,17

10:11 Als Eupator König wurde, setzte er Lysias, den obersten

Befehlshaber in Zölesyrien und Phönizien, zum Kanzler ein.

1. Makk 3,32

10:12 Ptolemäus Makron nämlich, der die Juden gern in ihrem Recht

geschützt hätte, weil sie bisher so viel Unrecht erlitten hatten,

arbeitete darauf hin, sie in Frieden leben zu lassen.

Kap 9,29; 1. Makk 1,19

10:13 Deshalb verklagten ihn die Freunde des Königs bei Eupator; auch

nannte man ihn bei jeder Gelegenheit einen Verräter, weil er die

Insel Zypern, die ihm Philometor anvertraut hatte, verlassen hatte

und zu Antiochus Epiphanes übergegangen war; und da er nicht mehr

mit Ehren sein Amt führen konnte, nahm er sich mit Gift das Leben.

10:14 Als nun Gorgias in diesen Gebieten Befehlshaber wurde, nahm er

Kriegsleute in Sold und hielt den Krieg mit den Juden beständig in

Gang.
Kap 8,9; 1. Makk 5,59
Judas Makkabäus erobert idumäische Festungen

10:15 Gemeinsame Sache mit Gorgias machten auch die Idumäer: da sie

günstig gelegene Festungen innehatten, ließen sie die Juden nicht

zur Ruhe kommen; auch nahmen sie die bei sich auf, die aus Jerusalem

verjagt worden waren, und ließen den Krieg immer wieder aufflammen.

Am 1,11-12

10:16 Da kamen Makkabäus und seine Leute zusammen und hielten ein

Bittgebet, daß ihnen Gott beistehen möchte;

10:17 dann brachen sie gegen die Festungen der Idumäer auf, griffen

kräftig an und eroberten sie; alle, die sich auf den Mauern zur

Gegenwehr stellten, vertrieben sie; wer ihnen sonst in die Hände

fiel, den machten sie nieder und töteten nicht weniger als

zwanzigtausend Menschen.
1. Makk 5,3

10:18 Es entrannen ihnen aber an die neuntausend in zwei überaus starke

Burgen, die gegen eine Belagerung mit allem ausgerüstet waren.

10:19 Da ließ Makkabäus den Simon und Josef, dazu Zachäus und seine Leute

zurück, die zur Belagerung stark genug waren; er selbst aber zog

fort vor andere Städte, wo man ihn notwendig brauchte.

10:20 Gewisse Leute um Simon aber ließen sich, geldgierig wie sie waren,

durch einige von den Belagerten bestechen und nahmen siebzigtausend

Drachmen von ihnen und ließen sie entkommen.

10:21 Als das nun Makkabäus erfuhr, rief er die Hauptleute zusammen und

klagte jene an, sie hätten ihre Brüder für schnödes Geld verkauft,

indem sie die Feinde hatten entkommen lassen.
5. Mose 24,7

10:22 Er ließ sie als Verräter töten und stürmte alsbald die beiden

Burgen.

10:23 Und weil ihm alles glückte, was er mit den Waffen unternahm, brachte

er in den beiden Festungen mehr als zwanzigtausend Menschen ums

Leben.

Timotheus wird bei der Eroberung der Festung Geser getötet

10:24 Timotheus aber, den die Juden einst geschlagen hatten, rüstete sich

mit einer Menge fremden Kriegsvolks und sammelte viel Reiterei aus

Asien und trat mit der Absicht auf, Judäa mit Gewalt einzunehmen.

Kap 8,30

10:25 Und als er sich dem Lande näherte, streuten Makkabäus und seine

Leute zum gemeinsamen Gebet vor Gott

10:26 Erde auf ihr Haupt und legten Säcke an und fielen am Fuße des

Altars nieder und baten, daß Gott ihnen gnädig und ihren Feinden

ungnädig sein wolle und Widersacher ihrer Widersacher, wie es im

Gesetz verkündet ist.
Jdt 4,14; 2. Mose 23,22

10:27 Als sie nun gebetet hatten, nahmen sie ihre Waffen auf und zogen ein

gutes Stück vor die Stadt hinaus, bis sie in die Nähe der Feinde

kamen; da machten sie halt.

10:28 Und sobald die Sonne aufging, stießen die beiden Heere aufeinander;

und die einen hatten neben ihrer Tapferkeit als Bürgschaft für

Kriegsglück und Sieg die Zuflucht, die sie zum Herrn genommen

hatten; die andern aber ließen sich im Kampf allein von ihrer

menschlichen Leidenschaft führen.

10:29 Als nun die Schlacht am heftigsten war, erschienen den Feinden vom

Himmel her fünf strahlende Gestalten auf Pferden mit goldenen

Zäumen; die zogen vor den Juden her,
Kap 3,25

10:30 und zwei von ihnen hielten sich zu beiden Seiten neben Makkabäus und

beschützten ihn mit ihren Waffen, so daß ihn niemand verwunden

konnte, und schossen blitzende Pfeile auf die Feinde, so daß sie

geblendet, verwirrt und niedergeschlagen wurden.

10:31 Und es wurden erschlagen zwanzigtausendfünfhundert Mann zu Fuß und

sechshundert Reiter.

10:32 Timotheus selbst aber entfloh nach Geser, einem stark befestigten

Platz; dort führte der Hauptmann Chäreas den Befehl.

10:33 Da belagerten Makkabäus und seine Leute den festen Platz mit

freudigem Mut vier Tage lang.

10:34 Aber die Besatzung verließ sich auf die Stärke des Orts und stieß

ungeheuerliche Lästerungen und Schmähungen aus.

10:35 Aber am fünften Tage wurden zwanzig junge Männer von den Leuten des

Makkabäus sehr zornig über die dauernde Schmähung und liefen

mannhaft Sturm gegen die Mauer und erschlugen in wilder Wut jeden,

der ihnen in den Weg kam.

10:36 Ebenso erstiegen andere den Ort auf einer andern Seite, legten Feuer

an die Türme und verbrannten die Gotteslästerer bei lebendigem

Leibe.

10:37 Wieder andere hieben die Tore auf, ließen das übrige Heer hinein und

eroberten so die Stadt. Sie erschlugen Timotheus, der sich in einer

Zisterne versteckt hatte, und seinen Bruder Chäreas und

Apollophanes.

10:38 Als sie das alles vollbracht hatten, priesen sie mit Lobgesängen und

Dankliedern den Herrn, der Israel eine so große Wohltat erwiesen und

ihnen den Sieg gegeben hatte.
Judas Makkabäus besiegt Lysias
(vgl. 1. Makk 4,26-35)

11:1 Als nun Lysias, der Vormund und Vetter und Kanzler des Königs, dies

alles erfuhr, ging es ihm sehr nahe.
Kap 10,11

11:2 Und er zog in ganz kurzer Zeit achtzigtausend Mann und die ganze

Reiterei zusammen und wandte sich gegen die Juden in der Absicht,

Griechen in der Stadt Jerusalem anzusiedeln,

11:3 den Tempel nach Art der andern Heidentempel abgabepflichtig zu

machen und das Hohepriesteramt jährlich für Geld zu vergeben.

11:4 Er bedachte aber nicht die Macht Gottes, sondern pochte auf die

Zehntausende zu Fuß und die Tausende zu Roß und auf die achtzig

Elefanten.
Ps 147,10-11

11:5 Als er nun nach Judäa kam, lagerte er sich vor einen festen Ort,

Bet-Zur genannt, der etwa fünf Stunden von Jerusalem entfernt lag,

und setzte ihm hart zu.

11:6 Als aber Makkabäus und seine Leute hörten, daß er die Festungen

belagerte, baten sie mit dem ganzen Volk unter Wehklagen und Tränen

den Herrn, einen guten Engel zu senden, der Israel helfen sollte.

2. Mose 23,20

11:7 Und Makkabäus war der erste, der die Waffen aufnahm, und er mahnte

die andern, es mit ihm zusammen zu wagen und ihren Brüdern Hilfe zu

bringen.

11:8 So zogen sie mutig miteinander aus. Sobald sie aber hinaus aus der

Stadt Jerusalem kamen, erschien ihnen einer hoch zu Roß in einem

weißen Gewand und goldene Waffen schwingend und zog vor ihnen her.

11:9 Da lobten sie alle den barmherzigen Gott und wurden in ihrer

Zuversicht so gestärkt, daß sie bereit waren, nicht nur gegen

Menschen, sondern auch gegen die wildesten Tiere und eiserne Mauern

anzugehen.

11:10 Sie rückten in bester Ordnung vor; denn sie hatten den Helfer, den

ihnen der barmherzige Gott vom Himmel her gesandt hatte.

11:11 Und sie griffen ihre Feinde an wie Löwen und erschlugen von ihnen

elftausend zu Fuß und sechzehnhundert zu Roß

11:12 und trieben die andern alle in die Flucht. Der größte Teil warf die

Waffen fort und kam verwundet davon; Lysias selbst floh auch

schimpflich und entkam.
Vertrag des Lysias mit den Juden
(vgl. 1. Makk 6,58-60)

11:13 Lysias aber war kein uneinsichtiger Mann. Als er nun über die

Schlacht nachdachte, die er verloren hatte, sah er ein, daß die

Hebräer unüberwindlich waren, weil ihnen Gott der Allmächtige

beistand. Deshalb sandte er zu ihnen und bot ihnen Frieden unter

gerechten Bedingungen an

11:14 und versprach ihnen, den König dahin zu bringen, daß er ihr guter

Freund würde.

11:15 Makkabäus ging auf alles ein, was Lysias anbot; denn er erkannte,

daß es das beste war. Und der König bewilligte alles, was Makkabäus

dem Lysias wegen der Juden schriftlich vorgetragen hatte.

11:16 Denn das Schreiben des Lysias an die Juden lautete: »Lysias

entbietet dem Volk der Juden seinen Gruß.

11:17 Johannes und Abschalom, eure Gesandten, haben das von euch

unterzeichnete Schriftstück überbracht und um Antwort auf die darin

gemachten Vorschläge gebeten.

11:18 Was nun auch dem König vorzulegen gewesen ist, habe ich ihm

berichtet, und er hat alles bewilligt, was sich annehmen ließ.

11:19 Werdet ihr nun der Regierung Treue und Glauben halten, so will ich

auch weiterhin bemüht sein, zu eurem Besten mitzuwirken.

11:20 Über dies alles und über einzelnes haben eure und meine Gesandten

Befehl, sich mit euch zu besprechen. Gehabt euch wohl!

11:21 Gegeben im 148. Jahr, am vierundzwanzigsten Tage des Monats

Dioskorus.«
März 164 v. Chr.

Lysias vermittelt Frieden zwischen Antiochus V. Eupator und den Juden

(vgl. 1. Makk 6,60)

11:22 Das Schreiben des Königs lautete: »König Antiochus entbietet seinem

Bruder Lysias seinen Gruß.

11:23 Nachdem unser Vater von hinnen geschieden und ein Gott geworden

ist, ist uns nichts lieber, als daß Friede in unserm Reich herrscht,

damit alle sich um das Ihre kümmern können.
Weish 14,15-20

11:24 Nun hören wir, daß die Juden in den Übergang zu griechischen

Sitten, wie ihn mein Vater forderte, nicht einwilligen, sondern bei

ihrer Lebensweise bleiben wollen und deshalb bitten, daß man ihnen

ihre Gesetze läßt.
1. Makk 1,46-52

11:25 Weil wir es nun für gut ansehen, daß auch dies Volk in aller Ruhe

lebt, so ist das unsre Meinung, daß man ihnen ihren Tempel

wiedergibt und sie ihr Gemeinwesen führen läßt, wie es ihre

Vorfahren gehalten haben.

11:26 Du wirst also gut daran tun, wenn du Gesandte zu ihnen schickst und

einen Vertrag mit ihnen schließt, damit sie unsere Entscheidung

erfahren, guten Mutes werden und sich ihrer Angelegenheiten ohne

alle Sorge annehmen können.«

11:27 Das Schreiben des Königs an die Juden lautete: »König Antiochus

entbietet dem Rat und der Gemeinde der Juden seinen Gruß.

11:28 Wenn es euch allen gutginge, so wäre uns das lieb; uns geht es auch

gut.

11:29 Menelaus hat uns berichtet, daß ihr gern nach Haus und Hof

zurückkehren und wieder euer Gewerbe betreiben möchtet.

Kap 5,15

11:30 Darum soll für alle, die zwischen heute und dem dreißigsten Tag des

Xanthikus zurückkehren werden, die Zusicherung gelten,

11:31 daß die Juden unter dem Schutz der Straflosigkeit ihren eignen

Tempeldienst und ihre eignen Gesetze ganz wie früher halten dürfen

und daß niemand unter ihnen irgendwie für Ungesetzlichkeiten belangt

werden soll, die er aus Unkenntnis begangen hat.

11:32 Auch sende ich Menelaus, um euch gut zuzureden.

11:33 Gehabt euch wohl! Im 148. Jahr, am fünfzehnten Tage des Xanthikus.«

April 164 v. Chr.
Die Römer bieten ebenfalls ihre Vermittlung an

11:34 Es schrieben aber auch die Römer den Juden wie folgt: »Quintus

Memmius und Titus Manius, die Botschafter der Römer, entbieten dem

Volk der Juden ihren Gruß.

11:35 Allem, was euch Lysias, des Königs Vetter, zugestanden hat, stimmen

auch wir zu.

11:36 Über die Fragen aber, die er dem König vorlegen will, beratet euch

untereinander und sendet sogleich jemand zu uns, damit wir sie

darlegen, wie es für euch günstig ist; wir sind nämlich unterwegs

nach Antiochia.

11:37 Darum sendet eilends einige Leute, damit auch wir erfahren, was eure

Meinung ist.

11:38 Gehabt euch wohl! Im 148. Jahr, am fünfzehnten Tage des Xanthikus.«

Vgl. Vers 33.
Die Juden werden weiterhin beunruhigt

12:1 Nachdem diese Verträge abgeschlossen waren, begab sich Lysias zum

König; die Juden aber wandten sich wieder dem Ackerbau zu.

12:2 Aber von den Unterbefehlshabern ließen Timotheus und Apollonius, der

Sohn des Gennäus, ferner Hieronymus und Demophon, dazu Nikanor, der

Hauptmann über die Kriegsleute aus Zypern, sie nicht zu Ruhe und

friedlicher Arbeit kommen.

Judas Makkabäus bestraft die Städte Joppe und Jamnia

12:3 Leute von Joppe aber verübten eine himmelschreiende Tat: sie

beredeten die Juden, die bei ihnen wohnten, mit ihren Frauen und

Kindern in bereitgestellte Boote zu steigen, als wären sie gut

Freund mit ihnen.

12:4 Das geschah aber auf allgemeinen Beschluß der Stadt. Als nun die

Juden das annahmen, weil sie möglichst Frieden halten wollten und

keinerlei Verdacht hegten, führte man sie auf die hohe See und

ertränkte sie, nicht weniger als zweihundert Personen.

12:5 Als nun Judas hörte, wie greulich man an seinen Landsleuten

gehandelt hatte, bot er seine Männer auf

12:6 und rief zu Gott, dem gerechten Richter, und zog gegen die aus, die

seine Brüder ermordet hatten, und zündete bei Nacht den Hafen an und

verbrannte die Boote; und alle, die dahin geflohen waren, tötete er

mit dem Schwert.

12:7 Weil aber die Stadt selbst verschlossen war, zog er ab in der

Absicht, bald wiederzukommen und die gesamte Bürgerschaft von Joppe

auszurotten.

12:8 Es wurde ihm aber mitgeteilt, daß die Leute von Jamnia das gleiche

mit den Juden vorhatten, die bei ihnen wohnten.

12:9 Darum überfiel er auch sie bei Nacht und verbrannte den Hafen und

alle Schiffe, so daß man das Feuer in Jerusalem sah, das doch

zweihundertvierzig Stadien davon entfernt lag.

Judas Makkabäus bekämpft arabische Nomaden und den Timotheus

12:10 Als Judas von dort neun Stadien weitergezogen war, weil er sich

gegen Timotheus wenden wollte, warfen sich ihm Araber entgegen,

nicht weniger als fünftausend Mann und fünfhundert Reiter.

12:11 Es kam zu einem heftigen Kampf; doch Judas mit seinen Leuten behielt

durch Gottes Hilfe den Sieg. Und da die Araber unterlegen waren,

baten sie ihn um Frieden und versprachen, sie wollten ihm Vieh

liefern und auch sonst Hilfe leisten.

12:12 Judas bedachte, wie sie ihm in der Tat in vielem nützlich sein

könnten, und sagte ihnen Frieden zu. Und als er ihnen das durch

Handschlag besiegelt hatte, kehrten sie zu ihren Zelten zurück.

12:13 Auch griff Judas eine Stadt an, die mit Wällen gut gesichert und mit

einer Mauer umschlossen war und in der ein bunt gemischtes Volk

wohnte; die hieß Kaspin.
1. Makk 5,26; 5,36

12:14 Ihre Einwohner verließen sich auf ihre festen Mauern und den großen

Vorrat an Nahrung und benahmen sich unverschämt gegen Judas und

seine Leute: sie schmähten sie, ja, sie lästerten und führten

frevelhafte Reden.

12:15 Da riefen Judas und seine Leute zu dem mächtigen Herrscher aller

Welt, der zu Josuas Zeiten ohne Mauerbrecher und Sturmgerät Jericho

zum Einsturz gebracht hatte.
Jos 6,20

12:16 Sie stürmten in wilder Wut gegen die Mauer an und eroberten nach

Gottes Willen die Stadt und töteten unsagbar viele Menschen, so daß

der Teich, der dabei lag und wohl zwei Stadien breit war, aussah wie

lauter Blut.

12:17 Danach zogen sie siebenhundertfünfzig Stadien weiter und kamen nach

Charax zu den Juden, die man Tubianer nennt.

12:18 Aber sie fanden Timotheus dort nicht; denn er hatte die Gegend

verlassen, nachdem er dort nichts ausgerichtet, sondern nur eine

Ortschaft stark besetzt hatte.

12:19 Da machten sich zwei Hauptleute aus der Schar des Makkabäus auf,

nämlich Dositheus und Sosipater, und brachten alle um, die Timotheus

in der Festung zurückgelassen hatte, mehr als zehntausend Mann.

12:20 Makkabäus aber stellte sein Kriegsvolk in mehreren Abteilungen auf

und setzte jene beiden an ihre Spitze und zog gegen Timotheus, der

hundertzwanzigtausend Mann zu Fuß und zweitausendfünfhundert Reiter

bei sich hatte.
1. Makk 5,37

12:21 Als nun Timotheus erfuhr, daß Judas gegen ihn heranzog, schickte er

Frauen und Kinder und den übrigen Troß fort nach Karnajim, einem

Ort, der so tief im Gebirge lag, daß man ihn nicht belagern und nur

schwer erreichen konnte.

12:22 Als aber die Feinde die erste Abteilung des Judas sahen, überfiel

sie Furcht und Schrecken, weil zugleich der vor ihnen erschien, der

alle Dinge sieht; und sie wandten sich zur Flucht, der eine dahin,

der andere dorthin, so daß sie sich selbst oft untereinander

verwundeten und mit der Spitze des Schwerts durchbohrten.

12:23 Judas aber drückte ungestüm nach und schlug die Gottlosen zusammen

und brachte an die dreißigtausend von ihnen um.

12:24 Timotheus selbst aber geriet den Leuten des Dositheus und Sosipater

in die Hände und bat sie um Leben und Freiheit; denn er hätte viele

ihrer Väter und Brüder in seiner Gewalt, und diese müßten sterben,

wie er mit großer Übertreibung vorgab, wenn er getötet würde.

12:25 Nachdem er sich nun feierlich verbürgt hatte, daß er sie bis zu

einem bestimmten Tag wohlbehalten ihnen übergeben wollte, ließen sie

ihn frei, um ihre Brüder zu retten.

12:26 Danach zog Makkabäus gegen Karnajim und den Tempel der Atargatis

und machte fünfundzwanzigtausend Menschen nieder.
1. Makk 5,43-44

Judas Makkabäus erobert Efron und verschont Skythopolis

(vgl. 1. Makk 5,45-54)

12:27 Nachdem sie besiegt und vernichtet waren, brach Judas gegen die

feste Stadt Efron auf, in der Lysias und eine Bevölkerung aus

mancherlei Stämmen wohnte. Die kräftige junge Mannschaft aber, die

vor der Stadt stand, wehrte sich tapfer, und drinnen hatten sie

Geschütze und Geschosse genug.

12:28 Da riefen die Juden zu dem Herrscher, der mit Gewalt die Stärke der

Feinde zerbricht, und eroberten die Stadt und erschlugen von denen,

die darin waren, an fünfundzwanzigtausend Menschen.

12:29 Von dort brachen sie auf und zogen gegen Skythopolis, das

sechshundert Stadien von Jerusalem entfernt liegt.

12:30 Weil aber die Juden, die dort wohnten, den Bürgern von Skythopolis

bezeugten, daß sie ihnen wohlgesinnt gewesen wären und ihnen in den

schweren Zeiten alle Freundschaft bewiesen hätten,

12:31 so dankten sie den Bürgern dafür und legten ihnen ans Herz, auch

weiterhin gegen ihr Volk guten Willens zu sein. Dann zogen sie

wieder nach Jerusalem, als das Wochenfest nahe bevorstand.

Judas Makkabäus siegt über Gorgias
(vgl. 1. Makk 5,65-66)

12:32 Nach dem Fest, das auch Pfingsten genannt wird, zogen sie gegen

Gorgias, den Befehlshaber von Idumäa.

12:33 Der begegnete ihnen mit dreitausend Mann zu Fuß und vierhundert

Reitern.

12:34 Als man nun handgemein wurde, fielen einige Juden.

12:35 Und Dositheus, ein Reiter aus der Schar des Bakenor, ein mutiger

Mann, packte Gorgias und hielt ihn am Mantel und zog ihn mit Gewalt

fort und wollte den Verfluchten lebendig gefangennehmen. Aber ein

Reiter aus Thrazien sprengte auf ihn zu und hieb ihm den Arm ab. So

entkam Gorgias nach Marescha.

12:36 Als nun Esri und seine Schar vom allzu langen Kampf müde wurden,

rief Judas zum Herrn, er möge ihnen als Helfer erscheinen und an

ihrer Spitze kämpfen,

12:37 stimmte in der Sprache der Väter unter Lobgesängen das

Kriegsgeschrei an und stürmte auf die Leute des Gorgias unerwartet

los und jagte sie in die Flucht.
Kap 7,8; 7,27

12:38 Und Judas zog mit dem Heer in die Stadt Adullam; und weil der

siebente Tag herbeigekommen war, reinigten sie sich nach dem Gesetz

und hielten dort den Sabbat.

Sühnopfer für Gefallene, die Schuld auf sich geladen hatten

12:39 Am Tage danach zogen die Leute des Judas aus, weil es schon höchste

Zeit geworden war, um die Toten zu holen und in den Gräbern der

Väter bei ihren Verwandten zu bestatten.

12:40 Da fanden sie bei jedem der Erschlagenen unter dem Hemd Abbilder der

Götzen von Jamnia, die den Juden im Gesetz verboten sind. Da wurde

es allen deutlich, daß sie um dieser Schuld willen gefallen waren.

2. Mose 20,4-5

12:41 Da priesen alle den Herrn, den gerechten Richter, der das Verborgene

an den Tag bringt.

12:42 Dann wandten sie sich zum gemeinsamen Gebet und flehten, daß diese

Sünde gänzlich getilgt werden möchte. Und der edle Judas ermahnte

die Menge, sich fortan vor Sünden zu hüten, weil sie nun mit eignen

Augen sehen könnten, daß diese um ihrer Sünde willen gefallen wären.

12:43 Danach brachte er durch eine Sammlung an die zweitausend Drachmen

in Silber zusammen; die schickte er nach Jerusalem zum Sündopfer.

Und er tat gut und löblich daran, weil er an die Auferstehung

dachte.
(43-46) Kap 7,9

12:44 Wenn er nicht erwartet hätte, daß die Gefallenen auferstehen würden,

so wäre es überflüssig, ja töricht gewesen, für Tote zu bitten.

1. Kor 15,29

12:45 Sodann aber bedachte er auch, daß denen, die als fromme Leute

entschlafen, die herrlichste Gnadengabe bereitet ist; das ist ein

frommer und heiliger Gedanke.

12:46 Darum hat er auch für diese Toten ein Sühnopfer dargebracht, damit

sie von ihrer Sünde erlöst würden.
Menelaus findet verdient einen schmählichen Tod

13:1 Im 149. Jahr kam es Judas und seinen Leuten zu Ohren, daß

Antiochus Eupator mit einer großen Heeresmacht gegen Judäa heranzöge

(1 und 2) 1. Makk 6,17
164/163 v. Chr.

13:2 und Lysias, sein Vormund und Kanzler, mit ihm, und zwar jeder mit

einem griechischen Heer von hundertzehntausend Mann zu Fuß und

fünftausenddreihundert zu Roß und zweiundzwanzig Elefanten und

dreihundert Sichelwagen.

13:3 Und Menelaus schlug sich auch auf ihre Seite und redete auf

Antiochus ein zum Verderben seines Vaterlands und verschwieg seine

Hoffnung, dadurch das Hohepriesteramt wieder zu erlangen.

Kap 4,23-24

13:4 Aber der König aller Könige erweckte den Zorn des Antiochus gegen

diesen Frevler. Denn Lysias legte ihm dar, daß Menelaus die Ursache

aller dieser Unruhen wäre; darum ließ der König ihn nach Beröa

führen und so, wie es dort der Brauch ist, töten.
1. Tim 6,15

13:5 Denn es war ein Turm da, fünfzig Ellen hoch, voll glühender Asche;

und über der Asche war eine umlaufende Rampe, die überall zur Asche

hin steil abfiel.

13:6 Dorthin trieb die Volksmenge jeden, der des Tempelraubs schuldig war

oder andere große Verbrechen begangen hatte, so daß er umkam.

13:7 Eines solchen Todes mußte auch der abtrünnige Menelaus sterben und

ohne Grab bleiben.

13:8 Und es geschah ihm recht. Denn weil er sich so oft an dem Altar,

dessen Feuer und Asche heilig sind, versündigt hatte, mußte er auch

in der Asche den Tod finden.
Weish 11,16

Judas Makkabäus siegt bei Modeïn durch einen Überfall

(vgl. 1. Makk 6,28; 6,32-46)

13:9 Der König aber wurde so zornig wie ein Wilder, zog heran und wollte

den Juden noch Schrecklicheres antun, als unter seinem Vater

geschehen war.

13:10 Das erfuhr Judas und gebot dem ganzen Volk, sie sollten Tag und

Nacht den Herrn anrufen, damit er ihnen jetzt, wie schon oft, gegen

die helfen möchte, die ihnen das Gesetz, das Vaterland und den

heiligen Tempel rauben wollten,

13:11 und daß er das Volk, das sich kaum ein wenig erholt hatte, nicht in

die Hände der ruchlosen Heiden geben möchte.

13:12 Als sie das nun einhellig miteinander taten und den barmherzigen

Gott unter Weinen und Fasten baten und drei Tage unaufhörlich auf

der Erde lagen, ermunterte sie Judas und befahl ihnen, sich

bereitzuhalten.

13:13 Und als er und die Ältesten beisammen waren, beschloß er mit ihnen,

er wollte, ehe der König mit seinem Heer nach Judäa kommen und die

Stadt einnehmen könnte, ihm entgegenziehen und die Sache mit Gottes

Hilfe enden.

13:14 Und er vertraute sich dem Schöpfer der Welt an und ermahnte seine

Leute, sie sollten tapfer bis in den Tod kämpfen, um die Gesetze,

den Tempel, die Stadt, das Vaterland und ihre eigne Ordnung zu

erhalten.
Kap 7,23

13:15 Und er lagerte sich bei Modeïn und gab ihnen diese Worte zur Losung:

Gott gibt Sieg! Danach machte er sich bei Nacht auf mit den besten

und auserlesensten jungen Kriegsleuten und überfiel die königliche

Befestigung und erschlug im Lager an die zweitausend Mann und den

Leitelefanten und den, der mit ihm im Stall war.

13:16 Damit brachten sie zum Schluß großen Schrecken und Verwirrung in das

ganze Lager und zogen glücklich davon

13:17 am Morgen, als der Tag anbrach; denn Gott war ihr Helfer gewesen.

Antiochus V. Eupator belagert Bet-Zur
(vgl. 1. Makk 6,29-31; 6,47-50)

13:18 Als aber der König verspürt hatte, daß die Juden so wagemutig waren,

suchte er die Orte mit List in seine Gewalt zu bringen

13:19 und zog vor die Festung der Juden Bet-Zur. Aber er wurde in die

Flucht geschlagen, griff wieder an und richtete nichts aus;

13:20 denn Judas hatte alles Nötige in die Festung geschickt.

13:21 Es war aber einer unter den Juden, Rhodokus, der verriet den Feinden

alles Geheime. Man suchte nach ihm, nahm ihn fest und warf ihn ins

Gefängnis.

13:22 Danach verhandelte der König wieder und schloß Frieden mit der

Besatzung von Bet-Zur und zog davon; dann griff er Judas und seine

Leute an und verlor die Schlacht.

Antiochus V. Eupator schließt Frieden mit den Juden

(vgl. 1. Makk 6,55-63)

13:23 Und als Antiochus erfahren hatte, daß Philippus, den er in

Antiochia als Statthalter zurückgelassen hatte, abgefallen war,

wurde er unsicher und sandte den Juden eine freundliche Botschaft,

unterhandelte und schwor einen Eid und einigte sich mit ihnen zu

gerechten Bedingungen. Er opferte und ehrte den Tempel und

behandelte die Stadt freundlich.
1. Makk 6,14

13:24 Er empfing auch Makkabäus und machte den Hegemonides zum

Befehlshaber über das Land von Ptolemais bis zum Gebiet der

Gerrener.

13:25 Als aber der König nach Ptolemais kam, sahen die Ptolemaier den

Vertrag nicht gern; denn sie fanden ihn unerträglich und wollten

deswegen die Abmachungen aufheben.

13:26 Da trat Lysias öffentlich auf und entschuldigte den König soviel als

möglich und beredete sie, daß sie zufrieden waren, und beruhigte

sie; danach kehrte er wieder nach Antiochia zurück. So gingen

Anmarsch und Abzug des Königs vor sich.

Demetrius I. Soter schickt Nikanor gegen die Juden

(vgl. 1. Makk 7,1-7; 7,26)

14:1 Drei Jahre danach vernahmen Judas und seine Leute, daß Demetrius,

der Sohn des Seleukus, im Hafen von Tripolis mit starker Heeresmacht

und vielen Schiffen angekommen war

14:2 und das Land eingenommen und Antiochus samt seinem Vormund Lysias

erschlagen hatte.

14:3 Alkimus aber, der vorher Hoherpriester gewesen war und zur Zeit des

Widerstandes schmählich nachgegeben hatte, dachte nun, daß ihm sonst

nichts helfen, er auch nicht wieder zum Hohepriesteramt kommen

könnte.

14:4 So zog er im 151. Jahr zu König Demetrius, brachte ihm einen

goldenen Kranz und einen Palmwedel und dazu Ölzweige, die im Tempel

gebräuchlich waren;
162/161 v. Chr.

14:5 und an diesem Tag verhielt er sich ruhig. Er fand eine günstige

Gelegenheit für seine Ruchlosigkeit, als ihn Demetrius vor den

Kronrat fordern und fragen ließ, wie es bei den Juden stünde und was

sie vorhätten.

14:6 Da antwortete er: Die unter den Juden, die sich Hasidäer nennen und

die Judas Makkabäus anführt, halten Krieg und Aufruhr immer in Gang

und lassen dein Reich nicht gedeihen,
(6-10) StzuEst 1,3-4

14:7 haben auch mir meine ererbte Würde, nämlich das Hohepriesteramt,

geraubt. Darum bin ich hierher gekommen:

14:8 zum ersten, weil ich mich dem König aufrichtig verpflichtet weiß;

zum andern, weil ich auch um meine Landsleute Sorge habe; denn durch

ihre Unvernunft wird unser ganzes Volk ins Unglück stürzen.

14:9 Darum wolle der König, weil er dies alles erkannt hat, nach seiner

entgegenkommenden Freundlichkeit zu jedermann unserm Lande und

unserm bedrängten Volk in dieser Sache raten und helfen.

14:10 Denn solange Judas lebt, ist es nicht möglich, daß Friede im Lande

wird.

14:11 Als er das gesagt hatte, hetzten auch die andern Freunde des Königs,

die dem Judas feindlich gesinnt waren, Demetrius gegen ihn auf.

14:12 Sogleich rief er Nikanor, den Hauptmann über die Elefanten, zu sich

und machte ihn zum Befehlshaber über Judäa und sandte ihn aus

14:13 mit dem Auftrag, Judas unschädlich zu machen und seine Leute zu

zerstreuen und Alkimus zum Hohenpriester des erhabenen Tempels

einzusetzen.

14:14 Da schlugen sich alle die scharenweise auf Nikanors Seite, die als

Heiden vor Judas aus Judäa geflüchtet waren, und hofften, das

Unglück der Juden sollte ihr Glück sein.
Nikanor einigt sich mit Judas Makkabäus
(vgl. 1. Makk 7,27-29)

14:15 Als nun die Juden hörten, daß Nikanor heranzöge und die Heiden ihn

unterstützten, bestreuten sie sich mit Erde und riefen Gott an, der

sein Volk seit ewigen Zeiten beschützt hat und den Seinen immer

offenkundig hilft.
Kap 10,26

14:16 Als nun der Anführer Befehl gab, machten sie sich sogleich auf und

stießen auf die Feinde beim Dorf Dessau.

14:17 Simon aber, der Bruder des Judas, war schon auf Nikanor getroffen

und wäre fast geschlagen worden, als ihn die Feinde so plötzlich

überraschten.

14:18 Doch als Nikanor hörte, daß Judas so kühne Leute bei sich hatte, die

Leib und Gut getrost für ihr Vaterland wagten, fürchtete er sich und

wollte keine Schlacht mit ihnen schlagen,

14:19 sondern sandte Posidonius, Theodotus und Mattatias zu ihm, um

Frieden zu schließen.

14:20 Als man nun lange darüber beraten und der Anführer dem Kriegsvolk

die Sache vorgetragen hatte und sie in der Sache einig wurden,

willigten sie in den Vertrag

14:21 und bestimmten einen Tag, an dem die beiden allein zusammenkommen

sollten. Als nun der Tag kam, stellte man für jeden einen Stuhl auf.

14:22 Und Judas verteilte einige Bewaffnete auf günstige Plätze, falls die

Feinde doch unerwartet eine Falle stellen würden. Doch kamen sie zu

voller Übereinstimmung.

14:23 Nikanor blieb eine Zeitlang in Jerusalem und unternahm nichts

Unrechtes gegen sie und entließ die zusammengeströmten Scharen.

14:24 Und er hatte den Judas allezeit bei sich und behandelte ihn

freundlich,

14:25 ermahnte ihn auch, daß er eine Frau nehmen und Kinder zeugen sollte.

So nahm denn Judas eine Frau und hatte guten Frieden und genoß das

Leben.
Pred 9,9

Nikanor muß gegen Judas Makkabäus feindlich vorgehen

(vgl. 1. Makk 7,29-38)

14:26 Als nun Alkimus sah, daß diese beiden miteinander eins waren, nahm

er den Vertrag, ging zu Demetrius und verklagte den Nikanor, er wäre

untreu geworden; denn er hätte den Judas, einen Feind des Reiches,

zu seinem Nachfolger als Hohenpriester eingesetzt.

14:27 Da wurde der König durch die Lüge des Verleumders sehr erregt und

zornig und schrieb an Nikanor, es gefiele ihm gar nicht, daß er

Frieden mit den Juden geschlossen hätte, und gebot ihm, er sollte

eilends Makkabäus gefangennehmen und nach Antiochia schicken.

14:28 Als nun dieser Befehl Nikanor erreichte, wurde er bestürzt und

unwillig, daß er den Vertrag brechen sollte, obwohl doch Judas

nichts verschuldet hatte.

14:29 Aber weil er nicht gegen den König zu handeln wagte, wartete er auf

eine Gelegenheit, ihn mit List zu fangen.

14:30 Aber Makkabäus merkte, daß er sich unfreundlicher gegen ihn verhielt

und ihm nicht mehr so herzlich begegnete, und erkannte, daß sein

abweisendes Wesen nichts Gutes bedeutete, und nahm einige von seinen

Leuten zu sich und verbarg sich vor Nikanor.

14:31 Als nun Nikanor sah, daß ihn Makkabäus geschickt überlistet hatte,

ging er hinauf zu dem erhabenen und heiligen Tempel und befahl den

Priestern, die die gebotenen Opfer darbrachten, sie sollten ihm den

Mann herausgeben.

14:32 Als sie aber hoch und heilig schworen, sie wüßten nicht, wo er wäre,

streckte er seine rechte Hand gegen den Tempel aus

14:33 und schwor: Werdet ihr mir den Judas nicht gebunden übergeben, so

will ich dies Gotteshaus dem Erdboden gleichmachen und den Altar

umreißen und dem Dionysos einen prächtigen Tempel hinstellen.

Kap 6,7

14:34 Und als er das gesagt hatte, ging er davon. Die Priester aber hoben

ihre Hände empor zum Himmel und riefen den an, der allezeit unser

Volk beschützt hat,

14:35 und sprachen: Herr, du brauchst kein irdisches Haus; dennoch hat es

dir wohlgefallen, daß dein Tempel, in dem du wohnst, unter uns ist.

(35 und 36) 1. Kön 8,27-30

14:36 Darum, du heiliger Gott, der du allein heilig machst, bewahre fortan

dein Haus, das wir vor kurzem neu geweiht haben, damit es nicht

wieder unrein wird.
Rasi gibt ein Beispiel opfermütigen Sterbens

14:37 Es wurde aber Nikanor angezeigt, daß ein Ältester von Jerusalem mit

Namen Rasi ein Mann sei, der seine Mitbürger liebte, in hohem

Ansehen stand und wegen seiner aufrechten Gesinnung ein Vater der

Juden genannt wurde.

14:38 Auch war er früher in der Zeit des Widerstandes wegen seines

jüdischen Glaubens verklagt worden und hatte Leib und Leben dafür

beharrlich gewagt.

14:39 Als nun Nikanor zeigen wollte, wie bitter feind er den Juden war,

sandte er über fünfhundert Kriegsleute, die Rasi gefangennehmen

sollten.

14:40 Denn er meinte, wenn er ihn gefangen hätte, würde er den Juden

dadurch großen Schaden zufügen.

14:41 Als sie aber den Turm, in dem er wohnte, erobern und das Hoftor

stürmen wollten, ließen sie Feuer bringen und das Tor anzünden. Da

merkte er, daß er gefangen war, und wollte sich selbst erstechen.

14:42 Denn er wollte lieber ehrenhaft sterben als den Gottlosen in die

Hände fallen und von ihnen erniedrigt und verhöhnt werden. Aber in

der Hast traf er sich nicht recht.
1. Sam 31,4

14:43 Als nun die Menge in die Türen eindrang, zog er sich entschlossen

auf die Mauer zurück und stürzte sich mutig hinab unter die Leute.

14:44 Sie wichen ihm aber schnell aus, so daß ein freier Raum entstand;

und er fiel mitten auf den leeren Platz.

14:45 Er lebte aber gleichwohl noch und stand in glühendem Opfermut auf,

obwohl er sehr blutete und die Wunden ihn schmerzten, lief durch das

Volk hindurch und trat auf einen hohen Felsen.

14:46 Und obwohl er schon fast verblutet war, riß er sich noch die Därme

aus dem Leibe, faßte sie mit beiden Händen und warf sie unter die

Kriegsleute und rief zu Gott, der über Leben und Geist Herr ist,

dies alles möge er ihm wiedergeben, und starb so.
Kap 7,11
Judas Makkabäus siegt über Nikanor
(vgl. 1. Makk 7,39-46)

15:1 Als aber Nikanor hörte, daß Judas sich mit seinen Leuten in Samarien

aufhielt, dachte er, er könnte sie am Sabbat ohne jede Gefahr

angreifen.

15:2 Und als ihn die Juden, die er gezwungen hatte mitzuziehen, baten, er

möchte sie nicht so grausam und unmenschlich umbringen, sondern den

heiligen Tag achten, den Gott selbst geehrt und geheiligt hätte,

15:3 fragte sie der Erzfrevler: Gibt es im Himmel den Herrscher, der den

Sabbat geboten hat?

15:4 Und als sie ihm antworteten: Ja, es gibt den lebendigen Herrn; er

ist im Himmel der Herrscher, der den siebenten Tag zu feiern

geboten hat -,
2. Mose 20,8

15:5 sagte er darauf: So bin ich der Herrscher auf Erden und gebiete

euch, ihr sollt die Waffen ergreifen und den Befehl des Königs

ausführen.
Dan 7,25

15:6 Aber er konnte sein ruchloses Vorhaben trotzdem nicht vollbringen.

Und Nikanor prahlte vermessen und hatte sich schon vorgenommen, für

seinen Sieg über Judas ein Denkmal öffentlich aufzustellen.

15:7 Aber Makkabäus hatte unablässig die Zuversicht und Hoffnung, der

Herr würde ihm beistehen,

15:8 und ermunterte seine Männer, sie sollten sich vor den anrückenden

Heiden nicht fürchten, sondern an die Hilfe denken, die ihnen früher

oft vom Himmel gesandt worden war, und jetzt auch auf den Sieg

hoffen, den der Allmächtige ihnen schicken würde.

15:9 Er sagte ihnen ermutigende Worte aus dem Gesetz und den Propheten

und erinnerte sie an die Schlachten, die sie früher gewonnen hatten,

und machte ihnen so Mut.
1. Makk 12,9; 2. Mose 14,13-14

15:10 Als er sie so angefeuert hatte, erzählte er ihnen auch, wie die

Heiden ihre Zusagen nicht gehalten und ihre Eide gebrochen hätten.

15:11 Dadurch rüstete er sie aus, daß sie nicht durch Spieß oder Schild

sicher waren, sondern durch Gottes Wort Vertrauen gewannen. Er sagte

ihnen auch von einer Erscheinung, die glaubwürdig war; davon bekamen

alle Mut.

15:12 Und das war die Erscheinung: Onias, der frühere Hohepriester, ein

trefflicher, im Umgang bescheidener, gütiger, beredter Mann, der von

Jugend auf allem Guten nachgestrebt hatte, der streckte seine Hände

aus und betete für die ganze Gemeinde der Juden.
Kap 3,1

15:13 Danach erschien ihm ein würdiger, alter Mann, und um ihn war ein

wunderbarer, herrlicher Glanz.

15:14 Und Onias sagte zu Judas: Dies ist Jeremia, der Prophet Gottes, der

deine Brüder sehr liebhat und stets für das Volk und die heilige

Stadt betet.
Jer 37,3

15:15 Danach gab Jeremia mit der Rechten dem Judas ein goldenes Schwert

(15 und 16) Jer 47,6-7; Hes 30,24-25

15:16 und sagte zu ihm: Nimm hin das heilige Schwert, das dir Gott

schenkt; damit sollst du die Feinde schlagen!

15:17 Als sie nun Judas mit solchen guten Worten, die zur Tapferkeit

anfeuern und den Jungen männlichen Mut geben konnten, aufgerufen

hatte, beschlossen sie, kein Lager mehr aufzuschlagen, sondern mutig

gegen die Feinde zu ziehen und sie männlich anzugreifen und die

Sache zur Entscheidung zu bringen; denn die Stadt, der Gottesdienst

und der Tempel waren in Gefahr.
Kap 4,13-15; 14,3-13

15:18 Denn sie bangten nicht so sehr um ihre Frauen und Kinder, Brüder und

Freunde, sondern sie sorgten sich vor allem um den heiligen Tempel.

15:19 Und die in der Stadt blieben, waren in großer Sorge um ihr

Kriegsvolk draußen im Felde.

15:20 Als es nun zum Treffen kommen sollte und die Feinde zusammengezogen

und in Schlachtordnung angetreten und die Elefanten an einem

günstigen Ort aufgestellt und die Reiter auf beide Flügel verteilt

worden waren

15:21 und als Makkabäus die Feinde sah und ihre vielfältige Rüstung und

die schrecklichen Tiere, streckte er seine Hände zum Himmel empor

und betete zum Herrn, der Wunder tut; denn er wußte wohl, daß der

Sieg nicht durch Waffen kommt, sondern Gott ihn denen gibt, die er

würdig findet.
Kap 12,22

15:22 Und er betete so: Herr, zur Zeit Hiskias, des Königs von Juda, hast

du deinen Engel gesandt; der erschlug in Sanheribs Lager

hundertfünfundachtzigtausend Mann.
2. Kön 19,35; Kap 8,19

15:23 So schicke nun auch, du Herrscher im Himmel, einen guten Engel vor

uns her, die Feinde zu erschrecken.

15:24 Laß die erschrecken vor deinem starken Arm, die mit Gotteslästerung

gegen dein heiliges Volk ziehen. Und damit hörte Judas auf.

15:25 So zogen Nikanor und sein Heer heran mit Trompeten und

Kriegsgeschrei.

15:26 Judas aber und seine Leute griffen die Feinde an mit Gebet und

Flehen. Und mit den Händen führten sie das Schwert,

15:27 mit dem Herzen aber schrien sie zu Gott und erschlugen nicht weniger

als fünfunddreißigtausend Mann; und sie freuten sich sehr, daß Gott

sich so mächtig gezeigt hatte.

15:28 Als nun die Schlacht beendet war und sie mit Freuden wieder abzogen,

sahen sie, wie Nikanor in seinem Harnisch gefallen dalag.

15:29 Da erhob sich ein Freudengeschrei und Jauchzen, und sie lobten Gott

in ihrer Sprache.
Die Feier des Sieges über Nikanor veranlaßt die
Einführung eines jährlichen Gedenktages
(vgl. 1. Makk 7,47-49)

15:30 Judas, der Leib und Leben für sein Volk eingesetzt und von Jugend

auf sich zu seinen Landsleuten gehalten hatte, gebot, man sollte

dem Nikanor den Kopf und die Hand samt der Schulter abhauen und mit

nach Jerusalem bringen.
1. Sam 17,54

15:31 Als er nun dorthin kam, rief er seine Landsleute zusammen und

stellte die Priester vor den Altar und schickte zu den Feinden auf

der Burg

15:32 und zeigte den Kopf des verruchten Nikanor und die Hand des

Lästerers, die er gegen das heilige Haus des Allmächtigen

ausgestreckt und dabei Lästerworte ausgestoßen hatte.

15:33 Er schnitt auch dem gottlosen Nikanor die Zunge aus und ließ sie in

Stücken den Vögeln vorwerfen und die Hand, mit der er so unsinnig

gehandelt hatte, gegenüber dem Tempel aufhängen.
Kap 7,4

15:34 Und das ganze Volk lobte den Herrn, der sichtbar geholfen hatte, und

sprach: Gelobt sei, der seine Stätte bewahrt hat, daß sie nicht

unrein geworden ist!

15:35 Und er steckte Nikanors Kopf auf, so daß ihn alle aus der Burg sehen

konnten, zu einem öffentlichen Zeichen dafür, daß ihnen der Herr

geholfen hatte.

15:36 Es wurde auch einträchtig von allen beschlossen, man sollte diesen

Tag niemals vergessen,
(36 und 37) Est 9,17-19

15:37 sondern ihn feiern am dreizehnten Tag des zwölften Monats, der auf

syrisch Adar heißt, einen Tag vor dem Mordechai-Fest.

Adar = März/April.
Schlußwort des Verfassers

15:38 So will ich nun hiermit dies Buch beschließen, nachdem Nikanor

umgekommen ist und die Hebräer die Stadt seit jener Zeit wieder in

Besitz haben.

15:39 Und wenn es gut gelungen und geschickt geordnet ist, so war das

meine Absicht. Ist's aber zu einfach geraten, so habe ich doch

getan, soviel ich vermochte.

15:40 Denn immer nur Wein oder nur Wasser trinken wird einem zuwider; wenn

aber Wein mit Wasser vermischt erst wirklich Freude macht, so

erfreut die Art, wie man die Worte setzt, die Ohren derer, die die

Geschichte hören. Damit bin ich am Ende angelangt.


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