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00Inhalt
01MOSE1
02MOSE2
03MOSE3
04MOSE4
05MOSE5
06JOSUA
07RICHTER
08RUTH
09SAMUEL1
10SAMUEL2
11KOENIGE1
12KOENIGE2
13CHRONIK1
14CHRONIK2
15ESRA
15NEHEMIA
16ESTER
17HIOB
18PSALME
19SPRUECHE
20PREDIGER
21HOHELIED
22JESAJA
23JEREMIA
24KLAGEL
25HESEKIEL
26DANIEL
27HOSEA
28JOEL
29AMOS
30OBADJA
31JONA
32MICHA
33NAHUM
34HABAKUK
35ZEFANJA
36HAGGAI
37SACHARJA
38MALEACHI
39JUDIT
40WEISHEIT
41TOBIAS
42BARUCH
43JESUSSIR
44MAKKAB1
45MAKKAB2
46STESTER
47STZUDAN
48GEBETMAN
99ERKLAER
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Die Bibel : 09SAMUEL1
Hannas Gebet und Samuels Geburt

1:1 Es war ein Mann von Ramatajim-Zofim, vom Gebirge Ephraim, der hieß

Elkana, ein Sohn Jerohams, des Sohnes Elihus, des Sohnes Tohus, des

Sohnes Zufs, ein Ephraimiter.
1. Chr 6,11-12; 6,19-20

1:2 Und er hatte zwei Frauen; die eine hieß Hanna, die andere Peninna.

Peninna aber hatte Kinder, und Hanna hatte keine Kinder.

1. Mose 29,31

1:3 Dieser Mann ging jährlich hinauf von seiner Stadt, um anzubeten und

dem HERRN Zebaoth zu opfern in Silo. Dort aber waren Hofni und

Pinhas, die beiden Söhne Elis, Priester des HERRN.

Jos 18,1

1:4 Wenn nun der Tag kam, daß Elkana opferte, gab er seiner Frau Peninna

und allen ihren Söhnen und Töchtern Stücke vom Opferfleisch.

1:5 Aber Hanna gab er ein Stück traurig; denn er hatte Hanna lieb,

obgleich der HERR ihren Leib verschlossen hatte.

1:6 Und ihre Widersacherin kränkte und reizte sie sehr, weil der HERR

ihren Leib verschlossen hatte.

1:7 So ging es alle Jahre; wenn sie hinaufzog zum Haus des HERRN,

kränkte jene sie. Dann weinte Hanna und aß nichts.

1:8 Elkana aber, ihr Mann, sprach zu ihr: Hanna, warum weinst du, und

warum issest du nichts? Und warum ist dein Herz so traurig? Bin ich

dir nicht mehr wert als zehn Söhne?

1:9 Da stand Hanna auf, nachdem sie in Silo gegessen und getrunken

hatten. Eli aber, der Priester, saß auf einem Stuhl am Türpfosten

des Tempels des HERRN.

1:10 Und sie war von Herzen betrübt und betete zum HERRN und weinte sehr

1:11 und gelobte ein Gelübde und sprach: HERR Zebaoth, wirst du das Elend

deiner Magd ansehen und an mich gedenken und deiner Magd nicht

vergessen und wirst du deiner Magd einen Sohn geben, so will ich

ihn dem HERRN geben sein Leben lang, und es soll kein Schermesser

auf sein Haupt kommen.
Am 2,11; Ri 13,5

1:12 Und als sie lange betete vor dem HERRN, achtete Eli auf ihren Mund;

1:13 denn Hanna redete in ihrem Herzen, nur ihre Lippen bewegten sich,

ihre Stimme aber hörte man nicht. Da meinte Eli, sie wäre betrunken,

1:14 und sprach zu ihr: Wie lange willst du betrunken sein? Gib den Wein

von dir, den du getrunken hast!

1:15 Hanna aber antwortete und sprach: Nein, mein Herr! Ich bin ein

betrübtes Weib; Wein und starkes Getränk hab ich nicht getrunken,

sondern mein Herz vor dem HERRN ausgeschüttet.

1:16 Du wollest deine Magd nicht für ein zuchtloses Weib halten, denn ich

hab aus meinem großen Kummer und Herzeleid so lange geredet.

1:17 Eli antwortete und sprach: Geh hin mit Frieden; der Gott Israels

wird dir die Bitte erfüllen, die du an ihn gerichtet hast.

1:18 Sie sprach: Laß deine Magd Gnade finden vor deinen Augen. Da ging

die Frau ihres Weges und aß und sah nicht mehr so traurig drein.

1:19 Und am andern Morgen machten sie sich früh auf. Und als sie

angebetet hatten vor dem HERRN, kehrten sie wieder um und kamen heim

nach Rama. Und Elkana erkannte Hanna, seine Frau, und der HERR

gedachte an sie.
1. Mose 30,22

1:20 Und Hanna ward schwanger; und als die Tage um waren, gebar sie einen

Sohn und nannte ihn Samuel; denn, so sprach sie, ich hab ihn von dem

HERRN erbeten.

1:21 Und als der Mann Elkana hinaufzog mit seinem ganzen Hause, um das

jährliche Opfer dem HERRN zu opfern und sein Gelübde zu erfüllen,

1:22 zog Hanna nicht mit hinauf, sondern sprach zu ihrem Mann: Wenn der

Knabe entwöhnt ist, will ich ihn bringen, daß er vor dem HERRN

erscheine und dort für immer bleibe.
2. Makk 7,28

1:23 Ihr Mann Elkana sprach zu ihr: So tu, wie dir's gefällt! Bleib, bis

du ihn entwöhnt hast; der HERR aber bestätige, was er geredet hat.

So blieb die Frau und stillte ihren Sohn, bis sie ihn entwöhnt

hatte.

1:24 Nachdem sie ihn entwöhnt hatte, nahm sie ihn mit sich hinauf nach

Silo, dazu einen dreijährigen Stier, einen Scheffel Mehl und einen

Krug Wein und brachte ihn in das Haus des HERRN. Der Knabe war aber

noch jung.
4. Mose 15,3; 15,8-11

1:25 Und sie schlachteten den Stier und brachten den Knaben zu Eli.

1:26 Und sie sprach: Ach, mein Herr, so wahr du lebst, mein Herr: ich bin

die Frau, die hier bei dir stand, um zum HERRN zu beten.

1:27 Um diesen Knaben bat ich. Nun hat der HERR mir die Bitte erfüllt,

die ich an ihn gerichtet hatte.

1:28 Darum gebe ich ihn dem HERRN wieder sein Leben lang, weil er vom

HERRN erbeten ist. Und sie beteten dort den HERRN an.

Vers 11
Lobgesang der Hanna

2:1 Und Hanna betete und sprach: Mein Herz ist fröhlich in dem HERRN,

mein Haupt ist erhöht in dem HERRN. Mein Mund hat sich weit aufgetan

wider meine Feinde, denn ich freue mich deines Heils.

(1-10) Lk 1,46-55

2:2 Es ist niemand heilig wie der HERR, außer dir ist keiner, und ist

kein Fels, wie unser Gott ist.

5. Mose 4,35; 1. Mose 49,24; 5. Mose 32,18; Ps 18,32

2:3 Laßt euer großes Rühmen und Trotzen, freches Reden gehe nicht aus

eurem Munde; denn der HERR ist ein Gott, der es merkt, und von ihm

werden Taten gewogen.

2:4 Der Bogen der Starken ist zerbrochen, und die Schwachen sind

umgürtet mit Stärke.

2:5 Die da satt waren, müssen um Brot dienen, und die Hunger litten,

hungert nicht mehr. Die Unfruchtbare hat sieben geboren, und die

viele Kinder hatte, welkt dahin.

2:6 Der HERR tötet und macht lebendig, führt hinab zu den Toten und

wieder herauf.
5. Mose 32,39; Ps 71,20

2:7 Der HERR macht arm und macht reich; er erniedrigt und erhöht.

Ps 75,8

2:8 Er hebt auf den Dürftigen aus dem Staub und erhöht den Armen aus

der Asche, daß er ihn setze unter die Fürsten und den Thron der Ehre

erben lasse. Denn der Welt Grundfesten sind des HERRN, und er hat

die Erde darauf gesetzt.
Ps 113,7-8

2:9 Er wird behüten die Füße seiner Heiligen, aber die Gottlosen sollen

zunichte werden in Finsternis; denn viel Macht hilft doch niemand.

Ps 33,16

2:10 Die mit dem HERRN hadern, sollen zugrunde gehen. Der Höchste im

Himmel wird sie zerschmettern, der HERR wird richten der Welt Enden.

Er wird Macht geben seinem Könige und erhöhen das Haupt seines

Gesalbten.

2:11 Und Elkana ging heim nach Rama in sein Haus; der Knabe aber war des

HERRN Diener vor dem Priester Eli.
Die Bosheit der Söhne Elis

2:12 Aber die Söhne Elis waren ruchlose Männer; die fragten nichts nach

dem HERRN

2:13 noch danach, was dem Priester zustände vom Volk. Wenn jemand ein

Opfer bringen wollte, so kam des Priesters Diener, wenn das Fleisch

kochte, und hatte eine Gabel mit drei Zacken in seiner Hand

(13-16) 3. Mose 3,2-5; 7,11-17; 7,28-34

2:14 und stieß in den Tiegel oder Kessel oder Pfanne oder Topf, und was

er mit der Gabel hervorzog, das nahm der Priester für sich. So taten

sie allen in Israel, die dorthin kamen nach Silo.

2:15 Desgleichen, ehe sie das Fett in Rauch aufgehen ließen, kam des

Priesters Diener und sprach zu dem, der das Opfer brachte: Gib mir

Fleisch für den Priester zum Braten, denn er will nicht gekochtes

Fleisch von dir nehmen, sondern rohes.

2:16 Wenn dann jemand zu ihm sagte: Laß erst das Fett in Rauch aufgehen

und nimm dann, was dein Herz begehrt, so sprach er zu ihm: Du sollst

mir's jetzt geben; wenn nicht, so nehme ich's mit Gewalt.

2:17 So war die Sünde der Männer sehr groß vor dem HERRN; denn sie

verachteten das Opfer des HERRN.

2:18 Samuel aber war ein Diener vor dem HERRN, und der Knabe war

umgürtet mit einem leinenen Priesterschurz.
(18 und 19) Kap 22,18; 2. Mose 28,4-6

2:19 Dazu machte ihm seine Mutter ein kleines Oberkleid und brachte es

ihm Jahr für Jahr, wenn sie mit ihrem Mann hinaufging, um das

jährliche Opfer darzubringen.

2:20 Und Eli segnete Elkana und seine Frau und sprach: Der HERR gebe dir

Kinder von dieser Frau anstelle des Erbetenen, den sie vom HERRN

erbeten hat. Und sie gingen zurück an ihren Ort.

2:21 Und der HERR suchte Hanna heim, daß sie schwanger ward, und sie

gebar noch drei Söhne und zwei Töchter. Aber der Knabe Samuel wuchs

auf bei dem HERRN.
Lk 1,80

2:22 Eli aber war sehr alt geworden. Wenn er nun alles erfuhr, was seine

Söhne ganz Israel antaten und daß sie bei den Frauen schliefen, die

vor der Tür der Stiftshütte dienten,
2. Mose 38,8

2:23 sprach er zu ihnen: Warum tut ihr solche bösen Dinge, von denen ich

höre im ganzen Volk?

2:24 Nicht doch, meine Söhne! Das ist kein gutes Gerücht, von dem ich

reden höre in des HERRN Volk.

2:25 Wenn jemand gegen einen Menschen sündigt, so kann es Gott

entscheiden. Wenn aber jemand gegen den HERRN sündigt, wer soll es

dann für ihn entscheiden? Aber sie gehorchten der Stimme ihres

Vaters nicht; denn der HERR war willens, sie zu töten.

Hiob 16,20-21

2:26 Aber der Knabe Samuel nahm immer mehr zu an Alter und Gunst bei dem

HERRN und bei den Menschen.
Lk 2,52
Ankündigung des Gerichts über das Haus Elis

2:27 Es kam aber ein Mann Gottes zu Eli und sprach zu ihm: So spricht der

HERR: Ich habe mich offenbart dem Hause deines Vaters, als die

Israeliten noch in Ägypten dem Hause des Pharao gehörten,

2:28 und hab's mir erwählt aus allen Stämmen Israels zum Priestertum, um

auf meinem Altar zu opfern und Räucherwerk zu verbrennen und den

Priesterschurz vor mir zu tragen, und ich habe dem Hause deines

Vaters alle Feueropfer Israels gegeben.
5. Mose 18,1; 4. Mose 18,8-20

2:29 Warum tretet ihr denn mit Füßen meine Schlachtopfer und Speisopfer,

die ich für meine Wohnung geboten habe? Und du ehrst deine Söhne

mehr als mich, daß ihr euch mästet von dem Besten aller Opfer meines

Volkes Israel.

2:30 Darum spricht der HERR, der Gott Israels: Ich hatte gesagt, dein

Haus und deines Vaters Haus sollten immerdar vor mir einhergehen.

Aber nun spricht der HERR: Das sei ferne von mir! Sondern wer mich

ehrt, den will ich auch ehren; wer aber mich verachtet, der soll

wieder verachtet werden.
2. Mose 28,1; Mal 3,16-18

2:31 Siehe, es wird die Zeit kommen, daß ich deinen Arm und den Arm des

Hauses deines Vaters abhauen will, daß es keinen Alten geben wird in

deinem Hause
1. Kön 2,27

2:32 und daß du deinen Widersacher im Heiligtum sehen wirst bei allem

Guten, das Israel geschehen wird, und es wird niemand alt werden in

deines Vaters Hause immerdar.

2:33 Doch nicht einen jeden will ich dir von meinem Altar ausrotten, daß

nicht deine Augen verschmachten und deine Seele sich gräme. Aber der

größte Teil deines Hauses soll sterben, wenn sie Männer geworden

sind.

2:34 Und das soll dir ein Zeichen sein, das über deine beiden Söhne,

Hofni und Pinhas, kommen wird; an einem Tag werden sie beide

sterben.
Kap 4,11

2:35 Ich aber will mir einen treuen Priester erwecken, der wird tun, wie

es meinem Herzen und meiner Seele gefällt. Dem will ich ein

beständiges Haus bauen, daß er vor meinem Gesalbten immerdar

einhergehe.
1. Kön 2,35; Hebr 5,4-6

2:36 Und wer übrig ist von deinem Hause, der wird kommen und vor jenem

niederfallen um ein Silberstück oder eine Scheibe Brot und wird

sagen: Laß mich doch Anteil haben am Priesteramt, daß ich einen

Bissen Brot zu essen habe.
Samuels Berufung

3:1 Und zu der Zeit, als der Knabe Samuel dem HERRN diente unter Eli,

war des HERRN Wort selten, und es gab kaum noch Offenbarung.

Am 8,11

3:2 Und es begab sich zur selben Zeit, daß Eli lag an seinem Ort, und

seine Augen hatten angefangen, schwach zu werden, so daß er nicht

mehr sehen konnte.

3:3 Die Lampe Gottes war noch nicht verloschen. Und Samuel hatte sich

gelegt im Heiligtum des HERRN, wo die Lade Gottes war.

(3 und 4) 4. Mose 7,89

3:4 Und der HERR rief Samuel. Er aber antwortete: Siehe, hier bin ich!

3:5 und lief zu Eli und sprach: Siehe, hier bin ich! Du hast mich

gerufen. Er aber sprach: Ich habe nicht gerufen; geh wieder hin und

lege dich schlafen. Und er ging hin und legte sich schlafen.

3:6 Der HERR rief abermals: Samuel! Und Samuel stand auf und ging zu Eli

und sprach: Siehe, hier bin ich! Du hast mich gerufen. Er aber

sprach: Ich habe nicht gerufen, mein Sohn; geh wieder hin und lege

dich schlafen.

3:7 Aber Samuel hatte den HERRN noch nicht erkannt, und des HERRN Wort

war ihm noch nicht offenbart.

3:8 Und der HERR rief Samuel wieder, zum drittenmal. Und er stand auf

und ging zu Eli und sprach: Siehe, hier bin ich! Du hast mich

gerufen. Da merkte Eli, daß der HERR den Knaben rief,

3:9 und sprach zu ihm: Geh wieder hin und lege dich schlafen; und wenn

du gerufen wirst, so sprich: Rede, HERR, denn dein Knecht hört.

Samuel ging hin und legte sich an seinen Ort.

3:10 Da kam der HERR und trat herzu und rief wie vorher: Samuel, Samuel!

Und Samuel sprach: Rede, denn dein Knecht hört.

3:11 Und der HERR sprach zu Samuel: Siehe, ich werde etwas tun in Israel,

wovon jedem, der es hören wird, beide Ohren gellen werden.

3:12 An dem Tage will ich über Eli kommen lassen, was ich gegen sein Haus

geredet habe; ich will es anfangen und vollenden.

3:13 Denn ich hab's ihm angesagt, daß ich sein Haus für immer richten

will um der Schuld willen, daß er wußte, wie sich seine Söhne

schändlich verhielten, und ihnen nicht gewehrt hat.

Kap 2,27-36

3:14 Darum habe ich dem Hause Eli geschworen, daß die Schuld des Hauses

Eli nicht gesühnt werden solle, weder mit Schlachtopfern noch mit

Speisopfern immerdar.

3:15 Und Samuel lag bis an den Morgen und tat dann die Türen auf am Hause

des HERRN. Samuel aber fürchtete sich, Eli anzusagen, was ihm

offenbart worden war.

3:16 Da rief ihn Eli und sprach: Samuel, mein Sohn! Er antwortete: Siehe,

hier bin ich!

3:17 Er sprach: Was war das für ein Wort, das er dir gesagt hat?

Verschweige mir nichts. Gott tue dir dies und das, wenn du mir etwas

verschweigst von all den Worten, die er dir gesagt hat.

3:18 Da sagte ihm Samuel alles und verschwieg ihm nichts. Er aber sprach:

Es ist der HERR; er tue, was ihm wohlgefällt.
2. Sam 15,26

3:19 Samuel aber wuchs heran, und der HERR war mit ihm und ließ keines

von allen seinen Worten zur Erde fallen.

3:20 Und ganz Israel von Dan bis Beerscheba erkannte, daß Samuel damit

betraut war, Prophet des HERRN zu sein.

3:21 Und der HERR erschien weiter zu Silo, denn der HERR offenbarte sich

Samuel zu Silo durch sein Wort. Und Samuels Wort erging an ganz

Israel.
Abweichende Verszählung statt 3,21 b: 4,1.
Die Bundeslade wird Israel genommen

4:1 Und es begab sich zu der Zeit, daß die Philister sich sammelten zum

Kampf gegen Israel. Israel aber zog aus, den Philistern entgegen, in

den Kampf und lagerte sich bei Eben-Eser. Die Philister aber hatten

sich gelagert bei Afek
Jos 15,53

4:2 und stellten sich Israel gegenüber auf. Und der Kampf breitete sich

aus, und Israel wurde von den Philistern geschlagen. Sie erschlugen

in der Feldschlacht etwa viertausend Mann.

4:3 Und als das Volk ins Lager kam, sprachen die Ältesten Israels: Warum

hat uns der HERR heute vor den Philistern geschlagen? Laßt uns die

Lade des Bundes des HERRN zu uns holen von Silo und laßt sie mit uns

ziehen, damit er uns errette aus der Hand unserer Feinde.

2. Mose 25,10; Jos 3,6; 3,11

4:4 Da sandte das Volk nach Silo und ließ von dort holen die Lade des

Bundes des HERRN Zebaoth, der über den Cherubim thront. Es waren

aber die beiden Söhne Elis bei der Lade des Bundes Gottes, Hofni und

Pinhas.
2. Mose 25,22; 2. Sam 6,2

4:5 Und als die Lade des Bundes des HERRN in das Lager kam, jauchzte

ganz Israel mit gewaltigem Jauchzen, so daß die Erde erdröhnte.

4:6 Als aber die Philister das Jauchzen hörten, sprachen sie: Was ist

das für ein gewaltiges Jauchzen im Lager der Hebräer? Und als sie

erfuhren, daß die Lade des HERRN ins Lager gekommen sei,

4:7 fürchteten sie sich und sprachen: Gott ist ins Lager gekommen, und

riefen: Wehe uns, denn solches ist bisher noch nicht geschehen!

4:8 Wehe uns! Wer will uns erretten aus der Hand dieser mächtigen

Götter? Das sind die Götter, die Ägypten schlugen mit allerlei Plage

in der Wüste.

4:9 So seid nun stark und seid Männer, ihr Philister, damit ihr nicht

dienen müßt den Hebräern, wie sie euch gedient haben! Seid Männer

und kämpft!
Ri 13,1

4:10 Da zogen die Philister in den Kampf, und Israel wurde geschlagen,

und ein jeder floh in sein Zelt. Und die Niederlage war sehr groß,

und es fielen aus Israel dreißigtausend Mann Fußvolk.

4:11 Und die Lade Gottes wurde weggenommen, und die beiden Söhne Elis,

Hofni und Pinhas, kamen um.
Kap 2,34
Elis Tod

4:12 Da lief einer von Benjamin aus dem Heerlager und kam am selben Tage

nach Silo und hatte seine Kleider zerrissen und Erde auf sein Haupt

gestreut.

4:13 Und siehe, als er hinkam, saß Eli auf seinem Stuhl und gab acht nach

der Straße hin; denn sein Herz bangte um die Lade Gottes. Und als

der Mann in die Stadt kam, tat er's kund, und die ganze Stadt schrie

auf.

4:14 Und als Eli das laute Schreien hörte, fragte er: Was ist das für ein

großer Lärm? Da kam der Mann eilends und sagte es Eli.

4:15 Eli aber war achtundneunzig Jahre alt, und seine Augen waren so

schwach, daß er nicht mehr sehen konnte.
Kap 3,2

4:16 Der Mann aber sprach zu Eli: Ich komme vom Heerlager und bin heute

aus der Schlacht geflohen. Er aber sprach: Wie ist's gegangen, mein

Sohn?

4:17 Da antwortete der Bote: Israel ist geflohen vor den Philistern, und

das Volk ist hart geschlagen, und deine beiden Söhne, Hofni und

Pinhas, sind tot; und die Lade Gottes ist weggenommen.

4:18 Als er aber von der Lade Gottes sprach, fiel Eli rücklings vom Stuhl

an der Tür und brach seinen Hals und starb, denn er war alt und ein

schwerer Mann. Er richtete aber Israel vierzig Jahre.

4:19 Seine Schwiegertochter aber, des Pinhas Frau, war schwanger und

sollte bald gebären. Als sie davon hörte, daß die Lade Gottes

weggenommen und ihr Schwiegervater und ihr Mann tot waren, kauerte

sie sich nieder und gebar; denn ihre Wehen überfielen sie.

4:20 Und als sie im Sterben lag, sprachen die Frauen, die um sie

standen: Fürchte dich nicht, du hast einen Sohn geboren! Aber sie

antwortete nicht und nahm's auch nicht mehr zu Herzen.

1. Mose 35,17

4:21 Und sie nannte den Knaben Ikabod, das ist »Die Herrlichkeit ist

hinweg aus Israel!« - weil die Lade Gottes weggenommen war, und

wegen ihres Schwiegervaters und ihres Mannes.
Kap 14,3; Ps 78,61

4:22 Darum sprach sie: Die Herrlichkeit ist hinweg aus Israel; denn die

Lade Gottes ist weggenommen.
Die Bundeslade bei den Philistern

5:1 Die Philister aber hatten die Lade Gottes weggenommen und brachten

sie von Eben-Eser nach Aschdod.
Jos 15,47

5:2 Dann nahmen sie die Lade Gottes und brachten sie in das Haus Dagons

und stellten sie neben Dagon.
Ri 16,23

5:3 Und als die Leute von Aschdod am andern Morgen sich früh aufmachten

und in das Haus Dagons kamen, sahen sie Dagon auf seinem Antlitz

liegen auf der Erde vor der Lade des HERRN. Und sie nahmen Dagon und

stellten ihn wieder an seinen Ort.

5:4 Aber als sie am andern Morgen sich wieder früh aufmachten, fanden

sie Dagon abermals auf seinem Antlitz auf der Erde vor der Lade des

HERRN liegen, aber sein Haupt und seine beiden Hände abgeschlagen

auf der Schwelle, so daß der Rumpf allein dalag.

5:5 Darum treten die Priester Dagons und alle, die in Dagons Haus gehen,

nicht auf die Schwelle Dagons in Aschdod bis auf diesen Tag.

Zef 1,9

5:6 Aber die Hand des HERRN lag schwer auf den Leuten von Aschdod, und

er brachte Verderben über sie und schlug sie mit bösen Beulen,

Aschdod und sein Gebiet.
Ps 78,66

5:7 Als aber die Leute von Aschdod sahen, daß es so zuging, sprachen

sie: Laßt die Lade des Gottes Israels nicht bei uns bleiben; denn

seine Hand liegt zu hart auf uns und unserm Gott Dagon.

5:8 Und sie sandten hin und versammelten alle Fürsten der Philister zu

sich und sprachen: Was sollen wir mit der Lade des Gottes Israels

machen? Da antworteten sie: Laßt die Lade des Gottes Israels nach

Gat tragen. Und sie trugen die Lade des Gottes Israels dorthin.

Jos 11,22

5:9 Als sie aber die Lade dahin getragen hatten, entstand in der Stadt

ein sehr großer Schrecken durch die Hand des HERRN; denn er schlug

die Leute in der Stadt, klein und groß, so daß an ihnen Beulen

ausbrachen.

5:10 Da sandten sie die Lade Gottes nach Ekron. Als aber die Lade Gottes

nach Ekron kam, schrien die Leute von Ekron: Sie haben die Lade des

Gottes Israels hergetragen zu mir, damit sie mich töte und mein

Volk!
Jos 15,45

5:11 Da sandten sie hin und versammelten alle Fürsten der Philister und

sprachen: Sendet die Lade des Gottes Israels zurück an ihren Ort,

damit sie mich und mein Volk nicht töte. Denn es kam ein tödlicher

Schrecken über die ganze Stadt; die Hand Gottes lag schwer auf ihr.

5:12 Und die Leute, die nicht starben, wurden geschlagen mit Beulen, und

das Geschrei der Stadt stieg auf gen Himmel.
Die Bundeslade kommt zurück

6:1 So war die Lade des HERRN sieben Monate im Lande der Philister.

6:2 Und die Philister beriefen ihre Priester und Wahrsager und sprachen:

Was sollen wir mit der Lade des HERRN machen? Laßt uns wissen, wie

wir sie an ihren Ort senden sollen!

6:3 Sie sprachen: Wollt ihr die Lade des Gottes Israels zurücksenden, so

sendet sie nicht ohne eine Gabe, sondern gebt ihm eine Sühnegabe; so

werdet ihr gesund werden, und es wird euch kundwerden, warum seine

Hand nicht von euch abläßt.

6:4 Sie aber sprachen: Was ist die Sühnegabe, die wir ihm geben sollen?

Sie antworteten: Fünf goldene Beulen und fünf goldene Mäuse nach der

Zahl der fünf Fürsten der Philister, denn es ist ein und dieselbe

Plage gewesen über euch alle und über eure Fürsten.

Jos 13,3

6:5 So macht nun Abbilder eurer Beulen und eurer Mäuse, die euer Land

zugrunde gerichtet haben, daß ihr dem Gott Israels die Ehre gebt.

Vielleicht wird seine Hand leichter werden über euch und über euren

Gott und über euer Land.

6:6 Warum verstockt ihr euer Herz, wie die Ägypter und der Pharao ihr

Herz verstockten? Ist's nicht so: als der HERR seine Macht an ihnen

bewies, ließen sie sie ziehen, so daß sie gehen konnten?

2. Mose 4,21; 2. Mose 12,31

6:7 So laßt nun einen neuen Wagen machen und nehmt zwei säugende Kühe,

auf die noch kein Joch gekommen ist; spannt sie an den Wagen und

laßt ihre Kälber daheimbleiben.

6:8 Aber die Lade des HERRN nehmt und stellt sie auf den Wagen, und die

Dinge aus Gold, die ihr ihm zur Sühnegabe gebt, tut in ein Kästlein

daneben. So sendet sie hin und laßt sie gehen.

6:9 Und seht zu: Geht sie den Weg hinauf in ihr Land auf Bet-Schemesch

zu, so hat Er uns dies große Übel angetan; wenn nicht, so wissen

wir, daß nicht seine Hand uns getroffen hat, sondern es uns zufällig

widerfahren ist.

6:10 So taten die Leute und nahmen zwei säugende Kühe und spannten sie an

einen Wagen und behielten ihre Kälber daheim

6:11 und stellten die Lade des HERRN auf den Wagen, dazu das Kästlein mit

den goldenen Mäusen und mit den Abbildern ihrer Beulen.

6:12 Und die Kühe gingen geradeswegs auf Bet-Schemesch zu, immer auf

derselben Straße, und brüllten immerfort und wichen weder zur

Rechten noch zur Linken; und die Fürsten der Philister gingen ihnen

nach bis zum Gebiet von Bet-Schemesch.
Jos 15,10

6:13 Die Leute von Bet-Schemesch aber schnitten eben den Weizen im Grund,

und als sie ihre Augen aufhoben, sahen sie die Lade und freuten

sich, sie zu sehen.

6:14 Der Wagen aber kam auf den Acker Joschuas von Bet-Schemesch und

stand dort still. Und dort lag ein großer Stein. Da spalteten sie

das Holz des Wagens und opferten die Kühe dem HERRN zum Brandopfer.

6:15 Die Leviten aber hoben die Lade des HERRN herab samt dem Kästlein,

das daneben stand und worin die Dinge aus Gold waren, und stellten

sie auf den großen Stein. Und die Leute von Bet-Schemesch opferten

dem HERRN am selben Tage Brandopfer und Schlachtopfer.

6:16 Als aber die fünf Fürsten der Philister das gesehen hatten, zogen

sie am selben Tage wieder nach Ekron.

6:17 Dies sind die goldenen Beulen, die die Philister dem HERRN als

Sühnegabe erstatteten: für Aschdod eine, für Gaza eine, für

Aschkelon eine, für Gat eine und für Ekron eine;

6:18 und goldene Mäuse nach der Zahl aller Städte der Philister unter den

fünf Fürsten, der festen Städte und der Dörfer. Und Zeuge ist der

große Stein, auf den sie die Lade des HERRN gestellt hatten. Er

liegt bis auf diesen Tag auf dem Acker Joschuas von Bet-Schemesch.

Die Lade kommt nach Kirjat-Jearim

6:19 Aber die Söhne Jechonjas freuten sich nicht mit den Leuten von

Bet-Schemesch, daß sie die Lade des HERRN sahen. Und der HERR

schlug unter ihnen siebzig Mann. Da trug das Volk Leid, daß er das

Volk so hart geschlagen hatte.
4. Mose 4,20; 2. Sam 6,6-7

6:20 Und die Leute von Bet-Schemesch sprachen: Wer kann bestehen vor dem

HERRN, diesem heiligen Gott? Und zu wem soll er von uns wegziehen?

6:21 Und sie sandten Boten zu den Bürgern von Kirjat-Jearim und ließen

ihnen sagen: Die Philister haben die Lade des HERRN zurückgebracht;

kommt herab und holt sie zu euch hinauf.
1. Chr 13,6; Ps 132,3-6

7:1 Da kamen die Leute von Kirjat-Jearim und holten die Lade des HERRN

herauf und brachten sie ins Haus Abinadabs auf dem Hügel, und seinen

Sohn Eleasar weihten sie, daß er über die Lade des HERRN wache.

3. Mose 8,1-36
Samuels Richteramt

7:2 Aber von dem Tage an, da die Lade des HERRN zu Kirjat-Jearim blieb,

verging eine lange Zeit; es wurden zwanzig Jahre. Dann wandte sich

das ganze Haus Israel zum HERRN.
Kap 6,21; Kap 4,22; 1. Chr 13,6

7:3 Samuel aber sprach zum ganzen Hause Israel: Wenn ihr euch von ganzem

Herzen zu dem HERRN bekehren wollt, so tut von euch die fremden

Götter und die Astarten und richtet euer Herz zu dem HERRN und dient

ihm allein, so wird er euch erretten aus der Hand der Philister.

1. Mose 35,2; Jos 24,23

7:4 Da taten die Israeliten von sich die Baale und Astarten und dienten

dem HERRN allein.
Ri 10,16

7:5 Samuel aber sprach: Versammelt ganz Israel in Mizpa, daß ich für

euch zum HERRN bete.
Kap 10,17; Jos 18,26; Ri 20,1

7:6 Und sie kamen zusammen in Mizpa und schöpften Wasser und gossen es

aus vor dem HERRN und fasteten an demselben Tage und sprachen dort:

Wir haben an dem HERRN gesündigt. So richtete Samuel die Israeliten

zu Mizpa.
2. Sam 23,16

7:7 Als aber die Philister hörten, daß die Israeliten zusammengekommen

waren in Mizpa, zogen die Fürsten der Philister hinauf gegen Israel.

Und die Israeliten hörten es und fürchteten sich vor den Philistern.

7:8 Und sie sprachen zu Samuel: Laß nicht ab, für uns zu schreien zu

dem HERRN, unserm Gott, daß er uns helfe aus der Hand der Philister.

(8 und 9) Kap 12,23; 1. Mose 20,7; 1. Kön 13,6; Jer 37,3; 7,16

7:9 Samuel nahm ein Milchlamm und opferte dem HERRN ein Brandopfer - als

Ganzopfer - und schrie zum HERRN für Israel, und der HERR erhörte

ihn.

7:10 Und während Samuel das Brandopfer opferte, kamen die Philister heran

zum Kampf gegen Israel. Aber der HERR ließ donnern mit großem Schall

über die Philister am selben Tage und schreckte sie, daß sie vor

Israel geschlagen wurden.

1. Mose 35,5; 2. Mose 14,24; 23,27; Jos 10,10; Ri 4,15

7:11 Da zogen die Männer Israels aus von Mizpa und jagten den Philistern

nach und schlugen sie bis unterhalb von Bet-Kar.

7:12 Da nahm Samuel einen Stein und stellte ihn auf zwischen Mizpa und

Schen und nannte ihn »Eben-Eser« und sprach: Bis hierher hat uns

der HERR geholfen.
d. h. Stein der Hilfe.

7:13 So wurden die Philister gedemütigt und kamen nicht mehr in das

Gebiet Israels. Und die Hand des HERRN lag schwer auf den

Philistern, solange Samuel lebte.

7:14 Auch eroberte Israel die Städte zurück, die die Philister ihnen

genommen hatten, von Ekron bis Gat samt ihrem Gebiet; die errettete

Israel aus der Hand der Philister. Und Israel hatte Frieden mit den

Amoritern.

7:15 Samuel aber richtete Israel sein Leben lang

Ri 10,1-5; 12,7-14

7:16 und zog Jahr für Jahr umher und kam nach Bethel und Gilgal und

Mizpa. Und wenn er Israel an allen diesen Orten gerichtet hatte,

7:17 kam er wieder nach Rama - denn da war sein Haus -, und dort

richtete er Israel. Auch baute er dort dem HERRN einen Altar.

Jos 18,25
Israel begehrt einen König

8:1 Als aber Samuel alt geworden war, setzte er seine Söhne als Richter

über Israel ein.

8:2 Sein erstgeborener Sohn hieß Joel und der andere Abija, und sie

waren Richter zu Beerscheba.
1. Chr 6,13; Am 8,14

8:3 Aber seine Söhne wandelten nicht in seinen Wegen, sondern suchten

ihren Vorteil und nahmen Geschenke und beugten das Recht.

5. Mose 16,19

8:4 Da versammelten sich alle Ältesten Israels und kamen nach Rama zu

Samuel
Kap 7,17

8:5 und sprachen zu ihm: Siehe, du bist alt geworden, und deine Söhne

wandeln nicht in deinen Wegen. So setze nun einen König über uns,

der uns richte, wie ihn alle Heiden haben.
5. Mose 17,14-20; Hos 13,10; Apg 13,21

8:6 Das mißfiel Samuel, daß sie sagten: Gib uns einen König, der uns

richte. Und Samuel betete zum HERRN.

8:7 Der HERR aber sprach zu Samuel: Gehorche der Stimme des Volks in

allem, was sie zu dir gesagt haben; denn sie haben nicht dich,

sondern mich verworfen, daß ich nicht mehr König über sie sein

soll.

2. Mose 15,18; 4. Mose 23,21; 5. Mose 33,5; Ps 24,7-10; 74,12

Jes 6,5

8:8 Sie tun dir, wie sie immer getan haben von dem Tage an, da ich sie

aus Ägypten führte, bis auf diesen Tag, daß sie mich verlassen und

andern Göttern gedient haben.

8:9 So gehorche nun ihrer Stimme. Doch warne sie und verkünde ihnen das

Recht des Königs, der über sie herrschen wird.

8:10 Und Samuel sagte alle Worte des HERRN dem Volk, das von ihm einen

König forderte,

8:11 und sprach: Das wird des Königs Recht sein, der über euch herrschen

wird: Eure Söhne wird er nehmen für seinen Wagen und seine Gespanne,

und daß sie vor seinem Wagen her laufen,

8:12 und zu Hauptleuten über tausend und über fünfzig, und daß sie ihm

seinen Acker bearbeiten und seine Ernte einsammeln, und daß sie

seine Kriegswaffen machen und was zu seinen Wagen gehört.

8:13 Eure Töchter aber wird er nehmen, daß sie Salben bereiten, kochen

und backen.

8:14 Eure besten Äcker und Weinberge und Ölgärten wird er nehmen und

seinen Großen geben.

8:15 Dazu von euren Kornfeldern und Weinbergen wird er den Zehnten nehmen

und seinen Kämmerern und Großen geben.

8:16 Und eure Knechte und Mägde und eure besten Rinder und eure Esel wird

er nehmen und in seinen Dienst stellen.

8:17 Von euren Herden wird er den Zehnten nehmen, und ihr müßt seine

Knechte sein.

8:18 Wenn ihr dann schreien werdet zu der Zeit über euren König, den ihr

euch erwählt habt, so wird euch der HERR zu derselben Zeit nicht

erhören.

8:19 Aber das Volk weigerte sich, auf die Stimme Samuels zu hören, und

sie sprachen: Nein, sondern ein König soll über uns sein,

8:20 daß wir auch seien wie alle Heiden, daß uns unser König richte und

vor uns her ausziehe und unsere Kriege führe!

8:21 Und als Samuel alle Worte des Volks gehört hatte, sagte er sie vor

den Ohren des HERRN.

8:22 Der HERR aber sprach zu Samuel: Gehorche ihrer Stimme und mache

ihnen einen König. Und Samuel sprach zu den Männern Israels: Geht

hin, ein jeder in seine Stadt.
Saul sucht Eselinnen und kommt zu Samuel

9:1 Es war ein Mann von Benjamin, mit Namen Kisch, ein Sohn Abiëls, des

Sohnes Zerors, des Sohnes Bechorats, des Sohnes Afiachs, des Sohnes

eines Benjaminiters, ein angesehener Mann.

9:2 Der hatte einen Sohn mit Namen Saul; der war ein junger, schöner

Mann, und es war niemand unter den Israeliten so schön wie er, eines

Hauptes länger als alles Volk.

9:3 Es hatte aber Kisch, der Vater Sauls, die Eselinnen verloren. Und er

sprach zu seinem Sohn Saul: Nimm einen der Knechte mit dir, mach

dich auf, geh hin und suche die Eselinnen.

9:4 Und sie gingen durch das Gebirge Ephraim und durch das Gebiet von

Schalischa und fanden sie nicht; sie gingen durch das Gebiet von

Schaalim, und sie waren nicht da; sie gingen durchs Gebiet von

Benjamin und fanden sie nicht.

9:5 Als sie aber ins Gebiet von Zuf kamen, sprach Saul zu dem Knecht,

der bei ihm war: Komm, laß uns wieder heimgehen; mein Vater könnte

sich sonst statt um die Eselinnen um uns sorgen.
Kap 10,2

9:6 Der aber sprach: Siehe, es ist ein berühmter Mann Gottes in dieser

Stadt; alles, was er sagt, das trifft ein. Nun laß uns dahin gehen;

vielleicht sagt er uns unsern Weg, den wir gehen sollen.

9:7 Saul aber sprach zu seinem Knecht: Wenn wir schon hingehen, was

bringen wir dem Mann? Denn das Brot in unserm Sack ist verzehrt, und

wir haben keine Gabe, die wir dem Mann Gottes bringen könnten. Was

haben wir sonst?

9:8 Der Knecht antwortete Saul abermals und sprach: Siehe, ich hab einen

Viertel-Silbertaler bei mir; den wollen wir dem Mann Gottes geben,

daß er uns unsern Weg sage.

9:10 Saul sprach zu seinem Knecht: Du hast recht geredet; komm, laß uns

gehen! Und als sie hingingen nach der Stadt, wo der Mann Gottes war,

Der Zusammenhang erfordert die hier vorgenommene Umstellung des

Verses.

9:11 und den Aufgang zur Stadt hinaufstiegen, trafen sie Mädchen, die

herausgingen, um Wasser zu schöpfen. Zu ihnen sprachen sie: Ist der

Seher hier? -

9:9 Vorzeiten sagte man in Israel, wenn man ging, Gott zu befragen:

Kommt, laßt uns zu dem Seher gehen! Denn die man jetzt Propheten

nennt, die nannte man vorzeiten Seher. -
4. Mose 24,3-4; 2. Kön 17,13; 1. Chr 9,22
Siehe oben zu Vers 10.

9:12 Sie antworteten ihnen: Ja, er war gerade vor dir da; eile, denn er

ist heute in die Stadt gekommen, weil das Volk heute ein Opferfest

hat auf der Höhe.

9:13 Wenn ihr in die Stadt kommt, so werdet ihr ihn finden, ehe er

hinaufgeht auf die Höhe, um zu essen. Denn das Volk wird nicht

essen, bis er kommt; er segnet erst das Opfer, danach essen die, die

geladen sind. Darum geht hinauf, denn jetzt werdet ihr ihn treffen.

9:14 Und als sie hinauf zur Stadt kamen und in die Stadt eintraten,

siehe, da kam Samuel heraus ihnen entgegen und wollte auf die Höhe

gehen.
Samuel salbt Saul zum König

9:15 Aber der HERR hatte Samuel das Ohr aufgetan einen Tag, bevor Saul

kam, und gesagt:

9:16 Morgen um diese Zeit will ich einen Mann zu dir senden aus dem Lande

Benjamin, den sollst du zum Fürsten salben über mein Volk Israel,

daß er mein Volk errette aus der Philister Hand. Denn ich habe das

Elend meines Volks angesehen, und sein Schreien ist vor mich

gekommen.

9:17 Als nun Samuel Saul sah, tat ihm der HERR kund: Siehe, das ist der

Mann, von dem ich dir gesagt habe, daß er über mein Volk herrschen

soll.

9:18 Da trat Saul auf Samuel zu im Tor und sprach: Sage mir, wo ist hier

das Haus des Sehers?

9:19 Samuel antwortete Saul: Ich bin der Seher. Geh vor mir hinauf auf

die Höhe, denn ihr sollt heute mit mir essen; morgen früh will ich

dir das Geleit geben, und auf alles, was du auf dem Herzen hast,

will ich dir Antwort geben.
2. Mose 24,11

9:20 Und um die Eselinnen, die du vor drei Tagen verloren hast, sorge

dich jetzt nicht; sie sind gefunden. Wem gehört denn alles, was

wertvoll ist in Israel? Gehört es nicht dir und dem ganzen Hause

deines Vaters?

9:21 Saul antwortete: Bin ich nicht ein Benjaminiter und aus einem der

kleinsten Stämme Israels, und ist nicht mein Geschlecht das

geringste unter allen Geschlechtern des Stammes Benjamin? Warum

sagst du mir solches?
Kap 15,17

9:22 Samuel aber nahm Saul und seinen Knecht und führte sie in die Halle

und setzte sie obenan unter die Geladenen; und das waren etwa

dreißig Mann.

9:23 Und Samuel sprach zu dem Koch: Gib das Stück her, das ich dir gab

und dabei befahl, du solltest es bei dir zurückbehalten.

9:24 Da trug der Koch eine Keule auf und den Fettschwanz. Und er legte

sie Saul vor und sprach: Siehe, hier ist das Übriggebliebene, lege

es vor dich hin und iß; denn als ich das Volk einlud, ist es für

dich aufbewahrt worden für diese Stunde. So aß Saul an jenem Tage

mit Samuel.

9:25 Und als sie hinabgegangen waren von der Höhe der Stadt, machten sie

Saul ein Lager auf dem Dach,

9:26 und er legte sich schlafen. Und als die Morgenröte aufging, rief

Samuel zum Dach hinauf und sprach zu Saul: Steh auf, daß ich dich

geleite! Und Saul stand auf, und die beiden gingen miteinander

hinaus, er und Samuel.

9:27 Und als sie hinabkamen an das Ende der Stadt, sprach Samuel zu Saul:

Sage dem Knecht, daß er uns vorangehe - und er ging voran -, du aber

steh jetzt still, daß ich dir kundtue, was Gott gesagt hat.

10:1 Da nahm Samuel den Krug mit Öl und goß es auf sein Haupt und küßte

ihn und sprach: Siehe, der HERR hat dich zum Fürsten über sein

Erbteil gesalbt.

10:2 Wenn du jetzt von mir gehst, so wirst du zwei Männer finden bei dem

Grabe Rahels an der Grenze Benjamins bei Zelzach; die werden zu dir

sagen: Die Eselinnen sind gefunden, die du zu suchen ausgezogen

bist; aber siehe, dein Vater hat die Esel nicht mehr im Sinn und

sorgt sich um euch und spricht: Was soll ich wegen meines Sohnes

tun?
1. Mose 35,19

10:3 Und wenn du von da weiter gehst, wirst du zur Eiche Tabor kommen;

dort werden dich drei Männer treffen, die hinaufgehen zu Gott nach

Bethel. Einer trägt drei Böcklein, der andere drei Brote, der dritte

einen Krug mit Wein.

10:4 Und sie werden dich freundlich grüßen und dir zwei Brote geben. Die

sollst du von ihren Händen annehmen.

10:5 Danach wirst du nach Gibea Gottes kommen, wo die Wache der Philister

ist; und wenn du dort in die Stadt kommst, wird dir eine Schar von

Propheten begegnen, die von der Höhe herabkommen, und vor ihnen her

Harfe und Pauke und Flöte und Zither, und sie werden in Verzückung

sein.

10:6 Und der Geist des HERRN wird über dich kommen, daß du mit ihnen in

Verzückung gerätst; da wirst du umgewandelt und ein anderer Mensch

werden.
Ri 13,25

10:7 Wenn bei dir nun diese Zeichen eintreffen, so tu, was dir vor die

Hände kommt; denn Gott ist mit dir.

10:8 Du sollst aber vor mir hinabgehen nach Gilgal; siehe, da will ich zu

dir hinabkommen, um Brandopfer und Dankopfer zu opfern. Sieben Tage

sollst du warten, bis ich zu dir komme und dir kundtue, was du tun

sollst.
Kap 13,8

10:9 Und als Saul sich wandte, um von Samuel wegzugehen, gab ihm Gott ein

anderes Herz, und alle diese Zeichen trafen ein an demselben Tag.

10:10 Und als sie nach Gibea kamen, siehe, da kam ihm eine Prophetenschar

entgegen, und der Geist Gottes geriet über ihn, daß er mit ihnen in

Verzückung geriet.
(10-12) Kap 19,20-24

10:11 Als sie sahen, daß er mit den Propheten in Verzückung war, sprachen

alle, die ihn früher gekannt hatten, untereinander: Was ist mit dem

Sohn des Kisch geschehen? Ist Saul auch unter den Propheten?

10:12 Und einer von dort sprach: Wer ist denn schon ihr Vater? Daher ist

das Sprichwort gekommen: Ist Saul auch unter den Propheten?

10:13 Und als seine Verzückung aufgehört hatte, kam er nach Gibea.

10:14 Es sprach aber Sauls Oheim zu ihm und zu seinem Knecht: Wo seid ihr

hingegangen? Er antwortete: Die Eselinnen zu suchen; und als wir

sahen, daß sie nicht da waren, gingen wir zu Samuel.

10:15 Da sprach der Oheim Sauls: Sage mir, was sagte euch Samuel?

10:16 Saul antwortete seinem Oheim: Er sagte uns, daß die Eselinnen

gefunden seien. Aber was Samuel von dem Königtum gesagt hatte, sagte

er ihm nicht.
Saul wird als König anerkannt

10:17 Samuel aber rief das Volk zusammen zum HERRN nach Mizpa

Kap 7,5

10:18 und sprach zu den Israeliten: So sagt der HERR, der Gott Israels:

Ich habe Israel aus Ägypten geführt und euch aus der Hand der

Ägypter errettet und aus der Hand aller Königreiche, die euch

bedrängten.

10:19 Ihr aber habt heute euren Gott verworfen, der euch aus aller eurer

Not und Bedrängnis geholfen hat, und habt gesprochen: Nein, setze

vielmehr einen König über uns! Wohlan, so tretet nun vor den HERRN

nach euren Stämmen und Tausendschaften!
Kap 8,7

10:20 Als nun Samuel alle Stämme Israels herantreten ließ, fiel das Los

auf den Stamm Benjamin.
Kap 14,41-42; Jos 7,16

10:21 Und als er den Stamm Benjamin herantreten ließ mit seinen

Geschlechtern, fiel das Los auf das Geschlecht Matri, und als er das

Geschlecht Matri herantreten ließ, Mann für Mann, fiel das Los auf

Saul, den Sohn des Kisch. Und sie suchten ihn, aber sie fanden ihn

nicht.

10:22 Da befragten sie abermals den HERRN: Ist denn der Mann überhaupt

hergekommen? Der HERR antwortete: Siehe, er hat sich bei dem Troß

versteckt.

10:23 Da liefen sie hin und holten ihn von dort. Und als er unter das Volk

trat, war er eines Hauptes länger als alles Volk.

10:24 Und Samuel sprach zu allem Volk: Da seht ihr, wen der HERR erwählt

hat; ihm ist keiner gleich im ganzen Volk. Da jauchzte das ganze

Volk und sprach: Es lebe der König!
Mt 21,9

10:25 Samuel aber tat dem Volk das Recht des Königtums kund und schrieb's

in ein Buch und legte es vor dem HERRN nieder. Und Samuel entließ

das ganze Volk, einen jeden in sein Haus.
5. Mose 17,14-20

10:26 Auch Saul ging heim nach Gibea, und mit ihm gingen die vom Heer,

denen Gott das Herz gerührt hatte.

10:27 Aber einige ruchlose Leute sprachen: Was soll der uns helfen? Und

sie verachteten ihn und brachten ihm kein Geschenk. Aber er tat, als

hörte er's nicht.
Kap 11,12
Sauls Sieg über die Ammoniter

11:1 Es zog aber herauf Nahasch, der Ammoniter, und belagerte Jabesch in

Gilead. Und alle Männer von Jabesch sprachen zu Nahasch: Schließ

einen Bund mit uns, so wollen wir dir untertan sein.

Kap 31,11

11:2 Aber Nahasch, der Ammoniter, antwortete ihnen: Das soll der Bund

sein, den ich mit euch schließen will, daß ich euch allen das rechte

Auge aussteche und bringe damit Schmach über ganz Israel.

11:3 Da sprachen zu ihm die Ältesten von Jabesch: Gib uns sieben Tage,

daß wir Boten in das ganze Gebiet Israels senden; ist dann niemand

da, der uns rette, so wollen wir zu dir hinausgehen.

11:4 Da kamen die Boten nach Gibea Sauls und sagten diese Worte vor den

Ohren des Volks. Da erhob das ganze Volk seine Stimme und weinte.

11:5 Und siehe, da kam Saul vom Felde hinter den Rindern her und fragte:

Was ist mit dem Volk, daß es weint? Da berichteten sie ihm die Worte

der Männer von Jabesch.

11:6 Da geriet der Geist Gottes über Saul, als er diese Worte hörte, und

sein Zorn entbrannte sehr.
Ri 13,25

11:7 Und er nahm ein Paar Rinder und zerstückte sie und sandte davon in

das ganze Gebiet Israels durch die Boten und ließ sagen: Wer nicht

mit Saul und Samuel auszieht, mit dessen Rindern soll man ebenso

tun. Da fiel der Schrecken des HERRN auf das Volk, so daß sie

auszogen wie ein Mann.
Ri 19,29

11:8 Und er musterte sie bei Besek, und die von Israel waren

dreihunderttausend Mann und die Männer Judas dreißigtausend.

11:9 Und er sagte den Boten, die gekommen waren: So sagt den Männern von

Jabesch in Gilead: Morgen soll euch Hilfe werden, wenn die Sonne

beginnt, heiß zu scheinen. Als die Boten heimkamen und das den

Männern von Jabesch verkündeten, wurden diese froh.

11:10 Und die Männer von Jabesch ließen den Ammonitern sagen: Morgen

wollen wir zu euch hinausgehen, daß ihr mit uns alles tut, was euch

gefällt.

11:11 Aber am andern Morgen teilte Saul das Volk in drei Heerhaufen, und

sie kamen ins Lager um die Zeit der Morgenwache und schlugen die

Ammoniter, bis der Tag heiß wurde; die aber übrigblieben, wurden

zerstreut, so daß von ihnen nicht zwei beieinander blieben.

11:12 Da sprach das Volk zu Samuel: Wer sind die, die gesagt haben:

Sollte Saul über uns herrschen? Gebt sie her, die Männer, daß wir

sie töten.
Kap 10,27

11:13 Saul aber sprach: Es soll an diesem Tage niemand sterben; denn der

HERR hat heute Heil gegeben in Israel.
Kap 14,45

11:14 Samuel sprach zum Volk: Kommt, laßt uns nach Gilgal gehen und dort

das Königtum erneuern.
Kap 10,8

11:15 Da ging das ganze Volk nach Gilgal, und sie machten Saul dort zum

König vor dem HERRN in Gilgal und opferten Dankopfer vor dem HERRN.

Saul aber und alle Männer Israels freuten sich dort gar sehr.

Samuel legt sein Richteramt nieder

12:1 Da sprach Samuel zu ganz Israel: Siehe, ich habe eurer Stimme

gehorcht in allem, was ihr mir gesagt habt, und habe einen König

über euch gesetzt.
Kap 8,7; 8,22; Kap 11,15

12:2 Siehe, nun wird euer König vor euch herziehen; ich aber bin alt und

grau geworden, und meine Söhne sind bei euch. Ich bin vor euch

hergegangen von meiner Jugend an bis auf diesen Tag.

12:3 Hier stehe ich. Nun tretet gegen mich auf vor dem HERRN und seinem

Gesalbten! Wessen Rind oder Esel hab ich genommen, wem hab ich

Gewalt oder Unrecht getan? Aus wessen Hand hab ich ein Geschenk

angenommen, um mir damit die Augen blenden zu lassen? Ich will's

euch zurückgeben.
4. Mose 16,15

12:4 Sie sprachen: Du hast uns weder Gewalt noch Unrecht getan und von

niemand etwas genommen.

12:5 Er sprach zu ihnen: Der HERR ist euch gegenüber Zeuge und heute auch

sein Gesalbter, daß ihr nichts in meiner Hand gefunden habt. Sie

sprachen: Ja, Zeuge sollen sie sein.

12:6 Und Samuel sprach zum Volk: Der HERR ist's, der Mose und Aaron

eingesetzt und eure Väter aus Ägyptenland geführt hat.

12:7 So tretet nun her, daß ich mit euch rechte vor dem HERRN wegen aller

Wohltaten des HERRN, die er an euch und euren Vätern getan hat.

12:8 Als Jakob nach Ägypten gekommen war, schrien eure Väter zu dem

HERRN, und der HERR sandte Mose und Aaron, um eure Väter aus Ägypten

zu führen und sie in diesem Land wohnen zu lassen.

2. Mose 3,7

12:9 Aber als sie den HERRN, ihren Gott, vergaßen, verkaufte er sie in

die Hand Siseras, des Feldhauptmanns von Hazor, und in die Hand

der Philister und in die Hand des Königs von Moab; die kämpften

gegen sie.
Ri 4,2; Ri 10,7; 13,1; Ri 3,12

12:10 Und sie schrien zum HERRN und sprachen: Wir haben gesündigt, daß

wir den HERRN verlassen und den Baalen und den Astarten gedient

haben; nun aber errette uns aus der Hand unserer Feinde, so wollen

wir dir dienen.
4. Mose 21,7; Jos 7,20; Ri 10,10; Dan 9,9-19

12:11 Da sandte der HERR Jerubbaal, Barak, Jeftah und Samuel und

errettete euch aus der Hand eurer Feinde ringsum und ließ euch

sicher wohnen.
Ri 6,14; 6,32; Ri 4,6; Ri 11,29; Kap 7,3

12:12 Als ihr aber saht, daß Nahasch, der König der Ammoniter, gegen euch

zog, spracht ihr zu mir: Nein, sondern ein König soll über uns

herrschen, obwohl doch der HERR, euer Gott, euer König ist.

Kap 11,1-2; Kap 8,19

12:13 Nun, da ist euer König, den ihr erwählt und erbeten habt; denn

siehe, der HERR hat einen König über euch gesetzt.

12:14 Möchtet ihr doch den HERRN fürchten und ihm dienen und seiner Stimme

gehorchen und dem Munde des HERRN nicht ungehorsam sein, und möchtet

ihr und euer König, der über euch herrscht, dem HERRN, eurem Gott,

folgen!

12:15 Werdet ihr aber der Stimme des HERRN nicht gehorchen, sondern seinem

Munde ungehorsam sein, so wird die Hand des HERRN gegen euch sein

wie gegen eure Väter.
Ri 2,15

12:16 So tretet nun herzu und seht, was der HERR Großes vor euren Augen

tun wird.

12:17 Ist nicht jetzt die Weizenernte? Ich will aber den HERRN anrufen,

daß er soll donnern und regnen lassen, damit ihr innewerdet und

seht, daß ihr getan habt, was dem HERRN mißfiel, als ihr euch einen

König erbeten habt.

12:18 Und als Samuel den HERRN anrief, ließ der HERR donnern und regnen an

demselben Tage. Da fürchtete das ganze Volk den HERRN und Samuel gar

sehr

12:19 und sprach zu Samuel: Bitte für deine Knechte den HERRN, deinen

Gott, daß wir nicht sterben; denn zu allen unsern Sünden haben wir

noch das Unrecht getan, daß wir uns einen König erbeten haben.

12:20 Samuel aber sprach zum Volk: Fürchtet euch nicht! Ihr habt zwar all

das Unrecht getan, doch weicht nicht vom HERRN ab, sondern dienet

dem HERRN von ganzem Herzen

12:21 und folgt nicht den nichtigen Götzen nach; denn sie nützen nicht

und können nicht erretten, weil sie nichtig sind.
5. Mose 32,37-38; Jes 41,29

12:22 Der HERR verstößt sein Volk nicht um seines großen Namens willen;

denn es hat dem HERRN gefallen, euch zu seinem Volk zu machen.

2. Mose 19,6

12:23 Es sei aber auch ferne von mir, mich an dem HERRN dadurch zu

versündigen, daß ich davon abließe, für euch zu beten und euch zu

lehren den guten und richtigen Weg!

Kap 7,8-9; 1. Mose 18,23-32; 2. Mose 32,11 - 34,32

12:24 Nur fürchtet den HERRN und dienet ihm treu von ganzem Herzen; denn

seht doch, wie große Dinge er an euch getan hat.
5. Mose 6,12-15

12:25 Werdet ihr aber Unrecht tun, so werdet ihr und euer König verloren

sein.
Beginn des Krieges gegen die Philister

13:1 Saul war. . . Jahre alt, als er König wurde, und zwei Jahre

regierte er über Israel.

Die Angabe über das Alter Sauls ist ausgefallen; für die

Regierungszeit Sauls finden sich verschiedene Überlieferungen; vgl.

Apg 13,21.

13:2 Er erwählte sich dreitausend Mann aus Israel. Zweitausend waren mit

Saul in Michmas und auf dem Gebirge von Bethel und eintausend mit

Jonatan zu Gibea in Benjamin. Das übrige Volk aber entließ er, einen

jeden in sein Zelt.

13:3 Da erschlug Jonatan die Wache der Philister, die in Gibea war; und

die Philister hörten, daß die Hebräer abgefallen waren. Saul aber

hatte die Posaune blasen lassen im ganzen Land.
Kap 14,49

13:4 Und ganz Israel hörte: Saul hat die Wache der Philister erschlagen,

und Israel hat sich in Verruf gebracht bei den Philistern. Und alles

Volk wurde zusammengerufen, um Saul nach Gilgal zu folgen.

13:5 Da sammelten sich die Philister zum Kampf mit Israel, dreitausend

Wagen, sechstausend Gespanne und Fußvolk, soviel wie Sand am Ufer

des Meeres, und zogen herauf und lagerten sich bei Michmas, östlich

von Bet-Awen.

13:6 Als aber die Männer Israels sahen, daß das Volk in Gefahr und

Bedrängnis war, verkrochen sie sich in die Höhlen und Klüfte und

Felsen und Gewölbe und Gruben.

13:7 Es gingen aber auch Hebräer durch die Furten des Jordans ins Land

Gad und Gilead. Saul aber war noch in Gilgal; und alles Volk, das

ihm folgte, war voll Angst.

13:8 Da wartete er sieben Tage bis zu der Zeit, die von Samuel bestimmt

war. Und als Samuel nicht nach Gilgal kam, begann das Volk von Saul

wegzulaufen.
Kap 10,8

13:9 Da sprach er: Bringt mir her das Brandopfer und die Dankopfer. Und

er brachte das Brandopfer dar.

13:10 Als er aber das Brandopfer vollendet hatte, siehe, da kam Samuel. Da

ging Saul ihm entgegen, um ihm den Segensgruß zu entbieten.

13:11 Samuel aber sprach: Was hast du getan? Saul antwortete: Ich sah, daß

das Volk von mir wegzulaufen begann, und du kamst nicht zur

bestimmten Zeit, während doch die Philister sich schon in Michmas

versammelt hatten.

13:12 Da dachte ich: Nun werden die Philister zu mir herabkommen nach

Gilgal, und ich habe die Gnade des HERRN noch nicht gesucht; da

wagte ich's und opferte Brandopfer.

13:13 Samuel aber sprach zu Saul: Du hast töricht gehandelt und nicht

gehalten das Gebot des HERRN, deines Gottes, das er dir geboten hat.

Er hätte dein Königtum bestätigt über Israel für und für.

13:14 Aber nun wird dein Königtum nicht bestehen. Der HERR hat sich einen

Mann gesucht nach seinem Herzen, und der HERR hat ihn bestellt zum

Fürsten über sein Volk; denn du hast das Gebot des HERRN nicht

gehalten.
Kap 16,1; Apg 13,22

13:15 Und Samuel machte sich auf und ging von Gilgal hinauf und zog seines

Weges. Die Übrigen vom Volk aber zogen hinter Saul her dem

Kriegsvolk entgegen von Gilgal hinauf nach Gibea in Benjamin. Und

Saul musterte das Volk, das bei ihm war, etwa sechshundert Mann.

13:16 Und Saul und sein Sohn Jonatan und das Volk, das bei ihnen war,

blieben in Geba in Benjamin. Die Philister aber hatten sich gelagert

bei Michmas.

13:17 Da zogen aus dem Lager der Philister drei Heerhaufen, das Land zu

verheeren. Einer wandte sich in Richtung auf Ofra ins Gebiet von

Schual;

13:18 der andere wandte sich in Richtung auf Bet-Horon; der dritte wandte

sich in Richtung auf das Gebiet, das nach dem Tal Zeboïm der Wüste

zu gelegen ist.

13:19 Es war aber kein Schmied im ganzen Lande Israel zu finden; denn die

Philister dachten, die Hebräer könnten sich Schwert und Spieß

machen.
Ri 5,8

13:20 Und ganz Israel mußte hinabziehen zu den Philistern, wenn jemand

eine Pflugschar, Hacke, Beil oder Sense zu schärfen hatte.

13:21 Das Schärfen aber geschah für ein Zweidrittellot Silber bei

Pflugscharen, Hacken, Gabeln, Beilen und um die Stacheln gerade zu

machen.

13:22 Als nun der Tag des Kampfes kam, wurde kein Schwert noch Spieß

gefunden in der Hand des ganzen Volks, das mit Saul und Jonatan war;

nur Saul und sein Sohn hatten Waffen.

13:23 Aber eine Wache der Philister zog heran gegen den engen Weg von

Michmas.
Jonatans Heldentat und Israels Sieg

14:1 Es begab sich eines Tages, daß Jonatan, der Sohn Sauls, zu seinem

Waffenträger sprach: Komm, laß uns hinübergehen zu der Wache der

Philister, die da drüben ist. Aber seinem Vater sagte er nichts.

14:2 Saul aber saß am Rande des Gebietes von Gibea unter dem

Granatapfelbaum, der in Migron steht; und die Leute bei ihm waren

etwa sechshundert Mann.

14:3 Und Ahija, der Sohn Ahitubs, des Bruders Ikabods, des Sohnes des

Pinhas, des Sohnes Elis, des Priesters des HERRN zu Silo, trug den

Priesterschurz. Das Volk wußte aber nicht, daß Jonatan weggegangen

war.
2. Sam 8,17; Kap 4,19-21; 2. Mose 28,6-30

14:4 Es waren aber an dem engen Wege, wo Jonatan hinüberzugehen suchte zu

der Wache der Philister, zwei Felsklippen, die eine diesseits, die

andere jenseits; die eine hieß Bozez, die andere Senne.

14:5 Die eine Felsklippe stand im Norden gegenüber Michmas und die andere

im Süden gegenüber Geba.

14:6 Und Jonatan sprach zu seinem Waffenträger: Komm, laß uns

hinübergehen zu der Wache dieser Unbeschnittenen! Vielleicht wird

der HERR etwas für uns tun, denn es ist dem HERRN nicht schwer,

durch viel oder wenig zu helfen.
Ri 7,7; 2. Chr 14,10

14:7 Da antwortete ihm sein Waffenträger: Tu alles, was in deinem Herzen

ist; geh nur hin! Siehe, ich bin mit dir, wie dein Herz will.

14:8 Jonatan sprach: Wohlan, wir gehen zu den Männern hinüber und zeigen

uns ihnen.

14:9 Werden sie dann zu uns sagen: Steht still, bis wir zu euch

herankommen!, so wollen wir an unserm Ort stehenbleiben und nicht zu

ihnen hinaufgehen.

14:10 Werden sie aber sagen: Kommt zu uns herauf!, so wollen wir zu ihnen

hinaufsteigen; dann hat sie der HERR in unsere Hände gegeben. Das

soll uns zum Zeichen sein.

14:11 Als sie sich nun beide der Wache der Philister zeigten, sprachen die

Philister: Siehe, die Hebräer sind aus den Löchern hervorgekommen,

in die sie sich verkrochen hatten.

14:12 Und die Männer der Wache riefen Jonatan und seinem Waffenträger zu

und sprachen: Kommt herauf zu uns, so wollen wir's euch schon

lehren! Da sprach Jonatan zu seinem Waffenträger: Steig mir nach!

Der HERR hat sie in die Hände Israels gegeben.

14:13 Und Jonatan kletterte mit Händen und Füßen hinauf und sein

Waffenträger ihm nach. Da fielen sie zu Boden vor Jonatan, und sein

Waffenträger hinter ihm tötete sie.

14:14 So traf der erste Schlag, den Jonatan und sein Waffenträger taten,

ungefähr zwanzig Mann etwa auf einer halben Hufe Acker, die ein Joch

Rinder pflügt.

14:15 Und es entstand ein Schrecken im Lager und auf dem freien Felde;

und das ganze Kriegsvolk, die Wache und die streifenden Rotten

erschraken; und die Erde erbebte. Und so geschah ein

Gottesschrecken.
Kap 7,10

14:16 Und die Wächter Sauls zu Gibea in Benjamin sahen, wie das Getümmel

der Philister hin- und herwogte.

14:17 Da sprach Saul zu dem Volk, das bei ihm war: Zählt und seht, wer von

uns weggegangen ist! Und als sie zählten, siehe, da waren Jonatan

und sein Waffenträger nicht da.

14:18 Da sprach Saul zu Ahija: Bringe den Efod herbei! Denn er trug den

Efod in jener Zeit vor Israel.
Kap 21,10

14:19 Und als Saul noch mit dem Priester redete, wurde das Getümmel im

Lager der Philister immer größer. Und Saul sprach zum Priester: Laß

es sein!

14:20 Und Saul und das ganze Volk, das bei ihm war, sammelten sich und

kamen zum Kampfplatz. Und siehe, da ging eines jeden Schwert gegen

den andern, und es war ein sehr großes Getümmel.
Ri 7,22; 2. Chr 20,23

14:21 Auch die Hebräer, die vorher bei den Philistern gewesen und mit

ihnen ins Feld gezogen waren, gingen über zu denen von Israel, die

mit Saul und Jonatan waren.

14:22 Und als alle Männer von Israel, die sich auf dem Gebirge Ephraim

verkrochen hatten, hörten, daß die Philister flohen, jagten sie

hinter ihnen her im Kampf.

14:23 So half der HERR Israel an diesem Tage. Und der Kampf breitete sich

aus bis Bet-Awen.

14:24 Und als die Männer Israels in Bedrängnis kamen an jenem Tage,

belegte Saul das Volk mit seinem Fluch und schwor: Verflucht sei

jedermann, der etwas ißt bis zum Abend, bis ich mich an meinen

Feinden räche! Da aß das ganze Volk nichts.
14:25 Es waren aber Honigwaben auf dem Felde,

14:26 und als das Volk hinkam zu den Waben, siehe, da floß der Honig. Aber

niemand nahm davon etwas mit der Hand in seinen Mund; denn das Volk

fürchtete den Schwur.

14:27 Jonatan aber hatte nicht gehört, daß sein Vater das Volk mit einem

Schwur belegt hatte. Und er streckte seinen Stab aus, den er in

seiner Hand hatte, und tauchte die Spitze in den Honigseim und

führte seine Hand zum Munde; da strahlten seine Augen.

14:28 Da hob einer aus dem Volk an und sprach: Dein Vater hat das Volk mit

einem Fluch belegt und geschworen: Verflucht sei jedermann, der

heute etwas ißt! So ist das Volk nun matt geworden.

14:29 Da sprach Jonatan: Mein Vater bringt das Land ins Unglück; seht, wie

strahlend sind meine Augen geworden, weil ich ein wenig von diesem

Honig gekostet habe.

14:30 Fürwahr, hätte doch das Volk heute gegessen von der Beute seiner

Feinde, die es gemacht hat! Wäre dann die Niederlage der Philister

nicht noch größer geworden?

14:31 Sie schlugen aber die Philister an jenem Tage von Michmas bis nach

Ajalon. Und das Volk wurde sehr matt.

14:32 Und das Volk fiel über die Beute her, und sie nahmen Schafe und

Rinder und Kälber und schlachteten sie, daß das Blut auf die Erde

floß, und aßen das Fleisch über dem Blut.
3. Mose 3,17

14:33 Da sagte man Saul: Siehe, das Volk versündigt sich am HERRN; denn es

ißt das Fleisch über dem Blut. Er sprach: Ihr habt gefrevelt; wälzt

her zu mir einen großen Stein.

14:34 Und Saul sprach weiter: Zerstreut euch unter das Volk und sagt

ihnen, daß ein jeder seinen Stier und sein Schaf zu mir bringen

soll, und schlachtet's hier und esset, damit ihr euch nicht an dem

HERRN versündigt mit dem Essen über dem Blut. Da brachte alles Volk,

ein jeder, was er hatte, noch in der Nacht herzu, und sie

schlachteten es dort.

14:35 Und Saul baute dem HERRN einen Altar. Das war der erste Altar, den

er dem HERRN baute.

14:36 Und Saul sprach: Laßt uns noch in der Nacht hinabziehen den

Philistern nach und sie berauben, bis es lichter Morgen wird, und

laßt niemand von ihnen übrig. Sie antworteten: Tu alles, was dir

gefällt! Aber der Priester sprach: So laßt uns erst hierher vor Gott

treten.

14:37 Und Saul befragte Gott: Soll ich hinabziehen den Philistern nach?

Willst du sie in Israels Hände geben? Aber er antwortete ihm an

diesem Tage nicht.
Vers 18; Kap 23,9-12

14:38 Da sprach Saul: Laßt herzutreten alle Obersten des Volks und

forschet und seht, an wem heute die Schuld liegt.

14:39 Denn so wahr der HERR lebt, der Heiland Israels: auch wenn sie bei

meinem Sohn Jonatan wäre, so soll er sterben! Aber niemand aus dem

ganzen Volk antwortete ihm.

14:40 Und er sprach zu ganz Israel: Tretet ihr auf die eine Seite, ich und

mein Sohn Jonatan wollen auf die andere Seite treten. Das Volk

sprach zu Saul: Tu, was dir gefällt.

14:41 Und Saul sprach zum HERRN: Gott Israels, warum hast du deinem Knecht

heute nicht geantwortet? Liegt die Schuld bei mir oder bei meinem

Sohn Jonatan, HERR, Gott Israels, so gib das Los »Licht«; liegt die

Schuld aber an deinem Volk Israel, so gib das Los »Recht«. Da fiel

das Los auf Jonatan und Saul, aber das Volk ging frei aus.

Kap 28,6; 2. Mose 28,30; 4. Mose 27,21; 5. Mose 33,8

14:42 Saul sprach: Werft das Los über mich und meinen Sohn Jonatan! Da

fiel das Los auf Jonatan.

14:43 Und Saul sprach zu Jonatan: Sage mir, was hast du getan? Jonatan

sagte es ihm und sprach: Ich habe ein wenig Honig gekostet mit der

Spitze des Stabes, den ich in meiner Hand hatte; siehe, ich bin

bereit zu sterben.
Jos 7,19

14:44 Da sprach Saul: Gott tue mir dies und das; Jonatan, du mußt des

Todes sterben!

14:45 Aber das Volk sprach zu Saul: Sollte Jonatan sterben, der dies große

Heil in Israel vollbracht hat? Das sei ferne! So wahr der HERR lebt:

es soll kein Haar von seinem Haupt auf die Erde fallen, denn Gott

hat heute durch ihn geholfen. Und so löste das Volk Jonatan aus, so

daß er nicht sterben mußte.

14:46 Aber Saul ließ von den Philistern ab und zog hinauf, und die

Philister zogen in ihr Land.
Sauls Kriege. Seine Familie

14:47 Als Saul die Königsherrschaft über Israel erlangt hatte, kämpfte er

gegen alle seine Feinde ringsumher: gegen die Moabiter, die

Ammoniter, die Edomiter, gegen die Könige Zobas und gegen die

Philister. Und wo er sich hinwandte, da gewann er den Sieg.

14:48 Und er vollbrachte tapfere Taten und schlug die Amalekiter und

errettete Israel aus der Hand aller, die es ausplünderten.

14:49 Sauls Söhne waren: Jonatan, Jischwi, Malkischua. Und seine zwei

Töchter hießen: die erstgeborene Merab und die jüngere Michal.

1. Chr 9,39

14:50 Und Sauls Frau hieß Ahinoam und war eine Tochter des Ahimaaz. Und

sein Feldhauptmann hieß Abner, ein Sohn Ners, der Sauls Oheim war.

Kap 17,55

14:51 Kisch, Sauls Vater, und Ner, Abners Vater, waren Söhne Abiëls.

1. Chr 9,36; 9,39

14:52 Es war aber der Krieg gegen die Philister schwer, solange Saul

lebte. Und wo Saul einen tapferen und rüstigen Mann sah, den nahm er

in seinen Dienst.
Saul wird verworfen

15:1 Samuel sprach zu Saul: Der HERR hat mich gesandt, daß ich dich zum

König salben sollte über sein Volk Israel; so höre nun auf die Worte

des HERRN!
Kap 10,1

15:2 So spricht der HERR Zebaoth: Ich habe bedacht, was Amalek Israel

angetan und wie es ihm den Weg verlegt hat, als Israel aus Ägypten

zog.
(2 und 3) 2. Mose 17,8-16; 5. Mose 25,17-19

15:3 So zieh nun hin und schlag Amalek und vollstrecke den Bann an ihm

und an allem, was es hat; verschone sie nicht, sondern töte Mann und

Frau, Kinder und Säuglinge, Rinder und Schafe, Kamele und Esel.

15:4 Da bot Saul das Volk auf, und er musterte sie zu Telem:

zweihunderttausend Mann Fußvolk und zehntausend Mann aus Juda.

15:5 Und als Saul zu der Stadt der Amalekiter kam, legte er einen

Hinterhalt im Tal.

15:6 Und Saul ließ den Kenitern sagen: Geht, weicht und zieht weg von

den Amalekitern, daß ich euch nicht mit ihnen aufreibe; denn ihr

tatet Barmherzigkeit an allen Israeliten, als sie aus Ägypten zogen.

Da zogen die Keniter fort von den Amalekitern.
Ri 1,16

15:7 Da schlug Saul die Amalekiter von Hawila bis nach Schur, das vor

Ägypten liegt,

15:8 und nahm Agag, den König von Amalek, lebendig gefangen, und an allem

Volk vollstreckte er den Bann mit der Schärfe des Schwerts.

15:9 Aber Saul und das Volk verschonten Agag und die besten Schafe und

Rinder und das Mastvieh und die Lämmer und alles, was von Wert war,

und sie wollten den Bann daran nicht vollstrecken; was aber nichts

taugte und gering war, daran vollstreckten sie den Bann.

15:10 Da geschah des HERRN Wort zu Samuel:

15:11 Es reut mich, daß ich Saul zum König gemacht habe; denn er hat sich

von mir abgewandt und meine Befehle nicht erfüllt. Darüber wurde

Samuel zornig und schrie zu dem HERRN die ganze Nacht.

1. Mose 6,6

15:12 Und Samuel machte sich früh auf, um Saul am Morgen zu begegnen. Und

ihm wurde angesagt, daß Saul nach Karmel gekommen sei und sich ein

Siegeszeichen aufgerichtet habe und weitergezogen und nach Gilgal

hinabgekommen sei.
Jos 15,55

15:13 Als nun Samuel zu Saul kam, sprach Saul zu ihm: Gesegnet seist du

vom HERRN! Ich habe des HERRN Wort erfüllt.

15:14 Samuel antwortete: Und was ist das für ein Blöken von Schafen, das

zu meinen Ohren kommt, und ein Brüllen von Rindern, das ich höre?

15:15 Saul sprach: Von den Amalekitern hat man sie gebracht; denn das Volk

verschonte die besten Schafe und Rinder, um sie zu opfern dem HERRN,

deinem Gott; an dem andern haben wir den Bann vollstreckt.

15:16 Samuel aber antwortete Saul: Halt ein, ich will dir sagen, was der

HERR mit mir diese Nacht geredet hat. Er sprach: Sag an!

15:17 Samuel sprach: Ist's nicht so: Obschon du vor dir selbst gering

warst, so bist du doch das Haupt der Stämme Israels; denn der HERR

hat dich zum König über Israel gesalbt.
Kap 9,21

15:18 Und der HERR sandte dich auf den Weg und sprach: Zieh hin und

vollstrecke den Bann an den Frevlern, den Amalekitern, und kämpfe

mit ihnen, bis du sie vertilgt hast!

15:19 Warum hast du der Stimme des HERRN nicht gehorcht, sondern hast dich

an die Beute gemacht und getan, was dem HERRN mißfiel?

15:20 Saul antwortete Samuel: Ich habe doch der Stimme des HERRN gehorcht

und bin den Weg gezogen, den mich der HERR sandte, und habe Agag,

den König von Amalek, hergebracht und an den Amalekitern den Bann

vollstreckt.

15:21 Aber das Volk hat von der Beute genommen Schafe und Rinder, das

Beste vom Gebannten, um es dem HERRN, deinem Gott, zu opfern in

Gilgal.

15:22 Samuel aber sprach: Meinst du, daß der HERR Gefallen habe am

Brandopfer und Schlachtopfer gleichwie am Gehorsam gegen die Stimme

des HERRN? Siehe, Gehorsam ist besser als Opfer und Aufmerken besser

als das Fett von Widdern.

Jes 1,11-17; Jer 7,22; Hos 6,6; Am 5,21-22; Mi 6,6-8; Sach 7,5-7

Mt 9,13; Mt 12,7

15:23 Denn Ungehorsam ist Sünde wie Zauberei, und Widerstreben ist wie

Abgötterei und Götzendienst. Weil du des HERRN Wort verworfen hast,

hat er dich auch verworfen, daß du nicht mehr König seist.

Kap 16,1

15:24 Da sprach Saul zu Samuel: Ich habe gesündigt, daß ich des HERRN

Befehl und deine Worte übertreten habe; denn ich fürchtete das Volk

und gehorchte seiner Stimme.

15:25 Und nun, vergib mir die Sünde und kehre mit mir um, daß ich den

HERRN anbete.

15:26 Samuel sprach zu Saul: Ich will nicht mit dir umkehren; denn du hast

des HERRN Wort verworfen, und der HERR hat dich auch verworfen, daß

du nicht mehr König über Israel seist.

15:27 Und als sich Samuel umwandte, um wegzugehen, ergriff ihn Saul bei

einem Zipfel seines Rocks; aber der riß ab.

15:28 Da sprach Samuel zu ihm: Der HERR hat das Königtum Israels heute

von dir gerissen und einem andern gegeben, der besser ist als du.

Kap 28,17

15:29 Auch lügt der nicht, der Israels Ruhm ist, und es gereut ihn nicht;

denn er ist nicht ein Mensch, daß ihn etwas gereuen könnte.

4. Mose 23,19

15:30 Saul aber sprach: Ich habe gesündigt; aber ehre mich doch jetzt vor

den Ältesten meines Volks und vor Israel und kehre mit mir um, daß

ich den HERRN, deinen Gott, anbete.

15:31 Da kehrte Samuel um und folgte Saul, und Saul betete den HERRN an.

15:32 Und Samuel sprach: Bringt Agag, den König von Amalek, zu mir! Und

Agag ging hin zu ihm zitternd und sprach: Fürwahr, bitter ist der

Tod!

15:33 Samuel aber sprach: Wie dein Schwert Frauen ihrer Kinder beraubt

hat, so soll auch deine Mutter der Kinder beraubt sein unter den

Frauen. Und Samuel hieb den Agag in Stücke vor dem HERRN in Gilgal.

15:34 Und Samuel ging hin nach Rama; Saul aber zog hinauf in sein Haus zu

Gibea Sauls.

15:35 Und Samuel sah Saul fortan nicht mehr bis an den Tag seines Todes.

Aber doch trug Samuel Leid um Saul, weil es den HERRN gereut hatte,

daß er Saul zum König über Israel gemacht hatte.
David wird zum König gesalbt

16:1 Und der HERR sprach zu Samuel: Wie lange trägst du Leid um Saul,

den ich verworfen habe, daß er nicht mehr König sei über Israel?

Fülle dein Horn mit Öl und geh hin: ich will dich senden zu dem

Bethlehemiter Isai; denn unter seinen Söhnen hab ich mir einen zum

König ersehen.
Kap 15,23; 15,35

16:2 Samuel aber sprach: Wie kann ich hingehen? Saul wird's erfahren und

mich töten. Der HERR sprach: Nimm eine junge Kuh mit dir und sprich:

Ich bin gekommen, dem HERRN zu opfern.

16:3 Und du sollst Isai zum Opfer laden. Da will ich dich wissen lassen,

was du tun sollst, daß du mir den salbest, den ich dir nennen werde.

16:4 Samuel tat, wie ihm der HERR gesagt hatte, und kam nach Bethlehem.

Da entsetzten sich die Ältesten der Stadt und gingen ihm entgegen

und sprachen: Bedeutet dein Kommen Heil?

16:5 Er sprach: Ja, es bedeutet Heil! Ich bin gekommen, dem HERRN zu

opfern; heiligt euch und kommt mit mir zum Opfer. Und er heiligte

den Isai und seine Söhne und lud sie zum Opfer.

16:6 Als sie nun kamen, sah er den Eliab an und dachte: Fürwahr, da steht

vor dem HERRN sein Gesalbter.

16:7 Aber der HERR sprach zu Samuel: Sieh nicht an sein Aussehen und

seinen hohen Wuchs; ich habe ihn verworfen. Denn nicht sieht der

HERR auf das, worauf ein Mensch sieht. Ein Mensch sieht, was vor

Augen ist; der HERR aber sieht das Herz an.
Jer 17,10; Offb 2,23; Apg 10,34

16:8 Da rief Isai den Abinadab und ließ ihn an Samuel vorübergehen. Und

er sprach: Auch diesen hat der HERR nicht erwählt.

16:9 Da ließ Isai vorübergehen Schamma. Er aber sprach: Auch diesen hat

der HERR nicht erwählt.

16:10 So ließ Isai seine sieben Söhne an Samuel vorübergehen; aber Samuel

sprach zu Isai: Der HERR hat keinen von ihnen erwählt.

1. Chr 2,13-15; Kap 17,12

16:11 Und Samuel sprach zu Isai: Sind das die Knaben alle? Er aber sprach:

Es ist noch übrig der jüngste; siehe, er hütet die Schafe. Da

sprach Samuel zu Isai: Sende hin und laß ihn holen; denn wir werden

uns nicht niedersetzen, bis er hierherkommt.
Kap 17,14

16:12 Da sandte er hin und ließ ihn holen. Und er war bräunlich, mit

schönen Augen und von guter Gestalt. Und der HERR sprach: Auf, salbe

ihn, denn der ist's.

16:13 Da nahm Samuel sein Ölhorn und salbte ihn mitten unter seinen

Brüdern. Und der Geist des HERRN geriet über David von dem Tag an

und weiterhin. Samuel aber machte sich auf und ging nach Rama.

2. Sam 2,4; 5,3; Ps 89,21
David kommt an Sauls Hof

16:14 Der Geist des HERRN aber wich von Saul, und ein böser Geist vom

HERRN ängstigte ihn.
18,10

16:15 Da sprachen die Großen Sauls zu ihm: Siehe, ein böser Geist von Gott

ängstigt dich.

16:16 Unser Herr befehle nun seinen Knechten, die vor ihm stehen, daß sie

einen Mann suchen, der auf der Harfe gut spielen kann, damit er mit

seiner Hand darauf spiele, wenn der böse Geist Gottes über dich

kommt, und es besser mit dir werde.

16:17 Da sprach Saul zu seinen Leuten: Seht euch um nach einem Mann, der

des Saitenspiels kundig ist, und bringt ihn zu mir.

16:18 Da antwortete einer der jungen Männer und sprach: Ich habe gesehen

einen Sohn Isais, des Bethlehemiters, der ist des Saitenspiels

kundig, ein tapferer Mann und tüchtig zum Kampf, verständig in

seinen Reden und schön gestaltet, und der HERR ist mit ihm.

16:19 Da sandte Saul Boten zu Isai und ließ ihm sagen: Sende zu mir deinen

Sohn David, der bei den Schafen ist.

16:20 Da nahm Isai einen Esel und Brot und einen Schlauch Wein und ein

Ziegenböcklein und sandte es Saul durch seinen Sohn David.

16:21 So kam David zu Saul und diente vor ihm. Und Saul gewann ihn sehr

lieb, und er wurde sein Waffenträger.

16:22 Und Saul sandte zu Isai und ließ ihm sagen: Laß David mir dienen,

denn er hat Gnade gefunden vor meinen Augen.

16:23 Sooft nun der böse Geist von Gott über Saul kam, nahm David die

Harfe und spielte darauf mit seiner Hand. So wurde es Saul leichter,

und es ward besser mit ihm, und der böse Geist wich von ihm.

David und Goliat

17:1 Die Philister sammelten ihre Heere zum Kampf und kamen zusammen bei

Socho in Juda und lagerten sich zwischen Socho und Aseka bei

Efes-Dammim.
Jos 15,35

17:2 Und Saul und die Männer Israels kamen zusammen und lagerten sich im

Eichgrund und rüsteten sich zum Kampf gegen die Philister.

17:3 Und die Philister standen auf einem Berge jenseits und die

Israeliten auf einem Berge diesseits, so daß das Tal zwischen ihnen

war.

17:4 Da trat aus den Reihen der Philister ein Riese heraus mit Namen

Goliat aus Gat, sechs Ellen und eine Handbreit groß.

Jos 11,22
Wörtlich: Vorkämpfer zwischen den Fronten.

17:5 Der hatte einen ehernen Helm auf seinem Haupt und einen

Schuppenpanzer an, und das Gewicht seines Panzers war fünftausend

Lot Erz,

17:6 und hatte eherne Schienen an seinen Beinen und einen ehernen

Wurfspieß auf seiner Schulter.

17:7 Und der Schaft seines Spießes war wie ein Weberbaum, und die

eiserne Spitze seines Spießes wog sechshundert Lot, und sein

Schildträger ging vor ihm her.
1. Chr 11,23

17:8 Und er stellte sich hin und rief dem Heer Israels zu: Was seid ihr

ausgezogen, euch zum Kampf zu rüsten? Bin ich nicht ein Philister

und ihr Sauls Knechte? Erwählt einen unter euch, der zu mir

herabkommen soll.

17:9 Vermag er gegen mich zu kämpfen und erschlägt er mich, so wollen wir

eure Knechte sein; vermag ich aber über ihn zu siegen und erschlage

ich ihn, so sollt ihr unsere Knechte sein und uns dienen.

17:10 Und der Philister sprach: Ich habe heute dem Heere Israels

hohngesprochen, als ich sagte: Gebt mir einen Mann und laßt uns

miteinander kämpfen.
2. Kön 19,16; Ps 74,18; Zef 2,8

17:11 Als Saul und ganz Israel diese Rede des Philisters hörten,

entsetzten sie sich und fürchteten sich sehr.

17:12 David aber war der Sohn jenes Efratiters aus Bethlehem in Juda, der

Isai hieß. Der hatte acht Söhne und war zu Sauls Zeiten schon zu

alt, um unter die Kriegsleute zu gehen.
(12 und 13) Kap 16,1-13

17:13 Aber die drei ältesten Söhne Isais waren mit Saul in den Krieg

gezogen, und sie hießen: Eliab, der erstgeborene, Abinadab, der

zweite, und Schamma, der dritte.

17:14 Und David war der jüngste; die drei ältesten aber waren Saul

gefolgt.

17:15 Und David ging ab und zu von Saul hinweg nach Bethlehem, um die

Schafe seines Vaters zu hüten.

17:16 Aber der Philister kam heraus frühmorgens und abends und stellte

sich hin, vierzig Tage lang.

17:17 Isai aber sprach zu seinem Sohn David: Nimm für deine Brüder diesen

Scheffel geröstete Körner und diese zehn Brote und bringe sie

eilends ins Lager zu deinen Brüdern;

17:18 und diese zehn frischen Käse bringe dem Hauptmann und sieh nach

deinen Brüdern, ob's ihnen gutgeht, und bringe auch ein Unterpfand

von ihnen mit.

17:19 Saul und sie und alle Männer Israels sind im Eichgrund und kämpfen

gegen die Philister.

17:20 Da machte sich David früh am Morgen auf und überließ die Schafe

einem Hüter, lud auf und ging hin, wie ihm Isai geboten hatte, und

kam zum Lager. Das Heer aber war ausgezogen und hatte sich

aufgestellt zum Kampf, und sie erhoben das Kriegsgeschrei.

17:21 Und Israel und die Philister hatten sich aufgestellt, Schlachtreihe

gegen Schlachtreihe.

17:22 Da ließ David sein Gepäck, das er trug, bei der Wache des Trosses

und lief zu dem Heer, kam hin und fragte seine Brüder, ob's ihnen

gutgehe.

17:23 Und als er noch mit ihnen redete, siehe, da kam herauf der Riese mit

Namen Goliat, der Philister von Gat, von dem Heer der Philister und

redete dieselben Worte, und David hörte es.

17:24 Und wer von Israel den Mann sah, floh vor ihm und fürchtete sich

sehr.

17:25 Und die Männer von Israel sprachen: Habt ihr den Mann heraufkommen

sehen? Er kommt herauf, um Israel hohnzusprechen. Wer ihn erschlägt,

den will der König sehr reich machen und ihm seine Tochter geben und

will ihm seines Vaters Haus frei machen von Lasten in Israel.

17:26 Da sprach David zu den Männern, die bei ihm standen: Was wird man

dem geben, der diesen Philister erschlägt und die Schande von Israel

abwendet? Denn wer ist dieser unbeschnittene Philister, der das Heer

des lebendigen Gottes verhöhnt?

17:27 Da sagte ihm das Volk wie vorher: Das und das wird man dem geben,

der ihn erschlägt.

17:28 Und als Eliab, sein ältester Bruder, ihn reden hörte mit den

Männern, wurde er zornig über David und sprach: Warum bist du

hergekommen? Und wem hast du die wenigen Schafe dort in der Wüste

überlassen? Ich kenne deine Vermessenheit wohl und deines Herzens

Bosheit. Du bist nur gekommen, um dem Kampf zuzusehen.

17:29 David antwortete: Was hab ich denn getan? Ich habe doch nur gefragt!

17:30 Und er wandte sich von ihm zu einem andern und sprach, wie er vorher

gesagt hatte. Da antwortete ihm das Volk wie das erstemal.

17:31 Und als sie die Worte hörten, die David sagte, brachten sie es vor

Saul, und er ließ ihn holen.
Vers 26

17:32 Und David sprach zu Saul: Seinetwegen lasse keiner den Mut sinken;

dein Knecht wird hingehen und mit diesem Philister kämpfen.

17:33 Saul aber sprach zu David: Du kannst nicht hingehen, um mit diesem

Philister zu kämpfen; denn du bist zu jung dazu, dieser aber ist ein

Kriegsmann von Jugend auf.

17:34 David aber sprach zu Saul: Dein Knecht hütete die Schafe seines

Vaters; und kam dann ein Löwe oder ein Bär und trug ein Schaf weg

von der Herde,

17:35 so lief ich ihm nach, schlug auf ihn ein und errettete es aus seinem

Maul. Wenn er aber auf mich losging, ergriff ich ihn bei seinem Bart

und schlug ihn tot.

17:36 So hat dein Knecht den Löwen und den Bären erschlagen, und diesem

unbeschnittenen Philister soll es ergehen wie einem von ihnen; denn

er hat das Heer des lebendigen Gottes verhöhnt.

17:37 Und David sprach: Der HERR, der mich von dem Löwen und Bären

errettet hat, der wird mich auch erretten von diesem Philister. Und

Saul sprach zu David: Geh hin, der HERR sei mit dir!

17:38 Und Saul legte David seine Rüstung an und setzte ihm einen ehernen

Helm auf sein Haupt und legte ihm einen Panzer an.

17:39 Und David gürtete Sauls Schwert über seine Rüstung und mühte sich

vergeblich, damit zu gehen; denn er hatte es noch nie versucht. Da

sprach David zu Saul: Ich kann so nicht gehen, denn ich bin's nicht

gewohnt; und er legte es ab

17:40 und nahm seinen Stab in die Hand und wählte fünf glatte Steine aus

dem Bach und tat sie in die Hirtentasche, die ihm als Köcher diente,

und nahm die Schleuder in die Hand und ging dem Philister entgegen.

17:41 Der Philister aber kam immer näher an David heran, und sein

Schildträger ging vor ihm her.

17:42 Als nun der Philister aufsah und David anschaute, verachtete er ihn;

denn er war noch jung, und er war bräunlich und schön.

Kap 16,12

17:43 Und der Philister sprach zu David: Bin ich denn ein Hund, daß du mit

Stecken zu mir kommst? Und der Philister fluchte dem David bei

seinem Gott

17:44 und sprach zu David: Komm her zu mir, ich will dein Fleisch den

Vögeln unter dem Himmel geben und den Tieren auf dem Felde.

17:45 David aber sprach zu dem Philister: Du kommst zu mir mit Schwert,

Lanze und Spieß, ich aber komme zu dir im Namen des HERRN Zebaoth,

des Gottes des Heeres Israels, den du verhöhnt hast.

17:46 Heute wird dich der HERR in meine Hand geben, daß ich dich erschlage

und dir den Kopf abhaue und gebe deinen Leichnam und die Leichname

des Heeres der Philister heute den Vögeln unter dem Himmel und dem

Wild auf der Erde, damit alle Welt innewerde, daß Israel einen Gott

hat,

17:47 und damit diese ganze Gemeinde innewerde, daß der HERR nicht durch

Schwert oder Spieß hilft; denn der Krieg ist des HERRN, und er wird

euch in unsere Hände geben.
2. Mose 15,3; Ps 20,8; Sach 4,6

17:48 Als sich nun der Philister aufmachte und daherging und sich David

nahte, lief David eilends von der Schlachtreihe dem Philister

entgegen.

17:49 Und David tat seine Hand in die Hirtentasche und nahm einen Stein

daraus und schleuderte ihn und traf den Philister an die Stirn, daß

der Stein in seine Stirn fuhr und er zur Erde fiel auf sein

Angesicht.

17:50 So überwand David den Philister mit Schleuder und Stein und traf und

tötete ihn. David aber hatte kein Schwert in seiner Hand.

17:51 Da lief er hin und trat zu dem Philister und nahm dessen Schwert und

zog es aus der Scheide und tötete ihn vollends und hieb ihm den Kopf

damit ab. Als aber die Philister sahen, daß ihr Stärkster tot war,

flohen sie.

17:52 Und die Männer Israels und Judas machten sich auf, erhoben das

Kampfgeschrei und jagten den Philistern nach, bis nach Gat und bis

an die Tore Ekrons. Und die Philister blieben erschlagen liegen auf

dem Wege von Schaarajim bis nach Gat und Ekron.

17:53 Und die Israeliten kehrten um von der Verfolgung der Philister und

plünderten ihr Lager.

17:54 David aber nahm des Philisters Haupt und brachte es nach Jerusalem,

seine Waffen aber legte er in sein Zelt.

17:55 Als Saul aber David dem Philister entgegengehen sah, sprach er zu

Abner, seinem Feldhauptmann: Wessen Sohn ist der Junge? Abner

sprach: Bei deinem Leben, König: ich weiß es nicht.

17:56 Der König sprach: So frage danach, wessen Sohn der junge Mann ist.

17:57 Als nun David zurückkam vom Sieg über den Philister, nahm ihn Abner

und brachte ihn vor Saul, und er hatte des Philisters Haupt in

seiner Hand.

17:58 Und Saul sprach zu ihm: Wessen Sohn bist du, mein Junge? David

sprach: Ich bin ein Sohn deines Knechts Isai, des Bethlehemiters.

David gewinnt Jonatan zum Freund

18:1 Als David aufgehört hatte, mit Saul zu reden, verband sich das Herz

Jonatans mit dem Herzen Davids, und Jonatan gewann ihn lieb wie sein

eigenes Herz.

18:2 Und Saul nahm ihn an diesem Tage zu sich und ließ ihn nicht wieder

in seines Vaters Haus zurückkehren.
Kap 16,22; Kap 17,15

18:3 Und Jonatan schloß mit David einen Bund, denn er hatte ihn lieb

wie sein eigenes Herz.

Kap 23,18; 2. Sam 21,7; Kap 19,1; 20,17; 2. Sam 1,26

18:4 Und Jonatan zog seinen Rock aus, den er anhatte, und gab ihn David,

dazu seine Rüstung, sein Schwert, seinen Bogen und seinen Gurt.

Sauls Eifersucht auf David

18:5 Und David zog in den Kampf und richtete alles recht aus, wohin Saul

ihn auch sandte. Und Saul setzte ihn über die Kriegsleute, und es

gefiel allem Volk gut und auch den Großen Sauls.

18:6 Es begab sich aber, als David zurückkam vom Sieg über die Philister,

daß die Frauen aus allen Städten Israels herausgingen mit Gesang

und Reigen dem König Saul entgegen unter Jauchzen, mit Pauken und

mit Zimbeln.
Ri 11,34

18:7 Und die Frauen sangen im Reigen und sprachen: Saul hat tausend

erschlagen, aber David zehntausend.
Kap 21,12; 29,5

18:8 Da ergrimmte Saul sehr, und das Wort mißfiel ihm, und er sprach: Sie

haben David zehntausend gegeben und mir tausend; ihm wird noch das

Königtum zufallen.

18:9 Und Saul sah David scheel an von dem Tage an und hinfort.

18:10 Am andern Tage kam der böse Geist von Gott über Saul, und er geriet

in Raserei in seinem Hause; David aber spielte auf den Saiten mit

seiner Hand, wie er täglich zu tun pflegte. Und Saul hatte einen

Spieß in der Hand
Kap 16,14; 16,23

18:11 und zückte den Spieß und dachte: Ich will David an die Wand

spießen. David aber wich ihm zweimal aus.
Kap 19,10; 20,33

18:12 Und Saul fürchtete sich vor David; denn der HERR war mit ihm, aber

von Saul war er gewichen.

18:13 Da entfernte ihn Saul aus seiner Nähe und setzte ihn zum Obersten

über tausend Mann. Und David zog aus und ein vor dem Kriegsvolk

18:14 und richtete all sein Tun recht aus, und der HERR war mit ihm.

Vers 5

18:15 Als nun Saul sah, daß David alles so gut gelang, graute es ihm vor

David.

18:16 Aber ganz Israel und Juda hatte David lieb, denn er zog aus und ein

vor ihnen her.
David gewinnt Sauls Tochter zur Frau

18:17 Und Saul sprach zu David: Siehe, meine älteste Tochter Merab will

ich dir zur Frau geben; sei nur ein tapferer Mann und führe des

HERRN Kriege. Denn Saul dachte: Meine Hand soll nicht gegen ihn

sein, sondern die Hand der Philister.

18:18 David aber antwortete Saul: Wer bin ich? Und was ist meine Sippe,

das Geschlecht meines Vaters, in Israel, daß ich des Königs

Schwiegersohn werden soll?
2. Sam 7,18

18:19 Als aber die Zeit kam, daß Merab, die Tochter Sauls, David gegeben

werden sollte, wurde sie dem Adriël von Mehola zur Frau gegeben.

18:20 Aber Michal, Sauls Tochter, hatte David lieb. Als das Saul angesagt

wurde, war es ihm recht.

18:21 Und Saul sagte sich: Ich will sie ihm geben, damit sie ihm zum

Fallstrick wird und die Hände der Philister gegen ihn sind. Und Saul

sprach zu David: Heute in zwei Jahren kannst du mein Schwiegersohn

werden.

18:22 Und Saul gebot seinen Großen: Redet mit David heimlich und sprecht:

Siehe, der König hat Gefallen an dir, und alle seine Großen lieben

dich; so werde nun des Königs Schwiegersohn.
Kap 22,14

18:23 Und die Großen Sauls sagten diese Worte vor den Ohren Davids. David

aber sprach: Dünkt euch das ein Geringes, des Königs Schwiegersohn

zu werden? Ich bin nur ein armer, geringer Mann.

18:24 Und die Großen Sauls sagten es ihm weiter und sprachen: Diese Worte

hat David gesagt.

18:25 Saul sprach: So sagt zu David: Der König begehrt keinen andern

Brautpreis als hundert Vorhäute von Philistern, um an den Feinden

des Königs Vergeltung zu üben. Aber Saul trachtete danach, David

umzubringen durch die Hände der Philister.

18:26 Da sagten seine Großen David diese Worte, und es dünkte David gut,

des Königs Schwiegersohn zu werden.

18:27 Und die Zeit war noch nicht um, da machte sich David auf und zog hin

mit seinen Männern und erschlug unter den Philistern zweihundert

Mann. Und David brachte ihre Vorhäute dem König in voller Zahl, um

des Königs Schwiegersohn zu werden. Da gab ihm Saul seine Tochter

Michal zur Frau.

18:28 Als aber Saul sah und merkte, daß der HERR mit David war und daß

seine Tochter Michal ihn liebhatte,

18:29 da fürchtete sich Saul noch mehr vor David und wurde sein Feind

sein Leben lang.
Vers 12

18:30 Und sooft die Fürsten der Philister in den Kampf zogen, richtete

David mehr gegen sie aus als alle Großen Sauls, wenn sie auszogen,

so daß sein Name hoch gepriesen wurde.
Jonatan rettet David vor Sauls Nachstellungen

19:1 Saul aber redete mit seinem Sohn Jonatan und mit allen seinen Großen

davon, daß er David töten wolle. Aber Jonatan, Sauls Sohn, hatte

David sehr lieb
Kap 18,3

19:2 und sagte es ihm weiter und sprach: Mein Vater Saul trachtet danach,

dich zu töten. Nun, so hüte dich morgen früh und verstecke dich und

bleibe verborgen.

19:3 Ich aber will hinausgehen und mich neben meinen Vater stellen auf

dem Felde, wo du bist, und über dich mit meinem Vater sprechen; und

was ich erfahre, will ich dir kundtun.

19:4 Und Jonatan redete das Beste von David mit seinem Vater Saul und

sprach zu ihm: Es versündige sich der König nicht an seinem Knechte

David, denn er hat sich nicht an dir versündigt, und sein Tun ist

dir sehr nützlich.

19:5 Er hat sein Leben gewagt und den Philister erschlagen, und der HERR

hat großes Heil für ganz Israel vollbracht. Das hast du gesehen und

dich darüber gefreut. Warum willst du dich denn an unschuldigem Blut

versündigen, daß du David ohne Grund tötest?
Kap 17,50

19:6 Da hörte Saul auf die Stimme Jonatans und schwor: So wahr der HERR

lebt: er soll nicht sterben!

19:7 Da rief Jonatan David und sagte ihm alle diese Worte und brachte ihn

zu Saul; und David diente ihm wie früher.
Michal rettet David

19:8 Es erhob sich aber wieder ein Kampf, und David zog aus und kämpfte

gegen die Philister und schlug sie so hart, daß sie vor ihm flohen.

19:9 Aber der böse Geist vom HERRN kam über Saul, und Saul saß in seinem

Hause und hatte seinen Spieß in der Hand. David aber spielte mit der

Hand auf den Saiten.
(9 und 10) Kap 18,10-11

19:10 Und Saul trachtete danach, David mit dem Spieß an die Wand zu

spießen. Er aber wich aus vor Saul, und der Spieß fuhr in die Wand.

David aber floh und entrann. In jener Nacht aber

19:11 sandte Saul Boten zu Davids Haus, ihn zu bewachen, um ihn am Morgen

zu töten. Doch Michal, Davids Frau, sagte es ihrem Mann und sprach:

Wirst du nicht diese Nacht dein Leben retten, so mußt du morgen

sterben.
Ps 59,1

19:12 Da ließ ihn Michal durchs Fenster hinab, daß er floh und entrinnen

konnte.

19:13 Dann nahm Michal das Götzenbild und legte es aufs Bett und ein

Geflecht von Ziegenhaaren zu seinen Häupten und deckte ein Kleid

darauf.
1. Mose 31,19

19:14 Da sandte Saul Boten, um David zu holen. Sie aber sprach: Er ist

krank.

19:15 Saul sandte abermals Boten, nach David zu sehen, und sprach: Bringt

ihn her zu mir samt dem Bett, daß er getötet werde!

19:16 Als nun die Boten kamen, siehe, da lag das Götzenbild im Bett und

das Geflecht von Ziegenhaaren zu seinen Häupten.

19:17 Da sprach Saul zu Michal: Warum hast du mich betrogen und meinen

Feind entrinnen lassen? Michal antwortete Saul: Er sagte zu mir: Laß

mich gehen, oder ich töte dich!
David flieht zu Samuel

19:18 David aber floh und konnte entrinnen und kam zu Samuel nach Rama und

sagte ihm alles, was ihm Saul angetan hatte. Und er ging mit Samuel,

und sie blieben zu Najot.

19:19 Und es wurde Saul angesagt: Siehe, David ist zu Najot in Rama.

19:20 Da sandte Saul Boten, um David zu holen. Und sie sahen die Schar

der Propheten in Verzückung und Samuel an ihrer Spitze. Da kam der

Geist Gottes auf die Boten Sauls, so daß auch sie in Verzückung

gerieten.
Kap 10,10-12

19:21 Als das Saul angesagt wurde, sandte er andere Boten; die gerieten

auch in Verzückung. Da sandte er die dritten Boten; die gerieten

auch in Verzückung.

19:22 Da ging er selbst nach Rama. Und als er zum großen Brunnen kam, der

in Sechu ist, fragte er: Wo sind Samuel und David? Da wurde ihm

gesagt: Siehe, zu Najot in Rama.

19:23 Und er machte sich von dort auf nach Najot in Rama. Und der Geist

Gottes kam auch über ihn, und er ging einher in Verzückung, bis er

nach Najot in Rama kam.

19:24 Da zog auch er seine Kleider aus und war in Verzückung vor Samuel

und fiel hin und lag nackt den ganzen Tag und die ganze Nacht. Daher

sagt man: Ist Saul auch unter den Propheten?

David und Jonatan befestigen ihren Freundschaftsbund

20:1 David aber floh von Najot in Rama und kam und redete vor Jonatan:

Was hab ich getan? Was ist meine Schuld? Was hab ich gesündigt vor

deinem Vater, daß er mir nach dem Leben trachtet?

20:2 Er aber sprach zu ihm: Das sei ferne; du sollst nicht sterben.

Siehe, mein Vater tut nichts, weder Großes noch Kleines, ohne es mir

kundzutun. Warum sollte denn mein Vater dies vor mir verbergen? Es

ist nicht so.

20:3 Da antwortete David und schwor: Dein Vater weiß sehr wohl, daß ich

Gnade vor deinen Augen gefunden habe; darum dachte er: Jonatan soll

das nicht wissen, es könnte ihn bekümmern. Wahrlich, so wahr der

HERR lebt und so wahr du lebst: es ist nur ein Schritt zwischen mir

und dem Tode!

20:4 Jonatan sprach zu David: Ich will für dich tun, was dein Herz

begehrt.

20:5 David sprach zu Jonatan: Siehe, morgen ist Neumond; da sollte ich

mit dem König zu Tisch sitzen; aber laß mich, daß ich mich auf dem

Felde verberge bis zum Abend des dritten Tages.

20:6 Wird dein Vater nach mir fragen, so sprich: David bat mich, daß er

nach Bethlehem, seiner Stadt, gehen dürfe; denn dort ist das

jährliche Opferfest für das ganze Geschlecht.

20:7 Wird er sagen: Es ist recht, so steht es gut um deinen Knecht; wird

er aber ergrimmen, so wirst du merken, daß Böses bei ihm beschlossen

ist.

20:8 So tu nun Barmherzigkeit an deinem Knecht, denn du hast mit deinem

Knecht einen Bund im HERRN geschlossen. Liegt aber eine Schuld auf

mir, so töte du mich; warum willst du mich zu deinem Vater bringen?

Kap 18,3

20:9 Jonatan sprach: Das sei ferne von dir, daß ich es dir nicht sagen

sollte, wenn ich merke, daß bei meinem Vater beschlossen ist, Böses

über dich zu bringen.

20:10 David aber sprach zu Jonatan: Wer wird mir's sagen, wenn dir dein

Vater etwas Hartes antwortet?

20:11 Jonatan sprach zu David: Komm, laß uns hinaus aufs Feld gehen! Und

sie gingen beide hinaus aufs Feld.

20:12 Und Jonatan sprach zu David: Bei dem HERRN, dem Gott Israels: wenn

ich meinen Vater ausforsche morgen und am dritten Tage, daß es gut

steht mit David, und wenn ich dann nicht hinsende zu dir und es dir

nicht kundtue,

20:13 so tue der HERR dem Jonatan dies und das. Wenn aber mein Vater Böses

gegen dich sinnt, so will ich es dir auch kundtun und dich ziehen

lassen, daß du mit Frieden weggehen kannst. Und der HERR sei mit

dir, wie er mit meinem Vater gewesen ist.

20:14 Du aber wollest die Barmherzigkeit des HERRN an mir tun, solange ich

lebe, und wenn ich sterbe,

20:15 so nimm die Barmherzigkeit niemals fort von meinem Hause. Und wenn

der HERR die Feinde Davids ausrotten wird, Mann für Mann, aus dem

Lande,

20:16 so möge der Name Jonatans nicht ausgelöscht werden neben dem Hause

Davids! Vielmehr möge der HERR Rache nehmen nur an den Feinden

Davids!

20:17 Und Jonatan ließ nun auch David schwören bei seiner Liebe zu ihm;

denn er hatte ihn so lieb wie sein eigenes Herz.

20:18 Und Jonatan sprach zu ihm: Morgen ist Neumond; da wird man dich

vermissen, wenn dein Platz leer bleibt.

20:19 Am dritten Tage wirst du erst recht vermißt werden. Du aber komm an

den Ort, wo du dich verborgen hattest am Tage jener Tat, und setze

dich dort neben den Steinhaufen.

20:20 So will ich nach seiner Seite drei Pfeile schießen, als ob ich nach

dem Ziele schösse.

20:21 Und ich will den Knaben hinschicken: Geh, suche die Pfeile! Werde

ich zum Knaben sagen: Siehe, die Pfeile liegen herwärts von dir,

hole sie!, so komm; denn es steht gut um dich und hat keine Gefahr,

so wahr der HERR lebt.

20:22 Sage ich aber zum Knaben: Siehe, die Pfeile liegen hinwärts von

dir!, so geh hin; denn der HERR befiehlt dir fortzugehen.

20:23 Für das Wort aber, das du und ich miteinander geredet haben: siehe,

dafür steht der HERR zwischen mir und dir ewiglich.

Sauls Zorn gegen Jonatan um Davids willen

20:24 David verbarg sich auf dem Felde. Und als der Neumond kam, setzte

sich der König zu Tisch, um zu essen.

20:25 Und der König saß an seinem Platz, wie er gewohnt war, an der Wand,

und Jonatan saß gegenüber; Abner aber setzte sich an die Seite

Sauls. Davids Platz aber war leer.

20:26 Und Saul sagte an diesem Tage nichts; denn er dachte: Es ist ihm

etwas widerfahren, so daß er nicht rein ist.
3. Mose 15,16

20:27 Am andern Tage aber nach dem Neumond, als Davids Platz leer blieb,

sprach Saul zu seinem Sohn Jonatan: Warum ist der Sohn Isais nicht

zu Tisch gekommen, weder gestern noch heute?

20:28 Jonatan antwortete Saul: Er bat mich sehr, daß er nach Bethlehem

gehen dürfe,

20:29 und sprach: Laß mich hingehen, denn unser Geschlecht hat zu opfern

in der Stadt, und mein Bruder hat mir's selbst geboten. Hab ich nun

Gnade vor deinen Augen gefunden, so laß mich hingehen und meine

Brüder sehen. Darum ist er nicht zum Tisch des Königs gekommen.

20:30 Da entbrannte der Zorn Sauls über Jonatan, und er sprach zu ihm: Du

Sohn einer ehrlosen Mutter! Ich weiß sehr wohl, daß du den Sohn

Isais erkoren hast, dir und deiner Mutter, die dich geboren hat, zur

Schande!

20:31 Denn solange der Sohn Isais lebt auf Erden, wirst du und auch dein

Königtum nicht bestehen. So sende nun hin und laß ihn herholen zu

mir, denn er ist ein Kind des Todes.

20:32 Jonatan antwortete seinem Vater Saul und sprach zu ihm: Warum soll

er sterben? Was hat er getan?

20:33 Da zückte Saul den Spieß nach ihm, um ihn zu durchbohren. Da merkte

Jonatan, daß es bei seinem Vater fest beschlossen war, David zu

töten,
Kap 18,11

20:34 und stand vom Tisch auf in grimmigem Zorn und aß am zweiten Tage

nach dem Neumond nichts; denn er war bekümmert um David, und daß ihm

sein Vater solchen Schimpf antat.
Davids Abschied von Jonatan

20:35 Am Morgen ging Jonatan hinaus aufs Feld, wohin er David bestellt

hatte, und ein Knabe mit ihm.

20:36 Und er sprach zu dem Knaben: Lauf und suche mir die Pfeile, die ich

schieße! Und als der Knabe lief, schoß er einen Pfeil über ihn hin.

20:37 Und als der Knabe an den Ort kam, wohin Jonatan den Pfeil geschossen

hatte, rief ihm Jonatan nach und sprach: Der Pfeil liegt hinwärts

von dir.

20:38 Und Jonatan rief abermals dem Knaben nach: Rasch, eile und halte

dich nicht auf! Da las der Knabe Jonatans Pfeil auf und brachte ihn

zu seinem Herrn.

20:39 Der Knabe aber merkte nichts; nur Jonatan und David wußten um die

Sache.

20:40 Da gab Jonatan seine Waffen dem Knaben, den er bei sich hatte, und

sprach zu ihm: Geh und trage sie in die Stadt.

20:41 Und als der Knabe weggegangen war, stand David auf hinter dem

Steinhaufen und fiel auf sein Antlitz zur Erde und beugte sich

dreimal nieder, und sie küßten einander und weinten miteinander,

David aber am allermeisten.

20:42 Und Jonatan sprach zu David: Geh hin mit Frieden! Für das, was wir

beide geschworen haben im Namen des HERRN, dafür stehe der HERR

zwischen mir und dir, zwischen meinen Nachkommen und deinen

Nachkommen in Ewigkeit.

21:1 Und David machte sich auf und ging seines Weges; Jonatan aber ging

in die Stadt.

Abweichende Verszählung statt 21,1-16: 20,43 - 21,15.

David bei den Priestern von Nob

21:2 Und als David nach Nob kam zum Priester Ahimelech, entsetzte sich

Ahimelech, als er David entgegenging, und sprach zu ihm: Warum

kommst du allein und ist kein Mann mit dir?
Kap 22,9; 22,19

21:3 David sprach zu dem Priester Ahimelech: Der König hat mir eine Sache

befohlen und sprach zu mir: Niemand darf auch nur das Geringste von

der Sache wissen, in der ich dich gesandt habe und die ich dir

befohlen habe. Darum hab ich meine Leute an den und den Ort

beschieden.

21:4 Hast du nun etwas bei der Hand, etwa fünf Brote, oder was sonst

vorhanden ist, das gib mir in meine Hand.

21:5 Der Priester antwortete David: Ich habe kein gewöhnliches Brot bei

der Hand, sondern nur heiliges Brot; nur müssen die Leute sich der

Frauen enthalten haben.
3. Mose 24,5-9; 2. Mose 19,15

21:6 David antwortete dem Priester: Sicher, Frauen waren uns schon

etliche Tage verwehrt. Als ich auszog, war der Leib der Leute nicht

unrein, obgleich es nur um ein gewöhnliches Vorhaben ging; um

wieviel mehr werden sie heute am Leibe rein sein.

21:7 Da gab ihm der Priester von dem heiligen Brot, weil kein anderes da

war als die Schaubrote, die man vor dem HERRN nur hinwegnimmt, um

frisches Brot aufzulegen an dem Tage, an dem man das andere

wegnimmt.
Mt 12,3-4

21:8 Es war aber am selben Tage ein Mann von den Großen Sauls dort

eingeschlossen vor dem HERRN mit Namen Doëg, ein Edomiter, der über

die Hirten Sauls gesetzt war.

2. Mose 21,13; 3. Mose 13,4; 13,31; Kap 22,9; 22,18

21:9 Und David sprach zu Ahimelech: Ist nicht hier bei dir ein Spieß oder

ein Schwert? Ich habe mein Schwert und meine Waffen nicht mit mir

genommen, denn die Sache des Königs war eilig.

21:10 Der Priester sprach: Das Schwert des Philisters Goliat, den du im

Eichgrund erschlagen hast, das ist hier, in einen Mantel gewickelt,

hinter dem Efod. Willst du das, so nimm es, denn es ist kein

anderes hier als dies. David sprach: Seinesgleichen gibt es nicht;

gib mir's!
Kap 17,50-51; Ri 8,27
David flieht zum König Achisch von Gat

21:11 Und David machte sich auf und floh an jenem Tage vor Saul und kam zu

Achisch, dem König von Gat.
Ps 56,1

21:12 Aber die Großen des Achisch sprachen zu ihm: Ist das nicht David,

der König des Landes, von dem sie im Reigen sangen: Saul schlug

tausend, David aber zehntausend?
Kap 18,7

21:13 Und David nahm sich die Worte zu Herzen und fürchtete sich sehr vor

Achisch, dem König von Gat.

21:14 Und er stellte sich wahnsinnig vor ihren Augen und tobte unter

ihren Händen und rannte gegen die Pforte des Tores und ließ seinen

Speichel in seinen Bart fließen.
Ps 34,1

21:15 Da sprach Achisch zu seinen Großen: Ihr seht ja, daß der Mann

wahnsinnig ist; warum habt ihr ihn zu mir gebracht?

21:16 Hab ich zu wenig Wahnsinnige, daß ihr diesen herbrachtet, bei mir zu

toben? Sollte der in mein Haus kommen?
David wird Anführer einer Streifschar

22:1 David ging von da hinweg und rettete sich in die Höhle Adullam.

Als das seine Brüder hörten und das ganze Haus seines Vaters, kamen

sie zu ihm dahin.
Ps 57,1; Jos 15,35

22:2 Und es sammelten sich bei ihm allerlei Männer, die in Not und

Schulden und verbitterten Herzens waren, und er wurde ihr Oberster;

und es waren bei ihm etwa vierhundert Mann.
Ri 11,3

22:3 Und David ging von da nach Mizpe ins Land der Moabiter und sprach

zum König von Moab: Laß meinen Vater und meine Mutter bei euch

bleiben, bis ich erfahre, was Gott mit mir tun wird.

2. Sam 8,2; Rut 1,1

22:4 Und er brachte sie vor den König von Moab, und sie blieben bei ihm,

solange David auf der Bergfeste war.

22:5 Aber der Prophet Gad sprach zu David: Bleib nicht auf der Bergfeste,

sondern geh hin ins Land Juda. Da ging David weg und kam nach

Jaar-Heret.
Ps 63,1
Saul nimmt Rache an den Priestern von Nob

22:6 Und es kam vor Saul, daß David und die Männer, die bei ihm waren,

von sich reden machten. Und Saul saß zu Gibea unter dem

Tamariskenbaum auf der Höhe, den Spieß in der Hand, und alle seine

Großen standen um ihn.

22:7 Da sprach Saul zu seinen Großen, die um ihn standen: Hört, ihr

Benjaminiter! Wird der Sohn Isais euch allen auch Äcker und

Weinberge geben und euch alle zu Obersten über tausend und über

hundert machen,

22:8 daß ihr euch alle verschworen habt gegen mich und daß niemand da

ist, der es mir zu Ohren brächte, daß mein Sohn sich mit dem Sohn

Isais verbunden hat? Ist niemand unter euch, der sich um mich

gegrämt und der es mir zu Ohren gebracht hätte, daß mein Sohn meinen

Knecht gegen mich aufgereizt hat, daß er mir nachstellt, wie es

jetzt am Tage ist?
Kap 18,3

22:9 Da antwortete Doëg, der Edomiter, der unter den Großen Sauls stand,

und sprach: Ich sah den Sohn Isais, wie er nach Nob kam zu

Ahimelech, dem Sohn Ahitubs.
(9 und 10) Ps 52,2; Kap 21,1-10

22:10 Der befragte den HERRN für ihn und gab ihm Wegzehrung und das

Schwert des Philisters Goliat.

22:11 Da sandte der König hin und ließ rufen den Priester Ahimelech, den

Sohn Ahitubs, und das ganze Haus seines Vaters, die Priester, die zu

Nob waren. Und sie kamen alle zum König.

22:12 Und Saul sprach: Höre, du Sohn Ahitubs! Er sprach: Hier bin ich,

mein Herr.

22:13 Und Saul sprach zu ihm: Warum habt ihr euch verschworen gegen mich,

du und der Sohn Isais, daß du ihm Brot und ein Schwert gegeben und

Gott für ihn befragt hast, damit er sich gegen mich empöre und mir

nachstelle, wie es jetzt am Tage ist?

22:14 Ahimelech antwortete dem König und sprach: Wer ist unter allen

deinen Knechten so treu wie David, dazu des Königs Schwiegersohn

und der Oberste deiner Leibwache und geehrt in deinem Hause?

Kap 18,22; 18,27

22:15 Hab ich denn heute erst angefangen, Gott für ihn zu befragen? Das

sei ferne von mir! Der König lege solches seinem Knecht nicht zur

Last noch meines Vaters ganzem Hause; denn dein Knecht hat von

alledem nichts gewußt, weder Kleines noch Großes.

22:16 Aber der König sprach: Ahimelech, du mußt des Todes sterben, du und

deines Vaters ganzes Haus!

22:17 Und der König sprach zu seiner Leibwache, die um ihn stand: Tretet

heran und tötet die Priester des HERRN; denn ihre Hand ist mit

David, und obwohl sie wußten, daß er auf der Flucht war, haben sie

mir's nicht zu Ohren gebracht! Aber die Männer des Königs wollten

ihre Hände nicht an die Priester des HERRN legen, sie zu erschlagen.

22:18 Da sprach der König zu Doëg: Tritt du heran und erschlage die

Priester! Doëg, der Edomiter, trat heran und erschlug die Priester,

daß an diesem Tage starben fünfundachtzig Männer, die den leinenen

Priesterschurz trugen.

22:19 Auch Nob, die Stadt der Priester, schlug er mit der Schärfe des

Schwerts, Mann und Frau, Kinder und Säuglinge, Rinder und Esel und

Schafe, mit der Schärfe des Schwerts.
Kap 21,2

22:20 Es entrann aber ein Sohn Ahimelechs, des Sohnes Ahitubs, der hieß

Abjatar, und floh zu David
Kap 23,6; Mk 2,26

22:21 und verkündete ihm, daß Saul die Priester des HERRN getötet habe.

22:22 David aber sprach zu Abjatar: Ich wußte es schon an dem Tage, als

der Edomiter Doëg dort war, daß er's Saul verraten werde. Ich bin

schuldig am Leben aller aus deines Vaters Haus.
Vers 9

22:23 Bleibe bei mir und fürchte dich nicht. Denn der, der mir nach dem

Leben trachtet, der trachtet auch dir nach dem Leben; du bist bei

mir in Sicherheit.
1. Kön 2,26-27
David in Keïla

23:1 Und es wurde David angesagt: Siehe, die Philister kämpfen gegen

Keïla und berauben die Tennen.
Jos 15,44

23:2 Da befragte David den HERRN und sprach: Soll ich hinziehen und diese

Philister schlagen? Und der HERR sprach zu David: Zieh hin, du wirst

die Philister schlagen und Keïla erretten!

23:3 Aber die Männer bei David sprachen zu ihm: Siehe, wir fürchten uns

schon hier in Juda und wollen nun hinziehen nach Keïla gegen das

Heer der Philister?

23:4 Da befragte David wieder den HERRN, und der HERR antwortete ihm:

Auf, zieh hin nach Keïla, denn ich will die Philister in deine Hände

geben!

23:5 So zog David mit seinen Männern nach Keïla und kämpfte gegen die

Philister und trieb ihnen ihr Vieh weg und schlug sie hart. So

errettete David die Leute von Keïla.

23:6 Als aber Abjatar, der Sohn Ahimelechs, zu David geflohen war, zog

er mit herab nach Keïla und brachte den Efod mit.
Kap 22,20; Ri 8,27

23:7 Da wurde Saul angesagt, daß David nach Keïla gekommen sei, und Saul

dachte: Gott hat ihn in meine Hände gegeben, denn er ist

eingeschlossen, nun er in eine Stadt mit Toren und Riegeln gekommen

ist.

23:8 Und Saul ließ das ganze Kriegsvolk aufrufen, zum Kampf hinabzuziehen

nach Keïla, damit sie David und seine Männer belagerten.

23:9 Als aber David merkte, daß Saul Böses gegen ihn im Sinne hatte,

sprach er zu dem Priester Abjatar: Bringe den Efod her!

Kap 30,7-8

23:10 Und David sprach: HERR, Gott Israels, dein Knecht hat gehört, daß

Saul danach trachtet, nach Keïla zu ziehen, um die Stadt zu

verderben um meinetwillen.

23:11 Werden mich die Bürger von Keïla übergeben in seine Hände? Und wird

Saul herabkommen, wie dein Knecht gehört hat? Das verkünde, HERR,

Gott Israels, deinem Knecht! Und der HERR sprach: Er wird

herabkommen.

23:12 David fragte weiter: Werden die Bürger von Keïla mich und meine

Männer übergeben in die Hände Sauls? Der HERR sprach: Ja.

23:13 Da machte sich David auf samt seinen Männern, etwa sechshundert, und

sie zogen fort von Keïla und streiften da und dort umher. Als nun

Saul angesagt wurde, daß David aus Keïla entronnen war, stand er ab

von seinem Zuge.
David in der Wüste Sif

23:14 David aber blieb in der Wüste, auf den Bergfesten; und zwar blieb er

im Gebirge, in der Wüste Sif. Und Saul suchte ihn die ganze Zeit;

aber Gott gab ihn nicht in seine Hände.

23:15 Und als David sah, daß Saul ausgezogen war, um ihm nach dem Leben zu

trachten, blieb er in der Wüste Sif in Horescha.

23:16 Da machte sich Jonatan, Sauls Sohn, auf und ging hin zu David nach

Horescha und stärkte sein Vertrauen auf Gott

23:17 und sprach zu ihm: Fürchte dich nicht! Sauls, meines Vaters, Hand

wird dich nicht erreichen, und du wirst König werden über Israel,

und ich werde der Zweite nach dir sein; auch mein Vater weiß das

sehr wohl.
Kap 20,30-31; Kap 24,21

23:18 Und sie schlossen beide einen Bund miteinander vor dem HERRN. David

blieb in Horescha, aber Jonatan zog wieder heim.
Kap 18,3

23:19 Aber die Sifiter zogen zu Saul hinauf nach Gibea und sprachen:

David hält sich bei uns verborgen auf den Bergfesten in Horescha in

Gibea-Hachila, das südlich liegt von Jeschimon.
Kap 26,1; Ps 54,2

23:20 Ist's nun, König, deines Herzens Verlangen hinabzukommen, so komm;

wir wollen ihn in des Königs Hände übergeben.

23:21 Da sprach Saul: Gesegnet seid ihr vom HERRN, daß ihr euch meiner

erbarmt habt!

23:22 So geht nun und gebt weiter acht, daß ihr wißt und seht, an welchem

Ort sein Fuß weilt und wer ihn dort gesehen hat; denn man hat mir

gesagt, daß er sehr listig ist.

23:23 Beobachtet und erkundet jeden versteckten Ort, wo er sich

verkriecht, und kommt wieder zu mir, wenn ihr's gewiß seid, so will

ich mit euch ziehen. Ist er im Lande, so will ich ihn aufspüren

unter allen Tausendschaften Judas.

23:24 Da machten sie sich auf und gingen vor Saul her nach Sif. David

aber und seine Männer waren in der Wüste Maon, in der Steppe südlich

von Jeschimon.
Jos 15,55

23:25 Als nun Saul hinzog mit seinen Männern, David zu suchen, wurde es

David angesagt. Und er ging zu dem Felsen hinab, der in der Wüste

Maon ist. Als das Saul hörte, jagte er David nach in die Wüste Maon.

23:26 Und Saul ging auf der einen Seite eines Berges, David mit seinen

Männern auf der andern Seite des Berges. David aber eilte, Saul zu

entgehen, während Saul samt seinen Männern David und seine Männer

umstellte, um sie zu fangen.

23:27 Aber es kam ein Bote zu Saul und sprach: Komm eilends, denn die

Philister sind ins Land eingefallen.

23:28 Da ließ Saul davon ab, David nachzujagen, und zog hin, den

Philistern entgegen. Daher nennt man den Ort Sela-Machlekot.

d. h. vermutlich »Trennungsfelsen«.
David verschont Saul in der Höhle von En-Gedi

24:1 Und David zog von dort hinauf und blieb in den Bergfesten bei

En-Gedi.
Jos 15,62

24:2 Als nun Saul zurückkam von der Verfolgung der Philister, wurde ihm

gesagt: Siehe, David ist in der Wüste En-Gedi.

24:3 Und Saul nahm dreitausend auserlesene Männer aus ganz Israel und zog

hin, David samt seinen Männern zu suchen, in Richtung auf die

Steinbockfelsen.

24:4 Und als er kam zu den Schafhürden am Wege, war dort eine Höhle, und

Saul ging hinein, um seine Füße zu decken. David aber und seine

Männer saßen hinten in der Höhle.
Ps 142,1

24:5 Da sprachen die Männer Davids zu ihm: Siehe, das ist der Tag, von

dem der HERR zu dir gesagt hat: Siehe, ich will deinen Feind in

deine Hände geben, daß du mit ihm tust, was dir gefällt. Und David

stand auf und schnitt leise einen Zipfel vom Rock Sauls.

24:6 Aber danach schlug ihm sein Herz, daß er den Zipfel vom Rock Sauls

abgeschnitten hatte,

24:7 und er sprach zu seinen Männern: Das lasse der HERR ferne von mir

sein, daß ich das tun sollte und meine Hand legen an meinen Herrn,

den Gesalbten des HERRN; denn er ist der Gesalbte des HERRN.

2. Sam 1,14

24:8 Und David wies seine Männer von sich mit harten Worten und ließ sie

sich nicht an Saul vergreifen. Als aber Saul sich aufmachte aus der

Höhle und seines Weges ging,

24:9 machte sich auch David auf ihm nach und ging aus der Höhle und rief

Saul nach und sprach: Mein Herr und König! Saul sah sich um. Und

David neigte sein Antlitz zur Erde und fiel nieder.

24:10 Und David sprach zu Saul: Warum hörst du auf das Geschwätz der

Menschen, die da sagen: David sucht dein Unglück?

24:11 Siehe, heute haben deine Augen gesehen, daß dich der HERR in meine

Hand gegeben hat in der Höhle, und man hat mir gesagt, daß ich dich

töten sollte. Aber ich habe dich verschont; denn ich dachte: Ich

will meine Hand nicht an meinen Herrn legen; denn er ist der

Gesalbte des HERRN.

24:12 Mein Vater, sieh doch hier den Zipfel deines Rocks in meiner Hand!

Daß ich den Zipfel von deinem Rock schnitt und dich nicht tötete,

daran erkenne und sieh, daß meine Hände rein sind von Bosheit und

Empörung. Ich habe mich nicht an dir versündigt; aber du jagst mir

nach, um mir das Leben zu nehmen.

24:13 Der HERR wird Richter sein zwischen mir und dir und mich an dir

rächen, aber meine Hand soll dich nicht anrühren;
Röm 12,19; 1. Petr 2,23

24:14 wie man sagt nach dem alten Sprichwort: Von Bösen kommt Böses; aber

meine Hand soll dich nicht anrühren.

24:15 Wem zieht der König von Israel nach? Wem jagst du nach? Einem toten

Hund, einem einzelnen Floh!

24:16 Der HERR sei Richter und richte zwischen mir und dir und sehe darein

und führe meine Sache, daß er mir Recht schaffe wider dich!

24:17 Als nun David diese Worte zu Saul geredet hatte, sprach Saul: Ist

das nicht deine Stimme, mein Sohn David? Und Saul erhob seine Stimme

und weinte

24:18 und sprach zu David: Du bist gerechter als ich, du hast mir Gutes

erwiesen; ich aber habe dir Böses erwiesen.

24:19 Und du hast mir heute gezeigt, wie du Gutes an mir getan hast, als

mich der HERR in deine Hände gegeben hatte und du mich doch nicht

getötet hast.

24:20 Wo ist jemand, der seinen Feind findet und läßt ihn mit Frieden

seinen Weg gehen? Der HERR vergelte dir Gutes für das, was du heute

an mir getan hast!

24:21 Nun siehe, ich weiß, daß du König werden wirst und das Königtum

über Israel durch deine Hand Bestand haben wird.
Kap 23,17

24:22 So schwöre mir nun bei dem HERRN, daß du mein Geschlecht nach mir

nicht ausrotten und meinen Namen nicht austilgen wirst aus meines

Vaters Hause.

24:23 Und David schwor es Saul. Da zog Saul heim. David aber mit seinen

Männern zog hinauf auf die Bergfeste.
Samuels Tod

25:1 Und Samuel starb, und ganz Israel versammelte sich und hielt ihm

die Totenklage. Und sie begruben ihn in seinem Hause zu Rama.

Kap 28,3
David und Abigajil

David aber machte sich auf und zog hinab in die Wüste Maon.

25:2 Und es war ein Mann in Maon, der hatte seine Tätigkeit in Karmel,

und der Mann hatte sehr großes Vermögen und besaß dreitausend Schafe

und tausend Ziegen. Und es begab sich, daß er eben seine Schafe

schor in Karmel.
Jos 15,55

25:3 Der Mann hieß Nabal, seine Frau aber hieß Abigajil. Und sie war eine

Frau von Verstand und schön von Angesicht, der Mann aber war roh und

boshaft in seinem Tun und war einer von Kaleb.

25:4 Als nun David in der Wüste hörte, daß Nabal seine Schafe schor,

25:5 sandte er zehn seiner Leute aus und sprach zu ihnen: Geht hinauf

nach Karmel, und wenn ihr zu Nabal kommt, so grüßt ihn freundlich in

meinem Namen

25:6 und sprecht zu meinem Bruder: Friede sei mit dir und deinem Hause

und mit allem, was du hast!

25:7 Ich habe gehört, daß du Schafschur hast. Nun, deine Hirten sind mit

uns zusammen gewesen; wir haben ihnen nichts zuleide getan, und sie

haben nichts vermißt, solange sie in Karmel gewesen sind.

25:8 Frage deine Leute danach, die werden's dir sagen. Und laß meine

Leute Gnade finden vor deinen Augen, denn wir sind an einem Festtag

gekommen. Gib deinen Knechten und deinem Sohn David, was du zur Hand

hast.

25:9 Und als die Leute Davids hingekommen waren und in Davids Namen alle

diese Worte mit Nabal geredet hatten und ruhig warteten,

25:10 antwortete Nabal den Knechten Davids: Wer ist David? Und wer ist der

Sohn Isais? Es gibt jetzt viele Knechte, die ihren Herren

davongelaufen sind.

25:11 Sollte ich mein Brot und mein Wasser nehmen und mein Fleisch, das

ich für meine Scherer geschlachtet habe, und Leuten geben, von denen

ich nicht weiß, wo sie her sind?

25:12 Da wandten sich die Leute Davids um und gingen ihres Weges. Und als

sie zu ihm zurückkamen, sagten sie ihm das alles.

25:13 Da sprach David zu seinen Männern: Gürte sich ein jeder sein Schwert

um! Und jeder gürtete sich sein Schwert um, und auch David gürtete

sich sein Schwert um, und etwa vierhundert Mann zogen ihm nach, aber

zweihundert blieben bei dem Troß.

25:14 Aber der Abigajil, Nabals Frau, sagte es einer von den Leuten und

sprach: Siehe, David hat Boten gesandt aus der Wüste, unsern Herrn

zu grüßen, er aber hat sie angeschrien.

25:15 Aber die Männer sind uns doch sehr nützlich gewesen und haben uns

nichts zuleide getan, und wir haben nichts vermißt, solange wir mit

ihnen umherzogen, wenn wir auf dem Felde waren,

25:16 sondern sie sind wie Mauern um uns gewesen Tag und Nacht, solange

wir die Schafe in ihrer Nähe gehütet haben.

25:17 So bedenke nun und sieh zu, was du tust; denn es ist gewiß ein

Unheil beschlossen über unsern Herrn und über sein ganzes Haus. Er

aber ist ein heilloser Mensch, dem niemand etwas zu sagen wagt.

25:18 Da eilte Abigajil und nahm zweihundert Brote und zwei Krüge Wein und

fünf zubereitete Schafe und fünf Maß Röstkorn und hundert

Rosinenkuchen und zweihundert Feigenkuchen und lud alles auf Esel

25:19 und sprach zu ihren Leuten: Geht vor mir her; siehe, ich will

sogleich hinter euch her kommen. Und sie sagte ihrem Mann Nabal

nichts davon.

25:20 Und als sie auf dem Esel ritt und hinabzog im Schutz des Berges,

siehe, da kam David mit seinen Männern ihr entgegen, so daß sie auf

sie stieß.

25:21 David aber hatte gedacht: Nun hab ich alles umsonst behütet, was der

da in der Wüste hat, so daß nichts vermißt wurde von allem, was er

hat; und er vergilt mir Gutes mit Bösem!

25:22 Gott tue David dies und noch mehr, wenn ich ihm bis zum lichten

Morgen einen übriglasse, der männlich ist, von allem, was er hat.

25:23 Als nun Abigajil David sah, stieg sie eilends vom Esel und fiel vor

David nieder und beugte sich zur Erde

25:24 und fiel ihm zu Füßen und sprach: Ach, mein Herr, auf mich allein

falle die Schuld! Laß deine Magd reden vor deinen Ohren und höre die

Worte deiner Magd!

25:25 Mein Herr errege sich nicht über Nabal, diesen heillosen Menschen;

denn wie sein Name, so ist er: er heißt »Tor«, und Torheit ist bei

ihm. Ich aber, deine Magd, habe die Leute meines Herrn nicht

gesehen, die du gesandt hast.

25:26 Nun aber, mein Herr, so wahr der HERR lebt und so wahr du selbst

lebst: der HERR hat dich davor bewahrt, in Blutschuld zu geraten und

dir mit eigener Hand zu helfen. So sollen deine Feinde und alle, die

meinem Herrn übelwollen, wie Nabal werden!

25:27 Hier ist die Segensgabe, die deine Magd meinem Herrn gebracht hat;

das soll den Leuten gegeben werden, die meinem Herrn folgen.

25:28 Vergib deiner Magd die Anmaßung! Der HERR wird meinem Herrn ein

beständiges Haus bauen, denn du führst des HERRN Kriege. Es möge

nichts Böses an dir gefunden werden dein Leben lang.

2. Sam 7,16

25:29 Und wenn sich ein Mensch erheben wird, dich zu verfolgen und dir

nach dem Leben zu trachten, so soll das Leben meines Herrn

eingebunden sein im Bündlein der Lebendigen bei dem HERRN, deinem

Gott, aber das Leben deiner Feinde soll er fortschleudern mit der

Schleuder.
Ps 69,29

25:30 Wenn dann der HERR meinem Herrn all das Gute tun wird, was er dir

zugesagt hat, und dich zum Fürsten bestellt hat über Israel,

2. Sam 5,2

25:31 so wird das Herz meines Herrn frei sein von dem Anstoß und Ärgernis,

daß du unschuldiges Blut vergossen und dir selber geholfen habest.

Und wenn der HERR meinem Herrn wohltun wird, so wollest du an deine

Magd denken.

25:32 Da sprach David zu Abigajil: Gelobt sei der HERR, der Gott Israels,

der dich heute mir entgegengesandt hat,

25:33 und gesegnet sei deine Klugheit, und gesegnet seist du, daß du mich

heute davon zurückgehalten hast, in Blutschuld zu geraten und mir

mit eigener Hand zu helfen.

25:34 Wahrlich, so wahr der HERR, der Gott Israels, lebt, der mich davor

bewahrt hat, übel an dir zu tun: wärest du nicht eilends mir

begegnet, so wäre dem Nabal bis zum lichten Morgen nicht einer, der

männlich ist, übriggeblieben.

25:35 Also nahm David aus ihrer Hand, was sie ihm gebracht hatte, und

sprach zu ihr: Zieh mit Frieden hinauf in dein Haus; sieh, ich habe

auf deine Stimme gehört und dein Antlitz wieder erhoben.

25:36 Als aber Abigajil zu Nabal kam, siehe, da hatte er ein Mahl

zubereitet in seinem Hause wie eines Königs Mahl, und sein Herz war

guter Dinge, und er war sehr betrunken. Sie aber sagte ihm nichts,

weder wenig noch viel, bis an den lichten Morgen.

25:37 Als es aber Morgen geworden und die Betrunkenheit von Nabal gewichen

war, sagte ihm seine Frau alles. Da erstarb sein Herz in seinem

Leibe, und er ward wie ein Stein.

25:38 Und nach zehn Tagen schlug der HERR den Nabal, daß er starb.

25:39 Als David hörte, daß Nabal tot war, sprach er: Gelobt sei der HERR,

der meine Schmach gerächt hat an Nabal und seinen Knecht abgehalten

hat von einer bösen Tat! Der HERR hat dem Nabal seine böse Tat auf

seinen Kopf vergolten. Und David sandte hin und ließ Abigajil sagen,

daß er sie zur Frau nehmen wolle.

25:40 Und als die Knechte Davids zu Abigajil nach Karmel kamen, redeten

sie mit ihr und sprachen: David hat uns zu dir gesandt, daß er dich

zur Frau nehme.

25:41 Sie stand auf und fiel nieder auf ihr Angesicht zur Erde und sprach:

Siehe, deine Magd ist bereit, den Knechten meines Herrn zu dienen

und ihre Füße zu waschen.

25:42 Und Abigajil machte sich eilends auf und setzte sich auf einen

Esel, und ihre fünf Mägde gingen hinter ihr her. Und sie zog den

Boten Davids nach und wurde seine Frau.
Kap 27,3; 30,5; 2. Sam 3,3

25:43 Auch hatte David Ahinoam von Jesreel zur Frau genommen; sie wurden

beide seine Frauen.

25:44 Saul aber hatte seine Tochter Michal, Davids Frau, Palti, dem Sohn

des Lajisch aus Gallim, gegeben.
2. Sam 3,14-15
David verschont Saul zum zweitenmal

26:1 Die Leute von Sif aber kamen zu Saul nach Gibea und sprachen: David

hält sich verborgen auf dem Hügel Hachila, der Jeschimon

gegenüberliegt.
Kap 23,19 - 24,23; Ps 54,2

26:2 Da machte sich Saul auf und zog hinab zur Wüste Sif und mit ihm

dreitausend auserlesene Männer aus Israel, um David in der Wüste Sif

zu suchen.

26:3 Und Saul lagerte sich auf dem Hügel Hachila, der Jeschimon

gegenüberliegt am Wege. David aber hielt sich in der Wüste auf. Und

als er merkte, daß Saul ihm nachkam in die Wüste,

26:4 sandte er Kundschafter aus und erfuhr, daß Saul gewiß gekommen sei.

26:5 Und David machte sich auf und kam an den Ort, wo Saul sein Lager

hielt, und sah die Stätte, wo Saul lag mit seinem Feldhauptmann

Abner, dem Sohn Ners. Saul aber lag im innersten Lagerring und das

Kriegsvolk um ihn her.
Kap 14,50

26:6 Da hob David an und sprach zu Ahimelech, dem Hetiter, und zu

Abischai, dem Sohn der Zeruja, dem Bruder Joabs: Wer will mit mir

hinab zu Saul ins Lager? Abischai sprach: Ich will mit dir hinab.

26:7 So kam David mit Abischai in der Nacht zum Lager. Und siehe, Saul

lag und schlief im innersten Lagerring, und sein Spieß steckte in

der Erde zu seinen Häupten. Abner aber und das Volk lagen um ihn

her.

26:8 Da sprach Abischai zu David: Gott hat deinen Feind heute in deine

Hand gegeben; so will ich ihn nun mit seinem Speer an den Boden

spießen mit einem Mal, daß es keines zweiten mehr bedarf.

2. Sam 16,9

26:9 David aber sprach zu Abischai: Tu ihm nichts zuleide; denn wer

könnte die Hand an den Gesalbten des HERRN legen und ungestraft

bleiben?

26:10 Weiter sprach David: So wahr der HERR lebt: der HERR wird ihn

schlagen, wenn seine Zeit kommt, daß er sterbe, oder er wird in den

Krieg ziehen und umkommen.
Kap 24,13

26:11 Von mir lasse der HERR fern sein, daß ich meine Hand sollte an den

Gesalbten des HERRN legen. Nimm nun den Spieß zu seinen Häupten und

den Wasserkrug und laß uns gehen.

26:12 So nahm David den Spieß und den Wasserkrug zu Häupten Sauls, und sie

gingen weg, und es war niemand, der es sah oder merkte oder der

erwachte, sondern sie schliefen alle; denn es war ein tiefer Schlaf

vom HERRN auf sie gefallen.
1. Mose 15,12

26:13 Als nun David auf die andere Seite hinübergekommen war, stellte er

sich auf den Gipfel des Berges von ferne, so daß ein weiter Raum

zwischen ihnen war.

26:14 Und David rief zum Kriegsvolk und zu Abner, dem Sohn Ners, und

sprach: Antwortest du nicht, Abner? Und Abner antwortete: Wer bist

du, daß du so schreist zum König hin?

26:15 Und David sprach zu Abner: Bist du nicht ein Mann? Und wer ist dir

gleich in Israel? Warum hast du denn deinen Herrn, den König, nicht

bewacht? Denn es ist einer vom Volk hineingekommen, deinen Herrn,

den König, umzubringen.

26:16 Das war nicht recht, was du getan hast. So wahr der HERR lebt: ihr

seid Kinder des Todes, weil ihr euren Herrn, den Gesalbten des

HERRN, nicht bewacht habt! Nun sieh doch nach, wo der Spieß des

Königs ist und der Wasserkrug, der zu seinen Häupten war.

26:17 Da erkannte Saul die Stimme Davids und sprach: Ist das nicht deine

Stimme, mein Sohn David? David sprach: Es ist meine Stimme, mein

Herr und König.

26:18 Und sprach weiter: Warum verfolgt denn mein Herr seinen Knecht? Was

hab ich getan? Und was ist Böses in meiner Hand?

26:19 So höre doch nun mein Herr, der König, die Worte seines Knechts:

Reizt dich der HERR gegen mich, so lasse man ihn ein Speisopfer

riechen; tun's aber Menschen, so seien sie verflucht vor dem HERRN,

weil sie mich heute verstoßen und nicht an dem Erbteil des HERRN

teilhaben lassen und sprechen: Geh hin, diene andern Göttern!

1. Mose 8,21; 5. Mose 32,9; 2. Kön 5,17

26:20 So fließe nun mein Blut nicht auf die Erde fern vom Angesicht des

HERRN! Denn der König von Israel ist ja ausgezogen, zu suchen einen

einzelnen Floh, wie man ein Rebhuhn jagt auf den Bergen.

26:21 Und Saul sprach: Ich habe gesündigt; komm wieder, mein Sohn David,

ich will dir hinfort nichts Böses mehr tun, weil mein Leben heute in

deinen Augen teuer gewesen ist. Siehe, ich habe töricht und sehr

unrecht getan.

26:22 David antwortete: Siehe, hier ist der Spieß des Königs; es komme

einer von den jungen Leuten herüber und hole ihn.

26:23 Der HERR aber wird einem jeden seine Gerechtigkeit und Treue

vergelten. Denn der HERR hat dich heute in meine Hand gegeben, ich

aber wollte meine Hand nicht an den Gesalbten des HERRN legen.

26:24 Und siehe, wie heute dein Leben in meinen Augen wertgeachtet gewesen

ist, so werde mein Leben wertgeachtet in den Augen des HERRN, und er

errette mich aus aller Not!

26:25 Saul sprach zu David: Gesegnet seist du, mein Sohn David; du wirst's

ausführen und vollenden. Und David zog seine Straße; Saul aber

kehrte zurück an seinen Ort.
David bei den Philistern

27:1 David aber dachte in seinem Herzen: Ich werde doch eines Tages Saul

in die Hände fallen; es gibt nichts Besseres für mich, als daß ich

entrinne ins Philisterland. Dann wird Saul davon ablassen, mich

fernerhin zu suchen im ganzen Gebiet Israels, und ich werde seinen

Händen entrinnen.
Kap 23,23

27:2 Und David machte sich auf und zog hin mit den sechshundert Mann, die

bei ihm waren, zu Achisch, dem Sohn Maochs, dem König von Gat.

Kap 21,11-16

27:3 Und David blieb bei Achisch in Gat mit seinen Männern, ein jeder mit

seinem Hause; David auch mit seinen beiden Frauen, Ahinoam, der

Jesreeliterin, und Abigajil, Nabals Frau, der Karmeliterin.

Kap 25,40-43

27:4 Und als Saul angesagt wurde, daß David nach Gat geflohen sei, suchte

er ihn nicht mehr.

27:5 Und David sprach zu Achisch: Hab ich Gnade vor deinen Augen

gefunden, so mag man mir einen Wohnort geben in einer der Städte auf

dem Lande, daß ich darin wohne; warum soll dein Knecht in der

Königsstadt bei dir wohnen?

27:6 Da gab ihm Achisch an diesem Tage Ziklag. Daher gehört Ziklag den

Königen von Juda bis auf diesen Tag.
Jos 15,31

27:7 Die Zeit aber, die David im Philisterlande wohnte, war ein Jahr und

vier Monate.

27:8 David zog hinauf mit seinen Männern und fiel ins Land der

Geschuriter und Girsiter und Amalekiter ein; denn diese waren von

alters her die Bewohner des Landes bis hin nach Schur und

Ägyptenland.

27:9 Und sooft David in das Land einfiel, ließ er weder Mann noch Frau

leben und nahm mit Schafe, Rinder, Esel, Kamele und Kleider und

kehrte wieder zurück. Kam er dann zu Achisch

27:10 und Achisch sprach: Wo seid ihr heute eingefallen?, so sprach David:

In das Südland Judas, oder: In das Südland der Jerachmeeliter, oder:

In das Südland der Keniter.

27:11 David aber ließ weder Mann noch Frau lebend nach Gat kommen; denn er

dachte: Sie könnten uns verraten. So tat David, und das war seine

Art, solange er im Philisterland wohnte.

27:12 Und Achisch glaubte David; denn er dachte: Er hat sich in Verruf

gebracht bei seinem Volk Israel; darum wird er für immer mein Knecht

sein.

28:1 Und es begab sich zu der Zeit, daß die Philister ihr Heer sammelten,

um in den Kampf zu ziehen gegen Israel. Und Achisch sprach zu David:

Du sollst wissen, daß du und deine Männer mit mir ausziehen sollen

im Heer.

28:2 David sprach zu Achisch: Wohlan, du sollst erfahren, was dein Knecht

tun wird. Achisch sprach zu David: So will ich dich zu meinem

Leibwächter setzen für die ganze Zeit.
Saul bei der Totenbeschwörerin in En-Dor

28:3 Samuel aber war gestorben, und ganz Israel hatte ihm die

Totenklage gehalten und ihn begraben in seiner Stadt Rama. Und Saul

hatte die Geisterbeschwörer und Zeichendeuter aus dem Lande

vertrieben.
Kap 25,1; 2. Mose 22,17

28:4 Als nun die Philister sich versammelten und herankamen und sich

lagerten bei Schunem, versammelte Saul auch ganz Israel, und sie

lagerten sich auf dem Gebirge Gilboa.
Jos 19,18

28:5 Als aber Saul das Heer der Philister sah, fürchtete er sich, und

sein Herz verzagte sehr.

28:6 Und er befragte den HERRN; aber der HERR antwortete ihm nicht, weder

durch Träume noch durch das Los »Licht« noch durch Propheten.

Kap 14,41; 2. Mose 28,30

28:7 Da sprach Saul zu seinen Getreuen: Sucht mir ein Weib, das Tote

beschwören kann, daß ich zu ihr gehe und sie befrage. Seine Männer

sprachen zu ihm: Siehe, in En-Dor ist ein Weib, das kann Tote

beschwören.
3. Mose 19,31

28:8 Und Saul machte sich unkenntlich und zog andere Kleider an und ging

hin und zwei Männer mit ihm, und sie kamen bei Nacht zu dem Weibe.

Und Saul sprach: Wahrsage mir, weil du Geister beschwören kannst,

und hole mir herauf, wen ich dir nenne.

28:9 Das Weib sprach zu ihm: Siehe, du weißt doch selbst, was Saul getan

hat, wie er die Geisterbeschwörer und Zeichendeuter ausgerottet hat

im Lande; warum willst du mir denn eine Falle stellen, daß ich

getötet werde?

28:10 Saul aber schwor ihr bei dem HERRN und sprach: So wahr der HERR

lebt: es soll dich in dieser Sache keine Schuld treffen.

28:11 Da sprach das Weib: Wen soll ich dir denn heraufholen? Er sprach:

Hol mir Samuel herauf!

28:12 Als nun das Weib merkte, daß es um Samuel ging, schrie sie laut und

sprach zu Saul: Warum hast du mich betrogen? Du bist Saul.

28:13 Und der König sprach zu ihr: Fürchte dich nicht! Was siehst du? Das

Weib sprach zu Saul: Ich sehe einen Geist heraufsteigen aus der

Erde.

28:14 Er sprach: Wie ist er gestaltet? Sie sprach: Es kommt ein alter Mann

herauf und ist bekleidet mit einem Priesterrock. Da erkannte Saul,

daß es Samuel war, und neigte sich mit seinem Antlitz zur Erde und

fiel nieder.

28:15 Samuel aber sprach zu Saul: Warum hast du meine Ruhe gestört, daß du

mich heraufsteigen lässest? Saul sprach: Ich bin in großer

Bedrängnis, die Philister kämpfen gegen mich, und Gott ist von mir

gewichen und antwortet mir nicht, weder durch Propheten noch durch

Träume; darum hab ich dich rufen lassen, daß du mir kundtust, was

ich tun soll.

28:16 Samuel sprach: Warum willst du mich befragen, da doch der HERR von

dir gewichen und dein Feind geworden ist?

28:17 Der HERR hat dir getan, wie er durch mich geredet hat, und hat das

Königtum aus deiner Hand gerissen und David, deinem Nächsten,

gegeben.
Kap 15,28

28:18 Weil du der Stimme des HERRN nicht gehorcht und seinen grimmigen

Zorn nicht an Amalek vollstreckt hast, darum hat der HERR dir das

jetzt getan.
Kap 15,18-19; 2. Mose 17,14; 17,16

28:19 Dazu wird der HERR mit dir auch Israel in die Hände der Philister

geben. Morgen wirst du mit deinen Söhnen bei mir sein. Auch wird

der HERR das Heer Israels in die Hände der Philister geben.

Kap 31,6

28:20 Da stürzte Saul zur Erde, so lang er war, und geriet in große Furcht

über die Worte Samuels. Auch war keine Kraft mehr in ihm; denn er

hatte nichts gegessen den ganzen Tag und die ganze Nacht.

28:21 Und das Weib trat zu Saul und sah, daß er sehr erschrocken war, und

sprach zu ihm: Siehe, deine Magd hat deiner Stimme gehorcht, und ich

habe mein Leben aufs Spiel gesetzt, als ich die Worte hörte, die du

zu mir gesagt hast.

28:22 So gehorche du nun auch der Stimme deiner Magd! Ich will dir einen

Bissen Brot vorsetzen, daß du issest und zu Kräften kommst und deine

Straße gehen kannst.

28:23 Er aber weigerte sich und sprach: Ich will nicht essen. Da nötigten

ihn seine Männer und das Weib, bis er auf sie hörte. Und er stand

auf von der Erde und setzte sich aufs Bett.

28:24 Das Weib aber hatte im Haus ein gemästetes Kalb; das schlachtete sie

eilends und nahm Mehl und knetete es und backte ungesäuertes Brot

2. Mose 12,39

28:25 und setzte es Saul und seinen Männern vor. Und als sie gegessen

hatten, standen sie auf und gingen fort noch in der Nacht.

David wird von den Philistern zurückgeschickt

29:1 Die Philister aber versammelten ihr ganzes Heer bei Afek, und

Israel lagerte sich an der Quelle bei Jesreel.
Kap 4,1; Jos 15,53; Jos 15,56

29:2 Und die Fürsten der Philister zogen daher mit ihren Hundertschaften

und Tausendschaften. David aber und seine Männer zogen hinterher mit

Achisch.
Jos 13,3

29:3 Da sprachen die Obersten der Philister: Was sollen diese Hebräer?

Achisch sprach zu ihnen: Das ist David, der Knecht Sauls, des Königs

von Israel, der nun bei mir gewesen ist Jahr und Tag; ich habe

nichts an ihm gefunden seit der Zeit, da er abgefallen ist, bis

heute.
Kap 27,7

29:4 Aber die Obersten der Philister wurden zornig auf ihn und sprachen

zu ihm: Schick den Mann zurück! Er soll an den Ort zurückkehren, den

du ihm angewiesen hast, damit er nicht mit uns hinziehe zum Kampf

und unser Widersacher werde im Kampf. Denn womit könnte er seinem

Herrn einen größeren Gefallen tun als mit den Köpfen unserer Männer?

29:5 Ist das denn nicht derselbe David, von dem sie sangen im Reigen:

Saul hat tausend geschlagen, David aber zehntausend?

Kap 18,7

29:6 Da rief Achisch David und sprach zu ihm: So wahr der HERR lebt: ich

halte dich für redlich, und daß du mit mir aus- und einzögest im

Heer, gefiele mir gut, denn ich habe nichts Arges an dir gespürt

seit der Zeit, da du zu mir gekommen bist, bis heute; aber du

gefällst den Fürsten nicht.

29:7 So kehre nun um und zieh hin mit Frieden, damit du nicht tust, was

den Fürsten der Philister nicht gefällt.

29:8 David aber sprach zu Achisch: Was hab ich getan, und was hast du

gespürt an deinem Knecht seit der Zeit, da ich dir gedient habe, bis

heute, daß ich nicht mitziehen darf und kämpfen gegen die Feinde

meines Herrn, des Königs?

29:9 Achisch antwortete David: Ich weiß es wohl; denn du bist mir lieb

wie ein Engel Gottes. Aber die Obersten der Philister haben gesagt:

Laß ihn nicht mit uns hinaufziehen in den Kampf!
2. Sam 14,17

29:10 So mach dich nun früh am Morgen auf mit den Knechten deines Herrn,

die mit dir gekommen sind; macht euch früh am Morgen auf und zieht

weg, sobald es Tag ist.

29:11 Da machten sich David und seine Männer früh am Morgen auf, um

wegzuziehen und ins Philisterland zurückzukehren. Die Philister aber

zogen hinauf nach Jesreel.
Davids Sieg über die Amalekiter

30:1 Als nun David mit seinen Männern am dritten Tage nach Ziklag kam,

waren die Amalekiter eingefallen ins Südland und in Ziklag und

hatten Ziklag eingenommen und mit Feuer verbrannt
Kap 27,6

30:2 und hatten die Frauen und alles, was in der Stadt war, klein und

groß, gefangengenommen. Sie hatten aber niemand getötet, sondern sie

weggeführt und waren abgezogen.

30:3 Als nun David mit seinen Männern zur Stadt kam und sah, daß sie mit

Feuer verbrannt war und ihre Frauen, Söhne und Töchter gefangen

waren,

30:4 erhoben David und die Leute, die bei ihm waren, ihre Stimme und

weinten, bis sie nicht mehr weinen konnten.

30:5 Auch die beiden Frauen Davids waren gefangengenommen worden:

Ahinoam, die Jesreeliterin, und Abigajil, Nabals, des Karmeliters,

Frau.
Kap 25,42-43

30:6 Und David geriet in große Bedrängnis, weil die Leute ihn steinigen

wollten; denn die Seele des ganzen Volks war erbittert, ein jeder

wegen seiner Söhne und Töchter. David aber stärkte sich in dem

HERRN, seinem Gott,

30:7 und sprach zu dem Priester Abjatar, dem Sohn Ahimelechs: Bringe mir

den Efod her! Und als Abjatar den Efod zu David gebracht hatte,

Kap 23,9

30:8 befragte David den HERRN und sprach: Soll ich dieser Schar

nachjagen, und werde ich sie einholen? Er sprach: Jage ihr nach! Du

wirst sie einholen und die Gefangenen befreien.

30:9 Da zog David hin mit den sechshundert Mann, die bei ihm waren. Und

als sie an den Bach Besor kamen, blieben etliche zurück.

30:10 David aber und vierhundert Mann jagten der Schar nach; die

zweihundert Mann aber, die zurückblieben, waren zu müde, um über den

Bach Besor zu gehen.

30:11 Und sie fanden einen Ägypter auf dem Felde; den führten sie zu David

und gaben ihm Brot zu essen und Wasser zu trinken

30:12 und gaben ihm ein Stück Feigenkuchen und zwei Rosinenkuchen. Und als

er gegessen hatte, kam er wieder zu sich; denn er hatte in drei

Tagen und drei Nächten nichts gegessen und kein Wasser getrunken.

30:13 David sprach zu ihm: Zu wem gehörst du? Und woher bist du? Er

sprach: Ich bin ein junger Ägypter, eines Amalekiters Knecht, und

mein Herr hat mich zurückgelassen; denn ich wurde vor drei Tagen

krank.

30:14 Wir sind eingefallen in das Südland der Kreter und in Juda und in

das Südland Kalebs und haben Ziklag mit Feuer verbrannt.

2. Sam 8,18; Jos 14,13

30:15 David sprach zu ihm: Willst du mich hinführen zu dieser Schar? Er

sprach: Schwöre mir bei Gott, daß du mich nicht töten noch in meines

Herrn Hand übergeben wirst, so will ich dich hinführen zu dieser

Schar.

30:16 Und er führte ihn hin. Und siehe, sie hatten sich ausgebreitet über

das ganze Land, aßen und tranken und feierten ein Fest wegen all der

großen Beute, die sie mitgenommen hatten aus dem Philisterland und

aus Juda.

30:17 Und David schlug sie vom Morgen bis zum Abend des nächsten Tages, so

daß keiner von ihnen entrann außer vierhundert jungen Männern; die

stiegen auf die Kamele und flohen.

30:18 So gewann David alles zurück, was die Amalekiter genommen hatten,

auch seine beiden Frauen,

30:19 und es fehlte nichts, weder klein noch groß, weder Söhne noch

Töchter noch Beute noch alles, was sie sich genommen hatten; David

brachte es alles zurück

30:20 und nahm die Schafe und Rinder, und sie trieben das Vieh vor David

her und sprachen: Das ist Davids Beute.

30:21 Und als David zu den zweihundert Männern kam, die zu müde gewesen

waren, um David zu folgen, und am Bach Besor geblieben waren, gingen

sie David entgegen und den Leuten, die mit ihm waren. Und David trat

zu ihnen und grüßte sie freundlich.

30:22 Da sprachen böse und heillose Leute unter den Männern, die mit David

gezogen waren: Weil sie nicht mit uns gezogen sind, soll man ihnen

nichts geben von der Beute, die wir zurückgewonnen haben; sondern

jeder nehme nur seine Frau und seine Kinder mit sich und gehe seines

Weges.

30:23 Da sprach David: Ihr sollt nicht so tun, meine Brüder, mit dem, was

uns der HERR gegeben hat; er hat uns behütet und diese Schar, die

über uns gekommen war, in unsere Hände gegeben.

30:24 Wer sollte in dieser Sache auf euch hören? Wie der Anteil

derjenigen, die in den Kampf gezogen sind, so soll auch der Anteil

derjenigen sein, die beim Troß geblieben sind; jeder soll den

gleichen Anteil haben.
4. Mose 31,27

30:25 Und so blieb es weiterhin von diesem Tag an; und er machte es zu

Satzung und Recht für Israel bis auf diesen Tag.

30:26 Und als David nach Ziklag kam, sandte er von der Beute den Ältesten

in Juda, seinen Freunden, und ließ sagen: Da habt ihr eine

Segensgabe aus der Beute der Feinde des HERRN, -

30:27 nämlich denen zu Betul, denen zu Rama im Südland, denen zu Jattir,

30:28 denen zu Aroër, denen zu Sifmot, denen zu Eschtemoa,

30:29 denen zu Karmel, denen in den Städten der Jerachmeeliter, denen in

den Städten der Keniter,
Kap 27,10

30:30 denen zu Horma, denen zu Bor-Aschan, denen zu Atach,

30:31 denen zu Hebron und allen Orten, wo David mit seinen Männern aus-

und eingegangen war.
Das Ende Sauls und seiner Söhne
(vgl. 1. Chr 10,1-12)

31:1 Die Philister aber kämpften gegen Israel, und die Männer Israels

flohen vor den Philistern und blieben erschlagen liegen auf dem

Gebirge Gilboa.

31:2 Und die Philister waren hinter Saul und seinen Söhnen her und

erschlugen Jonatan und Abinadab und Malkischua, die Söhne Sauls.

31:3 Und der Kampf tobte heftig um Saul, und die Bogenschützen fanden

ihn, und er wurde schwer verwundet von den Schützen.

31:4 Da sprach Saul zu seinem Waffenträger: Zieh dein Schwert und

erstich mich damit, daß nicht diese Unbeschnittenen kommen und mich

erstechen und treiben ihren Spott mit mir. Aber sein Waffenträger

wollte nicht, denn er fürchtete sich sehr. Da nahm Saul das Schwert

und stürzte sich hinein.
Ri 9,54

31:5 Als nun sein Waffenträger sah, daß Saul tot war, stürzte auch er

sich in sein Schwert und starb mit ihm.

31:6 So starben Saul und seine drei Söhne und sein Waffenträger und alle

seine Männer miteinander an diesem Tage.

31:7 Als aber die Männer Israels, die jenseits der Ebene und gegen den

Jordan hin wohnten, sahen, daß die Männer Israels geflohen und Saul

und seine Söhne tot waren, verließen sie die Städte und flohen auch.

Da kamen die Philister und wohnten darin.

31:8 Am andern Tage kamen die Philister, um die Erschlagenen

auszuplündern, und fanden Saul und seine drei Söhne, wie sie

gefallen auf dem Gebirge Gilboa lagen.

31:9 Da hieben sie ihm sein Haupt ab und nahmen ihm seine Rüstung ab und

sandten sie im Philisterland umher, um es zu verkünden im Hause

ihrer Götzen und unter dem Volk.

31:10 Und sie legten seine Rüstung in das Haus der Astarte, aber seinen

Leichnam hängten sie auf an der Mauer von Bet-Schean.

5. Mose 21,22-23

31:11 Als die Leute von Jabesch in Gilead hörten, was die Philister Saul

angetan hatten,
Kap 11,1-11

31:12 machten sich alle streitbaren Männer auf und gingen die ganze Nacht

hindurch und nahmen die Leichname Sauls und seiner Söhne von der

Mauer zu Bet-Schean und brachten sie nach Jabesch und salbten sie

dort.

31:13 Und sie nahmen ihre Gebeine und begruben sie unter dem

Tamariskenbaum bei Jabesch und fasteten sieben Tage.

2. Sam 1,12

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