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00Inhalt
01MOSE1
02MOSE2
03MOSE3
04MOSE4
05MOSE5
06JOSUA
07RICHTER
08RUTH
09SAMUEL1
10SAMUEL2
11KOENIGE1
12KOENIGE2
13CHRONIK1
14CHRONIK2
15ESRA
15NEHEMIA
16ESTER
17HIOB
18PSALME
19SPRUECHE
20PREDIGER
21HOHELIED
22JESAJA
23JEREMIA
24KLAGEL
25HESEKIEL
26DANIEL
27HOSEA
28JOEL
29AMOS
30OBADJA
31JONA
32MICHA
33NAHUM
34HABAKUK
35ZEFANJA
36HAGGAI
37SACHARJA
38MALEACHI
39JUDIT
40WEISHEIT
41TOBIAS
42BARUCH
43JESUSSIR
44MAKKAB1
45MAKKAB2
46STESTER
47STZUDAN
48GEBETMAN
99ERKLAER
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Die Bibel : 44MAKKAB1

Alexander der Große übergibt das Reich seinen Nachfolgern

1:1 Alexander, der Sohn Philipps, König von Mazedonien, der zuerst über

Griechenland herrschte, ist aus dem Lande Kittim ausgezogen und hat

Darius, den König der Perser und Meder, geschlagen.

Dan 8,5-7; 8,21

1:2 Er hat viele Kriege geführt, befestigte Städte erobert und die

andern Könige der Erde umgebracht

1:3 und ist immer weiter gezogen bis an die Enden der Erde und hat Beute

bei vielen Völkern gemacht; aber die Erde mußte still sein vor ihm.

1:4 Er brachte eine gewaltige Heeresmacht zusammen, und sein Herz wurde

hochmütig.
Dan 8,8

1:5 Denn er hatte alle Länder und Königreiche eingenommen, und sie

mußten ihm Tribut zahlen.

1:6 Als er aber krank wurde und merkte, daß er sterben würde,

1:7 rief er seine Fürsten zu sich, die mit ihm von Jugend auf erzogen

worden waren, und teilte sein Reich noch zu seinen Lebzeiten unter

sie auf.
Dan 11,4

1:8 Darauf ist Alexander gestorben, nachdem er zwölf Jahre regiert

hatte.
336-323 v. Chr.

1:9 Dann übernahmen die Fürsten das Reich, jeder in seinem Gebiet,

1:10 machten sich nach seinem Tode zu Königen, und sie und ihre

Nachkommen regierten lange Zeit. Und die Schlechtigkeit nahm immer

mehr zu auf der Erde.
1. Mose 6,5
In Israel entsteht eine heidenfreundliche Partei

1:11 Aus ihnen schoß eine böse Wurzel auf, Antiochus Epiphanes, der in

Rom als Geisel für seinen Vater Antiochus den Großen gewesen war.

Er fing an zu regieren im 137. Jahr der griechischen Herrschaft.

Dan 8,23-24; 2. Makk 4,7; Kap 8,7

175 v. Chr. Die seleuzidische Zeitrechnung zählte die Jahre vom

Regierungsantritt des Griechen Seleukus I. im Jahre 312 v. Chr.

(vgl. die Zeittafel im Anhang).

1:12 Zu dieser Zeit traten in Israel gottlose Leute auf; die überredeten

viele und sagten: Laßt uns ein Bündnis mit den Heiden ringsum

schließen; denn wir haben viel leiden müssen seit der Zeit, da wir

uns von den Heiden abgesondert haben.
(12 und 13) Esr 9,1-3; 9,10-12
1:13 Diese Meinung gefiel ihnen gut.

1:14 Und einige aus dem Volk entschlossen sich, zum König zu gehen; der

gestattete ihnen, heidnische Lebensweise einzuführen.

(14 und 15) 2. Makk 4,7-15

1:15 Da richteten sie in Jerusalem eine Kampfbahn her, wie sie auch die

Heiden hatten,

1:16 stellten künstlich ihre Vorhaut wieder her und fielen vom heiligen

Bund ab, paßten sich den andern Völkern an und gaben sich dazu her,

allen Lastern zu frönen.
Antiochus IV. Epiphanes plündert den Tempel
(vgl. 2. Makk 5,1; 5,11-21)

1:17 Als nun Antiochus seine Herrschaft gefestigt hatte, gedachte er,

auch das Königreich Ägypten an sich zu bringen, damit er über beide

Königreiche herrschte,

1:18 und zog nach Ägypten, gut gerüstet mit großem Heer, mit Wagen,

Elefanten, Reitern und vielen Schiffen

1:19 und führte Krieg mit Ptolemäus, dem König von Ägypten. Aber

Ptolemäus wandte sich vor ihm zur Flucht, und viele Ägypter sind

umgekommen.

1:20 Und Antiochus hat die befestigten Städte in Ägypten eingenommen und

große Beute gemacht.

1:21 Als aber Antiochus in Ägypten gesiegt hatte und wieder heimzog im

143. Jahr, zog er hinauf gegen Israel
169 v. Chr.

1:22 und kam nach Jerusalem mit einem großen Heer,

1:23 ging frech und ohne Scheu in das Heiligtum und ließ wegnehmen den

goldenen Altar, den Leuchter und alle Geräte, die dazugehören,

den Tisch, auf dem die Schaubrote lagen, die Kannen, die Schalen,

die goldenen Löffel, den Vorhang, die Kronen und den goldenen

Schmuck vorn am Tempel und ließ den Goldüberzug abreißen.

Dan 8,11-12; 2. Mose 30,1-3; 2. Mose 25,31-39
2. Mose 25,23-30; 2. Mose 26,31-33

1:24 Er nahm das Silber und Gold, die kostbaren Gefäße und die

verborgenen Schätze, die er fand, und führte alles mit sich in sein

Land.

1:25 Und er ließ viele Leute töten und führte lästerliche Reden.

1:26 Da herrschte überall in ganz Israel großes Herzeleid:

1:27 die Oberen und Ältesten trauerten, die jungen Mädchen und jungen

Männer wurden kraftlos,

1:28 die Schönheit der Frauen verfiel, jeder Bräutigam wehklagte, und die

im Brautgemach saßen, trauerten;
Jer 7,34

1:29 und das ganze Land war tief bewegt über die Unterdrückung seiner

Bewohner; und das ganze Haus Jakob war mit Schmach bedeckt.

Antiochus IV. Epiphanes legt eine heidnische Besatzung

in die Burg von Jerusalem
(vgl. 2. Makk. 5,24-26)

1:30 Nach zwei Jahren sandte der König den obersten Steuereinnehmer in

die Städte Judas; der kam mit einer großen Schar Bewaffneter nach

Jerusalem

1:31 und redete voll Hinterlist friedliche Worte zu ihnen.

1:32 Als sie ihm nun glaubten, überfiel er die Stadt unversehens, hauste

übel in ihr und brachte viele aus Israel um,

1:33 plünderte die Stadt, verbrannte sie und riß die Häuser und Mauern

ringsum nieder.

1:34 Die Feinde führten Frauen und Kinder und Vieh weg,

1:35 befestigten die Stadt Davids mit starken Mauern und Türmen, und sie

wurde ihre Burg.
2. Sam 5,7

1:36 Dann legten sie eine heidnische Besatzung dorthin, gottlose Leute,

deren Zahl immer größer wurde.

1:37 Sie brachten Waffen und Nahrung hinein, und was sie aus der Stadt

Jerusalem raubten, schafften sie auf die Burg; damit wurden sie zu

einer ständigen Gefahr.

1:38 So entstand eine Bedrohung für das Heiligtum und eine schlimme

Gefahr für Israel.

1:39 Sie vergossen viel unschuldiges Blut bei dem Heiligtum und

entheiligten es.

1:40 So flohen die Bürger Jerusalems ihretwegen, aber die Fremden blieben

in Jerusalem, so daß die Stadt denen fremd wurde, die in ihr geboren

worden waren, und ihre Kinder sie verließen.

1:41 Das Heiligtum wurde öde wie die Wüste, die Feiertage wurden zu

Trauertagen, die Sabbate zur Schmach, und alle ihre Herrlichkeit

wurde zunichte.
Am 8,10; Tob 2,6

1:42 So herrlich und hoch Jerusalem einst gewesen war, so verachtet und

elend mußte es jetzt sein.

Antiochus IV. Epiphanes befiehlt Maßnahmen gegen den Glauben Israels

(vgl. 2. Makk 6,1-7)

1:43 Antiochus ließ ein Gebot an sein ganzes Königreich ausgehen, daß nur

noch ein einziges Volk sein sollte.

1:44 Da gaben alle Völker ihre Gesetze auf und willigten in das Wort des

Königs Antiochus ein.

1:45 Und auch viele aus Israel willigten ein und opferten den Götzen und

entheiligten den Sabbat.

1:46 Antiochus sandte auch Briefe nach Jerusalem und in alle Städte

Judas; in ihnen gebot er, daß sie die Gebräuche der Heiden annehmen,

1:47 die Brandopfer, Speisopfer und Sündopfer im Heiligtum einstellen,

5. Mose 12,1-7
1:48 Sabbate und andere Feste abschaffen,
2. Mose 20,8; 5. Mose 16,16

1:49 das Heiligtum und das heilige Volk Israel entheiligen,

3. Mose 19,2

1:50 Altäre, Tempel und Götzenbilder errichten, Schweinefleisch und

andere unreine Tiere opfern sollten.
3. Mose 11,1-47

1:51 Auch die Beschneidung verbot er und gebot, die Leute an alle

Unreinheiten und heidnischen Bräuche zu gewöhnen, damit sie Gottes

Gesetz vergessen und seine Rechtsordnungen abschaffen sollten.

3. Mose 12,3

1:52 Und wer dem König Antiochus nicht gehorsam sein würde, den sollte

man töten.

1:53 Dies Gebot ließ er ausgehen durch sein ganzes Königreich und setzte

Amtleute ein, die das ganze Volk zwingen sollten, dies zu halten.

1:54 Die befahlen den Städten Judas zu opfern.

1:55 Viele aus dem Volk schlossen sich denen an, die Gottes Gesetz

verlassen hatten.

1:56 Lauter gottlosen Frevel trieben sie im Lande und verjagten das Volk

Israel, so daß es sich an verborgenen Fluchtorten verstecken mußte.

Hebr 11,38

Antiochus IV. Epiphanes bringt Israel in große Not

1:57 Im 145. Jahr, am fünfzehnten Tage des Monats Kislew, ließ König

Antiochus das Greuelbild der Verwüstung auf Gottes Altar setzen

und in allen Städten Judas Altäre errichten,
Dan 9,27

Dezember 168 v. Chr. Vgl. Sach- und Worterklärungen zu

»Greuelbild«.

1:58 damit man öffentlich auf dem Markt und jeder vor seinem Haus

räucherte und opferte;

1:59 auch ließ er die Bücher des Gesetzes Gottes zerreißen und verbrennen

1:60 und alle, bei denen man die Bücher des Bundes Gottes fand, und alle,

die Gottes Gesetz hielten, totschlagen.

1:61 So ließen sie Monat für Monat ihre Kraft an den Israeliten aus, die

in den Städten entdeckt wurden.

1:62 Am fünfundzwanzigsten Tage des Monats opferten sie auf dem Altar,

der auf dem Altar des Herrn stand.

1:63 Die Frauen, die ihre Söhne hatten beschneiden lassen, wurden

getötet, wie Antiochus befohlen hatte;
2. Makk 6,10

1:64 man hängte ihnen die Knäblein an den Hals überall in ihren Häusern

und tötete auch die, die sie beschnitten hatten.

1:65 Aber viele vom Volk Israel blieben standhaft und wollten nichts

Unreines essen
(65 und 66) 2. Makk 6,18; 7,1

1:66 und ließen sich lieber töten, als sich durch Speisen unrein zu

machen,

1:67 und wollten nicht vom heiligen Gesetz Gottes abfallen; darum wurden

sie umgebracht.
1:68 So lag Gottes Zorn auf Israel.
Mattatias klagt über die Unterdrückung Israels

2:1 Zu dieser Zeit trat der Priester Mattatias auf, der Sohn des

Johannes, des Sohns Simeons, aus dem Geschlecht Jojaribs von

Jerusalem; der wohnte in Modeïn
1. Chr 9,10; Neh 11,10

2:2 und hatte fünf Söhne: Johannes mit dem Zunamen Gaddi,

2:3 Simon mit dem Zunamen Tassi,
2:4 Judas mit dem Zunamen Makkabäus,

2:5 Eleasar mit dem Zunamen Awaran und Jonatan mit dem Zunamen Aphus.

2:6 Die sahen das schreckliche Elend in Juda und Jerusalem.

2:7 Und Mattatias klagte: Ach, daß ich dazu geboren bin, die Zerstörung

meines Volks und der heiligen Stadt mit ansehen zu müssen; ich aber

muß stillsitzen und die Feinde ihren Mutwillen treiben lassen!

2:8 Das Heiligtum ist in die Hände der Fremden gekommen, und der Tempel

Gottes ist wie ein Mensch, dem die Ehre genommen ist.

2:9 Seine kostbaren Geräte hat man weggeführt. Die Kinder sind auf den

Gassen erschlagen, und die junge Mannschaft ist von den Feinden

erstochen worden.

2:10 Welches Volk hat uns nicht unterjocht, und wer hat unser Land nicht

ausgeplündert?

2:11 Alle seine Herrlichkeit ist weg. Es war eine Königin, nun ist's

eine Magd.
Klgl 1,1

2:12 Siehe, unser Heiligtum, unser Ruhm und Preis, ist verwüstet! Die

Heiden haben's entweiht.
2:13 Wer sollte da noch Lust haben zu leben?

2:14 Und Mattatias zerriß seine Kleider, er und seine Söhne, und zogen

Säcke an und trauerten sehr.
Mattatias lehnt sich gegen die Maßnahmen des
Antiochus IV. Epiphanes auf

2:15 Als nun die Abgesandten des Antiochus auch in die Stadt Modeïn

kamen, um sie zu drängen, von Gottes Gesetz abzufallen und zu opfern

und zu räuchern,

2:16 da fielen ihnen viele vom Volk Israel zu. Aber Mattatias und seine

Söhne blieben standhaft.

2:17 Da sagten die Abgesandten des Antiochus zu Mattatias: Du bist der

Vornehmste und Angesehenste in dieser Stadt und hast viele Söhne und

eine große Verwandtschaft.

2:18 Darum tritt du zuerst hin und tu, was der König befohlen hat, wie

alle Völker getan haben und die Männer von Juda und die, die noch in

Jerusalem sind; so werden du und deine Söhne zu den Freunden des

Königs gezählt werden und Gold und Silber und große Gaben bekommen.

2. Makk 7,24

2:19 Da sagte Mattatias frei heraus: Wenn auch alle Völker dem König

Antiochus gehorsam wären und alle von dem Glauben ihrer Väter

abfielen und in das Gebot des Königs einwilligten,

(19 und 20) Jos 24,15

2:20 so wollen doch ich und meine Söhne und Brüder nicht vom Gesetz

unsrer Väter abfallen.

2:21 Davor bewahre uns Gott! Das wäre für uns nicht gut, daß wir von

Gottes Gesetz und Recht abfielen.
(21 und 22) 2. Makk 7,30

2:22 Wir wollen nicht in den Befehl des Antiochus einwilligen und wollen

nicht opfern und von unserm Gesetz abfallen und damit einen andern

Weg einschlagen.
5. Mose 5,29

2:23 Als er das gesagt hatte, trat ein Jude hin vor aller Augen, um den

Götzen zu opfern auf dem Altar in Modeïn, wie der König befohlen

hatte.

2:24 Das sah Mattatias, und es ging ihm durchs Herz, und er entbrannte

voll Eifer für das Gesetz,
(24 und 25) 5. Mose 13,7-10

2:25 und er lief hinzu und tötete am Altar den Juden und auch den Mann,

den der König Antiochus gesandt hatte, um zum Opfern zu zwingen, und

warf den Altar um.

2:26 So trat er voll Eifer für das Gesetz ein wie Pinhas, als er Simri

tötete, den Sohn Salus.
4. Mose 25,7-13

2:27 Und Mattatias schrie laut: Wer voll Eifer für das Gesetz eintritt

und den Bund halten will, der ziehe mit mir aus der Stadt!

2. Mose 32,26

2:28 So flohen er und seine Söhne aufs Gebirge und verließen alles, was

sie in der Stadt besaßen.

2:29 Und viele, die nach Recht und Gerechtigkeit verlangten, zogen in die

Wüste hinaus

2:30 und blieben dort mit Frauen und Kindern und ihrem Vieh; denn die

Unterdrückung war ihnen allzu schwer geworden.

Die Aufständischen beschließen, auch am Sabbat zu kämpfen

2:31 Als aber den Amtleuten des Königs und seinem Kriegsvolk in der Stadt

Davids in Jerusalem gemeldet wurde, daß einige sich dem Befehl des

Königs widersetzt hatten und hinabgezogen waren, um sich heimlich in

der Wüste zu verstecken, und daß viel Volk ihnen nachgezogen war,

2:32 da zogen sie eilends hinter ihnen her und schickten sich an, sie am

Sabbat zu überfallen,

2:33 und ließen ihnen sagen: Wollt ihr noch nicht gehorsam sein? Kommt

heraus und tut, was der König befohlen hat, so werdet ihr am Leben

bleiben.

2:34 Darauf antworteten sie: Wir wollen nicht herauskommen, auch den

Sabbat nicht entheiligen, wie der König befiehlt.
2. Makk 6,11
2:35 Da stürmten die Feinde gegen sie an;

2:36 aber sie wehrten sich nicht, verschanzten auch die Höhlen nicht

2:37 und sagten: Wir alle wollen lieber schuldlos sterben; Himmel und

Erde werden Zeuge sein, daß ihr uns mit Gewalt und Unrecht umbringt.

2:38 So wurden sie am Sabbat überfallen und sie und ihre Frauen und

Kinder samt dem Vieh umgebracht, an die tausend Personen.

2:39 Als Mattatias und seine Freunde das hörten, hielten sie die

Totenklage über sie

2:40 und sagten zueinander: Wenn wir alle wie unsre Brüder tun und uns

nicht gegen die Heiden wehren, um unser Leben und das Gesetz zu

retten, so haben sie uns bald von der Erde vertilgt.

2:41 Und am selben Tag beschlossen sie: Wenn man uns am Sabbat angreift,

so wollen wir uns wehren, damit wir nicht alle umkommen, wie unsere

Brüder in den Höhlen ermordet worden sind.

2:42 Da schlossen sich ihnen tapfere Männer aus Israel an, die Gruppe

der Hasidäer, alle treue Anhänger des Gesetzes,
Kap 7,12; 2. Makk 14,6

2:43 und zu ihnen kamen alle, die vor der Unterdrückung flohen, und

verstärkten sie.

2:44 So sammelten sie ein Heer und erschlugen in ihrem Glaubenseifer und

ihrem Zorn viele Gottlose und Abtrünnige; die übrigen aber flohen

und entkamen zu den Heiden.

2:45 Danach zogen Mattatias und seine Freunde im Lande Israel umher und

rissen die Altäre wieder nieder

2:46 und beschnitten mit Gewalt die Kinder, die sie noch unbeschnitten

fanden,

2:47 und verfolgten die Partei der Abtrünnigen; und es ist ihnen

gelungen,

2:48 das Gesetz gegen alle Macht der Heiden und Könige zu erhalten, so

daß die Gottlosen nicht über sie Herr wurden.

Mattatias gibt vor seinem Tod die Führung an Judas Makkabäus ab

2:49 Als aber Mattatias sehr alt war, sagte er vor seinem Tod zu seinen

Söhnen: Es ist große Unterdrückung und schwere Strafe und Verfolgung

und großer Zorn über uns gekommen.

2:50 Darum, liebe Söhne, setzt euch voll Eifer für das Gesetz ein und

wagt euer Leben für den Bund unsrer Väter;

2:51 und denkt daran, welche Taten unsre Väter zu ihren Zeiten getan

haben; so werdet ihr rechte Ehre und einen ewigen Namen erlangen.

2:52 Abraham wurde versucht und blieb im Glauben fest; das ist ihm zur

Gerechtigkeit angerechnet worden.
1. Mose 22,1-12; 1. Mose 15,6; Jdt 8,19

2:53 Josef hielt das Gebot, als er bedrängt wurde, und ist Herr in

Ägypten geworden.
1. Mose 39,9; 1. Mose 41,40

2:54 Unser Vater Pinhas setzte sich voll Eifer für die Ehre Gottes ein

und erlangte die Zusage, daß das Priestertum ewig bei ihm bleiben

sollte.
Vers 26; Sir 45,28-30

2:55 Josua führte den Befehl aus, der ihm gegeben war; darum wurde er der

oberste Fürst in Israel.
Jos 1,2; 1,16; Sir 46,1-8

2:56 Kaleb legte in der Gemeinde Zeugnis ab; darum hat er einen

Erbanteil erlangt.
4. Mose 14,6; Jos 14,6; Sir 46,9-10

2:57 David übte Barmherzigkeit; darum erbte er den Königsthron für

immer.
2. Sam 7,11-16

2:58 Elia setzte sich voll Eifer für das Gesetz ein und wurde in den

Himmel geholt.
1. Kön 18,21; 18,40; 2. Kön 2,11

2:59 Hananja, Asarja und Mischaël glaubten und wurden aus dem Feuer

errettet.
Dan 1,6-7; 3,26

2:60 Daniel war ohne Schuld und wurde von den Löwen errettet.

Dan 6,21

2:61 So denkt daran, was von Geschlecht zu Geschlecht geschehen ist, und

ihr werdet finden, daß alle, die auf Gott vertrauen, erhalten

werden.
StzuDan 2,37

2:62 Darum fürchtet euch nicht vor den Drohungen des Gottlosen: denn

seine Herrlichkeit wird zu Dreck und von den Würmern gefressen.

2:63 Heute wird er erhöht, und morgen ist er nichts mehr, wenn er

wieder zu Erde geworden ist; und sein Vorhaben ist zunichte

geworden.
Sir 10,12; Ps 146,4

2:64 Darum, liebe Kinder, seid unerschrocken und haltet fest am Gesetz,

so wird euch Gott wieder herrlich machen.

2:65 Ich weiß: euer Bruder Simon ist weise im Rat; dem gehorcht allezeit

als eurem Vater.

2:66 Judas Makkabäus ist ein starker Held von Jugend auf; der soll euer

Feldhauptmann sein und den Krieg führen.

2:67 Sammelt alle um euch, die das Gesetz halten. Rächt die Gewalttat,

die an eurem Volk verübt wurde,
(67 und 68) 5. Mose 32,40-43

2:68 und zahlt den Heiden heim, was sie verdient haben; und haltet fest

am Gesetz!

2:69 Danach segnete er sie und wurde zu seinen Vätern versammelt

2:70 und starb im 146. Jahr. Und seine Söhne begruben ihn im Grab seiner

Väter in Modeïn, und ganz Israel trauerte sehr um ihn.

Vers 1; Kap 13,25-30
167/166 v. Chr.

Judas Makkabäus kämpft gegen die abtrünnigen Juden

(vgl. 2. Makk 8,1-7)

3:1 Judas Makkabäus trat nun an die Stelle seines Vaters.

3:2 Und seine Brüder und alle, die sich zu seinem Vater gehalten hatten,

halfen ihm und kämpften für Israel mit Freuden.

3:3 Judas gewann seinem Volk großes Ansehen. Er legte den Harnisch an

wie ein Held und gürtete sich mit seinen Waffen und schützte sein

Heerlager mit seinem Schwert.

3:4 Er war mutig wie ein Löwe, kühn wie ein junger brüllender Löwe,

wenn er etwas jagt.
1. Mose 49,9

3:5 Er spürte die Abtrünnigen auf und verfolgte sie, und die, die das

Volk verführten, bestrafte er mit Feuer,
Kap 5,5; 5,44

3:6 so daß überall die Feinde vor ihm erschraken und alle Abtrünnigen

niedergeworfen wurden; und er hatte Glück und Sieg.

3:7 Das verdroß viele Könige; aber Jakob war es eine Freude und ewiger

Ruhm und Ehre.

3:8 Er zog durch die Städte Judas und erschlug die Gottlosen, um den

Zorn von Israel abzuwenden.

3:9 So wurde sein Name berühmt bis an die Enden der Erde, so daß alle

Unterdrückten ihm zuliefen.
Judas Makkabäus besiegt Apollonius und Seron

3:10 Da brachte Apollonius ein großes Heer zusammen von Heiden und

Leuten aus Samarien, um gegen Israel zu kämpfen.
Kap 1,30; 2. Makk 4,21; 5,24

3:11 Als Judas das hörte, zog er ihm entgegen, kämpfte mit ihm und

erschlug ihn, und viele Feinde wurden verwundet und getötet; die

übrigen aber flohen.

3:12 Judas machte große Beute und nahm sich das Schwert des Apollonius;

das führte er fortan sein Leben lang.

3:13 Als dann Seron, der Befehlshaber des syrischen Heeres, hörte, daß

die Partei und Gemeinde der Frommen sich zu Judas hielt, sagte er:

3:14 Ich will mir einen Namen machen, damit ich im ganzen Königreich

gepriesen werde, und will Judas und seinen Haufen, der den Befehl

des Königs verachtet, schlagen.
Kap 2,51

3:15 Darum rüstete er sich, und mit ihm zog ein großes Heer der

Gottlosen, um ihm zu helfen und sich an Israel zu rächen. Und sie

kamen bis nach Bet-Horon.
Jos 10,10

3:16 Da zog Judas ihm mit einer kleinen Schar entgegen.

3:17 Als sie aber das Heer sahen, das ihnen entgegenkam, sagten sie zu

Judas: Wir sind nur wenige; auch sind wir heute matt vom Fasten; wie

sollen wir gegen ein so großes und starkes Heer kämpfen?

3:18 Aber Judas sagte: Es kann leicht geschehen, daß wenige ein großes

Heer überwinden; denn Gott kann ebensogut durch wenige den Sieg

verleihen wie durch viele.
1. Sam 14,6

3:19 Denn der Sieg kommt vom Himmel und wird nicht durch eine große Zahl

errungen.
Spr 21,31

3:20 Sie ziehen gegen uns voller Frevel und Bosheit und wollen uns, unsre

Frauen und Kinder ermorden und berauben.

3:21 Wir aber müssen uns wehren und für unser Leben und Gesetz kämpfen.

3:22 Darum wird sie Gott vor unsern Augen vernichten; ihr sollt sie nicht

fürchten.

3:23 Als er das gesagt hatte, griff er die Feinde an, ehe sie sich's

versahen, und schlug den Seron und sein Heer in die Flucht

3:24 und jagte sie von Bet-Horon hinunter in die Ebene und erschlug

achthundert Mann; die übrigen flohen ins Philisterland.

3:25 So legte sich Furcht und Schrecken vor Judas und seinen Brüdern auf

alle Völker ringsum.

3:26 Und in allen Ländern sprach man von Judas und seinen Taten, und es

kam auch vor den König.
Lysias führt den Krieg gegen die Juden fort

3:27 Als nun König Antiochus das alles hörte, wurde er sehr zornig und

ließ aus seinem ganzen Königreich ein großes Heer zusammenbringen,

3:28 öffnete seine Schatzkammer, gab dem Heer den Sold für ein Jahr und

befahl, daß man auf alles gerüstet sein sollte.

3:29 Als er aber sah, daß er nicht mehr genug Geld in der Schatzkammer

hatte und daß aus dem Land wegen des Aufruhrs und des Kriegs, den er

gegen die althergebrachten Gesetze führte, nicht viel Tribut

einging,

3:30 wurde er besorgt, daß er, wie bisher schon öfter, nichts mehr

übrigbehalten könnte für die Kosten seines Hofes und für die

Geschenke, die er früher mit freigebiger Hand mehr als alle Könige

vor ihm ausgegeben hatte.

3:31 Darüber war er sehr bestürzt und beschloß, nach Persien zu ziehen,

von den Provinzen Tribut zu erheben und dadurch viel Geld

zusammenzubringen.

3:32 Und er ließ im Lande einen Fürsten aus königlichem Stamm zurück mit

Namen Lysias; den machte er zum Statthalter über das ganze

Königreich vom Euphrat bis an die Grenze Ägyptens

3:33 und vertraute ihm seinen Sohn, den jungen Antiochus, zur Erziehung

an, solange er außer Landes sein würde.

3:34 Er überließ ihm die Hälfte des Kriegsvolks und die Elefanten und gab

ihm den Befehl, alles auszuführen, was er gegen die Bewohner von

Judäa und Jerusalem vorhatte:

3:35 er sollte ein Heer gegen sie schicken, um das Heer Israels und die

Überlebenden in Jerusalem auszurotten und die Erinnerung an diesen

Ort auszutilgen;

3:36 auch sollte er in ihrem ganzen Gebiet Leute aus fremdem Stamm

ansiedeln und das Land durchs Los an sie verteilen.

Lysias rückt in Judäa ein
(vgl. 2. Makk 8,8-11)

3:37 Im 147. Jahr nahm der König selbst das übrige Kriegsvolk und zog

von seiner Stadt Antiochia aus über den Euphrat hinauf in die oberen

Länder.
166/165 v. Chr.

3:38 Aber Lysias bestimmte einige mächtige Männer von den Freunden des

Königs zu Hauptleuten, nämlich Ptolemäus, den Sohn des Dorymenes,

Nikanor und Gorgias,
2. Makk 4,45; 6,8; 8,8; Kap 7,26

3:39 und gab ihnen vierzigtausend Mann zu Fuß und siebentausend Reiter,

damit sie das Land Juda überfallen und es verheeren sollten, wie der

König befohlen hatte.

3:40 Nachdem sie nun mit diesem Heer ausgezogen waren, lagerten sie sich

bei Emmaus in der Ebene.

3:41 Als die Kaufleute in der Umgegend davon hörten, kamen sie in das

Lager und brachten sehr viel Silber und Gold und Fesseln mit sich,

um die Israeliten als Sklaven zu kaufen. Auch aus Syrien und andern

fremden Ländern stieß viel Kriegsvolk zu ihnen.
Judas Makkabäus rüstet sein Heer zur Abwehr

3:42 Als nun Judas und seine Brüder sahen, daß die Verfolgung immer

schlimmer wurde und daß die Feinde an der Grenze lagen, und

erfuhren, daß der König befohlen hatte, ganz Juda zu vertilgen,

3:43 sagten sie zueinander: Wir wollen der Erniedrigung unsres Volks ein

Ende machen und für unser Volk und für das Heiligtum kämpfen.

3:44 Und die Gemeinde kam zusammen, um zum Kampf bereit zu sein und um

miteinander zu beten und Gnade und Hilfe von Gott zu erflehen.

3:45 Aber zu dieser Zeit wohnte niemand mehr in Jerusalem, sondern es

war wie eine Wüste, und keiner von ihren Bürgern ging mehr aus und

ein; das Heiligtum war zertreten, Fremde hatten die Burg inne, und

dort war ein Versammlungsort der Heiden; die Freude war von Jakob

weggenommen, und man hörte dort weder Flöte noch Harfe.

Klgl 5,18; Dan 8,13

3:46 Darum kam das Volk zusammen in Mizpa, gegenüber von Jerusalem; denn

Israel hatte vorzeiten in Mizpa angebetet.
1. Sam 7,5

3:47 An diesem Tag fasteten sie und zogen Trauergewänder an, streuten

Asche auf ihr Haupt und zerrissen ihre Kleider
Jdt 4,14

3:48 und entrollten die Schriftrolle des Gesetzes, der die Heiden

nachgespürt hatten, um ihre Götzen darauf zu malen.

3:49 Sie brachten auch dorthin die priesterlichen Kleider, die Erstlinge

und Zehnten und ließen die Gottgeweihten herbeikommen, bei denen

die Zeit ihres Gelübdes vorüber war,
4. Mose 6,2-21

3:50 und schrien laut zum Himmel: Was sollen wir mit diesen machen, und

wo sollen wir sie hinführen?

3:51 Denn dein Heiligtum ist zertreten und entweiht, deine Priester leben

in Trauer und Niedrigkeit.

3:52 Und siehe, die Heiden haben sich gegen uns versammelt, um uns ganz

zu vertilgen. Du weißt, was sie gegen uns im Sinn haben.

3:53 Wie können wir ihnen standhalten, wenn nicht du uns hilfst?

3:54 Und sie bliesen die Trompeten und schrien mit lauter Stimme.

4. Mose 10,9

3:55 Danach setzte Judas Anführer für das Kriegsvolk ein, Oberste über

tausend, über hundert, über fünfzig und über zehn.

2. Mose 18,25

3:56 Auch ließ er ausrufen, daß alle, die Häuser gebaut oder geheiratet

oder Weinberge gepflanzt hatten oder alle, die voll Furcht waren,

wieder heimziehen möchten, wie das Gesetz es ihnen erlaubt.

5. Mose 20,5-8

3:57 Danach zogen sie fort und schlugen ihr Lager im Süden von Emmaus

auf.

3:58 Und Judas sagte: Rüstet euch und seid unerschrocken, damit ihr

morgen früh bereit seid, gegen diese Heiden zu kämpfen, die

zusammengekommen sind, um uns und unser Heiligtum zu vernichten!

3:59 Denn für uns ist es besser, im Krieg zu fallen, als das Unglück

unsres Volks und unsres Heiligtums zu sehen.

3:60 Aber was Gott im Himmel will, das geschehe!

Judas Makkabäus besiegt Gorgias
(vgl. 2. Makk 8,20-36)

4:1 Und Gorgias nahm fünftausend Mann zu Fuß und tausend auserlesene

Reiter und rückte bei Nacht gegen das Lager der Juden vor,

4:2 um sie unversehens zu vernichten; als Führer dienten ihnen einige

Leute von der Burg.

4:3 Als Judas davon hörte, zog auch er mit den besten Leuten aus, um das

Heer des Königs, das bei Emmaus lag, zu schlagen,
Kap 3,40

4:4 solange es noch außerhalb des Lagers zerstreut war.

4:5 Als nun Gorgias bei Nacht an das Lager des Judas kam und dort

niemand fand, suchte er sie im Gebirge und meinte, sie wären vor ihm

geflohen.

4:6 Aber Judas kam morgens früh in die Ebene mit dreitausend Mann; doch

hatten sie keine Harnische und Schwerter.

4:7 Als sie nun sahen, daß das Heer der Feinde gut gerüstet und von

starker Reiterei umgeben war und daß sie erfahrene Kriegsleute

waren,

4:8 sagte Judas zu seinem Volk: Fürchtet euch nicht vor ihrer großen

Menge, und vor ihrem Ansturm erschreckt nicht!

4:9 Denkt daran, wie unsre Väter im Roten Meer errettet worden sind,

als ihnen der Pharao mit einem großen Heer nacheilte.

2. Mose 14,30

4:10 Laßt uns zum Himmel rufen, so wird uns der Herr auch gnädig sein und

an den Bund denken, den er mit unsern Vätern geschlossen hat, und

wird unsre Feinde heute vor unsern Augen vernichten.

4:11 Und alle Heiden sollen erkennen, daß einer ist, der sich Israels

annimmt, hilft und errettet.

4:12 Als nun die Fremden aufblickten und sahen, daß Judas gegen sie

heranrückte,

4:13 zogen auch sie aus dem Lager, um Judas anzugreifen. Und die Leute

des Judas bliesen die Trompeten
Kap 3,54

4:14 und griffen die Feinde an; und die Heiden wurden geschlagen, so daß

sie alle in die Ebene hinausflohen und die letzten erstochen wurden.

4:15 Denn Judas jagte ihnen nach bis nach Geser und bis ins Gebiet von

Idumäa, bis Aschdod und Jamnia, und es fielen von ihnen an die

dreitausend Mann.

4:16 Als aber Judas und sein Heer von der Verfolgung zurückgekehrt waren,

gebot er seinem Volk:

4:17 Ihr sollt nicht plündern; denn es steht uns noch eine Schlacht

bevor.

4:18 Gorgias und sein Heer sind nahe vor uns im Gebirge; darum tretet nun

unsern Feinden entgegen und schlagt sie. Danach könnt ihr plündern.

4:19 Während Judas noch redete, erschien eine Schar, die vom Gebirge

herabspähte.

4:20 Und sie sahen, daß ihre Leute geschlagen und das Lager angezündet

war; denn sie sahen den Rauch; daraus konnten sie entnehmen, was

geschehen war.

4:21 Dazu sahen sie Judas und sein Kriegsvolk in der Ebene, gerüstet zur

Schlacht; darüber erschraken sie sehr
4:22 und flohen alle ins Gebiet der Fremden.

4:23 Dann kehrte Judas wieder zurück, um das Lager zu plündern, und sie

eroberten viel Gold, Siber, blauen und roten Purpur und viele andere

Schätze.

4:24 Danach zogen sie heim, dankten und lobten Gott mit Gesang und

sprachen: Danket dem Herrn; denn er ist freundlich, und seine Güte

währet ewiglich.
Ps 106,1

4:25 An diesem Tag ist Israel großes Heil widerfahren.

Judas Makkabäus besiegt Lysias
(vgl. 2. Makk 11,1-12)

4:26 Die Heiden aber, die entronnen waren, kamen zu Lysias und sagten

ihm, wie es ihnen ergangen war.
Kap 3,32

4:27 Als Lysias das hörte, war er bestürzt und niedergeschlagen, weil

nicht gelungen war, was er Israel hatte antun wollen und was der

König befohlen hatte.

4:28 Darum brachte Lysias im folgenden Jahr wiederum viel auserlesenes

Kriegsvolk zusammen, sechzigtausend Mann zu Fuß und fünftausend

Reiter, um die Juden zu vernichten.

4:29 Dies Heer zog nach Idumäa und lagerte sich bei Bet-Zur. Doch Judas

trat ihnen entgegen mit zehntausend Mann.
2. Makk 11,5

4:30 Als er aber sah, daß die Feinde ein so großes Heer hatten, betete er

und sprach: Lob sei dir, du Heiland Israels, der du durch die Hand

deines Knechts David den Angriff des Starken zunichte gemacht und

das ganze Heer der Heiden in die Hände Jonatans, des Sohnes Sauls,

und seines Waffenträgers gegeben hast.
1. Sam 17,50; 1. Sam 14,13-15

4:31 Ich bitte dich, du wollest diese unsre Feinde auch in die Hände

deines Volks Israel geben, daß sie mit ihrer Macht und ihren Reitern

zuschanden werden.

4:32 Gib ihnen ein erschrockenes und verzagtes Herz, daß sie wanken und

geschlagen werden;

4:33 schlage sie nieder mit dem Schwert derer, die dich lieben, daß dich

alle loben und preisen, die deinen Namen kennen!

4:34 Als sie nun zusammenstießen, fielen vom Heer des Lysias fünftausend

Mann.

4:35 Als aber Lysias sah, daß die Seinen flohen, die Juden dagegen

unerschrocken und bereit waren, in Ehren zu leben oder in Ehren zu

sterben, zog er ab nach Antiochia, um Kriegsvolk anzuwerben und mit

noch stärkerer Heeresmacht wieder nach Judäa zu ziehen.

Judas Makkabäus weiht den Tempel neu
(vgl. 2. Makk 10,1-8)

4:36 Judas aber und seine Brüder sagten: Weil unsre Feinde verjagt sind,

laßt uns hinaufziehen und das Heiligtum wieder reinigen und weihen!

4:37 Darum kam das ganze Kriegsvolk zusammen, und sie zogen miteinander

auf den Berg Zion.

4:38 Und als sie sahen, wie das Heiligtum verwüstet, der Altar

entheiligt, die Tore verbrannt waren, und daß der Platz umher mit

Unkraut bewachsen war wie ein Wald oder Gebirge und die

Priesterzellen zerfallen waren:
Kap 1,57; 2. Makk 1,8; 8,33

4:39 da zerrissen sie ihre Kleider und hielten eine große Klage, streuten

Asche auf ihr Haupt,

4:40 fielen nieder auf ihr Angesicht und bliesen die Trompeten und

schrien zum Himmel.

4:41 Und Judas stellte Männer auf, die die Leute in der Burg abwehren

sollten, bis man das Heiligtum gereinigt hatte.

4:42 Und er nahm dazu Priester, die nicht unrein geworden und beständig

im Gesetz geblieben waren.

4:43 Die reinigten das Heiligtum und trugen die unreinen Steine weg an

einen unheiligen Ort.

4:44 Weil nun der Brandopferaltar entheiligt war, überlegten sie, was

sie mit ihm machen sollten.
Kap 1,62

4:45 Und sie hatten einen guten Einfall, nämlich, daß man ihn ganz

einreißen sollte, damit kein Ärgernis von ihm käme, weil ihn die

Heiden entheiligt hatten. Darum wurde er ganz eingerissen.

4:46 Und sie verwahrten die Steine auf dem Berge bei dem Tempel an einem

geeigneten Ort, bis ein Prophet kommen und verkünden würde, was man

damit tun sollte.
Kap 9,27; 14,41

4:47 Sie nahmen aber unbehauene Steine, wie das Gesetz lehrt, und bauten

einen neuen Altar ganz so, wie der frühere gewesen war.

2. Mose 20,25

4:48 Und sie bauten das Heiligtum wieder auf und das Innere des Hauses

und weihten den Bau und die Vorhöfe.

4:49 Und sie ließen neue heilige Gefäße machen und brachten den goldenen

Leuchter, den Räucheraltar und den Tisch in den Tempel.

(49-51) Kap 1,23

4:50 Und sie legten Weihrauch auf den Altar und zündeten die Lampen auf

dem Leuchter an, damit sie im Tempel leuchteten.

4:51 Auf den Tisch legten sie die Brote und hängten die Vorhänge auf und

richteten den Tempel vollständig wieder her.

4:52 Und am fünfundzwanzigsten Tage des neunten Monats, der Kislew

heißt, im 148. Jahr,
(52-54) Kap 1,57; 1,62
Dezember 165 v. Chr.

4:53 standen sie früh auf und opferten nach dem Gesetz auf dem neuen

Brandopferaltar, den sie aufgerichtet hatten.
2. Mose 29,38-42

4:54 Zur gleichen Zeit und am gleichen Tage, an dem die Heiden das

Heiligtum entweiht hatten, wurde es wieder geweiht mit Gesang und

mit Zithern, Harfen und Zimbeln.

4:55 Und alles Volk fiel nieder auf das Angesicht, betete an und lobte

den Herrn im Himmel, der ihnen Glück und Sieg gegeben hatte.

4:56 Und sie hielten das Fest der Weihe des neuen Altars acht Tage lang

und opferten mit Freuden Brandopfer, Dankopfer und Lobopfer;

2. Chr 7,9

4:57 und sie schmückten die Vorderseite des Tempels mit goldenen Kränzen

und Schilden und machten neue Tore und Zellen und setzten die Türen

ein.

4:58 Und es herrschte sehr große Freude im Volk, daß die Schande von

ihnen genommen war, die ihnen die Heiden angetan hatten.

4:59 Und Judas und seine Brüder und die ganze Gemeinde Israel

beschlossen, daß man jährlich vom fünfundzwanzigsten Tage des Monats

Kislew an acht Tage lang das Fest der Weihe des neuen Altars mit

Freude und Fröhlichkeit halten sollte.
Joh 10,22

4:60 Zu derselben Zeit bauten sie hohe Mauern und feste Türme um das

Heiligtum auf dem Berge Zion, damit die Heiden das Heiligtum nicht

einnehmen und zertreten könnten, wie sie es kurz zuvor getan hatten.

4:61 Und Judas legte Kriegsvolk hinein, um das Heiligtum zu schützen. Er

befestigte auch Bet-Zur, damit das Volk eine Festung gegen Idumäa

hätte, in der sie sich aufhalten und verteidigen konnten.

Judas Makkabäus besiegt die Idumäer und andere Völker

5:1 Als aber die Heiden ringsum hörten, daß der Altar wieder

aufgerichtet und das Heiligtum erneuert war, so wie es früher

gewesen war, wurden sie sehr zornig

5:2 und nahmen sich vor, das Geschlecht Jakobs, das unter ihnen wohnte,

auszurotten, und fingen an, die Juden zu töten und zu vernichten.

5:3 Aber Judas zog gegen das Geschlecht Esaus in Idumäa und in

Akrabattene, wo sie die Israeliten belagerten, schlug viele Idumäer

tot und demütigte sie und plünderte sie aus.
2. Makk 10,17

5:4 Weil auch die Beoniter auf den Straßen zu einer ständigen Gefahr und

zu einem Ärgernis für das Volk durch ihre Nachstellungen geworden

waren,

5:5 dachte Judas an ihre Niedertracht, schloß sie in ihren Burgen ein,

belagerte sie und vollstreckte den Bann an ihnen und verbrannte ihre

Burgen mit allen, die darin waren.

5:6 Danach zog er gegen die Ammoniter; die waren gut gerüstet und hatten

viel Kriegsvolk und einen Hauptmann Timotheus.
2. Makk 8,30

5:7 Darum hatte Judas viele Kämpfe mit ihnen zu bestehen, und sie wurden

von ihm besiegt und geschlagen.

5:8 Und er eroberte die Stadt Jaser mit ihren umliegenden Ortschaften.

Danach zog er wieder heim nach Judäa.
4. Mose 21,32

Die Juden aus dem Ostjordanland und aus Galiläa bitten um Hilfe

5:9 Es versammelten sich aber die Heiden auch in Gilead gegen die

Israeliten, die unter ihnen wohnten, um sie auszurotten; aber das

Volk floh auf die Burg Datema.

5:10 Und sie schrieben an Judas und seine Brüder:

5:11 Die Heiden ringsum haben sich gegen uns versammelt, um uns alle

umzubringen. Sie wollen kommen und unsre Burg stürmen, in die wir

geflohen sind; und ihr Hauptmann ist Timotheus.

5:12 Darum bitten wir dich, uns zu Hilfe zu kommen und uns aus ihrer Hand

zu retten; denn wir sind wenige, weil die Feinde viele umgebracht

haben;

5:13 und im Lande Tob sind alle unsre Brüder, gegen tausend Mann,

getötet und ihre Frauen, Kinder und ihr Hab und Gut weggeführt

worden.
Ri 11,3; 2. Sam 10,6

5:14 Als man diesen Brief las, kamen andere Boten aus Galiläa; die

hatten ihre Kleider zerrissen und meldeten ähnliches

Kap 2,14

5:15 und sagten, die Heiden aus Ptolemais, Tyrus und Sidon und ganz

Galiläa seien zusammengekommen, um die Israeliten auszurotten.

5:16 Als Judas und das Volk das hörten, hielten sie eine große

Versammlung ab, um zu überlegen, wie sie ihren Brüdern helfen

könnten, die in solcher Not waren und vom Feinde bedrängt wurden.

5:17 Und Judas befahl seinem Bruder Simon: Wähle dir Männer aus, zieh hin

und rette deine Brüder in Galiläa; ich aber und mein Bruder Jonatan

wollen nach Gilead ziehen.

5:18 Und er machte Josef, den Sohn Secharjas, und Asarja zu Hauptleuten

über das übrige Kriegsvolk daheim, um Judäa zu beschützen,

5:19 und befahl ihnen, sie sollten das Volk regieren und sich nicht in

einen Krieg mit den Heiden einlassen, bis er zurückkäme.

5:20 Und Simon zog nach Galiläa mit dreitausend Mann, Judas nach Gilead

mit achttausend.
Simon rettet die Juden aus Galiläa

5:21 Als nun Simon nach Galiläa kam, bestand er viele Kämpfe mit den

Heiden, siegte und verfolgte sie bis zum Tor von Ptolemais.

5:22 So kamen gegen dreitausend Heiden um, und Simon machte große Beute.

5:23 Danach nahm er die Juden aus Galiläa und Arbatta mit Weib und Kind

und all ihr Hab und Gut mit und führte sie mit großer Freude nach

Judäa.

Judas Makkabäus und Jonatan siegen im Ostjordanland

5:24 Aber Judas Makkabäus und sein Bruder Jonatan zogen über den Jordan

in die Wüste drei Tagereisen weit.

5:25 Da trafen sie auf die Nabatäer. Die empfingen sie freundlich und

erzählten ihnen, wie es ihren Brüdern in Gilead ging

5:26 und daß viele eingeschlossen waren in Bosora, Bosor, Alema, Kaspin,

Maked und Karnajim, alles große und befestigte Städte;

5:27 daß auch viele in andern Städten in Gilead eingeschlossen waren und

die Feinde beschlossen hatten, am andern Tage die Befestigungen zu

überfallen, zu stürmen und alle Juden an einem Tage umzubringen.

5:28 Da kehrte Judas mit seinem Heer sogleich um in die Wüste von Bosora,

eroberte die Stadt und erschlug alles, was männlich war, mit der

Schärfe des Schwerts und plünderte und verbrannte die Stadt.

5:29 Danach zogen sie bei Nacht fort zu der Burg, wo seine Brüder

belagert wurden.

5:30 Und als sie am Morgen aufblickten, sahen sie eine große Menge

Kriegsvolk, die nicht zu zählen war, Leitern und Sturmböcke tragen,

um die Festung im Sturm zu nehmen.

5:31 Und als Judas sah, daß der Kampf anfing und in der Stadt Trompeten

und lautes Geschrei zum Himmel schallten,

5:32 da ermahnte Judas sein Heer, für ihre Brüder zu kämpfen, um sie zu

retten.
Kap 3,43

5:33 Und er teilte es in drei Heerhaufen ein und griff von hinten an und

ließ die Trompeten blasen; und das Volk schrie laut im Gebet zu

Gott.

5:34 Als aber das Heer des Timotheus sah, daß der Makkabäer hinter ihnen

war, flohen sie vor ihm und wurden vernichtend geschlagen, so daß

von ihnen an diesem Tag gegen achttausend fielen.

5:35 Danach zog Judas nach Alema, stürmte und eroberte es und ließ alles,

was männlich war, töten und plünderte und verbrannte die Stadt.

5:36 Von dort zog er weiter und eroberte Kaspin, Maked, Bosor und die

andern Städte in Gilead.
2. Makk 12,13

5:37 Aber Timotheus brachte ein neues Heer zusammen und lagerte sich

gegenüber von Rafon jenseits des Bachs.
2. Makk 12,20

5:38 Da schickte Judas Leute aus, die das Lager erkunden sollten. Die

meldeten ihm, daß es eine sehr große Menge aus allen Heiden ringsum

wäre,

5:39 daß sie auch Kriegsleute aus Arabien bei sich hätten, denen sie Sold

geben müßten, und daß sich das Heer jenseits des Bachs gelagert

hätte und zur Schlacht gerüstet wäre. Darum zog Judas ihnen

entgegen.

5:40 Und Timotheus sagte zu seinen Hauptleuten: Wenn Judas mit seinem

Heer an den Bach kommt und so mutig ist, daß er zuerst zu uns

herüberzieht, so können wir ihm nicht widerstehen, sondern er wird

uns schlagen.

5:41 Wenn er sich aber fürchtet und nicht über den Bach wagt, so wollen

wir über das Wasser und ihn angreifen und schlagen.

5:42 Als nun Judas an den Bach kam, stellte er die Amtleute an das Wasser

und befahl ihnen, dafür zu sorgen, daß keiner zurückblieb, sondern

daß alle in den Kampf zogen.

5:43 Als nun Judas und sein Heer als erste über das Wasser kamen, wurden

die Feinde alle von ihnen geschlagen und warfen ihre Waffen weg und

flohen in einen Tempel in der Stadt Karnajim.
(43 und 44) 2. Makk 12,26

5:44 Aber Judas eroberte die Stadt und verbrannte den Tempel und alle,

die darin waren; so wurde Karnajim unterworfen und konnte Judas

nicht widerstehen.

Judas Makkabäus holt die Juden aus Gilead nach Judäa

(vgl. 2. Makk 12,27-31)

5:45 Danach ließ Judas alle Israeliten, die in Gilead waren, klein und

groß, Frauen und Kinder, eine sehr große Zahl, zusammenkommen, damit

sie nach Judäa zogen.

5:46 Und auf dem Wege kamen sie zu einer großen, gut befestigten Stadt,

Efron, die an der Straße lag, durch die man hindurch mußte und nicht

rechts oder links vorbeiziehen konnte.

5:47 Nun wollten die Leute von Efron Judas nicht durchlassen,

5:48 sondern zogen sich in die Stadt zurück, verschlossen die Tore und

wälzten Steine davor.

5:49 Aber Judas sandte zu ihnen, sagte ihnen Frieden zu und bat

freundlich,

5:50 daß man sie durchließe, damit sie in ihr Land kommen könnten; denn

keiner von seinen Leuten würde ihnen Schaden antun; er begehre

nichts anderes, als durch die Stadt zu ziehen. Aber die Leute von

Efron wollten sie nicht einlassen.
4. Mose 20,17

5:51 Da ließ Judas im ganzen Heer ausrufen, daß das Kriegsvolk sich in

Schlachtordnung aufstellen sollte. So stellten sie sich in

Schlachtordnung auf, stürmten den ganzen Tag und die ganze Nacht

gegen die Stadt an und eroberten sie.

5:52 Und Judas ließ alles, was männlich war, erstechen und plünderte und

zerstörte die Stadt und zog über die toten Körper hinweg. Und sie

kamen über den Jordan in die Ebene gegenüber von Bet-Schean.

5:53 Und Judas sammelte die Zurückbleibenden und sprach dem Volk auf dem

ganzen Wege Mut zu, bis sie ins Land Juda kamen.

5:54 Da zogen sie mit großer Freude auf den Berg Zion und opferten

Brandopfer, weil keiner von ihnen gefallen und sie mit Frieden

wieder heimgekommen waren.
Josef und Asarja unterliegen bei Jamnia

5:55 Während aber Judas und Jonatan in Gilead waren und ihr Bruder Simon

in Galiläa vor Ptolemais,

5:56 hörten die beiden Hauptleute Josef, der Sohn Secharjas, und Asarja

von ihren Siegen und großen Taten und sagten:

5:57 Auch wir wollen Ehre einlegen und die Heiden um uns her angreifen.

5:58 Und sie befahlen ihrem Kriegsvolk, nach Jamnia zu ziehen.

5:59 Da zog Gorgias mit seinem Heer aus der Stadt, um gegen sie zu

kämpfen,

5:60 und schlug Josef und Asarja in die Flucht und jagte sie bis ins Land

Juda. Und Israel verlor an diesem Tag gegen zweitausend Mann.

5:61 So erlitt das Volk eine schwere Niederlage, weil sie Judas und

seinem Bruder nicht gehorcht und gemeint hatten, sie könnten sich

Ruhm erringen,
Vers 19

5:62 obwohl sie doch nicht aus dem Geschlecht der Männer waren, denen

Gott verliehen hatte, Israel die Rettung zu bringen.

5:63 Aber Judas und seine Brüder wurden sehr hoch geachtet in ganz Israel

und bei allen Heiden,

5:64 wo man sie auch nannte. Und viele kamen und huldigten ihnen.

Judas Makkabäus kämpft erfolgreich gegen Edomiter und Philister

5:65 Und Judas zog aus mit seinen Brüdern gegen das Geschlecht Esaus im

Südland und eroberte Hebron und die Orte ringsum und riß ihre Mauern

nieder und verbrannte ihre Türme

5:66 und kehrte um ins Philisterland und zog durch Marescha.

5:67 Damals sind viele Priester gefallen, die allzu kühn gewesen waren

und die Feinde ohne Rat und Befehl angegriffen hatten.

5:68 Darauf zog Judas nach Aschdod ins Philisterland und riß ihre

Götzenaltäre ein und verbrannte ihre Götzen und plünderte die Städte

und kam wieder heim ins Land Juda.

Antiochus IV. Epiphanes unterliegt in Elymaïs und stirbt

(vgl. 2. Makk 9,1-29)

6:1 Als aber König Antiochus durch die oberen Länder zog, hörte er von

einer berühmten Stadt Elymaïs in Persien, daß dort viel Gold und

Silber und großer Reichtum war
Kap 3,37; Kap 3,31

6:2 und daß im Tempel reiche Schätze und die goldenen Kleider, Harnische

und Schilde aufbewahrt wurden, die Alexander, der Sohn Philipps,

der König von Mazedonien, der zuerst über Griechenland herrschte,

dorthin geschenkt hatte.
Kap 1,1

6:3 Darum zog Antiochus vor die Stadt, um sie zu erobern und zu

plündern; aber es gelang ihm nicht, weil die Einwohner der Stadt

gewarnt worden waren

6:4 und sich ihm zum Kampf entgegenstellten. Und Antiochus mußte fliehen

und zog mit großem Unmut wieder ab und kehrte nach Babylon um.

6:5 Da kam ein Bote zu ihm nach Persien und meldete, daß sein Heer, das

er in das Land Juda gesandt hatte, geschlagen worden wäre

6:6 und daß Lysias an der Spitze eines starken Heeres ausgezogen wäre,

aber vor den Juden hätte fliehen müssen, und daß die Juden in seinem

Lager viele Waffen und große Beute erobert hätten, mit der sie sich

dann besser gerüstet hätten und mächtiger geworden wären;

Kap 4,26-35

6:7 und sie hätten das Greuelbild der Verwüstung, das er auf den Altar

in Jerusalem gesetzt hatte, zerstört und das Heiligtum wieder mit

hohen Mauern umgeben wie früher, dazu auch seine Stadt Bet-Zur

befestigt.
Kap 1,57; Kap 4,36-61

6:8 Als Antiochus das hörte, erschrak er heftig und wurde sehr bestürzt,

legte sich nieder und wurde krank vor Kummer, weil sein Vorhaben

nicht gelungen war.

6:9 Und er blieb lange dort; denn der Kummer wurde je länger um so

größer und machte ihn so schwach, daß er meinte, er müßte sterben.

6:10 Darum rief er alle seine Freunde zu sich und sagte zu ihnen: Ich

kann keinen Schlaf mehr finden vor lauter Kummer und Herzeleid.

6:11 Ich dachte bei mir selbst: In welche Trübsal und in was für Fluten

von Trauer bin ich jetzt geraten, während ich doch gütig und beliebt

war, solange ich regiert habe!

6:12 Aber nun denke ich an das Böse, das ich in Jerusalem getan habe, als

ich alle goldenen und silbernen Geräte aus dem Tempel wegführte und

die Bewohner Judäas ohne Grund ausrotten wollte.
Kap 1,23-25

6:13 Jetzt weiß ich, woher dies Unglück über mich kommt; und darum muß

ich in einem fremden Land in großer Traurigkeit sterben.

6:14 Und er rief einen seiner Freunde, Philippus, zu sich; den setzte er

zum Statthalter über das ganze Königreich ein,
Vers 55; 2. Makk 9,29; 13,23

6:15 übergab ihm Krone, Mantel und Ring und befahl ihm, seinen Sohn, den

jungen Antiochus, zu erziehen und zum Herrscher heranzubilden.

6:16 Danach starb König Antiochus dort im 149. Jahr.

2. Makk 1,13-16; Dan 8,25
164 v. Chr.
Judas Makkabäus belagert die Burg von Jerusalem

6:17 Als nun Lysias hörte, daß der König tot war, machte er den Sohn des

Antiochus Epiphanes, den jungen Antiochus, den er erzogen hatte,

zum König und nannte ihn Eupator.
Kap 3,32-33; 2. Makk 13,1-2

6:18 Nun verwehrten die Feinde, die die Burg besetzt hielten, dem Volk

Israel den Zugang zum Heiligtum von allen Seiten; sie trachteten

danach, ihm überall Schaden zu tun, und waren den Heiden eine starke

Stütze.
Kap 1,35

6:19 Darum nahm Judas sich vor, sie zu vernichten, und rief das ganze

Kriegsvolk zusammen, um sie zu belagern.

6:20 Und sie kamen zusammen und belagerten die Burg im 150. Jahr und

stellten Geschütze und Sturmböcke auf.
163/162 v. Chr.

6:21 Aber einige von den Belagerten entkamen. Zu ihnen stießen

Abtrünnige aus Israel; die zogen mit ihnen zum König und sagten:

Kap 1,12; Kap 1,14

6:22 Wie lange willst du sie ohne Strafe lassen und unsre Brüder nicht

rächen?

6:23 Wir nämlich haben beschlossen, deinem Vater untertan zu sein und

seinen Befehlen zu folgen und seinen Geboten gehorsam zu sein.

6:24 Darum wurden unsere Landsleute uns feind, und wenn sie einen von uns

fanden, töteten sie ihn und verteilten unser Erbe unter sich;

6:25 und sie streckten nicht allein gegen uns ihre Hand aus, sondern auch

gegen alle Nachbarländer.

6:26 Und jetzt belagern sie die Burg von Jerusalem, um sie zu erobern,

und haben das Heiligtum und Bet-Zur befestigt.
Kap 4,29; 4,61

6:27 Wenn du dich nicht beeilst, sie abzuwehren, werden sie stärker

werden und noch mehr Schaden tun, und du wirst sie nicht mehr

bezwingen können.
Antiochus V. Eupator kämpft gegen die Juden
(vgl. 2. Makk 13,9-22)

6:28 Als der König das hörte, wurde er sehr zornig und ließ alle seine

Fürsten zusammenrufen und die Hauptleute über das Fußvolk und über

die Reiter

6:29 und nahm fremde Söldner an aus andern Königreichen und von den

Inseln

6:30 und brachte zusammen hunderttausend Mann zu Fuß, zwanzigtausend

Reiter und zweiunddreißig kriegsgewohnte Elefanten.

6:31 Dies Heer zog durch Idumäa und belagerte Bet-Zur und kämpfte viele

Tage lang und stellte Sturmböcke auf; aber die Juden machten einen

Ausfall und verbrannten die Sturmböcke und kämpften tapfer.

6:32 Und Judas zog von der Burg ab und lagerte mit dem Heer bei

Bet-Sacharja gegenüber dem Lager des Königs.

6:33 Da brach der König morgens früh vor Tag auf und führte das Heer zum

Angriff an die Straße nach Bet-Sacharja, stellte es in

Schlachtordnung auf und ließ die Trompeten blasen

6:34 und den Elefanten roten Wein und Maulbeersaft vorhalten, um sie zum

Kampf anzureizen und wild zu machen;

6:35 und sie verteilten die Elefanten auf die Abteilungen, so daß jedem

Elefanten tausend Mann zu Fuß in Harnischen und eisernen Helmen und

fünfhundert Reiter zugeordnet wurden.

6:36 Diese standen schon vorher an der Stelle, wohin der Elefant geführt

wurde; und wohin er ging, da gingen sie auch hin und wichen nicht

von ihm.

6:37 Und jeder Elefant trug einen starken hölzernen Turm, der ihm

kunstvoll angegürtet war; darin standen je vier Krieger, die auf ihm

kämpften, und der Inder, der das Tier leitete.

6:38 Die übrige Reiterei ordnete er auf beiden Seiten des Heeres an, um

das feindliche Heer ins Wanken zu bringen und geschlossen in ihre

Reihen einzudringen.

6:39 Und als die Sonne aufging und auf die goldenen und ehernen Schilde

schien, glänzte das ganze Gebirge davon und leuchtete, als wäre es

lauter Feuer.

6:40 Und ein Teil des königlichen Heeres verbreitete sich über die hohen

Berge, ein anderer unten in der Ebene, und sie zogen vorsichtig und

in guter Ordnung heran.

6:41 Und wer sie hörte, der geriet in Angst vor dem Lärm der großen

Menge, dem Aufmarsch der Truppen und dem Klirren der Waffen; denn es

war ein sehr großes und gut gerüstetes Heer.

6:42 Und auch Judas zog gegen sie in seiner Ordnung, und es fielen

sechshundert Mann vom königlichen Heer.

6:43 Und Eleasar Awaran bemerkte einen Elefanten; der war größer als die

andern und mit königlichem Panzer angetan; und er dachte, der König

wäre darauf,
Kap 2,5

6:44 und wollte sich opfern, um das Volk Israel zu erretten und einen

ewigen Namen zu erlangen.

6:45 Er lief mit großer Kühnheit herbei, drang durch die Feinde hindurch

und tötete viele von ihnen auf beiden Seiten, so daß sie vor ihm

auseinanderwichen,

6:46 kroch unter den Elefanten und erstach ihn, so daß der Elefant auf

ihn fiel und auch ihn totschlug.

6:47 Weil aber die Juden sahen, daß das Heer des Königs mit so großer

Macht angriff, wichen sie vor ihnen zurück.

6:48 Darum zog das Heer des Königs gegen sie nach Jerusalem und schlug in

Judäa am Berg Zion das Lager auf.

6:49 Aber die Leute von Bet-Zur konnten vor Hunger nicht länger in ihrer

Festung bleiben; denn es war das siebente Jahr, in dem man die

Felder im ganzen Lande brachliegen lassen mußte; und sie erlangten

Geleit vom König, damit sie sicher herauskommen konnten.

2. Mose 23,10-11

6:50 Da nahm der König Bet-Zur ein und legte eine Besatzung hinein, um

die Festung zu bewachen.

6:51 Er belagerte das Heiligtum lange Zeit und stellte die

verschiedensten Geschütze dagegen auf.

6:52 Aber das Volk Israel im Heiligtum wehrte sich viele Tage und stellte

auch Geschütze gegen die Feinde auf.

6:53 Aber auch sie hatten nichts mehr zu essen, weil es das siebente Jahr

war; denn die auswärtigen Juden, die vor den Heiden nach Judäa

geflüchtet waren, hatten den gesamten Vorrat aufgezehrt.

Kap 5,23; 5,45

6:54 Und es blieben sehr wenige im Heiligtum, denn der Hunger nahm

überhand. Darum hatten sich die meisten zerstreuen und auf andere

Städte verteilen müssen.

Antiochus V. Eupator gewährt den Juden Religionsfreiheit

(vgl. 2. Makk 13,23-24)

6:55 Mittlerweile hörte Lysias, daß Philippus, dem König Antiochus noch

zu seinen Lebzeiten seinen Sohn Antiochus zur Erziehung anvertraut

hatte, damit er König würde,
Vers 14; Vers 15

6:56 aus Persien und Medien zurückgekommen war mit dem Kriegsvolk, das

der König dorthin geführt hatte, und daß er nach der Herrschaft

trachtete.

6:57 Darum beeilte er sich, zum König und zu den Hauptleuten zu sagen:

Wir verlieren täglich viele Leute und haben kaum zu essen, und der

Ort, den wir belagern, ist stark befestigt; wir haben aber daheim

Nötigeres zu tun, nämlich den Frieden im Königreich zu erhalten.

6:58 Laßt uns Frieden mit den Leuten hier und mit ihrem ganzen Volk

schließen

6:59 und gestatten, daß sie ihr Gesetz halten wie früher; denn sie

grollen und kämpfen allein deswegen, weil wir ihnen ihr Gesetz

nehmen wollen.
Kap 1,43-56

6:60 Diese Meinung gefiel dem König und den Fürsten gut. Und der König

schickte zu den Juden, um mit ihnen Frieden zu schließen; und sie

nahmen ihn an.

6:61 Und als der König und die Fürsten ihnen einen Eid geleistet hatten,

kamen sie aus ihrer Festung heraus, und der König zog hinein auf den

Berg Zion.

6:62 Als er aber sah, daß der Ort so stark befestigt war, hielt er seinen

Eid nicht, den er geschworen hatte, sondern befahl, die Mauer

ringsum niederzureißen.

6:63 Danach zog er eilends weg nach Antiochia. Da erfuhr er, daß sich

Philippus zum Herrn der Stadt gemacht hatte. Mit dem kämpfte er und

eroberte die Stadt.

Demetrius I. Soter bestimmt Bakchides zum Statthalter

und Alkimus zum Hohenpriester
(vgl. 2. Makk 14,1-2)

7:1 Im 151. Jahr floh Demetrius, der Sohn des Seleukus, aus Rom und kam

mit einem kleinen Gefolge in eine Stadt am Meer und regierte dort

als König.
162/161 v. Chr.

7:2 Und als er in den Palast seiner Vorfahren kam, nahm das Kriegsvolk

Antiochus und Lysias gefangen, um sie Demetrius zu übergeben.

7:3 Als das aber Demetrius gemeldet wurde, befahl er, sie nicht vor

seine Augen kommen zu lassen.

7:4 Darum tötete sie das Kriegsvolk. Als nun Demetrius auf den Thron

gelangt war,
(4-7) 2. Makk 14,3-10; Kap 9,1

7:5 kamen zu ihm gottlose und abtrünnige Leute aus Israel; ihr Anführer

war Alkimus; der wäre gern Hoherpriester geworden.

Kap 9,54; 2. Makk 14,3; 14,13; 14,26

7:6 Diese verklagten Judas und ihr eigenes Volk beim König und sagten:

Judas und seine Brüder haben alle, die dir gehorsam sein wollten,

umgebracht und uns aus unserm Lande verjagt.

7:7 Darum sende jemand, dem du vertraust, dorthin; er soll sich ansehen,

welche Zerstörung Judas über uns und das Land des Königs gebracht

hat, und soll ihn und seinen ganzen Anhang bestrafen.

7:8 Darum wählte der König aus seinen Freunden Bakchides aus, der

Statthalter über das Land jenseits des Euphrat war und ein

Mächtiger im Reich und dem König treu.
Kap 9,1; 10,13; 2. Makk 8,30

Die Provinz des Seleuzidenreiches westlich des Euphrat; vgl.

Esr 4,10.

7:9 Und er schickte mit ihm den abtrünnigen Alkimus, den er zum

Hohenpriester gemacht hatte, und befahl ihm, das Volk Israel zu

bestrafen.

7:10 Und sie zogen ins Land Juda mit einem großen Heer und schickten

Boten zu Judas und seinen Brüdern, um über den Frieden zu

verhandeln, und taten so, als wollten sie Frieden mit ihnen halten.

7:11 Aber es war nichts als Betrug. Darum glaubte ihnen Judas nicht; denn

er sah, daß sie gut gerüstet waren und ein großes Heer mit sich

führten.

7:12 Aber viele Schriftgelehrte kamen zu Alkimus und Bakchides, um zu

fragen, was nun Recht sein sollte. Und die Hasidäer waren die

ersten in Israel,
Kap 2,42
7:13 die Frieden begehrten.

7:14 Und sie sagten: Ein Priester aus dem Geschlecht Aaron ist mit dem

Heer gekommen; er wird uns nicht hintergehen.

7:15 Und Alkimus sagte ihnen Frieden zu und schwor einen Eid: Wir wollen

euch und euren Freunden kein Leid antun.

7:16 Und sie glaubten ihm. Er aber ließ sechzig Mann von ihnen

gefangennehmen und tötete sie alle an einem einzigen Tag, wie die

Schrift sagt:

7:17 »Das Fleisch deiner Heiligen haben sie den Tieren gegeben; sie haben

Blut vergossen um Jerusalem her wie Wasser; und da war niemand, der

sie begrub.«
Ps 79,2-3

7:18 Darum kam Furcht und Schrecken über das ganze Volk, und es klagte,

daß Alkimus nicht nach Treu und Glauben gehandelt hätte; denn er

hielt den Vertrag und seinen Eid nicht.

7:19 Und Bakchides zog weg von Jerusalem und belagerte Bet-Sajit und ließ

viele gefangennehmen, die ihn vorher anerkannt, aber wegen seiner

Untreue sich wieder von ihm abgewendet hatten; einige vom Volk ließ

er töten und in eine große Grube werfen.

7:20 Danach übergab Bakchides das Land dem Alkimus und ließ Kriegsvolk

bei ihm, um ihm zu helfen; er aber zog wieder zum König.

Judas Makkabäus bekämpft Alkimus

7:21 Und Alkimus nahm sich vor, mit aller Gewalt Hoherpriester zu werden.

7:22 Und zu ihm stießen alle, die ihr Volk verwirrten; und sie

unterwarfen sich das Land Juda mit Gewalt und unterdrückten das Volk

Israel schwer.

7:23 Als nun Judas sah, daß Alkimus und die Abtrünnigen aus Israel viel

größeren Schaden im Lande anrichteten als die Heiden,

7:24 durchzog er abermals das ganze Land Juda, bestrafte die Abtrünnigen

und hinderte sie, aufs Land hinauszugehen.

7:25 Als aber Alkimus sah, daß Judas und sein Volk wieder stark waren,

und erkannte, daß er ihnen nicht widerstehen konnte, zog er wieder

zum König und klagte sie vieler Verbrechen an.
Judas Makkabäus besiegt Nikanor
(vgl. 2. Makk 14,11-36; 15,1-37)

7:26 Darum sandte der König einen hohen Fürsten, Nikanor, der dem Volk

Israel feindlich gesonnen war, und befahl ihm, das Volk Israel

auszurotten.
Kap 3,38; 9,1; 2. Makk 8,9; 9,3; 12,2

7:27 Und Nikanor zog mit einem großen Heer nach Jerusalem und schickte

Boten zu Judas und seinen Brüdern, die so tun sollten, als ob er

Frieden mit ihnen schließen wollte, und sie sollten sagen:

7:28 Wir wollen Frieden miteinander halten, ich und ihr, und ich will mit

wenigen Leuten kommen, um friedlich mit euch zu reden.

7:29 So kam Nikanor zu Judas, und sie begrüßten sich friedlich; aber die

Feinde wollten Judas gefangennehmen.

7:30 Es wurde aber Judas berichtet, daß Nikanor zu ihm gekommen war, um

ihn durch diesen Betrug gefangenzunehmen; darum hütete er sich vor

ihm und wollte nicht mehr zu ihm kommen.

7:31 Und als Nikanor merkte, daß sein Vorhaben bekannt geworden war, zog

er gegen Judas und kämpfte mit ihm bei Kafar-Salama.

7:32 Da verlor Nikanor an die fünfhundert Mann, und sein Heer mußte auf

die Davidsburg fliehen.

7:33 Danach kam Nikanor auch zum Heiligtum auf den Berg Zion. Und einige

von den Priestern und den Ältesten des Volks kamen heraus, um ihn

friedlich zu empfangen und ihm das Brandopfer zu zeigen, das sie

für den König darbrachten.
Esr 6,9-10; Jer 29,7; 1. Tim 2,2

7:34 Aber Nikanor verspottete sie mit ihrem Gottesdienst und lästerte und

entweihte ihre Opfer

7:35 und schwor voller Zorn einen Eid: Werdet ihr mir Judas und sein Heer

nicht in meine Hand übergeben, so will ich dieses Haus verbrennen,

sobald ich glücklich wieder herkomme. Und er zog weg in heftigem

Zorn.

7:36 Aber die Priester gingen hinein und traten vor den Altar und den

Tempel und weinten und sprachen:

7:37 Ach Herr, weil du dieses Haus erwählt hast, damit man dich dort

anrufen und zu dir beten soll,
1. Kön 8,29-30

7:38 so bitten wir, du wollest diesen Nikanor und sein Heer bestrafen und

sie durchs Schwert umkommen lassen; denke daran, daß sie dein

Heiligtum und dich gelästert haben, und verjage sie aus dem Lande.

7:39 Und Nikanor zog von Jerusalem weg und schlug sein Lager bei

Bet-Horon auf. Da kam noch ein Heer aus Syrien zu ihm, um ihm zu

helfen.

7:40 Aber Judas lagerte bei Adasa mit dreitausend Mann und betete zu Gott

und sprach:

7:41 Herr, Gott, als dich die Boten des Königs Sanherib lästerten,

schicktest du einen Engel; der tötete von ihnen
hundertfünfundachtzigtausend Mann.
2. Kön 18,28-35; 2. Kön 19,35

7:42 So schlage diese unsre Feinde heute vor unsern Augen und richte

diesen Nikanor wegen seiner schweren Untat, damit die andern

erkennen, daß du ihn bestraft hast, weil er dein Heiligtum gelästert

hat.

7:43 Und am dreizehnten Tag des Monats Adar kämpften sie miteinander. Da

wurde das Heer Nikanors geschlagen, und Nikanor kam als allererster

in der Schlacht um.
März 161 v. Chr.

7:44 Und als sein Heer das sah, warfen sie die Waffen weg und flohen.

7:45 Aber Judas jagte ihnen eine Tagereise nach von Adasa bis Geser und

ließ hinter ihnen die Kriegstrompeten blasen,
Kap 3,54

7:46 damit das Volk aus allen Ortschaften ringsum herbeikommen und die

Fliehenden von allen Seiten angreifen sollte; und sie stürzten sich

auf die Feinde, so daß alle durchs Schwert fielen und niemand

davonkam.

7:47 Und Judas plünderte sie aus und nahm die Beute mit sich weg. Dem

Nikanor aber ließ er den Kopf abhauen und die rechte Hand, die er

zum Eid ausgestreckt hatte, als er lästerte und dem Heiligtum

drohte; und er ließ Kopf und Hand mitnehmen und in Jerusalem

aufhängen.
1. Sam 17,51-54

7:48 Da wurde das Volk sehr fröhlich, und sie feierten diesen Tag mit

großer Freude

7:49 und ordneten an, daß man jährlich diesen Tag, nämlich den

dreizehnten Tag des Monats Adar, feiern sollte.
Est 9,17

7:50 So wurde wieder Friede im Lande Juda für kurze Zeit.

Judas Makkabäus schließt ein Bündnis mit den Römern

8:1 Es hörte aber Judas von den Römern, daß sie sehr mächtig waren und

fremde Völker gern in Schutz nahmen, die Hilfe bei ihnen suchten,

und daß sie Treu und Glauben hielten.

8:2 Und er hatte auch gehört, welch tapfere Taten sie bei den Galatern

getan, die sie bezwungen und tributpflichtig gemacht hatten;

8:3 auch, welche schweren Kriege sie in Spanien geführt und wie sie die

Bergwerke erobert hatten, in denen man nach Gold und Silber gräbt,

und daß sie viele Länder fern von Rom durch ihre Klugheit und

Beharrlichkeit gewonnen hatten;

8:4 daß sie auch viele Könige, die von weit her in ihr Land gezogen

waren, besiegt und schwer geschlagen hatten, während die andern

ihnen jährlich Tribut zahlen mußten;

8:5 und daß sie den König von Kittim, Philippus, und seinen Sohn Perseus

samt denen, die sich sonst noch gegen sie aufgelehnt, im Krieg

überwunden und unterjocht hatten.

8:6 Auch hatte Judas von dem großen Antiochus gehört, dem König in

Vorderasien, der gegen die Römer gezogen war mit hundertzwanzig

Elefanten, mit Reitern und Wagen und sehr viel Kriegsvolk; aber die

Römer hatten sein Heer geschlagen
(6 und 7) Kap 1,11

8:7 und ihn gefangen; und sie hatten ihm und seinen Erben einen großen

Tribut auferlegt, den sie jährlich den Römern zahlen mußten; dazu

mußte er den Römern Geiseln schicken.

8:8 Sie nahmen ihm auch Indien, Medien und Lydien, seine besten Länder,

und gaben sie dem König Eumenes.

8:9 Auch beschlossen die Griechen, in ihr Land einzufallen und sie zu

vernichten.

8:10 Als die Römer davon hörten, schickten sie einen Feldhauptmann gegen

die Griechen; der schlug sie, so daß viele von ihnen fielen, führte

ihre Frauen und Kinder gefangen fort, plünderte sie aus und nahm das

Land ein, ließ in den Städten die Mauern niederreißen und unterwarf

sie bis auf den heutigen Tag.

8:11 Auch die andern Königreiche und die Inseln, die sich ihnen jemals

widersetzt hatten, verheerten und unterwarfen sie.

8:12 Aber mit den Freunden und Bundesgenossen hielten sie Frieden. Sie

herrschten über die Könige nah und fern, und von allen, die nur

ihren Namen hörten, waren sie gefürchtet.

8:13 Wem sie nämlich helfen wollen, der wird geschützt und erhalten in

seinem Königreich; wenn sie aber wollen, wird er von Land und Leuten

verjagt. Auf diese Weise wurden sie sehr mächtig.

8:14 Aber bei alldem hat sich niemand von ihnen eine Krone aufgesetzt

und sich in Purpur gekleidet, um damit zu prangen,

(14 und 15) Ri 9,7-15

8:15 sondern einen Rat hatten sie eingesetzt; der bestand aus

dreihundertzwanzig Männern; die berieten sich täglich, um das Volk

immer gut zu regieren.

8:16 Und jährlich wählte man einen Mann, der in allen ihren Ländern zu

gebieten hatte; dem mußten sie alle gehorsam sein. Und es herrschte

weder Neid noch Zwietracht bei ihnen.

8:17 Und Judas wählte Eupolemus, den Sohn des Johannes, des Sohnes

Jakobs, und Jason, den Sohn Eleasars, und sandte sie nach Rom, um

mit den Römern Freundschaft und ein Bündnis zu schließen,

2. Makk 4,11; Kap 2,5

8:18 damit die Römer ihnen helfen sollten, daß Israel nicht von dem

Königreich der Griechen unterdrückt würde.

8:19 Die Abgesandten machten den weiten Weg nach Rom, traten vor den Rat

und sagten:

8:20 Judas Makkabäus und seine Brüder und das jüdische Volk haben uns zu

euch gesandt, um Frieden und ein Bündnis mit euch zu schließen, daß

wir als eure Freunde und Bundesgenossen eingeschrieben werden.

8:21 Das hießen die Römer gut,

8:22 und sie ließen den Vertrag auf eherne Tafeln schreiben und schickten

die Abschrift nach Jerusalem zur Erinnerung an den Frieden und das

Bündnis, das sie geschlossen hatten. Und sie lautete so:

8:23 Gott gebe den Römern und den Juden Glück und Frieden zu Wasser und

zu Lande und behüte sie vor Krieg und Feinden auf ewig!

8:24 Wenn aber die Römer zuerst in Krieg verwickelt würden oder

irgendeiner ihrer Bundesgenossen in ihrem ganzen Gebiet,

8:25 so sollen die Juden den Römern treue Hilfe leisten, wie es die Not

erfordert;

8:26 doch brauchen die Juden den Kämpfenden nicht Nahrung, Waffen, Geld

oder Schiffe zu liefern oder zu verschaffen; dies heißen die Römer

gut und werden diese Abmachungen halten, ohne Ersatz zu verlangen.

8:27 Dagegen auch, wenn die Juden zuerst in Krieg verwickelt würden,

sollen ihnen die Römer treue Hilfe leisten, wie es die Not

erfordert;

8:28 doch brauchen ihren Hilfstruppen von den Juden nicht Nahrung,

Waffen, Geld oder Schiffe geliefert zu werden; dies heißen die Römer

gut und wollen diese Abmachungen ohne Betrug halten.

8:29 Mit diesen Worten ist das Bündnis zwischen den Römern und den Juden

festgelegt.
Joh 19,15

8:30 Wenn aber später einer von beiden Teilen etwas hinzufügen oder

streichen will, so sollen beide sich darüber einigen. Und was sie

hinzufügen oder streichen, soll eingehalten werden.

8:31 Weil nun König Demetrius an den Juden Gewalttaten verübt, haben wir

ihm geschrieben: Warum unterdrückst du unsre Freunde und

Bundesgenossen, die Juden?
Kap 7,1; 7,4

8:32 Wenn sie weiter über dich klagen, so müssen wir sie schützen und

wollen dich zu Wasser und zu Lande angreifen.
Judas Makkabäus fällt im Kampf gegen Bakchides

9:1 Als Demetrius mittlerweile hörte, daß Nikanor mit seinem Heer

geschlagen und umgekommen war, sandte er Bakchides und Alkimus

wieder nach Judäa und mit ihnen die besten Truppen, die auf dem

rechten Flügel zu kämpfen pflegten.
Kap 7,43; Kap 7,8; Kap 7,5

9:2 Sie zogen nach Gilgal und sperrten und eroberten die Zuwege in der

Arbela und töteten viele.

9:3 Darauf zogen sie nach Jerusalem im 152. Jahr, im ersten Monat,

April 161 v. Chr.

9:4 und von dort nach Berea mit zwanzigtausend Mann zu Fuß und

zweitausend Reitern.

9:5 Und Judas hatte sein Lager bei Elasa aufgeschlagen mit dreitausend

auserlesenen Männern.

9:6 Als aber sein Kriegsvolk sah, daß die Feinde so zahlreich waren,

erschraken sie sehr, und viele liefen vom Heer weg, so daß nicht

mehr als achthundert Mann bei Judas blieben.

9:7 Als Judas sah, daß sein Heer nicht beieinander blieb und es doch zum

Kampf kommen mußte, wurde ihm angst und bange; denn er hatte keine

Zeit, sein Kriegsvolk wieder zusammenzubringen.

9:8 In dieser Angst sagte er zu den Übriggebliebenen: Auf, laßt uns

versuchen, ob wir die Feinde angreifen und schlagen können!

9:9 Aber sie wollten nicht, wehrten ab und sagten: Es ist nicht möglich,

daß wir etwas erreichen; laßt uns diesmal unser Leben retten; dann

wollen wir später zurückkehren und mit unsern Brüdern gegen die

Feinde ziehen und sie angreifen; jetzt sind wir viel zu wenige.

9:10 Aber Judas sagte: Das sei ferne, daß wir vor ihnen fliehen! Ist

unsre Zeit gekommen, so wollen wir ritterlich sterben für unsre

Brüder und unsrer Ehre keine Schande machen.

9:11 Und die Feinde zogen aus dem Lager und stellten sich in

Schlachtordnung auf. In der ersten Reihe waren die Schleuderer und

Bogenschützen, und die besten Krieger standen alle vorn an der

Spitze; die Reiterei war in zwei Abteilungen geteilt, auf jedem

Flügel eine.

9:12 Der Feldhauptmann Bakchides war beim rechten Flügel. Und die

Schlachtreihe rückte von beiden Seiten mit Kriegsgeschrei und

Trompeten vor.

9:13 Da ließ auch Judas die Trompeten blasen und zog gegen sie, und die

Schlacht dauerte vom Morgen bis zum Abend, und die Erde erbebte von

dem großen Getümmel.

9:14 Als nun Judas sah, daß auf dem rechten Flügel Bakchides selbst samt

der größten Heeresmacht war, da griff er dort an, er und die andern

alle, die ihr Leben wagten,

9:15 und sie schlugen das Heer auf der rechten Seite in die Flucht und

jagten ihnen nach bis an den Berg bei Aschdod.

9:16 Als aber die auf dem linken Flügel sahen, daß der rechte Flügel

geschlagen war, eilten sie ihrerseits Judas und seinen Leuten nach.

9:17 Da mußte sich Judas gegen sie wenden, und es kam zu einer blutigen

Schlacht, so daß viele von beiden Heeren verwundet wurden und

umkamen,

9:18 bis auch Judas zuletzt umkam. Da flohen die übrigen.

9:19 Und Jonatan und Simon nahmen den Leichnam ihres Bruders Judas und

begruben ihn im Grab seiner Väter in Modeïn.
Kap 2,69-70

9:20 Und das ganze Volk Israel weinte und klagte um Judas sehr und

trauerte um ihn lange Zeit und sprach:

9:21 Ach, daß der Held umgekommen ist, der Israel geschützt und errettet

hat!
2. Sam 1,19-27

9:22 Dies ist die Geschichte von Judas. Er hat aber sonst noch viele

große Taten getan, die nicht alle beschrieben werden können, weil es

zu viele sind.
Jonatan übernimmt die Nachfolge seines Bruders

9:23 Nach dem Tode des Judas wurden die gottlosen und abtrünnigen Leute

wieder mächtig im ganzen Land Israel.
Kap 1,12

9:24 Und zu dieser Zeit herrschte sehr großer Hunger im Lande, so daß

sich das Volk dem Bakchides unterwarf.

9:25 Da wählte Bakchides gottlose Männer aus, die machte er zu Amtleuten.

9:26 Und er ließ überall die Anhänger und Freunde des Judas suchen und

sich vorführen, um sich an ihnen zu rächen und seinen Mutwillen an

ihnen auszulassen.

9:27 Und in Israel war so viel Jammer, wie nicht gewesen ist, seitdem

man keine Propheten mehr gehabt hatte.
Kap 14,41; Ps 74,9; StzuDan 3,14

9:28 Darum kamen alle Anhänger des Judas zusammen und sagten zu Jonatan:

9:29 Nach dem Tod deines Bruders Judas haben wir niemand mehr, der ihm

gleich ist und uns schützen kann gegen unsre Feinde und Bakchides

und die, die unserm Volk feindlich gesonnen sind.

9:30 Darum wählen wir dich heute an seiner Statt zum Fürsten und

Feldherrn, damit du diesen Krieg für uns führst.

9:31 So wurde Jonatan ihr Fürst und regierte anstelle seines Bruders.

9:32 Als das Bakchides erfuhr, ließ er ihn suchen, um ihn umzubringen.

9:33 Als aber Jonatan und sein Bruder Simon und alle, die bei ihnen

waren, das merkten, flohen sie in die Wüste Tekoa und schlugen ein

Lager auf am Wasser des Brunnens Asfar.
2. Chr 20,20

9:34 Das hörte Bakchides und zog am Sabbat mit seinem ganzen Heer über

den Jordan.
Kap 2,32
Jonatan rächt den Tod seines Bruders Johannes

9:35 Nun hatte Jonatan seinen Bruder Johannes, der Feldhauptmann war, zu

seinen Freunden, den Nabatäern, gesandt, um sie zu bitten, daß sie

ihr ganzes Hab und Gut bei ihnen aufbewahren dürften.

Kap 5,25

9:36 Aber die Männer von Jambri zogen aus Medeba und überfielen den

Johannes, nahmen ihn gefangen und raubten alles, was er mit sich

führte, und zogen damit ab.

9:37 Danach wurde Jonatan und seinem Bruder Simon hinterbracht, daß die

Leute von Jambri eine große Hochzeit feiern und die Braut mit großer

Pracht aus Nadabat abholen würden; denn sie war die Tochter eines

Fürsten aus Kanaan.

9:38 Nun dachten Jonatan und Simon daran, daß diese ihren Bruder Johannes

getötet hatten; darum zogen sie hinauf und versteckten sich hinter

dem Berg und lauerten den Leuten von Jambri auf.

9:39 Und sie blickten auf, und siehe, da kam mit Geschrei ein großer Zug

daher, und der Bräutigam zog ihnen entgegen mit seinen Freunden und

mit viel Volk und Gütern, mit Pauken und Pfeifen und mit vielen

Waffen.

9:40 Da machten Jonatan und Simon aus dem Gebirge heraus einen Ausfall

und griffen sie an und erschlugen viele, so daß die Übriggebliebenen

ins Gebirge fliehen mußten, und raubten all ihr Hab und Gut.

9:41 Da wurde aus der Hochzeit Herzeleid und aus dem Pfeifen Heulen.

9:42 So rächten sie den Mord an ihrem Bruder und kehrten wieder um und

zogen an das Ufer des Jordan.
Bakchides kämpft mit Jonatan am Jordan

9:43 Als Bakchides das hörte, kam auch er an den Jordan mit einem großen

Heer am Sabbat.

9:44 Da sagte Jonatan zu seinem Volk: Auf, rüstet euch zur Schlacht! Denn

heute ist es nicht wie gestern und vorgestern.

9:45 Denn die Feinde sind da, und wir müssen uns wehren, weil wir doch

nicht entkommen können. Denn wir haben Feinde vor uns und hinter

uns, und auf der einen Seite wie auf der andern sind das Wasser des

Jordans und Sumpf und Wald.

9:46 Darum sollt ihr zum Himmel schreien, damit ihr von den Feinden

errettet werdet.
Kap 3,18-19

9:47 Und sie griffen an, und Jonatan streckte seine Hand aus und schlug

nach Bakchides; aber Bakchides wich vor ihm zurück.

9:48 Da sprangen Jonatan und sein Kriegsvolk in den Jordan und kamen über

das Wasser; aber die Leute des Bakchides waren nicht so kühn, daß

sie durchs Wasser gegangen wären.

9:49 An diesem Tage sind aus dem Heer des Bakchides tausend Mann

umgekommen.

9:50 Darum zog Bakchides wieder ab und kam nach Jerusalem und fing an,

die Städte in Judäa zu befestigen. Er ließ hohe Mauern mit Toren und

Riegeln um Jericho, Emmaus, Bet-Horon, Bethel, Timna, Piraton, Tefon

bauen

9:51 und legte als Besatzung Kriegsvolk hinein, das Israel niederhalten

sollte.

9:52 Ebenso ließ er Bet-Zur, Geser und die Burg von Jerusalem befestigen

und legte auch Kriegsvolk hinein und versorgte sie mit Nahrung.

Kap 4,60-61

9:53 Und er nahm die Kinder der vornehmsten Männer des Landes als Geiseln

und behielt sie auf der Burg von Jerusalem.
Alkimus stirbt

9:54 Im 153. Jahr, im zweiten Monat, befahl Alkimus, auch die Mauer des

inneren Vorhofs am Tempel, die die heiligen Propheten hatten bauen

lassen, einzureißen.
Esr 6,14; Hag 1,1; 1,8; Sach 4,8-9
Mai 160 v. Chr.

9:55 Und als man damit begonnen hatte, bestrafte Gott den Alkimus, so daß

die angefangene Arbeit wieder abgebrochen und sein Mund gestopft

wurde; denn der Schlag rührte ihn, so daß er nicht mehr reden oder

sein Haus bestellen konnte.
9:56 Und Alkimus starb mit großen Schmerzen.
2. Makk 9,9
Bakchides schließt Frieden mit Jonatan

9:57 Als aber Bakchides sah, daß Alkimus gestorben war, zog er wieder weg

zum König. Da herrschte Friede und Ruhe im Lande zwei Jahre lang.

9:58 Aber die Abtrünnigen im Lande hielten Rat und sagten: Jonatan und

seine Anhänger leben jetzt in Frieden. Laßt uns Bakchides wieder

rufen, der könnte sie jetzt in einer einzigen Nacht alle

gefangennehmen.

9:59 So zogen sie zu Bakchides und sagten ihm ihren Plan.

9:60 Da machte sich Bakchides mit einem großen Heer auf und schickte

heimlich Schreiben an alle seine Anhänger im Lande Juda, daß sie

Jonatan und alle, die bei ihm waren, gefangennehmen sollten. Aber

ihr Plan wurde Jonatan hinterbracht; darum erreichten sie nichts,

9:61 sondern Jonatan nahm fünfzig Männer vom Volk des Landes, die die

Anführer der Abtrünnigen waren, gefangen und ließ sie töten.

Kap 7,5

9:62 Darauf zogen sich Jonatan und Simon mit ihrem Kriegsvolk zurück in

einen zerstörten Ort in der Wüste, Bet-Basi; den baute er wieder auf

und befestigte ihn.

9:63 Als nun Bakchides das erfuhr, sammelte er sein ganzes Heer und bot

auch seine Leute in Judäa auf.

9:64 Dann zog er vor Bet-Basi, belagerte es lange und stellte Sturmböcke

davor auf.

9:65 Aber Jonatan übergab seinem Bruder Simon den Befehl über die Stadt

und zog mit einer kleinen Schar ins offene Land

9:66 und schlug Odomera und dessen Brüder und die Söhne Fasiron an ihrem

Wohnplatz. Weil ihm aber das geglückt war, liefen ihm noch mehr

Leute zu, so daß er stärker wurde.

9:67 Mittlerweile machte Simon mit seinen Leuten einen Ausfall aus der

Stadt und verbrannte die Sturmböcke

9:68 und schlug Bakchides in die Flucht. Bakchides aber war sehr

erbittert, weil sein Plan und sein Feldzug vergeblich gewesen waren,

9:69 und er wurde sehr zornig auf die Abtrünnigen unter den Juden, die

ihm geraten hatten, wieder in ihr Land zu kommen, und ließ viele von

ihnen töten und beschloß, wieder in sein Land zu ziehen.

9:70 Als Jonatan das erfuhr, schickte er Boten zu ihm, um den Frieden mit

ihm herzustellen und die Herausgabe der Gefangenen zu erreichen.

9:71 Hierin willigte Bakchides gern ein und tat, was Jonatan begehrte,

und schwor ihm einen Eid, ihm sein Leben lang kein Leid mehr

anzutun.

9:72 Und er gab ihm die Gefangenen wieder heraus, die er aus Juda

weggeführt hatte, und kehrte um und zog in sein Land und kam nicht

wieder in das Land Juda.
Kap 7,19

9:73 So wurde wieder Friede in Israel. Und Jonatan wohnte in Michmas und

regierte dort über das Volk und vernichtete die Abtrünnigen in

Israel.
Vers 57
Alexander Balas und Demetrius I. Soter suchen

im Kampf um die Krone Syriens Jonatans Freundschaft

10:1 Im 160. Jahr kam Alexander, der Sohn des Antiochus Epiphanes, und

besetzte die Stadt Ptolemais; und sie nahmen ihn auf, und er

regierte dort.
Kap 6,17
153/152 v. Chr.

10:2 Als aber König Demetrius das erfuhr, brachte er ein sehr großes

Heer zusammen und zog gegen Alexander, um mit ihm zu kämpfen.

Kap 7,1-3

10:3 Darum schrieb Demetrius an Jonatan und sagte ihm zu, er wollte

Frieden mit ihm halten und ihm nur Gutes tun.
Kap 9,70

10:4 Denn er dachte: Es ist besser, daß wir verabreden, Frieden mit ihm

zu halten, ehe er sich auf Alexanders Seite schlägt;

10:5 denn er wird an all das Böse denken, das wir ihm, seinem Bruder und

seinem Volk angetan haben.
Kap 7,19; 9,11-18; 9,50-53

10:6 Und Demetrius schrieb an Jonatan, daß er ihm das Recht zugestehen

wollte, ein Heer zu unterhalten und Waffen herzustellen, und daß er

sein Bundesgenosse sein sollte; und er befahl, daß man die Geiseln

auf der Burg dem Jonatan wieder freigeben sollte.
Kap 9,53

10:7 Darum kam Jonatan nach Jerusalem und ließ diese Schreiben öffentlich

dem ganzen Volk und der Besatzung der Burg vorlesen.

10:8 Als sie nun hörten, daß der König ihm das Recht zugestand, ein Heer

zu unterhalten, und ihn als Bundesgenossen anerkannt hatte,

fürchteten sie sich sehr vor ihm

10:9 und gaben ihm die Geiseln frei; und Jonatan gab sie ihren Eltern

zurück.

10:10 Von jetzt an wohnte Jonatan in Jerusalem und begann, die Stadt

wieder aufzubauen und auszubessern,
Kap 9,52; 9,73; 2. Sam 5,6-10

10:11 und er sagte den Handwerkern, sie sollten die Mauern wieder

aufrichten und den Berg Zion ringsum mit Quadersteinen wieder

befestigen;
10:12 und sie machten es so.

10:13 Und die Heiden in den Ortschaften, die Bakchides hatte befestigen

lassen, flüchteten in ihr Land.
(13 und 14) Kap 9,50-52

10:14 Nur in Bet-Zur blieben einige von den Abtrünnigen; denn dort hatten

sie eine Freistadt.
4. Mose 35,9-15; 2. Makk 4,33-34

10:15 Als nun König Alexander hörte, was Demetrius dem Jonatan versprochen

hatte, und man ihm von den Kriegen und Heldentaten erzählte, die

Jonatan und seine Brüder vollbracht, und von den Mühen, die sie auf

sich genommen hatten, sagte er:

10:16 Solch einen tüchtigen Mann findet man nur einmal; darum wollen wir

ihm schreiben, damit er unser Freund und Bundesgenosse wird.

10:17 Und er schrieb ihm:

10:18 König Alexander entbietet seinem Bruder Jonatan seinen Gruß.

10:19 Wir hören von dir, daß du ein tüchtiger Mann bist und halten dich

für wert, unser Freund zu sein.

10:20 Darum setzen wir dich heute zum Hohenpriester über dein Volk ein.

Du sollst »Freund des Königs« heißen; und wir schicken dir ein

Purpurgewand und eine goldene Krone. Du sollst dich darum treu zu

uns halten und uns Freundschaft bewahren.
(20 und 21) Kap 9,30; 7,9; 9,56; Kap 2,18

10:21 So zog Jonatan das priesterliche Gewand an im 160. Jahr, im

siebenten Monat, am Laubhüttenfest. Und er sammelte ein Heer und

ließ viele Waffen herstellen.
2. Mose 28,1-43
September/Oktober 153 v. Chr.

10:22 Als aber Demetrius das hörte, war er sehr niedergeschlagen

10:23 und dachte: Was haben wir da falsch gemacht, daß Alexander uns

zuvorgekommen ist und die Freundschaft der Juden gewonnen hat und

dadurch stärker geworden ist!

10:24 Auch ich will ihnen freundlich schreiben und ihnen Ehrungen und

Geschenke versprechen, damit sie mir Hilfe zusagen.

10:25 Und er schrieb ihnen: König Demetrius entbietet dem Volk der Juden

seinen Gruß.

10:26 Wir haben gern gehört, und es ist uns eine große Freude, daß ihr

nicht von uns abfallt zu unsern Feinden, sondern den Vertrag mit uns

haltet und in Freundschaft mit uns bleibt.

10:27 Darum bitten wir euch, auch weiterhin treu zu uns zu halten und euch

nicht von uns abzuwenden.

10:28 Diese eure Treue wollen wir vergelten, euch Gutes erweisen und viele

Abgaben erlassen und mehr Freiheiten gewähren.

10:29 Und ich erlasse jetzt allen Juden den Tribut, die Steuer auf Salz,

die Beiträge zum Ehrenkranz, den dritten Teil vom Getreide, die

Hälfte, die mir vom Obst zusteht.
Kap 11,35

10:30 Von diesen Abgaben sollen nun das Land Juda und die drei Bezirke,

die ihm von Samarien zugeteilt sind, für alle Zeit befreit sein.

Kap 11,34

10:31 Und Jerusalem mit seiner Umgebung soll heiliges Gebiet und frei

sein, und die Zehnten und Abgaben sollen ihm gehören.

10:32 Ich will auch die Burg in Jerusalem wieder räumen und dem

Hohenpriester übergeben, daß er Leute hineinlegt, die er selbst

ausgewählt hat, damit sie die Burg bewachen.
Kap 9,52

10:33 Und alle Juden, die man aus Juda weggeführt hat, sollen in meinem

ganzen Königreich ohne Lösegeld freigelassen werden, und man soll

ihnen die Abgaben für sich und ihr Vieh erlassen.
Kap 9,72

10:34 Und an allen Festen, Sabbaten, Neumonden und andern Feiertagen

Neh 10,32

10:35 und drei Tage vor und nach einem Fest sollen die Juden in meinem

Reich frei von Zoll und Abgaben sein, und niemand soll gestattet

sein, von ihnen etwas einzutreiben oder sie wegen einer Forderung zu

belästigen.

10:36 Und man soll dreißigtausend Mann von den Juden für das Heer des

Königs ausheben; denen will ich Sold geben wie meinem andern

Kriegsvolk, und ein Teil von ihnen soll in die großen Festungen des

Königs gelegt werden.

10:37 Und von ihnen sollen einige eingesetzt werden, die der König in

seinen Staatsgeschäften als Männer seines Vertrauens zu Rate ziehen

wird. Die Juden sollen auch nicht fremde, sondern eigne Hauptleute

haben, aus ihrer Mitte gewählt, damit sie ihre Gesetze halten

können, wie es der König für das Land Juda zugestanden hat.

10:38 Und die drei Bezirke, die Judäa vom Lande Samarien zugeteilt sind,

sollen zu einem Gebiet mit Judäa verbunden werden, so daß sie

niemand untertan sind als nur dem Hohenpriester.

10:39 Die Stadt Ptolemais und die Landschaft, die dazugehört, schenke ich

dem Tempel in Jerusalem, damit aus ihren Einkünften die Kosten, die

für das Opfer nötig sind, bezahlt werden.
(39-42) 2. Makk 3,3

10:40 Ich will auch jährlich fünfzehntausend Lot Silber von meinem eignen

Einkommen dazu geben.

10:41 Und was meine Amtleute in den früheren Jahren mir nicht abgeliefert

haben, sondern schuldig geblieben sind, das soll jetzt für die

Bauarbeiten am Tempel verwendet werden.

10:42 Und auch die fünftausend Lot Silber, die aus dem jährlichen

Einkommen des Tempels abgegeben werden mußten, sollen nicht mehr

erhoben werden, sondern den Priestern zustehen, die den Tempeldienst

tun.

10:43 Auch soll der Tempel dies Recht haben: wer beim König in irgendeiner

Sache eine Strafe verwirkt hat und in den Tempel von Jerusalem oder

in sein Gebiet flieht, der soll dort sicher sein mit allem, was ihm

in meinem ganzen Königreich gehört.
2. Mose 21,13-14; 1. Kön 1,51-53

10:44 Zum Bau und zur Ausbesserung des Tempels und der Mauern und Türme in

Jerusalem

10:45 und sonst in Judäa will der König auch die Kosten bezahlen aus

seinem eignen Einkommen.

10:46 Als man aber dies Schreiben Jonatan und dem Volk vorlas, wollten

sie ihm nicht trauen und nahmen's nicht an; denn sie wußten genau,

wieviel böse und grausame Taten Demetrius in Israel verübt hatte.

Kap 7,8-11

10:47 Und sie wollten es lieber mit Alexander halten, der schon früher

ihre Freundschaft gesucht und Frieden zugesagt hatte; ihm leisteten

sie Hilfe sein Leben lang.

Jonatan wird von Alexander Balas in Ptolemais hoch geehrt

10:48 König Alexander sammelte ein großes Heer und schlug ein Lager

Demetrius gegenüber auf.

10:49 Und als die beiden Könige angriffen, da floh das Heer des Alexander,

und Demetrius verfolgte ihn und gewann die Oberhand;

10:50 und die Schlacht tobte erbittert vom Morgen bis zum Abend; doch

Demetrius wurde an diesem Tag erschlagen.

10:51 Darauf sandte Alexander Boten zu Ptolemäus, dem König von Ägypten,

mit der Botschaft:

10:52 Ich bin wieder in mein Reich gekommen und sitze auf dem Thron meiner

Väter und habe die Herrschaft an mich gebracht und habe Demetrius

vernichtet und mein Erbland wieder erobert und habe gegen ihn

gekämpft, und er samt seinem Heer wurde von mir überwunden, und ich

habe mich auf seinen Königsthron gesetzt.

10:53 Und nun begehre ich, Freundschaft mit dir zu schließen, und bitte

dich, du wollest mir deine Tochter zur Ehe geben.

10:54 Dann will ich mich gegen dich als dein Schwiegersohn verhalten und

dir und ihr Geschenke geben, die deiner würdig sind.

10:55 Darauf antwortete König Ptolemäus: Glücklich der Tag, an dem du

wieder in das Land deiner Väter gekommen bist und dich auf ihren

Königsthron gesetzt hast!

10:56 Und nun will ich gern tun, was du geschrieben hast. Aber komm mir

entgegen nach Ptolemais, damit wir uns selbst sehen und ich dir

meine Tochter zur Frau geben kann, wie du gewünscht hast.

10:57 Im 162. Jahr zog Ptolemäus mit seiner Tochter Kleopatra aus

Ägypten, und sie kamen nach Ptolemais.
151/150 v. Chr.

10:58 Dahin kam auch König Alexander. Und Kleopatra wurde mit Alexander

vermählt, und die Hochzeit wurde in Ptolemais mit großer königlicher

Pracht gefeiert.

10:59 König Alexander schrieb auch an Jonatan und lud ihn zu sich ein.

10:60 Da kam Jonatan mit großer Pracht nach Ptolemais zu den beiden

Königen und schenkte ihnen und ihren Freunden Gold und Silber und

viele kostbare Gaben und fand Gnade bei ihnen.

10:61 Doch einige Abtrünnige aus Israel, ruchlose Gesellen, kamen zum

König, um ihn zu verklagen; aber der wollte sie nicht anhören,

Kap 1,12

10:62 sondern befahl, daß Jonatan seine Kleider ablegen und man ihm ein

Purpurgewand anziehen sollte; und so geschah es.
(62 und 63) Est 6,7-9

10:63 Da setzte ihn der König neben sich und befahl seinen obersten

Amtleuten, ihn mitten durch die Stadt zu führen und ausrufen zu

lassen, daß niemand ihn verklagen oder ihm sonst Schaden zufügen

sollte, aus welchem Anlaß es auch sei.

10:64 Als aber seine Ankläger sahen, daß ihn der König so hoch ehrte, daß

er das von ihm ausrufen ließ, und ihn mit einem Purpurgewand

bekleidet hatte, flohen sie alle davon.

10:65 Und der König ehrte ihn hoch und ließ ihn unter seine ersten

Freunde aufnehmen und machte ihn zum Feldherrn und zum Vierfürsten.

Vers 20

10:66 Danach zog Jonatan wieder nach Jerusalem in Frieden und mit Freuden.

Jonatan besiegt Apollonius, den Feldherrn des Demetrius II. Nikator

10:67 Im 165. Jahr kam Demetrius, der Sohn des gefallenen Demetrius, aus

Kreta in sein Erbkönigreich.
148/147 v. Chr.

10:68 Als König Alexander das hörte, da erschrak er sehr und begab sich

nach Antiochia.

10:69 Aber Demetrius gewann den Apollonius, den Befehlshaber von

Zölesyrien, als Feldherrn; der brachte ihm ein großes Kriegsvolk

zusammen, schlug ein Lager bei Jamnia auf und sandte zu Jonatan, dem

Hohenpriester, und ließ ihm sagen:

10:70 Niemand leistet uns Widerstand als du allein, so daß man mich

deinetwegen verlacht und schmäht. Du bist ja nur stark im Gebirge;

(70 und 71) 1. Kön 20,23-30

10:71 aber wenn du auf dein Kriegsvolk vertraust, so zieh herunter in die

Ebene, damit wir uns dort miteinander messen; denn mit mir ist die

Heeresmacht der Städte.

10:72 Wenn du fragen wirst, wie stark wir sind, ich und die andern, die

mir helfen, so wird man dir sagen: Ihr werdet diesen Leuten nicht

standhalten können, von denen eure Väter zweimal in ihrem eignen

Lande geschlagen worden sind.
Kap 7,8-20; 9,11-18

10:73 Noch viel weniger kannst du vor einem so großen Heer an Reiterei und

Fußvolk in der Ebene bestehen, wo keine Berge und Felsen sind oder

sonst ein Ort, wohin man fliehen könne.
Kap 2,27-30

10:74 Als Jonatan diese Prahlerei des Apollonius hörte, wurde er zornig

und wählte zehntausend Mann aus und brach von Jerusalem auf; und

sein Bruder Simon kam ihm entgegen, um ihm zu helfen; und sie

schlugen ihr Lager vor Joppe auf.

10:75 Aber die Einwohner der Stadt Joppe ließen ihn nicht ein, denn

Apollonius hatte Kriegsvolk als Besatzung hineingelegt; darum griff

Jonatan die Stadt an.

10:76 Da erschraken die Einwohner in der Stadt und öffneten die Tore. So

eroberte Jonatan die Stadt Joppe.

10:77 Als Apollonius das hörte, rückte er mit dreitausend Reitern und viel

Fußvolk in Richtung auf Aschdod vor und tat so, als ob er an Joppe

vorbeiziehen wollte. Doch er stieß in die Ebene vor; denn er hatte

viel Reiterei, auf die er sich verließ.

10:78 Jonatan drängte ihn nach Aschdod ab, und beide Heere gerieten

aneinander.

10:79 Aber Apollonius hatte im Lager heimlich tausend Reiter

zurückgelassen.

10:80 Nun merkte Jonatan, daß Leute hinter ihm heimlich versteckt waren;

und sie griffen von allen Seiten sein Heer an

10:81 und schossen Pfeile auf das Kriegsvolk den ganzen Tag vom Morgen bis

zum Abend; das Kriegsvolk aber hielt stand, wie Jonatan es

aufgestellt hatte, bis die Pferde der Feinde müde wurden.

10:82 Darauf warf Simon sein Heer in den Kampf und griff die Feinde an. Da

wurden die Reiter von ihm geschlagen und flohen, denn sie waren

müde;

10:83 und sie wurden zerstreut über die Ebene hin und flohen nach Aschdod

und eilten in den Tempel des Götzen Dagon, um dort ihr Leben zu

retten.
1. Sam 5,1; 1. Sam 5,2

10:84 Aber Jonatan plünderte die Stadt Aschdod und die Orte ringsum und

zündete sie an. Er brannte auch den Götzentempel nieder mit allen,

die hineingeflohen waren.

10:85 Und die Zahl der Erschlagenen und Verbrannten betrug gegen

achttausend Mann.

10:86 Von dort zog Jonatan mit dem Heer vor Aschkelon. Da gingen ihm die

Bürger aus der Stadt heraus entgegen und empfingen ihn mit großer

Pracht.

10:87 So zog Jonatan wieder nach Jerusalem mit seinem Heer und großer

Beute.

10:88 Und als König Alexander dies hörte, ehrte er Jonatan noch mehr

Vers 61-62; Vers 65

10:89 und sandte ihm eine goldene Spange, wie man sie nur den Verwandten

des Königs gibt; dazu schenkte er ihm Ekron und sein Gebiet zum

Eigentum.

Demetrius II. Nikator erlangt die Alleinherrschaft über Syrien

11:1 Und der König von Ägypten brachte so viel Kriegsvolk wie Sand am

Meer zusammen und viele Schiffe; und er wollte das Reich Alexanders

durch Betrug an sich bringen, um beide Königreiche zu besitzen.

Kap 1,17

11:2 Darum zog er nach Syrien unter dem Anschein, er käme als Freund. Da

öffnete man ihm alle Tore und zog ihm entgegen und empfing ihn

ehrenvoll, wie König Alexander befohlen hatte, weil er sein

Schwiegervater war.
Kap 10,57-58

11:3 Aber wohin Ptolemäus kam, ließ er eine Schar wachsamer Kriegsleute

in der Stadt zurück.

11:4 Und als er nach Aschdod kam, zeigten sie ihm den Tempel Dagons, den

Jonatan niedergebrannt hatte, dazu die Stadt Aschdod und die Orte

ringsum, die er verwüstet hatte, und die Leichname, die überall

verstreut umherlagen, und die, die im Krieg verbrannt waren; denn

sie hatten sie in Haufen an seinen Weg gelegt;
Kap 10,84

11:5 und sie sagten dem König, daß Jonatan dies alles getan hatte, um ihn

beim König verhaßt zu machen. Aber der König schwieg dazu still.

11:6 Und auch Jonatan zog dem König mit großer Pracht entgegen nach

Joppe; da begrüßten sie sich und blieben dort über Nacht.

11:7 Und Jonatan geleitete den König bis an den Fluß, genannt Eleutherus.

Dann zog er wieder heim nach Jerusalem.

11:8 Und König Ptolemäus brachte die Städte an der Küste an sich bis

Seleuzia am Meer und plante, Alexander zu vertreiben.

11:9 Und er schickte Boten zu König Demetrius, er sollte zu ihm kommen,

um ein Bündnis mit ihm zu schließen. Dann wollte er ihm seine

Tochter geben, die jetzt Alexander hatte, und wollte ihm helfen,

König im Reich seines Vaters zu werden.
Kap 10,67

11:10 Und er sagte, es hätte ihn gereut, daß er Alexander seine Tochter

gegeben hätte,

11:11 und beschuldigte Alexander, er hätte ihm nach Leben und Königreich

getrachtet.

11:12 Er zeigte seinen Haß auch öffentlich und wandte sich von Alexander

ab und nahm ihm die Tochter weg und gab sie Demetrius.

11:13 Und als Ptolemäus nach Antiochia kam, setzte er sich die Krone

Vorderasiens auf; so trug er beide Kronen: die des Reichs Ägypten

und die des Reichs Vorderasien.

11:14 Aber König Alexander war damals in Zilizien; denn einige Städte

waren dort von ihm abgefallen.

11:15 Als er nun von Ptolemäus hörte, zog er gegen ihn, um mit ihm zu

kämpfen. Aber König Ptolemäus war stark gerüstet, zog ihm entgegen

und verjagte ihn.

11:16 Und Alexander floh nach Arabien, um dort sicher zu sein. Aber König

Ptolemäus war sehr mächtig geworden;

11:17 darum ließ Sabdiël, der Araber, seinem Gast Alexander den Kopf

abhauen und schickte ihn an Ptolemäus.

11:18 Und Ptolemäus starb am dritten Tag danach. Da wurden auch die

Kriegsleute, die Ptolemäus in den befestigten Städten zurückgelassen

hatte, vom Volk dort umgebracht.

11:19 So fing Demetrius an zu regieren im 167. Jahr.

146/145 v. Chr.
Jonatan erreicht die Steuerfreiheit für die Juden

11:20 Zu dieser Zeit brachte Jonatan das Volk im Land Juda zusammen, um

die Burg in Jerusalem zurückzuerobern, und ließ viele Geschütze

davor aufstellen.
Kap 10,32

11:21 Da zogen einige Abtrünnige, die ihr Volk haßten, zu König Demetrius

und verklagten Jonatan und sagten, daß er die Burg belagerte.

Kap 1,12

11:22 Und als der König das hörte, wurde er sehr zornig und zog sogleich

nach Ptolemais und schrieb an Jonatan, daß er die Burg nicht

belagern, sondern eilends zu ihm nach Ptolemais kommen sollte; da

wollte er mit ihm darüber sprechen.

11:23 Als aber Jonatan diese Botschaft bekam, ließ er nicht ab von der

Belagerung und wählte einige von den Ältesten in Israel und den

Priestern aus, die mit ihm ziehen sollten, und machte sich auf und

wagte sein Leben.
Est 4,16

11:24 Und er nahm Gold, Silber und Gewänder mit und viele andere Geschenke

und zog nach Ptolemais zum König und fand Gnade bei ihm.

11:25 Als ihn nun die Abtrünnigen seines Volks verklagten,

11:26 hielt der König zu ihm, wie seine Vorgänger zu ihm gehalten hatten,

und erwies ihm große Ehre vor allen seinen Fürsten

Kap 10,6; 10,88

11:27 und bestätigte ihn in seinem Hohepriesteramt und in allen andern

Ehren, die er bisher gehabt hatte, und machte ihn zu einem seiner

ersten Freunde.
Kap 10,20

11:28 Jonatan bat auch den König, daß er ganz Judäa und den drei Bezirken

in Samarien die Steuer erlassen sollte, und erbot sich, für diese

Freiheit dreihundert Zentner Silber zu geben.
Vers 34

11:29 Das bewilligte der König und gab Jonatan Schreiben darüber; die

lauteten:

11:30 König Demetrius entbietet seinem Bruder Jonatan und dem jüdischen

Volk seinen Gruß.

11:31 Wir senden euch eine Abschrift des Briefs, den wir an »unsern

Verwandten«, den Lasthenes, euretwegen geschrieben haben, damit ihr

es auch wißt.

11:32 König Demetrius entbietet Lasthenes, »seinem Verwandten«, seinen

Gruß.

11:33 Wir haben beschlossen, unsern Freunden und treuen Bundesgenossen,

den Juden, Gutes zu tun wegen ihrer Treue und Freundschaft gegen

uns.

11:34 Darum bestätigen wir, daß ganz Judäa und die drei Städte Ephraim,

Lydda und Ramatajim zu ihrem Land gehören sollen; sie und ihr Gebiet

sollen von Samarien an Judäa übergehen.
(34-36) Kap 10,29-31

11:35 Wir erlassen auch allen, die in Jerusalem opfern, alles, was sie

früher dem König jährlich haben geben müssen: vom Getreide und Obst,

und ebenso von jetzt an alles andere, was uns zusteht vom Zehnten

und Zoll, von der Salzgewinnung, und die Beiträge zum Ehrenkranz.

11:36 Von diesen allen sollen sie in Zukunft befreit sein, und diese

Freiheit soll ihnen für alle Zeit bewahrt bleiben.

11:37 Laßt nun eine Abschrift dieses Briefs anfertigen; die soll man

Jonatan geben, damit man sie auf dem heiligen Berg auf einem

öffentlichen Platz ausstellt.
Kap 14,26

Tryphon verhilft Antiochus VI. Epiphanes zum Thron

11:38 Als nun König Demetrius sah, daß im ganzen Königreich Friede

herrschte und sich niemand mehr ihm widersetzte, da entließ er sein

ganzes Kriegsvolk, das im Königreich daheim war, jeden in seine

Stadt. Aber das fremde Kriegsvolk, das er auf den Inseln der

Heiden angeworben hatte, behielt er bei sich; das zog ihm die

Feindschaft des ganzen einheimischen Kriegsvolks zu.

Kap 6,29; 1. Mose 10,2-5

11:39 Als aber Tryphon, der früher Alexanders Freund gewesen war, sah,

daß das ganze Kriegsvolk Haß gegen König Demetrius empfand, zog er

zu dem Araber Jamliku, der den jungen Antiochus, den Sohn

Alexanders, erzog.
Vers 16-17

11:40 Den drängte er, ihm den Knaben zu übergeben, damit er ihn auf den

Thron seines Vaters setzen könnte. Und er sagte dem Araber, wie und

warum das Kriegsvolk den König Demetrius haßte, und blieb eine

Zeitlang bei dem Araber.
Jonatan erntet von Demetrius II. Nikator Undank

11:41 Inzwischen schrieb Jonatan an König Demetrius, er sollte denen, die

auf der Burg von Jerusalem und in den Festungen lagen, befehlen,

sie zu räumen und ihm zu übergeben; denn sie fügten Israel viel

Schaden zu.
Vers 20

11:42 Da schrieb Demetrius an Jonatan: Nicht allein das, was du begehrst,

sondern viel mehr Ehre und Gutes will ich dir und deinem Volk

erweisen, sobald ich kann.

11:43 Aber jetzt bin ich in großer Gefahr. Darum kannst du mir helfen,

wenn du mir Kriegsleute schickst, die mich unterstützen; denn mein

ganzes Kriegsvolk ist von mir abgefallen.
Kap 10,36

11:44 Darum schickte ihm Jonatan dreitausend tüchtige Kriegsleute; die

kamen nach Antiochia zum König, und der König war über ihre Ankunft

sehr erfreut.

11:45 Nun machte das Volk in der Stadt einen Aufruhr, etwa

hundertzwanzigtausend Mann, und man wollte den König totschlagen.

11:46 Aber der König floh in seine Burg. Da besetzte das Volk die Straßen

und wollte die Burg stürmen.

11:47 Darum forderte der König die Juden auf, ihn zu schützen. Da

sammelten sich die Juden alle um ihn und verteilten sich über die

Stadt

11:48 und erschlugen an diesem Tag hunderttausend Mann und zündeten die

Stadt an und plünderten sie. So retteten sie den König.

11:49 Als nun das Volk in der Stadt sah, daß die Juden sich der Stadt

bemächtigt hatten, so wie sie wollten, verzagte es, schrie zum König

und bat um Frieden,

11:50 damit die Juden aufhörten, das Volk zu töten, und die Stadt nicht

ganz zerstörten.

11:51 Da legte es die Waffen nieder und machte Frieden; die Juden aber

wurden hoch geehrt vom König und berühmt in seinem ganzen Reich und

zogen wieder heim nach Jerusalem und brachten große Beute mit, die

sie im Krieg gewonnen hatten.

11:52 Als nun König Demetrius wieder sicher auf seinem Königsthron saß und

im ganzen Reich Friede herrschte,

11:53 hielt er nichts von dem, was er Jonatan versprochen hatte, und

wandte sich ganz von ihm ab und war ihm undankbar für seine

Wohltaten und unterdrückte ihn sehr.
Kap 10,46
Jonatan kämpft auf seiten des Antiochus VI.
Epiphanes gegen Demetrius II. Nikator

11:54 Nicht lange danach kam Tryphon mit dem jungen Antiochus zurück.

Dieser Antiochus wurde König und setzte sich die Krone auf.

11:55 Und zu ihm kam alles Kriegsvolk, das Demetrius entlassen hatte. Als

sie nun gegen Demetrius kämpften, schlugen sie ihn in die Flucht und

verjagten ihn.

11:56 Und Tryphon bemächtigte sich der Elefanten und eroberte Antiochia.

Kap 6,33-37

11:57 Der junge Antiochus schrieb an Jonatan und bestätigte ihn in seinem

Hohepriesteramt und bewilligte, daß er die vier Bezirke behalten

und »Freund des Königs« sein sollte,
Vers 27
Die drei in Vers 34 genannten Bezirke und Judäa.

11:58 und sandte ihm goldenes Tafelgeschirr und erlaubte ihm, aus goldenen

Gefäßen zu trinken und ein Purpurgewand und eine goldene Spange zu

tragen.
Kap 10,62; Kap 10,89

11:59 Und Simon, den Bruder Jonatans, machte er zum Feldherrn über das

Land von der tyrischen Leiter bis Ägypten.

Ein steiler, schwer zugänglicher Bergrücken nahe der Küste in der

Mitte zwischen Ptolemais und Tyrus.

11:60 Als nun Jonatan auszog und durch die Städte im Gebiet jenseits des

Euphrat kam, sammelte sich bei ihm alles Kriegsvolk aus Syrien, um

ihm zu helfen. Und als er vor Aschkelon kam, gingen ihm die Bürger

entgegen und empfingen ihn mit Ehren.
Kap 10,86

Die Provinz des Seleuzidenreiches westlich des Euphrat; vgl.

Esr 4,10.

11:61 Danach zog er vor Gaza; aber die Einwohner von Gaza wollten ihn

nicht einlassen; darum belagerte er die Stadt und brannte die

Ortschaften ringsum nieder und plünderte sie.

11:62 Da baten die Einwohner von Gaza um Frieden. Und Jonatan schloß

Frieden mit ihnen und nahm die Söhne ihrer Vornehmen als Geiseln und

schickte sie nach Jerusalem; er aber zog weiter durchs Land bis

Damaskus.

11:63 Als er aber hörte, daß die Hauptleute des Demetrius mit einem großen

Heer nach Kedesch in Galiläa gekommen waren, um ihn an seinem

Vorhaben zu hindern,

11:64 da zog er gegen sie. Er hatte aber seinen Bruder Simon im Lande

zurückgelassen.

11:65 Der zog vor Bet-Zur und belagerte es lange Zeit und schloß es ein.

Kap 10,14

11:66 Darum baten sie um Frieden; und Simon schloß Frieden mit ihnen;

dennoch vertrieb er die Bewohner aus der Stadt und nahm sie ein und

legte Kriegsvolk als Besatzung hinein.

11:67 Aber Jonatan schlug sein Lager am See Genezareth auf und brach

morgens früh auf und kam in die Ebene bei Hazor.

11:68 Da zogen die Heiden ihm in der Ebene entgegen und hatten einen

Hinterhalt im Gebirge gelegt; sie selbst aber rückten von vorn an.

11:69 Als nun die Schar aus dem Hinterhalt hervorbrach und angriff,

11:70 floh das ganze Heer Jonatans, und niemand blieb zurück als die

Hauptleute Mattatias, der Sohn Abschaloms, und Judas, der Sohn

Halfis.

11:71 Da zerriß Jonatan seine Kleider und streute Erde auf sein Haupt

und betete
Kap 2,14; 2. Makk 10,25-27

11:72 und griff die Feinde wieder an und schlug sie in die Flucht.

11:73 Als nun sein Kriegsvolk, das vorher geflohen war, das sah, kehrte es

wieder um, um Jonatan zu helfen, und jagte den Feinden nach bis

Kedesch in ihr Lager; dort schlugen sie auch ein Lager auf.

11:74 An diesem Tag sind gegen dreitausend Heiden umgekommen. Darauf zog

Jonatan wieder nach Jerusalem.
Jonatan erneuert das Bündnis mit Rom und Sparta

12:1 Als aber Jonatan sah, daß die Zeit ihm half, wählte er einige aus,

die er nach Rom sandte, um das Bündnis mit den Römern zu erneuern

und wieder zu bestätigen.
Kap 8,17-32

12:2 Er schrieb auch nach Sparta und an andere Orte.

12:3 Als nun die Boten nach Rom kamen, traten sie vor den Rat und sagten:

Der Hohepriester Jonatan und das jüdische Volk haben uns gesandt, um

die Freundschaft und das Bündnis, das zwischen uns früher einmal

geschlossen worden ist, wieder zu erneuern.

12:4 Und die Römer gaben ihnen Geleitbriefe für jeden Ort, damit sie

wieder sicher heimziehen konnten.

12:5 Und dies ist die Abschrift des Briefs, den Jonatan an die Spartaner

schrieb:

12:6 Der Hohepriester Jonatan und die Ältesten des Volks und die Priester

und das jüdische Volk entbieten ihren Brüdern, den Spartanern, ihren

Gruß.

12:7 Schon früher hat euer König Arëus an unsern Hohenpriester Onias

geschrieben, daß ihr unsre Brüder seid, wie die Abschrift seines

Briefs lautet.
Vers 21

12:8 Und Onias empfing euren Boten mit Ehren und nahm die Freundschaft

und das Bündnis an, von denen im Brief geschrieben war.

12:9 Obwohl wir jetzt keine fremde Hilfe brauchen und Trost haben an den

heiligen Schriften in unsern Händen,
2. Makk 15,9; Röm 15,4

12:10 so senden wir dennoch die Botschaft an euch, daß wir die

Bruderschaft und Freundschaft zwischen uns erneuern und bestätigen

wollen, um sie nicht zu vergessen; denn es ist schon lange Zeit her,

daß ihr zu uns geschickt habt.

12:11 Darum wißt, daß wir allezeit an Feiertagen und an allen andern

Tagen, an denen man opfert, bei unserm Opfer und Gebet an euch

denken, so wie sich's gebührt, an die Brüder zu denken.

1. Tim 2,1

12:12 Und eure Ehre und euer Wohlergehen sind uns eine Freude.

12:13 Aber wir haben große Not gelitten und viele schwere Kriege gehabt

mit den Königen ringsum.

12:14 Wir haben aber euch und unsre andern Freunde und Bundesgenossen in

diesen unsern Kriegen nicht um Hilfe bitten wollen.

12:15 Denn wir haben Hilfe vom Himmel gehabt; und Gott hat uns befreit

und die Feinde unterdrückt.
Kap 3,18-24; 2. Makk 11,6-9

12:16 Weil wir aber jetzt Numenius, den Sohn des Antiochus, und

Antipater, den Sohn Jasons, ausgewählt haben und als unsre Boten zu

den Römern senden, um die Freundschaft und das Bündnis mit ihnen

wieder zu erneuern,
Kap 14,22; 15,15

12:17 haben wir ihnen dabei befohlen, daß sie auch zu euch reisen, euch

unsern Gruß sagen und diesen Brief übergeben sollen, um unsre

Bruderschaft zu erneuern,
12:18 und bitten um Antwort.

12:19 Dies aber ist die Abschrift des Briefs, den Arëus, der König von

Sparta, dem Onias vorher gesandt hatte:

12:20 Arëus, König von Sparta, entbietet dem Hohenpriester Onias seinen

Gruß.

12:21 Wir finden in unsern alten Schriften, daß die Spartaner und die

Juden Brüder sind, weil beide Völker von Abraham herkommen.

2. Makk 5,9

12:22 Nachdem wir das nun wissen, bitten wir, uns zu schreiben, wie es

euch geht.

12:23 Wir aber schreiben euch hiermit: Unser Vieh und unser Hab und Gut

soll sein, als wäre es euer eignes; und das eure soll sein, als wäre

es unser eignes. Das lassen wir euch mitteilen.
1. Kön 22,4
Jonatan verteidigt das ganze Land Israels

12:24 Danach hörte Jonatan, daß die Hauptleute des Demetrius wieder mit

einem größeren Heer als vorher kamen und gegen ihn kämpfen wollten.

Kap 11,63

12:25 Darum zog er von Jerusalem gegen sie in das Land Hamat; denn er

wollte nicht warten, daß sie zuerst in sein Land einfielen.

12:26 Als er nun Kundschafter in das Lager der Feinde sandte, kamen sie

zurück und sagten, daß die Feinde beschlossen hätten, ihn diese

Nacht zu überfallen.

12:27 Darum befahl Jonatan abends seinem Heer, daß sie wachen und die

ganze Nacht unter Waffen zum Kampf bereit sein sollten, und stellte

Wachen rings um das Lager.

12:28 Als aber die Feinde sahen, daß Jonatan und sein Heer zur Schlacht

gerüstet waren, packte sie die Angst, so daß sie aufbrachen und

wegzogen. Und damit man es ja nicht merken sollte, ließen sie

überall im Lager viele Feuer machen.

12:29 Darum dachten Jonatan und sein Heer bis zum frühen Morgen nicht, daß

sie weggezogen waren; denn sie sahen die Feuer überall im Lager

brennen.

12:30 Morgens aber jagte Jonatan ihnen nach, doch konnte er sie nicht mehr

erreichen; denn sie hatten bereits den Fluß Eleutherus

überschritten.
Kap 11,7

12:31 Da wandte sich Jonatan gegen die Araber, die Sabadäer heißen, schlug

sie und machte große Beute;

12:32 und er kam nach Damaskus und durchzog das ganze Land.

12:33 Simon aber brach auf und zog durch das Land bis Aschkelon und zu den

befestigten Städten in der Nähe; danach wandte er sich gegen Joppe.

Kap 10,74-76

12:34 Denn er hatte gehört, daß sie die Festung den Hauptleuten des

Demetrius übergeben wollten. Darum kam er ihnen zuvor, nahm Joppe

ein und legte Kriegsvolk hinein, um die Stadt zu schützen.

12:35 Danach kam Jonatan wieder heim und versammelte die Ältesten des

Volks und hielt mit ihnen darüber Rat, daß man einige Städte in

Judäa befestigen sollte.

12:36 Man sollte auch die Mauern von Jerusalem höher machen und zwischen

der Burg und der Stadt eine hohe Mauer bauen, die die Burg von der

Stadt trennen sollte, so daß die Leute auf der Burg keinen Ausfall

in die Stadt machen und auch nichts kaufen und verkaufen könnten.

Kap 9,52; 11,41

12:37 Da kam das Volk zusammen und fing an zu bauen, und weil die Mauer am

Bach im Osten verfallen war, bauten sie das Stück wieder auf, das

Kafnata heißt.

12:38 Und Simon baute die Burg Hadid im Hügelland und befestigte sie und

schützte sie mit starken Toren und Riegeln.
Tryphon nimmt Jonatan mit List gefangen

12:39 Nun hatte Tryphon vor, das Königreich Vorderasien an sich zu bringen

und sich die Krone aufzusetzen und den jungen König Antiochus zu

töten.
Kap 11,39; 11,54

12:40 Weil er aber befürchtete, Jonatan würde es verhindern und gegen ihn

ziehen, trachtete er auch danach, Jonatan gefangenzunehmen und

umzubringen. Darum zog er nach Bet-Schean.

12:41 Da zog Jonatan ihm mit vierzigtausend ausgesuchten Männern entgegen

und kam auch nach Bet-Schean.

12:42 Als aber Tryphon sah, daß Jonatan ein so großes Heer bei sich hatte,

fürchtete er sich, offen etwas gegen ihn zu unternehmen;

12:43 darum empfing er ihn mit Ehren und empfahl ihn allen seinen Freunden

und gab ihm Geschenke und gebot seinen Freunden und seinem Heer,

Jonatan gehorsam zu sein wie ihm selbst.

12:44 Und er sagte zu Jonatan: Warum bemühst du dein ganzes Kriegsvolk, da

wir doch keinen Krieg haben?

12:45 Laß sie wieder heimziehen. Doch wähle dir einige Leute aus, die bei

dir bleiben, und zieh mit mir nach Ptolemais. Diese Stadt und die

andern befestigten Städte und das übrige Kriegsvolk und alle

Amtleute will ich dir übergeben; denn ich muß wieder wegziehen.

Deshalb bin ich auch hierher gekommen; darum zieh doch mit mir.

Kap 10,39

12:46 Jonatan glaubte ihm und tat, wie er gesagt hatte, und ließ sein

Kriegsvolk heimziehen ins Land Juda
Kap 10,46

12:47 und behielt nur dreitausend Mann; davon ließ er zweitausend in

Galiläa, tausend aber zogen mit ihm.

12:48 Als nun Jonatan in die Stadt Ptolemais kam, schlossen die Einwohner

von Ptolemais die Tore und nahmen Jonatan gefangen, und alle, die

mit ihm gekommen waren, erstachen sie.

12:49 Und Tryphon schickte Fußvolk und Reiterei nach Galiläa und in die

große Ebene, um das übrige Kriegsvolk Jonatans auch umzubringen.

12:50 Als sie aber erfuhren, daß Jonatan gefangen und umgekommen war samt

seinen Leuten, sprachen sie sich Mut zu und rüsteten sich zur

Schlacht und zogen getrost gegen die Feinde.
Kap 13,23

12:51 Als aber die Feinde sahen, daß es ihnen ans Leben ging, weil jene

sich wehren wollten,

12:52 kehrten sie wieder um und zogen weg. Da zog das ganze Kriegsvolk

auch wieder heim ins Land Juda mit Frieden und hielt Totenklage um

Jonatan und die andern, die mit ihm umgekommen waren; und ganz

Israel trauerte sehr um Jonatan.
Kap 9,20-21

12:53 Und alle Heiden ringsum fingen an, das Volk zu bedrängen, und

sagten:

12:54 Sie haben kein Haupt und keinen Schutz mehr; nun wollen wir sie

bekämpfen und ausrotten und ihren Namen auf Erden vertilgen.

Simon tritt an die Stelle seines Bruders Jonatan

13:1 Als nun Simon hörte, daß Tryphon ein großes Heer beieinander hatte,

um das Land Juda anzugreifen und zugrunde zu richten,

13:2 und sah, daß dem Volk sehr angst und bange war, kam er nach

Jerusalem und versammelte das Volk

13:3 und tröstete sie und sagte zu ihnen: Ihr wißt, welche schweren

Kriege ich und meine Brüder und das ganze Haus meines Vaters für das

Gesetz und das Heiligtum geführt haben, und habt die Not gesehen, in

der ganz Israel gewesen ist;

13:4 in ihr sind alle meine Brüder für Israel umgekommen, und es lebt

keiner mehr außer mir.
Kap 2,2-5; 6,46; 9,18; 9,36; 9,38; 12,50

13:5 Nun möchte ich in dieser Trübsal mein Leben gewiß nicht schonen;

denn ich bin nicht besser als meine Brüder und möchte es nicht

besser haben als sie;

13:6 sondern ich will mein Volk, unser Heiligtum und eure Frauen und

Kinder rächen. Denn alle Heiden ringsum hassen uns und rotten sich

zusammen, um uns zu vernichten.
Kap 12,53

13:7 Als das Volk diese tröstlichen Worte hörte, faßte es neuen Mut

13:8 und antwortete darauf: Du sollst unser Hauptmann sein wie vorher

deine Brüder Judas und Jonatan und unsern Krieg führen.

13:9 Und wir wollen dir gehorsam sein in allem, was du uns gebietest.

13:10 Da rief Simon das ganze Kriegsvolk zusammen. Auch sorgte er dafür,

daß man eilends die Mauern von Jerusalem ausbaute, damit die Stadt

ringsumher gut geschützt und befestigt wäre.
Kap 10,10-11

13:11 Und er schickte Jonatan, den Sohn Abschaloms, mit einem neuen Heer

nach Joppe. Und Jonatan vertrieb die Feinde aus Joppe und blieb

dort in der Stadt.
Kap 12,33-34

Tryphon läßt Jonatan und Antiochus VI. Epiphanes töten

13:12 Da zog Tryphon von Ptolemais aus mit einem großen Heer, um ins Land

Juda einzufallen, und führte Jonatan gefangen mit.

Kap 12,48

13:13 Aber Simon zog gegen ihn und lagerte sich bei Hadid am Hügelland.

Kap 12,38

13:14 Als aber Tryphon erfuhr, daß Simon anstelle seines Bruders Jonatan

Hauptmann geworden war und mit ihm kämpfen wollte, sandte er Boten

zu Simon und ließ ihm sagen:

13:15 Ich habe deinen Bruder Jonatan wegen des Geldes, das er dem König

aus seinen Ämtern schuldig geblieben ist, gefangengenommen;

13:16 willst du mir nun hundert Zentner Silber schicken und zwei seiner

Söhne als Geiseln geben, damit er nicht von uns abfällt und sich

dann gegen uns stellt, wenn er frei geworden ist, so will ich ihn

dir losgeben.

13:17 Obwohl aber Simon genau merkte, daß es nichts als Betrug war, ließ

er dennoch das Geld und die Kinder holen, damit das Volk ihn nicht

anklagte,

13:18 Jonatan hätte umkommen müssen, weil er ihn nicht hätte auslösen

wollen.

13:19 Darum schickte er dem Tryphon die Kinder samt den hundert Zentnern.

Aber Tryphon hielt nicht Wort und wollte Jonatan nicht losgeben.

13:20 Danach kam Tryphon, um das Land zu verheeren, und umging es auf der

Straße, die nach Adora führt. Aber Simon war ihm mit seinem Heer

stets an der Seite; und wohin er auch zog, da stellte sich ihm Simon

in den Weg.

13:21 Es schickten auch die Leute auf der Burg Boten zu Tryphon, er

sollte, ehe sich's Simon versähe, durch die Wüste zu ihnen ziehen

und ihnen Nahrung bringen.
Kap 12,36

13:22 Darum wollte Tryphon mit seiner ganzen Reiterei sich eilends

aufmachen und zu ihnen kommen. Aber in dieser Nacht fiel ein sehr

tiefer Schnee; und er kam deswegen nicht durch. Deshalb brach er auf

und zog nach Gilead,

13:23 und bei Baskama ließ er Jonatan mit seinen Söhnen töten; die wurden

dort begraben.
Kap 12,50
13:24 Darauf zog Tryphon wieder in sein Land.

13:25 Da schickte Simon dorthin und ließ den Leichnam seines Bruders

Jonatan holen und legte ihn ins Grab in Modeïn, der Stadt seiner

Väter.
Kap 2,70; 9,19

13:26 Und ganz Israel trauerte und klagte um Jonatan lange Zeit.

13:27 Und Simon ließ über dem Grab seines Vaters und seiner Brüder ein

Denkmal bauen, hoch und weithin sichtbar, hinten und vorn aus

gehauenen Steinen,

13:28 und darauf ließ er sieben Pyramiden setzen, eine der andern

gegenüber: dem Vater, der Mutter und den vier Brüdern.

13:29 Und er ließ um sie herum große Säulen setzen und an den Säulen

Harnische anbringen zum ewigen Gedächtnis und neben den Harnischen

in Stein gehauene Schiffe, so daß es alle, die auf dem Meer fahren,

sehen konnten.

13:30 Dies Grab in Modeïn steht noch bis auf den heutigen Tag.

13:31 Aber Tryphon führte den jungen König Antiochus im Land herum und

tötete ihn hinterlistig.
Kap 12,39

13:32 Darauf wurde er selbst König an seiner Statt und setzte sich die

Krone Vorderasiens auf; und er bedrückte das Land schwer.

Simon erreicht die volle Freiheit für Israel

13:33 Aber Simon baute und befestigte viele Städte im Lande Juda mit

hohen Türmen und dicken Mauern und starken Toren und schaffte

Nahrung in die befestigten Städte;
Kap 12,35

13:34 und er schickte Boten zu König Demetrius und bat um Erleichterung

der Lasten, die ihm Tryphon auferlegt hatte; denn Tryphon hatte

lauter Raub und Mord im Lande verübt.
Kap 11,55
13:35 Darauf antwortete Demetrius und schrieb:

13:36 König Demetrius entbietet dem Hohenpriester Simon, dem Freund der

Könige, und den Ältesten und dem jüdischen Volk seinen Gruß.

13:37 Die goldene Krone samt der Palme, die ihr mir geschickt habt, haben

wir empfangen und sind bereit, einen guten Frieden mit euch zu

schließen und den Amtleuten zu schreiben, daß sie euch die Lasten

erleichtern, wie wir zugestanden haben.

13:38 Und was wir euch versprochen haben, das soll treu, stetig und fest

gehalten werden. Alle Festungen, die ihr gebaut habt, sollt ihr

behalten.

13:39 Und wir rechnen euch nicht an, was ihr aus Versehen oder mit Absicht

inzwischen gegen uns getan habt. Die Beiträge zum Ehrenkranz und

andere Abgaben, die Jerusalem hat geben müssen, erlassen wir euch.

Kap 11,35

13:40 Und wer unter euch geeignet ist, in unserm Heer zu dienen, der soll

bei uns eintreten. Und es soll zwischen uns Friede und Einigkeit

herrschen.
Kap 10,36

13:41 Im 170. Jahr wurde Israel befreit vom Joch der Heiden,

143/142 v. Chr.

13:42 und das Volk schrieb von jetzt an in Briefen und Verträgen: Im

ersten Jahr Simons, des großen Hohenpriesters und Feldhauptmanns und

Fürsten der Juden.

13:43 Zu dieser Zeit belagerte Simon die Stadt Geser und schloß sie ein;

er stellte Sturmböcke auf und führte sie an die Stadt heran und

eroberte einen Turm.

13:44 Und die, die auf den Turm kamen, sprangen in die Stadt. Da erschrak

das Volk in der Stadt und verzagte völlig,

13:45 und sie liefen mit Frauen und Kindern auf die Mauer und zerrissen

ihre Kleider und schrien laut und baten Simon um Gnade und sagten:

13:46 Bestrafe uns nicht für unsern Widerstand, sondern sei uns gnädig, so

wollen wir gern gehorsam sein!

13:47 Das jammerte Simon, so daß er sie nicht tötete. Aber er befahl

ihnen, aus der Stadt wegzuziehen, und ließ die Häuser wieder

reinigen, in denen sie Götzen aufgestellt hatten.
2. Chr 34,3-7

13:48 Darauf zog er hinein in die Stadt und dankte und lobte Gott und ließ

alles wegtun und ausrotten, was unrein macht, und setzte Leute

hinein, die Gottes Gesetz hielten, und befestigte die Stadt und

baute sich selbst ein Haus darin.

13:49 Und die Leute auf der Burg von Jerusalem wurden belagert, so daß

niemand heraus- oder hineinkommen und weder kaufen noch verkaufen

konnte; und sie litten so großen Hunger, daß viele vor Hunger

sterben mußten.
Kap 12,36

13:50 Darum schrien sie zu Simon und baten um Frieden. Da erwies ihnen

Simon Gnade und ließ sie leben, aber sie mußten aus der Burg

wegziehen. Und Simon ließ die Burg wieder reinigen von allem, was

unrein macht,

13:51 und nahm sie ein am dreiundzwanzigsten Tage des zweiten Monats im

171. Jahr und zog hinein mit Lobgesang und Palmenzweigen und

Saitenspiel und dankte Gott, daß Israel diesen starken Feind endlich

losgeworden war.
Mai 142 v. Chr.

13:52 Und er gebot, daß man diesen Tag jährlich mit Freuden begehen

sollte.

13:53 Auch befestigte er den Berg des Tempels neben der Burg noch mehr und

wohnte dort oben, er und die er bei sich hatte.
Kap 10,10-11

13:54 Und weil Simon sah, daß sein Sohn Johannes ein tüchtiger Mann war,

setzte er ihn zum Hauptmann über das ganze Kriegsvolk ein und ließ

ihn in Geser wohnen.

Demetrius II. Nikator gerät in Medien in Gefangenschaft

14:1 Im 172. Jahr rüstete sich König Demetrius und zog nach Medien, um

Hilfe zum Kampf gegen Tryphon zu holen.
141/140 v. Chr.

14:2 Als aber Arsakes, der König von Persien und Medien, hörte, daß

Demetrius in sein Königreich eingefallen war, ließ er einen seiner

Hauptleute gegen ihn ziehen und befahl ihm, ihn gefangenzunehmen und

lebendig zu ihm zu bringen.

Gemeint ist der Partherkönig Mithridates, der Persien und Medien

kürzlich besetzt hatte. Weil diese Länder bis dahin zum

Seleuzidenreich gerechnet wurden, fühlte sich Demetrius noch

berechtigt, in diesem Gebiet Truppen auszuheben.

14:3 Dieser Hauptmann zog hin, schlug das Heer des Demetrius, nahm ihn

gefangen und brachte ihn seinem König Arsakes. Da hielt ihn Arsakes

gefangen und ließ ihn bewachen.
Simon regiert in Frieden

14:4 Da kam das Land Juda zur Ruhe, und es blieb Friede, solange Simon

lebte. Und Simon regierte sehr gut und tat dem Lande viel Gutes, so

daß sie ihn gern zum Herrn hatten sein Leben lang.

14:5 Zu dem, was er sonst Rühmliches tat, machte er die Stadt Joppe zum

Hafen und schuf eine Zufahrt für die Schiffe nach den Inseln des

Meeres.
Kap 13,11

14:6 Und er erwarb seinem Volk mehr Land und erweiterte seine Grenzen

und befreite und holte viele zusammen, die vorher unterdrückt und

gefangen waren.
2. Mose 34,24

14:7 Er besetzte Geser und Bet-Zur und die Burg von Jerusalem und

reinigte sie; und niemand wagte sich ihm zu widersetzen.

Kap 13,43-48; Kap 11,65-66; Kap 13,50-51

14:8 Jeder bebaute sein Feld in Frieden; und das Land gab sein Gewächs,

und die Bäume auf dem Felde brachten ihre Früchte.

3. Mose 26,4

14:9 Die Ältesten saßen im Rat und hielten auf gute Ordnung, und die

jungen Männer gingen im Schmuck ihrer Kriegsrüstung einher.

Sach 8,4-5

14:10 Simon beschaffte auch für die Städte Vorrat von Korn und rüstete

sie mit Bollwerken aus, und er war berühmt in aller Welt.

Kap 13,33

14:11 Er hielt den Frieden im Lande aufrecht, so daß lauter Freude in

Israel herrschte.
3. Mose 26,6

14:12 Und jeder saß unter seinem Weinstock und unter seinem Feigenbaum,

und niemand brauchte sich zu fürchten, denn niemand auf Erden wagte

sie anzugreifen.
Mi 4,4

14:13 Und die Könige von Syrien konnten ihnen zu der Zeit keinen Schaden

mehr antun.

14:14 Und er sprach Recht im Land und schützte alle Armen unter seinem

Volk gegen Gewalt und bestrafte alles Unrecht und vernichtete die

Gottlosen.
Ps 72,4

14:15 Dem Heiligtum gab er neuen Glanz und ließ noch mehr heilige Geräte

anfertigen.
Simon bekräftigt die Verträge mit Rom und Sparta

14:16 Und als man in Rom und in Sparta hörte, wie Jonatan umgekommen war,

waren alle tief betrübt.
Kap 13,23

14:17 Als aber die Römer hörten, daß sein Bruder Simon an seiner Stelle

Hoherpriester geworden war und über das Land und seine Städte

herrschte und die Feinde verjagt hatte,

14:18 erneuerten sie die Freundschaft und das Bündnis, das sie früher mit

seinen Brüdern Judas und Jonatan geschlossen hatten, und schrieben

das auf eherne Tafeln und schickten sie ihm.
Kap 8,21-22; 12,1

14:19 Diese Schrift las man in Jerusalem dem Volk vor.

14:20 Auch die Spartaner schrieben an Simon: Der Rat und die Bürger von

Sparta entbieten dem Hohenpriester Simon und den Ältesten und den

Priestern und dem übrigen jüdischen Volk, ihren Brüdern, ihren Gruß.

14:21 Eure Boten sind zu uns gekommen und haben uns berichtet, daß ihr

eure Feinde ehrenvoll überwunden habt und nun in Frieden lebt; das

ist uns eine große Freude.
Kap 12,2

14:22 Wir haben auch in unser öffentliches Stadtbuch schreiben lassen, was

sie gesagt haben: Die Boten der Juden, Numenius, der Sohn des

Antiochus, und Antipater, der Sohn Jasons, sind zu uns gekommen, um

die Freundschaft zwischen den Juden und uns zu erneuern.

Kap 12,16

14:23 Und wir haben beschlossen, daß man diese Boten mit Ehren empfangen

und ihre Rede in unser Stadtbuch schreiben lassen sollte dem Volk

der Spartaner zum Gedächtnis. Die Abschrift davon schicken wir dem

Hohenpriester Simon.

14:24 Darauf sandte Simon den Numenius wieder nach Rom, um einen großen

goldenen Schild dorthin zu bringen, tausend Pfund schwer, und das

Bündnis mit ihnen zu erneuern.
Die Juden danken Simon und übertragen ihm das
Hohepriesteramt und das Fürstentum

14:25 Als nun das Volk davon hörte, sagte es: Wie können wir Simon und

seinen Söhnen Dank erweisen?

14:26 Denn er und seine Brüder haben sich tapfer gehalten und Israels

Feinde vertrieben und ihm die Freiheit verschafft. Und das alles

ließen sie auf eherne Tafeln schreiben, damit man sie an den

Pfeilern auf dem Berge Zion anbrachte.
Kap 11,37

14:27 Und die Schrift lautete: Am achtzehnten Tag des Monats Elul im 172.

Jahr, im dritten Jahr des großen Hohenpriesters Simon,

Kap 13,42
September 141 v. Chr.

14:28 des Fürsten des Volkes Gottes, ist in der großen Versammlung der

Priester und des Volks und der Oberen des Volks und der Ältesten aus

dem ganzen Lande Juda jedem kund und offenbar gemacht worden: In den

großen, schweren Kriegen, die in unserm Lande gewesen sind,

14:29 haben Simon, der Sohn des Mattatias, aus dem Geschlecht Jojaribs,

und seine Brüder ihr Leben gewagt und den Feinden ihres Volks

Widerstand geleistet, damit das Heiligtum und Gottes Gesetz nicht

vernichtet würden, und haben ihrem Volk großen Ruhm erworben.

Kap 2,1-5

14:30 Denn Jonatan brachte das Volk wieder zusammen und ergriff die

Herrschaft und wurde Hoherpriester. Als er aber starb,

Kap 9,73; Kap 10,20

14:31 da kamen die Feinde wieder und wollten das Land zugrunde richten

und das Heiligtum verwüsten.
Kap 12,53-54

14:32 Da setzte sich Simon zur Wehr und führte den Krieg für sein Volk

und verschaffte den Kriegsleuten seines Volks Waffen und gab ihnen

Sold von seinem eignen Geld und Gut;
Kap 13,7-10; Neh 5,14

14:33 und er befestigte die Städte im Lande Juda und Bet-Zur an der

Grenze Judäas, wo die Feinde vorher ihre Waffen und Kriegsrüstung

verwahrt hatten, und legte Juden als Besatzung hinein.

Vers 7

14:34 Er befestigte auch Joppe am Meer und Geser an den Grenzen von

Aschdod; denn Geser war vorher eine Festung der Feinde gewesen; aber

Simon eroberte es und legte Juden hinein, und was für ihren

Unterhalt nötig war, gab er ihnen.
Kap 13,11; Kap 13,43-48

14:35 Weil nun das Volk Simons große Treue erfahren hatte und wußte,

welchen Ruhm er seinem Volk verschaffen wollte, wählten sie ihn zu

ihrem Fürsten und Hohenpriester wegen all dieser Taten und seiner

Frömmigkeit und der Treue, die er seinem Volk erwiesen hatte, und

weil er auf jede Weise darum bemüht gewesen war, sein Volk zu

erhöhen.
Kap 13,42

14:36 Denn in seiner Zeit gab Gott Glück, daß durch seine Hand die Heiden

aus unserm Lande vertrieben wurden, die sich auf der Burg von

Jerusalem, der Stadt Davids, aufhielten, aus der sie Ausfälle

unternahmen und alles rings um das Heiligtum unrein machten und den

reinen Gottesdienst störten.
(36 und 37) Kap 13,50-53

14:37 Aber Simon eroberte die Burg und legte Juden hinein, um das Land und

die Stadt zu schützen, und baute die Mauern Jerusalems noch weiter

aus.

14:38 Und König Demetrius bestätigte ihn im Hohepriesteramt

(38 und 39) Kap 13,36

14:39 und ernannte ihn zu seinem Freund und erwies ihm große Ehre.

14:40 Denn er hatte gehört, daß die Römer die Juden Freunde,

Bundesgenossen und Brüder genannt und Simons Boten mit Ehren

aufgenommen hatten.
Vers 18

14:41 Darum haben das jüdische Volk und ihre Priester eingewilligt, daß

Simon für immer ihr Fürst und Hoherpriester sein sollte, so lange,

bis ihnen Gott einen rechten Propheten erwecken würde;

Kap 4,46; 5. Mose 18,15

14:42 er sollte auch ihr Feldhauptmann sein, für das Heiligtum sorgen und

Amtleute einsetzen über die öffentlichen Arbeiten, über das Land und

alle Kriegsrüstungen und Festungen.

14:43 Und alle sollten ihm gehorsam sein, und alle Erlasse sollten in

seinem Namen ausgehen; und er sollte Purpur und Gold tragen dürfen.

Kap 13,42; Kap 11,58

14:44 Das alles sollte treu und fest gehalten werden vom ganzen Volk und

allen Priestern, und niemand dürfte sich dem widersetzen, was er

geboten hatte. Es sollte auch niemand Macht haben, ohne seinen

Willen das Volk im Lande zusammenzurufen oder Purpur und eine

goldene Spange zu tragen, als er allein.

14:45 Wer aber dagegen handeln oder sich unterstehen würde, diese Ordnung

zu brechen, der machte sich schuldig. -

14:46 So gelobte das ganze Volk, Simon gehorsam zu sein.

14:47 Und Simon willigte ein, daß er Hoherpriester und Feldhauptmann und

Fürst der Juden mit ihren Priestern sein und alles regieren wollte.

14:48 Und das Volk beschloß, daß man diese Entscheidung auf eherne Tafeln

schreiben, diese sichtbar im Vorhof des Tempels anbringen

14:49 und eine Abschrift in die Schatzkammer legen sollte, damit sie Simon

und seine Nachkommen allezeit zu finden wüßten.
Antiochus VII. Sidetes wirbt um die Freundschaft
der Juden im Kampf gegen Tryphon

15:1 Es schrieb auch König Antiochus, der Sohn des Demetrius, von den

Inseln aus an Simon, den Hohenpriester und Fürsten der Juden, und

das ganze jüdische Volk:
Kap 14,3

15:2 König Antiochus entbietet dem Hohenpriester und Fürsten Simon und

dem jüdischen Volk seinen Gruß.

15:3 Nachdem mir einige Aufrührer mein Erbkönigtum genommen haben,

15:4 gedenke ich es wieder einzunehmen und so wiederherzustellen, wie es

früher war. Und darum habe ich fremdes Kriegsvolk angenommen und

Kriegsschiffe bauen lassen und will in das Königreich ziehen, um die

Aufrührer zu bestrafen, die großen Schaden in meinem Königreich

angerichtet und viele Städte verwüstet haben.

15:5 Darum erlasse auch ich dir alle Abgaben, die dir die Könige früher

erlassen haben, und was sie dir sonst an Geschenken erlassen haben,

Kap 11,34-36

15:6 und gebe dir das Recht, eigne Münze in deinem Lande zu schlagen.

15:7 Und Jerusalem und das Heiligtum sollen frei sein. Du sollst auch

alle Kriegsrüstung behalten, die du hergestellt hast, und alle

Festungen, die du gebaut und bisher besetzt gehalten hast.

Kap 10,31-32

15:8 Und ich erlasse dir alles, was man dem König schuldig ist oder

künftig dem König schulden wird, von jetzt an für alle Zeiten.

15:9 Und wenn wir unser Königreich wieder erobern, wollen wir dir und

deinem Volk und dem Tempel noch größere Ehre erweisen, so daß ihr im

ganzen Königreich gerühmt werden sollt.

15:10 Im 174. Jahr kam Antiochus wieder in sein Erbland. Und alles

Kriegsvolk lief von Tryphon zu ihm über, so daß nur sehr wenige bei

Tryphon blieben.
Kap 13,31-32
139/138 v. Chr.

15:11 Als ihm nun König Antiochus nachzog, flüchtete er nach Dor ans Meer;

15:12 denn er sah, daß es mit ihm zu Ende war und daß das Kriegsvolk von

ihm abfiel.

15:13 Aber Antiochus belagerte Dor mit hundertzwanzigtausend Mann zu Fuß

und achttausend Reitern

15:14 und schloß die Stadt ringsum ein, und die Schiffe griffen vom Meer

aus an, und er bedrängte die Stadt zu Land und zu Wasser, so daß

niemand heraus- oder hineinkommen konnte.

Die Römer stellen einen Schutzbrief für die Juden aus

15:15 Um diese Zeit kamen Numenius und die andern, die mit ihm gesandt

waren, von Rom zurück und brachten Schreiben an die Könige und

Länder, die so lauteten:
Kap 12,16

15:16 Luzius, Konsul der Römer, entbietet dem König Ptolemäus seinen Gruß.

15:17 Simon, der Hohepriester, und das jüdische Volk, unsre Freunde, haben

Boten zu uns gesandt, um die Freundschaft und das Bündnis zwischen

uns zu erneuern,

15:18 und haben uns dabei einen goldenen Schild von tausend Pfund

geschickt.
Kap 14,24

15:19 Darum schreiben wir an die Könige und Länder, daß sie nichts gegen

die Juden unternehmen, auch nicht gegen sie und ihre Städte und ihr

Land kämpfen sollen; daß sie auch niemand gegen sie unterstützen

sollen;

15:20 denn wir haben den Schild von ihnen angenommen.

15:21 Wenn etwa einige Aufrührer aus ihrem Lande zu euch geflohen sind, so

sollt ihr sie dem Hohenpriester Simon ausliefern, damit er sie nach

seinem Gesetz bestraft.

15:22 So schrieb Luzius auch an König Demetrius, an Attalus, an

Ariarathes, an Arsakes
Kap 14,2

15:23 und in alle Länder, auch nach Sampsame und an die Spartaner, nach

Delos, Myndos, Sikyon, Karien, Samos, Pamphylien, Lyzien,

Halikarnaß, Rhodos, Phaselis, Kos, Side, Arados, Gortyna, Knidos,

Zypern und Kyrene.

15:24 Und Abschriften von diesen Schreiben sandten sie dem Hohenpriester

Simon und dem jüdischen Volk.

Antiochus VII. Sidetes wendet sich gegen die Juden

15:25 König Antiochus aber begann die Belagerung von Dor am zweiten Tage;

er führte immerfort Kriegsleute heran und machte Sturmböcke und

schloß Tryphon ein, so daß niemand heraus- und hineinkommen konnte.

Vers 13-14

15:26 Und Simon schickte Antiochus zweitausend Mann zu Hilfe, gutes,

auserlesenes Kriegsvolk, und viel Gold und Silber und Waffen.

15:27 Aber Antiochus wollte das nicht annehmen und hielt nicht, was er

ihm früher zugesagt hatte, und wandte sich ganz von Simon ab

Vers 5-9

15:28 und sandte einen seiner Freunde, der Athenobius hieß, zu ihm, um mit

ihm zu verhandeln. Der sollte ihm sagen: Ihr habt Joppe und Geser

und die Burg von Jerusalem eingenommen, was alles zu meinem

Königreich gehört,

15:29 und habt das Land ringsum verheert und großen Schaden in meinem

Königreich angerichtet und viele Orte in meinem Erbland eingenommen.

15:30 Darum fordere ich die Städte von euch zurück, die ihr mir

weggenommen habt, und den Tribut der Orte, die ihr außerhalb des

Landes Juda besetzt haltet.

15:31 Wenn ihr mir aber das nicht wieder zurückgeben wollt, so gebt mir

für die Städte fünfhundert Zentner Silber und für den Schaden, den

ihr angerichtet habt, und für den Tribut der Städte noch fünfhundert

Zentner dazu. Wenn ihr aber auch das nicht tun wollt, so werden wir

kommen und gegen euch Krieg führen.

15:32 Als nun Athenobius, der Freund des Königs, nach Jerusalem kam und

die glänzende Hofhaltung Simons und die prächtige Tafel mit den

goldenen und silbernen Geräten und die zahlreiche Dienerschaft sah,

wunderte er sich sehr und richtete aus, was ihm der König befohlen

hatte.

15:33 Darauf gab ihm Simon diese Antwort: Das Land, das wir wieder erobert

haben, ist unser väterliches Erbe und gehört sonst niemand. Unsre

Feinde haben es aber eine Zeitlang mit Gewalt und Unrecht besetzt

gehalten.
Jos 14,1

15:34 Wir aber haben das Unsere wieder an uns gebracht, weil die Zeit für

uns günstig war, und haben niemand das Seine genommen.

15:35 Wenn du aber darüber Klage führst, daß wir Joppe und Geser

eingenommen haben, so war der Grund für unser Handeln dieser: Man

richtete von dort in unserm Volk und unserm Lande großen Schaden an.

Doch wollen wir für beide Städte hundert Zentner bezahlen. Darauf

gab Athenobius keine Antwort,
Kap 10,74-76; 13,43-48; 2. Makk 12,3-4

15:36 sondern wurde zornig und zog wieder davon zum König und sagte ihm

Simons Antwort und berichtete ihm von seiner Pracht und von allem,

was er gesehen hatte. Da wurde der König sehr zornig.

15:37 Tryphon aber flüchtete auf einem Schiff nach Orthosia.

15:38 Da machte der König den Kendebäus zum Hauptmann über das Land am

Meer und gab ihm Reiter und Fußvolk

15:39 und befahl ihm, sich an der Grenze Judäas zu lagern und die Stadt

Kidron zu befestigen und ihre Tore zu verstärken und von dort

Einfälle ins Land der Juden zu machen. Der König aber jagte Tryphon

nach, um ihn gefangenzunehmen.

15:40 Als nun Kendebäus nach Jamnia kam, griff er die Juden an, verheerte

ihr Land und ließ eine Menge Menschen umbringen und viele Leute

gefangennehmen und führte sie weg; und er befestigte die Stadt

Kidron

15:41 und legte Reiter und Fußvolk hinein, damit sie von dort an der

Grenze Ausfälle machen und auf den Straßen Judäas umherstreifen

sollten, wie der König befohlen hatte.
Simons Söhne schlagen die Syrer

16:1 Darum zog Johannes von Geser zu seinem Vater Simon hinauf und

berichtete ihm, daß Kendebäus Einfälle in ihr Land gemacht und

Schaden angerichtet hätte.
Kap 13,54

16:2 Da rief Simon seine zwei ältesten Söhne zu sich, Judas und Johannes,

und sagte zu ihnen: Ich und meine Brüder und das ganze Haus meines

Vaters haben von Jugend auf bis zu dieser Zeit gegen die Feinde des

Volks Israel Kriege geführt, und Gott hat uns das Glück gegeben, daß

Israel oft durch unsre Hände errettet worden ist.

16:3 Weil ich aber nun alt und schwach bin, so sollt ihr an meine

Stelle und an die Stelle meiner Brüder treten und sollt ausziehen

und für unser Volk kämpfen. Gott möge euch vom Himmel helfen und

bei euch sein!
Kap 2,49; Kap 2,65-66; Kap 3,19

16:4 Und er ließ im Lande zwanzigtausend Kriegsleute und Reiter

auswählen. Mit diesem Heer zogen Johannes und Judas gegen Kendebäus

und lagerten über Nacht in Modeïn.
Kap 2,1; 2,70

16:5 Morgens aber, als sie von Modeïn in die Ebene kamen, zog ihnen ein

großes Heer zu Fuß und zu Roß entgegen. Nun war ein reißender Bach

zwischen beiden Heeren.

16:6 Da zog Johannes mit seinem Kriegsvolk an den Bach und wandte sich

gegen die Feinde. Als er aber sah, daß das Kriegsvolk Angst hatte,

in das Wasser zu gehen, da wagte er sich zuerst hinein und kam durch

das Wasser. Als seine Leute das sahen, folgten sie ihm.

16:7 Danach stellte Johannes die Schlachtordnung auf und ordnete die

Reiter zwischen dem Fußvolk an. Aber die Feinde hatten eine viel

stärkere Reiterei.

16:8 Als aber Johannes die Posaunen der Priester blasen ließ und die

Feinde angriff, da wandte sich Kendebäus zur Flucht mit seinem

Heer, und viele wurden verwundet und erstochen; die übrigen aber

flohen in die Festung.
4. Mose 10,9; Kap 15,38-41

16:9 In dieser Schlacht wurde Judas, der Bruder des Johannes, verwundet;

aber Johannes jagte den Feinden nach bis zur Festung Kidron.

16:10 Und die Feinde flohen in die Türme im Gebiet von Aschdod. Da

verbrannte Johannes die Türme, so daß zweitausend Mann von den

Feinden umkamen. Danach zog Johannes wieder heim ins Land Juda mit

Frieden.
Simon wird von seinem Schwiegersohn ermordet

16:11 Es war aber ein Amtmann im Lande Jericho, mit Namen Ptolemäus, der

Sohn Abubs; der war sehr reich,

16:12 und der Hohepriester Simon hatte ihm eine Tochter zur Frau gegeben.

16:13 Darum war er stolz und trachtete danach, Herr im Lande zu werden,

und er faßte einen Plan, wie er Simon und seine Söhne hinterlistig

umbringen könnte.

16:14 Als nun Simon im Lande Juda umherzog, um nach den Städten zu sehen

und für ihre Ordnung zu sorgen, und nach Jericho kam mit zwei

Söhnen, Mattatias und Judas, im 177. Jahr, im elften Monat, der

Schebat heißt,
Februar 135 v. Chr.

16:15 da empfing sie der Sohn Abubs in seiner Burg mit Namen Dok, die er

sich gebaut hatte, und richtete ihnen ein herrliches Mahl zu; aber

es war nichts als Betrug, denn heimlich versteckte er dort

Kriegsvolk.

16:16 Und als Simon und seine Söhne fröhlich waren und viel getrunken

hatten, stand Ptolemäus mit seinen Leuten auf, und sie nahmen ihre

Waffen und kamen hinein zu Simon beim Mahl und schlugen ihn samt

beiden Söhnen und einigen von seinen Leuten tot.

16:17 So eine schändliche Tat verübte Ptolemäus in Israel und vergalt

Gutes mit Bösem.
Jer 18,20

Simons Nachfolger wird sein Sohn Johannes Hyrkanus

16:18 Danach schrieb Ptolemäus dies an König Antiochus und bat ihn, daß er

ihm Kriegsvolk zu Hilfe schicken und ihm das Land und die Städte mit

allen Abgaben übertragen möchte.

16:19 Und er sandte Leute nach Geser, um Johannes umzubringen, und schrieb

an die Hauptleute, daß sie zu ihm kommen sollten; dann wollte er

ihnen viel Sold und Geschenke geben.

16:20 Auch schickte er Kriegsvolk, um Jerusalem und das Heiligtum

einzunehmen.

16:21 Aber ein Bote kam vorher nach Geser; der sagte Johannes, daß sein

Vater und seine Brüder umgekommen waren und daß Leute unterwegs

wären, um auch ihn umzubringen.

16:22 Als Johannes das hörte, entsetzte er sich sehr und ließ die Leute

gefangennehmen, die geschickt worden waren, um ihn umzubringen. Und

als er feststellte, daß sie ihn wirklich hatten ermorden wollen,

ließ er sie töten.

16:23 Was aber Johannes danach weiter getan hat und die Kriege, die er

geführt, und wie er regiert und wie er die Mauern gebaut und was er

sonst getan hat,

16:24 das ist alles beschrieben in einem eignen Buch über seine Regierung,

von der Zeit an, als er nach seinem Vater Hoherpriester geworden

war.

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