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00-Vorwort
01-Schlachtfeld von Kuruksetra
02-Inhalt der Gita
03-Karma Yoga
04-Transzentrales Wissen
05 Karma yoga - Handeln im Krsna-Bewusstsein
06-Dhyana-yoga
07-Wissen vom Absoluten
08-Wie man den Höchsten erreicht
09- Das vertraulichste Wissen
10-Die Füllen des Absoluten
11- Die universale Form
12- Hingebungsvoller Dienst
13- Natur, Genießer und Bewusstsein
14-Die drei Erscheinungsweisen der materiellen Natur
15-Der yoga der Höchsten Person
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Bhagavad-gita : 08-Wie man den Höchsten erreicht
ACHTES KAPITEL
Wie man den Höchsten erreicht
VERS 1

Arjuna fragte: O mein Herr, o Höchste Person, was ist

das Brahman? Was ist das Selbst? Was sind

fruchtbringende Tätigkeiten? Was ist die materielle

Manifestation? Und was sind die Halbgötter? Bitte
erkläre mir dies alles.
ERLÄUTERUNG

In diesem Kapitel beantwortet Sri Krsna verschiedene

Fragen Arjunas, angefangen mit der Frage "Was ist das

Brahman?" Der Herr erklärt auch karma oder

fruchtbringende Tätigkeiten, hingebungsvollen Dienst, die

yoga-Prinzipien und hingebungsvollen Dienst in seiner

reinen Form. Das Srimad-Bhagavatam erklärt, dass die

Höchste Absolute Wahrheit als Brahman, Paramatma und

Bhagavan bekannt ist. Darüber hinaus wird das Lebewesen,

die individuelle Seele, ebenfalls als Brahman bezeichnet.

Arjuna fragt auch nach atma, was sich auf Körper, Geist

und Seele bezieht. Nach dem vedischen Wörterbuch

bezieht sich atma auf Körper, Geist, Seele und auch auf die

Sinne.

Arjuna redete den Höchsten Herrn mit Purusottama oder

Höchste Person an, was bedeutet, dass er diese Fragen nicht

bloß einem Freund stellte, sondern der Höchsten Person, da

er wußte, dass der Herr als höchste Autorität imstande ist,

endgültige Antworten zu geben.
VERS 2
Wie lebt dieser Herr des Opfers im Körper, und in
welchem Teil hält Er Sich auf, o Madhusudana? Und

wie können diejenigen, die im hingebungsvollen Dienst

tätig sind, Dich zur Zeit des Todes kennen?
ERLÄUTERUNG

Der Herr des Opfers nimmt durch Indra und Visnu Opfer

entgegen. Visnu ist das Oberhaupt der wichtigsten

Halbgötter, zu denen auch Brahma und Siva gehören, und

Indra ist das Oberhaupt der verwaltenden Halbgötter.

Sowohl Indra als auch Visnu werden durch Darbringung

von yajna verehrt, doch hier fragt Arjuna, wer tatsächlich

der Herr des yajna (Opfers) ist und wie Er im Körper des

Lebewesens wohnt.

Arjuna spricht den Herrn mit Madhusudana an, weil Krsna

einmal einen Dämon namens Madhu tötete. Eigentlich

hätten diese Fragen, die dem Wesen nach Zweifel waren, in

Arjunas Geist nicht auftauchen dürfen, denn Arjuna war ein

Krsna-Bewusster Gottgeweihter. Deshalb werden diese

Zweifel mit Dämonen verglichen.

Da Krsna im Töten von Dämonen so erfahren ist, spricht

Arjuna Ihn hier mit Madhusudana an, damit Krsna die

dämonischen Zweifel töte, die in Arjunas Geist entstehen.

Das Wort prayana-kale in diesem Vers ist sehr bedeutsam,

denn was immer wir in diesem Leben tun, wird zur Zeit des

Todes geprüft werden. Arjuna befürchtet, dass auch die

Geweihten im Krsna-Bewusstsein den Höchsten Herrn zur

Stunde des Todes vergessen werden, weil zu dieser Zeit die

körperlichen Funktionen gestört sind und der Geist in

einem panischen Zustand sein mag. Maharaja Kulasekhara,

ein großer Gottgeweihter, betet deshalb: "Mein lieber Herr,

möge ich jetzt sofort sterben, solange ich noch gesund bin,

so dass der Schwan meines Geistes in den Stengel Deiner

Lotosfüße eingehen kann." Diese Metapher wird gebraucht,

weil der Schwan oft Freude daran findet, in den Stengel der

Lotosblume einzudringen; in ähnlicher Weise wird der

Geist des reinen Gottgeweihten zu den Lotosfüßen des

Herrn hingezogen. Maharaja Kulaèekhara befürchtet, dass

seine Kehle im Augenblick des Todes so verstopft sein

wird, dass er nicht fähig sein wird, die Heiligen Namen zu

chanten - deshalb sei es besser, sofort zu sterben. Arjuna

fragt, wie der Geist eines Menschen in solchen

Augenblicken fest auf die Lotosfüße Sri Krsnas gerichtet

bleiben könne.
VERS 3
Der Höchste Herr sprach: Das unzerstörbare,
transzendentale Lebewesen wird Brahman und seine

ewige Natur das Selbst genannt. Handlungen, die sich

auf die Entwicklung der materiellen Körper beziehen,

nennt man karma oder fruchtbringende Tätigkeiten.
ERLÄUTERUNG

Das Brahman ist unzerstörbar und existiert ewig, und seine

Beschaffenheit verändert sich niemals. Aber über dem

Brahman steht Parabrahman. Brahman bezieht sich auf das

Lebewesen und Parabrahman auf die Höchste

Persönlichkeit Gottes. Die wesensgemäße Stellung des

Lebewesens unterscheidet sich von der Position, die es in

der materiellen Welt einnimmt. Im materiellen Bewusstsein

ist es seine Natur, zu versuchen, Herr über die Materie zu

sein; im spirituellen Bewusstsein (Krsna-Bewusstsein)

hingegen ist es seine Stellung, dem Höchsten zu dienen.

Wenn sich das Lebewesen im materiellen Bewusstsein

befindet, muss es verschiedene Körper in der materiellen

Welt annehmen. Das wird als karma oder mannigfaltige

Schöpfung durch den Zwang materiellen Bewusstseins

bezeichnet.

In der vedischen Literatur wird das Lebewesen jivatma und

Brahman genannt, niemals aber Parabrahman. Das

Lebewesen (jivatma) nimmt verschiedene Positionen ein -

mal taucht es in die dunkle materielle Natur ein und

identifiziert sich mit Materie, und mal identifiziert es sich

mit der höheren spirituellen Natur. Deshalb nennt man es

die marginale Energie des Höchsten Herrn. Je nachdem, ob

es sich mit der materiellen oder mit der spirituellen Natur

identifiziert, bekommt es einen materiellen oder spirituellen

Körper. In der materiellen Natur kann es einen Körper aus

irgendeiner der 8 400 000 Arten des Lebens annehmen,

doch in der spirituellen Natur hat es nur einen Körper. In

der materiellen Natur ist es seinem karma entsprechend

manchmal als Mensch, als Halbgott, als Säugetier, als

Vogel usw. manifestiert. Um zu materiellen himmlischen

Planeten zu gelangen und ihre Möglichkeiten zur

Sinnenbefriedigung zu genießen, bringt das Lebewesen

manchmal Opfer (yajna) dar, doch wenn sein Verdienst

erschöpft ist, kehrt es wieder auf die Erde in der Form eines

Menschen zurück.

Im Vorgang des Opfers vollzieht das Lebewesen bestimmte

Opfer, um bestimmte himmlische Planeten zu erreichen,

und gelangt folglich dorthin. Wenn das Verdienst des

Opfers erschöpft ist, kehrt das Lebewesen in Form von

Regen auf die Erde zurück und nimmt dann die Form von

Getreide an; das Getreide wird von einem Mann gegessen

und in Samen umgewandelt; der Same befruchtet eine Frau,

und so bekommt das Lebewesen erneut die menschliche

Form, um Opfer darzubringen und so den gleichen

Kreislauf zu wiederholen. Auf diese Weise kommt und geht

das Lebewesen unaufhörlich auf dem materiellen Pfad. Der

Krsna-Bewusste Mensch jedoch vermeidet solche Opfer. Er

wendet sich direkt dem Krsna-Bewusstsein zu und bereitet

sich so vor, zu Gott zurückzukehren.

Unpersönlichkeitsanhänger, die die Gita kommentieren,

vermuten unvernünftigerweise, das Brahman nehme in der

materiellen Welt die Form von jiva an, und um dies zu

belegen, beziehen sie sich auf den siebten Vers im

Fünfzehnten Kapitel der Gita. Aber auch dieser Vers

spricht vom Lebewesen als "einem Meiner ewigen

Fragmente". Das Fragment Gottes, das Lebewesen, mag in

die materielle Welt hinabfallen, doch der Höchste Herr

(Acyuta) fällt niemals. Deshalb kann die Vermutung, dass

das Höchste Brahman die Form der jiva annehme, nicht

akzeptiert werden. Es ist wichtig, sich daran zu erinnern,

dass in den vedischen Schriften das Brahman (das
Lebewesen) von Parabrahman (dem Höchsten Herrn)
unterschieden wird.
VERS 4
Die materielle Natur ist endlos wandelbar. Das

Universum ist die kosmische Form des Höchsten Herrn,

und Ich bin dieser Herr, der von der Überseele

repräsentiert wird und im Herzen aller verkörperten

Wesen weilt.
ERLÄUTERUNG

Die materielle Natur wandelt sich ständig. Materielle

Körper durchlaufen im allgemeinen sechs Stadien: Sie

werden geboren, wachsen, bleiben eine Zeitlang bestehen,

erzeugen einige Nebenprodukte, schwinden dahin und

vergehen schließlich. Die materielle Natur wird

adhibhôtam genannt. Weil sie zu einem bestimmten Zeitpunkt

geschaffen ist und zu einem gewissen Zeitpunkt

wieder vernichtet wird, nennt man die Vorstellung von der

universalen Form des Höchsten Herrn, die alle Halbgötter

und ihre verschiedenen Planeten mit einschließt,

adhidaivatam. Die individuelle Seele (jiva) begleitet den

Körper. Die Überseele, eine vollständige Repräsentation Sri

Krsnas, wird Paramatma oder adhiyajna genannt und

weilt im Herzen. Das Wort eva ist im Sinnzusammenhang

dieses Verses von besonderer Bedeutung, weil der Herr

durch dieses Wort betont, dass der Paramatma nicht von

Ihm verschieden ist. Die Überseele, die Höchste

Persönlichkeit Gottes, die neben der individuellen Seele im

Herzen sitzt, ist Zeuge der Tätigkeiten der individuellen

Seele und die Quelle ihres Bewusstseins. Die Überseele gibt

dem jiva die Möglichkeit, frei zu handeln, und ist Zeuge

seines Tuns. Die Funktionen all dieser verschiedenen Manifestationen

des Höchsten Herrn werden dem reinen,

Krsna-Bewussten Gottgeweihten, der im transzendentalen

Dienst des Herrn beschäftigt ist, von selbst klar. Die

Neulinge, die sich dem Herrn in Seiner Manifestation als

Überseele nicht nähern können, meditieren über die

gigantische universale Form des Herrn. die man

adhidaivatam nennt. Dem Novizen wird geraten, über die

universale Form nachzudenken, als deren Beine man die

niederen Planeten, als deren Augen man die Sonne und den

Mond und als deren Haupt man das obere Planetensystem

betrachtet.
VERS 5

Und wer immer sich im Augenblick des Todes, wenn er

seinen Körper verlässt, an Mich erinnert, erreicht

sogleich Mein Reich. Darüber besteht kein Zweifel.

ERLÄUTERUNG
In diesem Vers wird die Wichtigkeit des

Krsna-Bewusstseins hervorgehoben. Jeder, der seinen

Körper im Krsna-Bewusstsein verlässt, wird sofort zum

transzendentalen Reich des Höchsten Herrn erhoben. Das

Wort smaran (sich erinnernd) ist von Bedeutung. Sich an

Krsna zu erinnern ist der unreinen Seele, die kein Krsna-

Bewusstsein im hingebungsvollen Dienst praktiziert hat,

nicht möglich. Um sich an Krsna zu erinnern, sollte man

unablässig den maha-mantra - Hare Krsna, Hare Krsna,

Krsna Krsna, Hare Hare / Hare Rama, Hare Rama, Rama,

Rama, Hare Hare - chanten und dabei dem Beispiel Sri

Caitanyas folgen, was bedeutet, duldsamer als ein Baum

und demütiger als das Gras zu sein und anderen alle Ehre

zu erweisen, ohne Ehre als Gegenleistung zu erwarten. So

wird man fähig sein, den Körper erfolgreich zu verlassen,

indem man sich an Krsna erinnert, und auf diese Weise

wird man das höchste Ziel erreichen.
VERS 6
Den Seinszustand, an den man sich beim Verlassen
seines Körpers erinnert, wird man ohne Zweifel
erreichen.
ERLÄUTERUNG

Der Vorgang, wie man den Zustand des Seins im kritischen

Augenblick des Todes ändert, wird hier erklärt. Wie kann

man im richtigen Geisteszustand sterben? Maharaja Bharata

dachte zur Zeit des Todes an ein Reh und wurde folglich in

diese Lebensform versetzt. Maharaja Bharata konnte sich

jedoch als Reh an sein vergangenes Tun erinnern. Die

angehäufte Wirkung der Gedanken und Handlungen unseres

Lebens beeinflusst unsere Gedanken zum Zeitpunkt des

Todes, und daher bestimmen die Handlungen des

gegenwärtigen Lebens unseren zukünftigen Seinszustand.

Wenn man in Krsnas Dienst transzendental vertieft ist,

dann wird der nächste Körper, den man erhält,

transzendental (spirituell) sein, nicht materiell. Deshalb ist

das Chanten von Hare Krsna der beste Vorgang, unseren

gegenwärtigen Zustand erfolgreich zum transzendentalen

Leben zu wandeln.
VERS 7

Daher, o Arjuna, solltest du immer an Mich in Meiner

Form als Krsna denken und zur gleichen Zeit deine

vorgeschriebene Pflicht des Kämpfens erfüllen. Wenn

du dein Tun Mir weihst und deinen Geist und deine
Intelligenz auf Mich richtest, wirst du Mich ohne
Zweifel erreichen.
ERLÄUTERUNG

Diese Anweisung an Arjuna ist für alle Menschen, die

materiellen Tätigkeiten nachgehen, sehr wichtig. Der Herr

sagt nicht, dass man seine vorgeschriebenen Pflichten oder

Beschäftigungen aufgeben soll. Man kann ihnen weiter

nachgehen und doch zur gleichen Zeit an Krsna denken,

indem man Hare Krsna chantet. Dies wird einen von

materieller Verunreinigung befreien und den Geist und die

Intelligenz mit Krsna beschäftigen. Wenn man Krsnas

Namen chantet, wird man ohne Zweifel zum höchsten
Planeten, Krsnaloka, erhoben.
VERS 8

Wer über die Höchste Persönlichkeit Gottes meditiert,

indem er seinen Geist ständig darin übt, sich an Mich zu

erinnern, und von diesem Pfad nicht abweicht, o Partha

[Arjuna], wird Mich sicherlich erreichen.
ERLÄUTERUNG

In diesem Vers betont Sri Krsna, wie wichtig es ist, sich an

Ihn zu erinnern. Die Erinnerung an Krsna wird durch das

Chanten des Hare-Krsna-maha-mantras wiederbelebt.

Durch diese Praxis, die Klangschwingung des Höchsten

Herrn zu chanten und zu hören, werden die Ohren, die

Zunge und der Geist beschäftigt. Diese mystische

Meditation ist sehr einfach zu praktizieren, und sie hilft

einem, den Höchsten Herrn zu erreichen. Purusam bedeutet

"Genießer". Obwohl die Lebewesen zur marginalen

Energie des Höchsten Herrn gehören, sind sie materiell

verunreinigt. Sie halten sich für Genießer, doch sind sie

nicht der höchste Genießer. Hier heißt es klar, dass der Herr,

die Persönlichkeit Gottes, in Seinen verschiedenen

Manifestationen und vollständigen Erweiterungen wie

Narayaäa und Vasudeva der höchste Genießer ist. Der

Gottgeweihte kann durch das Chanten von Hare Krsna

ständig an das Objekt der Verehrung, den Höchsten Herrn,

in irgendeinem Seiner Aspekte - Narayana, Krsna, Rama

usw. - denken. Diese Praxis wird ihn läutern, und dank

seines ständigen Chantens wird er am Ende seines Lebens

zum Königreich Gottes erhoben werden. Yoga heißt, über

die Überseele im Herzen zu meditieren: in ähnlicher Weise

richtet man durch das Chanten von Hare Krsna seinen Geist

ständig auf den Höchsten Herrn. Der Geist ist unstet, und

deshalb ist es notwendig, ihn mit Gewalt dazu zu bringen,

an Krsna zu denken. Ein oft angeführtes Beispiel ist die

Raupe, die daran denkt, ein Schmetterling zu werden, und

deshalb noch im selben Leben in einen Schmetterling

verwandelt wird. Ebenso ist es sicher, wenn wir ständig an

Krsna denken, dass wir am Ende unseres Lebens die

gleichen körperlichen Eigenschaften wie Krsna haben

werden.
VERS 9

Man sollte über den Herrn, die Höchste Person, als den

meditieren, der alles weiß, der der ÄIteste, der der

Lenker, der kleiner als das Kleinste, der der Erhalter

allen Seins, der jenseits jeder materiellen Vorstellung,

der unbegreiflich und der immer eine Person ist. Er ist

leuchtend wie die Sonne, und da Er transzendental ist,

befindet Er Sich jenseits der materiellen Natur.
ERLÄUTERUNG

In diesem Vers wird der Vorgang erwähnt, wie man an den

Höchsten denken kann. Der wichtigste Punkt ist, dass Er

nicht unpersönlich oder leer ist. Man kann nicht über etwas

Unpersönliches oder Leeres meditieren. Das ist sehr

schwierig. Der Vorgang, an Krsna zu denken, ist jedoch

sehr einfach und wird hier praktisch beschrieben. Zunächst

einmal ist Er purusa oder spirituell, Rama und Krsna, und

Er wird hier als kavim beschrieben, was bedeutet, dass Er

Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft kennt und daher

alles weiß. Er ist die älteste Persönlichkeit, da Er der

Ursprung aller Dinge ist; alles ist aus Ihm geboren. Er ist

auch der höchste Lenker des Universums und der Erhalter

und Lehrer der Menschheit. Er ist kleiner als das Kleinste.

Das Lebewesen ist so groß wie der zehntausendste Teil

einer Haarspitze; der Herr aber ist so unvorstellbar klein,

dass Er sogar in das Herz dieses Teilchens eingeht. Deshalb

wird Er kleiner als das Kleinste genannt. Als der Höchste

kann Er in das Atom und in das Herz des Kleinsten

eingehen und es als Überseele lenken. Doch obwohl Er so

klein ist, ist Er alldurchdringend und erhält alles. Von Ihm

werden alle Planetensysteme erhalten. Wir wundern uns

oft, wie die großen Planeten in der Luft schweben können.

Wie hier erklärt wird, werden all diese großen Planetensysteme

und Galaxien durch die unbegreifliche Energie des

Höchsten Herrn erhalten. Das Wort acintya (unbegreiflich)

ist in diesem Zusammenhang sehr bedeutsam. Gottes
Energie befindet sich jenseits unseres

Vorstellungsvermögens, jenseits der Bereiche, in denen wir

denken können, und wird daher als unbegreiflich (acintya)

bezeichnet. Wer kann das bestreiten? Er durchdringt die

materielle Welt und ist dennoch jenseits von ihr. Wir

können nicht einmal die materielle Welt begreifen, die,

verglichen mit der spirituellen Welt, unbedeutend ist - wie

können wir also begreifen, was jenseits von ihr ist. Acintya

bedeutet das, was sich jenseits der materiellen Welt

befindet, das, was unsere Argumente, unsere Logik und

unsere philosophische Spekulation nicht berühren können,

das, was unbegreiflich ist. Deshalb sollten intelligente

Menschen nutzlose Argumente und Spekulationen

vermeiden und akzeptieren, was in Schriften wie den

Veden, der Gita und dem Srimad-Bhagavatam gesagt wird,

und den dort festgelegten Prinzipien folgen. Eine solche

Haltung wird uns zum Verständnis führen.
VERS 10

Wer zur Zeit des Todes seine Lebensluft auf den Punkt

zwischen den Augenbrauen konzentriert und sich in

voller Hingabe an den Höchsten Herrn erinnert, wird

die Höchste Persönlichkeit Gottes mit Gewissheit
erreichen.
ERLÄUTERUNG

In diesem Vers wird klar gesagt, dass der Geist zur Zeit des

Todes in Hingabe auf den Höchsten Gott gerichtet sein

muss. Denjenigen, die im yoga geübt sind, wird empfohlen,

die Lebenskraft zwischen die Augenbrauen zu erheben,

doch was einen reinen Gottgeweihten betrifft, der solchen

yoga nicht praktiziert, so soll der Geist immer im

Krsna-Bewusstsein beschäftigt sein, so dass er sich beim

Tode an den Höchsten durch dessen Barmherzigkeit
erinnern kann. Dies wird in Vers 14 erklärt.

In diesem Vers ist der besondere Gebrauch des Wortes

yoga-balena von Bedeutung, denn ohne yoga zu

praktizieren, kann man diesen transzendentalen Seinszustand

zur Zeit des Todes nicht erreichen. Man kann sich

beim Tod nicht plötzlich an den Höchsten Herrn erinnern,

wenn man sich nicht zuvor in einem yoga-System,

insbesondere im System des bhakti-yoga, geübt hat. Da der

Geist zur Zeit des Todes sehr gestört ist, sollte man sich

während seines Lebens durch yoga darin üben, in der

Transzendenz verankert zu sein.
VERS 11
In den Veden bewanderte Persönlichkeiten, die das
omkara chanten und große Weise im Lebensstand der
Entsagung sind, gehen in das Brahman ein. Mit dem
Wunsch nach dieser Vollkommenheit leben sie im

Zölibat. Ich werde dir jetzt diesen Vorgang erklären,

durch den man Erlösung erlangen kann.
ERLÄUTERUNG

Sri Krsna erklärt, dass das Brahman, obwohl Eines ohne ein

Zweites, verschiedene Manifestationen und Aspekte hat.

Für die Unpersönlichkeitsanhänger ist die Silbe om mit dem

Brahman identisch. Krsna erklärt hier das unpersönliche

Brahman, in das die Weisen im Lebensstand der Entsagung

eingehen.

Im vedischen System des Wissens wird den Schülern von

Anfang an beigebracht, om zu chanten und über das

endgültige unpersönliche Brahman zu lernen, indem sie in

völligem Zölibat mit dem spirituellen Meister

zusammenleben. Auf diese Weise erkennen sie zwei der

Brahman-Aspekte. Diese Praxis ist sehr wesentlich, damit

der Schüler im spirituellen Leben fortschreiten kann, doch

in der heutigen Zeit ist solch ein brahmacari-Leben

(unverheiratetes, zölibatäres Leben) ganz und gar unmöglich.

Die soziale Struktur der Welt hat sich so sehr

geändert, dass es keine Möglichkeit mehr gibt, vom Beginn

des Schülerlebens an sexuelle Enthaltsamkeit zu üben.

Überall in der Welt gibt es viele Institutionen für

verschiedene Wissensbereiche, aber es gibt keine

anerkannte Institution, in der Schüler in den Prinzipien des

brahmacarya erzogen werden können. Solange man nicht

im Zölibat lebt, ist es sehr schwierig, Fortschritt im

spirituellen Leben zu machen. Deshalb hat Sri Krsna

Caitanya gelehrt, dass es nach den Anweisungen der

Schriften für dieses Zeitalter des Kali außer dem Chanten

der Heiligen Namen Sri Krsnas - Hare Krsna, Hare Krsna,

Krsna Krsna, Hare Hare / Hare Rama, Hare Rama, Rama,

Rama, Hare, Hare - keinen anderen Weg gibt, den
Höchsten zu erkennen.
VERS 12

Yoga zu praktizieren bedeutet, sich von allen sinnlichen

Tätigkeiten zu lösen. Indem man alle Tore der Sinne

schließt, den Geist auf das Herz und die Lebensluft auf

den höchsten Punkt des Kopfes richtet, verankert man

sich im yoga.
ERLÄUTERUNG

Um yoga zu praktizieren, wie es hier vorgeschlagen wird,

muss man sich zunächst von jeglichem Sinnengenuss lösen.

Diese Praxis nennt man pratyahara oder das Zurückziehen

der Sinne von den Sinnesobjekten. Die Sinnesorgane, mit

denen man Wissen erwirbt, wie Augen, Ohren, Nase,

Zunge und Tastsinn, sollten völlig beherrscht werden, und

es sollte ihnen nicht gestattet sein, ihre Begierden zu befriedigen.

Auf diese Weise richtet sich der Geist auf die
Überseele im Herzen, und die Lebenskraft wird zum

Scheitel erhoben. Im Sechsten Kapitel wird dieser Vorgang

in allen Einzelheiten beschrieben, doch wie schon erwähnt,

ist er in diesem Zeitalter nicht praktisch. Der beste Vorgang

ist Krsna-Bewusstsein. Wenn man immer imstande ist,

seinen Geist im hingebungsvollen Dienst auf Krsna zu

richten, ist es sehr leicht, in ungestörter transzendentaler

Trance oder samadhi zu bleiben.
VERS 13
Wenn man, nachdem man in dieser yoga-Praxis

gefestigt ist und die heilige Silbe om, die höchste

Verbindung von Buchstaben, vibriert, beim Verlassen

seines Körpers an die Höchste Persönlichkeit Gottes

denkt, wird man gewiss die spirituellen Planeten
erreichen.
ERLÄUTERUNG

Hier wird klar gesagt, dass om, Brahman und Sri Krsna

nicht verschieden sind. Om ist der unpersönliche Klang

Krsnas, doch der Klang Hare Krsna enthält om. Es wird in

diesem Zeitalter klar empfohlen, am Ende des Lebens,

beim Verlassen des Körpers, den Hare Krsna-maha-mantra

zu chanten; dann wird man die spirituellen Planeten

erreichen. Die Geweihten Krsnas gehen zum
Krsna-Planeten, Goloka Vrndavana, wohingegen die

Unpersönlichkeitsanhänger im brahmajyoti bleiben. Die

Persönlichkeitsanhänger gehen auch zu den unzähligen

Planeten im spirituellen Himmel, die als Vaikuäòhas

bekannt sind.
VERS 14

Für jemand, der sich ohne Unterlass an Mich erinnert,

bin Ich sehr leicht zu erreichen, o Sohn Prthas, da er

sich ständig im hingebungsvollen Dienst betätigt.
ERLÄUTERUNG

In diesem Vers wird der bhakti-yoga der unverfälschten

Geweihten des Höchsten Gottes beschrieben. In den
vorangegangenen Versen wurden vier verschiedene
Gottgeweihte erwähnt - die Leidenden, die

Wissbegierigen, diejenigen, die nach materiellem Gewinn

streben, und die spekulierenden Philosophen. Auch

verschiedene Vorgänge der Befreiung aus der materiellen

Verstrickung sind beschrieben worden: karma-yoga,

jnana-yoga und hatha-yoga. Hier aber wird bhakti-yoga

ohne irgendeine Vermischung mit diesen erklärt. Im

bhakti-yoga wünschen sich die Gottgeweihten nichts

anderes als Krsna. Der reine bhakti-Gottgeweihte wünscht

sich nicht, zu den himmlischen Planeten erhoben zu

werden, noch strebt er nach Erlösung oder Befreiung aus

der materiellen Verstrickung. Ein reiner Gottgeweihter begehrt

nichts. Im Caitanya-caritamçta wird der reine

Gottgeweihte niskama genannt, was bedeutet, dass er kein

Selbstinteresse verfolgt. Vollkommener Frieden gehört ihm

allein, und nicht denen, die nach persönlichem Gewinn

trachten. Der reine Gottgeweihte möchte nur den Höchsten

Herrn erfreuen, und der Herr sagt, dass Er für jeden, der

unerschütterliche Hingabe an Ihn hat, leicht zu erreichen

ist. Der Gottgeweihte kann irgendeiner der

transzendentalen Formen des Herrn dienen und trifft dabei

auf keines der Probleme, von denen jene geplagt werden,

die andere yoga-Vorgänge praktizieren. Bhakti-yoga ist

sehr einfach und rein und leicht durchführbar. Man kann

beginnen, indem man einfach Hare Krsna chantet. Krsna ist

sehr barmherzig zu denen, die sich in Seinem Dienst

betätigen, und Er hilft dem Gottgeweihten, der sich Ihm

völlig ergeben hat, auf verschiedene Weise, damit dieser

Ihn so verstehen kann, wie Er ist. Der Herr gibt einem

solchen Gottgeweihten genügend Intelligenz, so dass dieser

Ihn letztlich in Seinem spirituellen Königreich erreichen

kann.
Es ist die besondere Qualifikation des reinen

Gottgeweihten, dass er immer an Krsna denkt, ohne Zeit

oder Ort in Betracht zu ziehen. Es sollte dabei keine

Hindernisse geben. Er sollte fähig sein, seinen Dienst

überall und zu jeder Zeit auszuführen. Manche sagen, der

Gottgeweihte solle an heiligen Orten wie Vrndavana oder

in einer anderen heiligen Stadt bleiben, in der der Herr

lebte, doch ein reiner Gottgeweihter kann überall leben und

durch seinen hingebungsvollen Dienst die Atmosphäre von

Vrndavana schaffen. Es war Sri Advaita, der zu Sri

Caitanya einmal sagte: "Wo immer Du bist, o Herr - dort

ist Vrndavana."

Ein reiner Gottgeweihter erinnert sich ständig an Krsna und

meditiert über Ihn. Das sind die Qualifikationen eines

reinen Gottgeweihten, für den der Herr sehr leicht

erreichbar ist. Bhakti-yoga ist das System, das die Gita vor

allen anderen empfiehlt. Im allgemeinen sind die

bhakti-yogis auf fünf verschiedene Arten im hingebungsvollen

Dienst tätig: (1) santa-bhakta, in einer

neutralen Haltung; (2) dasya-bhakta, als Diener; (3)

sakhya-bhakta, als Freund; (4) vatsalya-bhakta, als Elternteil,

und (5) madhurya-bhakta, als eheliche Geliebte des

Höchsten Herrn. Bei jeder dieser Arten ist der reine

Gottgeweihte ständig im transzendentalen liebevollen

Dienst des Höchsten Herrn beschäftigt und kann den

Höchsten Herrn nicht vergessen. Daher ist für ihn der Herr

sehr leicht erreichbar. Ein reiner Gottgeweihter kann den

Herrn nicht einmal für einen Augenblick vergessen, und in

ähnlicher Weise kann der Höchste Herr Seinen Geweihten

nicht einmal für einen Augenblick vergessen. Das ist die

große Segnung, die ein Mensch erfährt, der den Vorgang

des Krsna-Bewusstseins, das Chanten des
Hare-Krsna-maha-mantra, praktiziert.
VERS 15

Nachdem die großen Seelen, die hingegebenen yogis,

Mich erreicht haben, kehren sie niemals zurück in diese

zeitweilige Welt, die voller Leiden ist, denn sie haben die

höchste Vollkommenheit erreicht.
ERLÄUTERUNG

Da die zeitweilige, materielle Welt voller Leiden -

Geburt, Alter, Krankheit und Tod - ist, will derjenige, der

die höchste Vollkommenheit erreicht und zum höchsten

Planeten, Krsnaloka, Goloka Vrndavana, gelangt, natürlich

nicht zurückkehren. In den vedischen Schriften wird

beschrieben, dass der höchste Planet jenseits unserer

materiellen Sicht liegt, und er gilt als das höchste Ziel. Die

mahatmas oder großen Seelen empfangen von dem

selbstverwirklichten Gottgeweihten transzendentale

Botschaften und entwickeln so allmählich

hingebungsvollen Dienst im Krsna-Bewusstsein und werden

so sehr in den transzendentalen Dienst vertieft, dass sie nicht

länger danach streben, auf einen der materiellen Planeten

erhoben zu werden; noch wollen sie auf irgendeinen der

spirituellen Planeten befördert werden. Sie wollen nichts

anderes als mit Krsna zusammensein. Solch große Seelen

im Krsna-Bewusstsein erreichen die höchste

Vollkommenheit des Lebens. Mit anderen Worten: Sie sind

die höchsten Seelen.
VERS 16

Alle Planeten in der materiellen Welt - vom höchsten

bis hinab zum niedrigsten - sind Orte des Leids, an

denen sich Geburt und Tod wiederholen. Wer aber in

Mein Reich gelangt, o Sohn Kuntis, wird niemals wieder

geboren.
ERLÄUTERUNG
Alle Arten von yogis - karma, jnana, hatha usw. -
müssen irgendwann schließlich die hingebungsvolle

Vollkommenheit im bhakti-yoga oder Krsna-Bewusstsein

erreichen, bevor sie zum transzendentalen Reich Krsnas

gehen können und niemals wieder zurückkehren.

Diejenigen, die die höchsten materiellen Planeten, die

Planeten der Halbgötter, erreichen, sind erneut sich

wiederholenden Geburten und Toden unterworfen. Wie

Menschen von der Erde zu höheren Planeten erhoben
werden, so fallen Bewohner höherer Planeten, wie

Brahmaloka, Candraloka und Indraloka, auf die Erde herab.

Die Darbringung von Opfern, pancagni-vidya genannt, die

in der Kaòha Upanisad empfohlen wird, befähigt einen,

Brahmaloka zu erreichen, doch wenn man auf Brahmaloka

kein Krsna-Bewusstsein entwickelt, muss man wieder zur

Erde zurückkehren. Diejenigen, die auf den höheren

Planeten im Krsna-Bewusstsein Fortschritte machen,

gelangen allmählich zu immer höheren Planeten und

werden zur Zeit der universalen Vernichtung zum ewigen

spirituellen Königreich erhoben. Wenn das materielle

Universum vernichtet wird, werden Brahma und seine

Geweihten, die ständig im Krsna-Bewusstsein tätig sind, zur

spirituellen Welt und, je nach ihren Wünschen, zu
bestimmten spirituellen Planeten erhoben.
VERS 17
Nach menschlicher Zeitrechnung ergeben eintausend

Zeitalter die Dauer eines Tages im Leben Brahmas. Und

ebenso lange währt seine Nacht.
ERLÄUTERUNG

Die Dauer des materiellen Universums ist begrenzt. Es

manifestiert sich in periodisch wiederkehrenden kalpas. Ein

kalpa ist ein Tag Brahmas, und ein Tag Brahmas besteht

aus eintausend Zyklen von je vier yugas oder Zeitaltern:

Satya, Treta, Dvapara und Kali. Das Zeitalter des Satya

wird von Tugend, Weisheit und Religion charakterisiert;

dort gibt es praktisch keine Unwissenheit und kein Laster,

und dieses yuga dauert 1 728 000 Jahre. Im Treta-yuga

treten Laster auf; dieses yuga währt 1 296 000 Jahre. Im

Dvapara-yuga nehmen Tugend und Religion noch mehr ab,

und Laster nehmen zu; dieses yuga dauert 864 000 Jahre.

Und im Kali-yuga schließlich (dem yuga, das vor 5 000

Jahren begonnen hat), nehmen Streit, Unwissenheit,

Irreligion und Laster überhand, da wahre Tugend so gut

wie nicht mehr vorhanden ist; dieses yuga währt 432 000

Jahre. Im Kali-yuga nimmt die Lasterhaftigkeit solche

Ausmaße an, dass am Ende des Zeitalters der Herr als

Kalki-avatara erscheint, die Dämonen vernichtet, Seine

Geweihten rettet und ein neues Satya-yuga einleitet. Dann

beginnt der gleiche Vorgang wieder von vorn. Diese vier

yugas, eintausendmal durchlaufen, umfassen einen Tag

Brahmas, des Schöpfergottes, und ebenso lang währt seine

Nacht. Brahma lebt einhundert solcher "Jahre" und stirbt

dann. Diese einhundert Jahre betragen nach irdischer

Zeitrechnung insgesamt 311 Billionen und 40 Milliarden

Erdenjahre. Nach diesen Berechnungen erscheint das Leben

Brahmas fantastisch und unendlich lang, doch aus der Sicht

der Ewigkeit ist es so kurz wie ein aufleuchtender Blitz. Im

Ozean der Ursachen gibt es unzählige Brahmas, die wie

Blasen im Atlantik entstehen und wieder vergehen. Brahma

und seine Schöpfung sind Teil des materiellen Universums,

und daher befinden sie sich in ständigem Wandel.

Im materiellen Universum ist nicht einmal Brahma von

Geburt Alter, Krankheit und Tod frei. Brahma ist aber als

Verwalter des Universums direkt im Dienst des Herrn tätig

- daher wird er sogleich befreit. Fortgeschrittene

sannyasis werden zu Brahmas Planeten, Brahmaloka,

erhoben, der der höchste Planet im materiellen Universum

ist und der alle Planeten im oberen Bereich des

himmlischen Planetensystems überdauert; doch im Laufe

der Zeit sind Brahma und alle Bewohner von Brahmaloka

nach dem Gesetz der materiellen Natur dem Tod
unterworfen.
VERS 18
Wenn Brahmas Tag anbricht, tritt die Vielzahl der
Lebewesen ins Dasein, und wenn Brahmas Nacht
hereinbricht, werden sie alle vernichtet.
ERLÄUTERUNG
Die weniger intelligenten jivas versuchen, in der

materiellen Welt zu bleiben, und werden dementsprechend

zu den verschiedenen Planetensystemen erhoben und

erniedrigt. Während Brahmas Tag entfalten sie ihre

Tätigkeiten, und wenn Brahmas Nacht hereinbricht, werden

sie vernichtet. Am Tage bekommen sie verschiedene

Körper, um materielle Tätigkeiten ausführen zu können,

und abends vergehen diese Körper. Die jivas oder

individuellen Seelen bleiben dann dicht gedrängt im Körper

Visnus und werden immer wieder manifestiert, wenn ein

Tag Brahmas beginnt. Wenn Brahmas Leben schließlich zu

Ende geht, werden sie alle vernichtet und bleiben für

Millionen und Abermillionen von Jahren unmanifestiert.

Wenn Brahma dann in einem anderen Zeitalter

wiedergeboren wird, werden auch sie wieder manifestiert.

Auf diese Weise werden die jivas von der materiellen Welt

gefangengehalten. Jene intelligenten Wesen jedoch, die sich

dem Krsna-Bewusstsein zuwenden, chanten im

hingebungsvollen Dienst "Hare Krsna, Hare Rama" und

erreichen sogar schon in diesem Leben den spirituellen

Planeten Krsnas und werden dort für immer glückselig, da

sie nicht länger solchen Wiedergeburten unterworfen sind.

VERS 19
Immer wieder beginnt der Tag, und die Schar der
Wesen ist aktiv, und dann wieder bricht die Nacht

herein, o Partha, und hilflos werden sie aufgelöst.

VERS 20

Jedoch gibt es noch eine andere Natur, die ewig ist und

transzendental zur manifestierten und unmanifestierten

Materie. Sie ist erhaben und wird niemals vernichtet.

Auch wenn alles in der materiellen Welt zerstört wird,

bleibt dieser Teil, wie er ist.
ERLÄUTERUNG

Krsnas höhere, spirituelle Energie ist transzendental und

ewig. Sie befindet sich jenseits aller Wandlungen der

materiellen Natur, die während der Tage Brahmas

manifestiert und während seiner Nächte unmanifestiert ist.

Krsnas höhere Energie ist der materiellen Natur qualitativ

völlig entgegengesetzt. Höhere und niedere Natur werden

im Siebten Kapitel erklärt.
VERS 21

Dieses höchste Reich wird unmanifestiert und unfehlbar

genannt und ist das höchste Ziel. Geht jemand dorthin,

kehrt er nie wieder zurück. So beschaffen ist Mein

höchstes Reich.
ERLÄUTERUNG

Das höchste Reich Krsnas, der Persönlichkeit Gottes, wird

in der Brahma-saàhita (5.29) als cintamani-dhama

beschrieben, das heißt als ein Ort, an dem alle Wünsche

erfüllt werden. In diesem höchsten Reich Sri Krsnas, das

als Goloka Vrndavana bekannt ist, stehen zahllose Paläste

aus dem Stein der Weisen. Es gibt dort auch Bäume,

"Wunschbäume“ genannt, die auf Wunsch für jede Art von

Eßbarem sorgen, und man findet dort Kühe, die als

surabhi-Kühe bekannt sind und eine unbegrenzte Menge

Milch geben. In diesem Reich dienen dem Herrn Hunderttausende

von Glücksgöttinnen (Laksmis), und man nennt

Ihn Govinda, den urersten Herrn und die Ursache aller

Ursachen. Der Herr liebt es, auf Seiner Flöte zu spielen

(venum kvanantam). Seine transzendentale Gestalt ist die

anziehendste in allen Welten - Seine Augen sind wie die

Blütenblätter des Lotos, und die Tönung Seines Körpers

gleicht der Farbe von Wolken. Er ist so anziehend, dass

Seine Schönheit die Schönheit Tausender von

Liebesgöttern übertrifft. Er trägt safranfarbene Kleider; eine

Girlande hängt um Seinen Hals, und eine Pfauenfeder

steckt in Seinem Haar. In der Gita gibt Sri Krsna nur einen

kleinen Hinweis auf Sein persönliches Reich (Goloka

Vrndavana), den höchsten Planeten im spirituellen

Königreich. Eine lebhafte Beschreibung finden wir in der

Brahma-samhita. Die vedischen Schriften sagen, dass es

nichts Höheres gibt als das Reich des Höchsten Gottes und

dass dieses Reich das endgültige Ziel ist. Erreicht man es,

kehrt man nie wieder in die materielle Welt zurück. Krsnas

höchstes Reich und Krsna Selbst sind nicht voneinander

verschieden, da sie von gleicher Eigenschaft sind. Auf

dieser Erde ist Vrndavana, das etwa 145 Kilometer

südöstlich von Delhi liegt, ein Ebenbild des höchsten

Goloka Vrndavana, das sich in der spirituellen Welt

befindet. Als Krsna auf dieser Erde erschien, entfaltete Er

Seine transzendentalen Spiele in diesem besonderen Gebiet,

das als Vrndavana bekannt ist und im Bezirk von Mathura,

Indien, liegt.
VERS 22

Der Herr, die Höchste Persönlichkeit Gottes, der größer

ist als alle, kann durch ungetrübte Hingabe erreicht

werden. Obwohl Er Sich in Seinem Reich aufhält, ist Er

alldurchdringend, und alles ruht in Ihm.
ERLÄUTERUNG
Es wird hier eindeutig gesagt, dass der höchste

Bestimmungsort, von dem es keine Rückkehr gibt, das

Reich Krsnas, der Höchsten Person, ist. Die Brahma-saàhita

beschreibt dieses höchste Reich als
ananda-cinmaya-rasa, einen Ort, an dem alles voll

spiritueller Glückseligkeit ist. Welche Mannigfaltigkeit

auch immer dort manifestiert ist - alles ist von der

Eigenschaft spiritueller Glückseligkeit, denn es gibt dort

nichts Materielles. Alle Mannigfaltigkeit ist eine spirituelle

Erweiterung des Höchsten Gottes Selbst, denn die

Manifestation dort ist in ihrer Gesamtheit von spiritueller

Energie, wie im Siebten Kapitel erklärt wird. Was die

materielle Welt betrifft, so ist der Herr, obwohl Er Sich

immer in Seinem höchsten Reich aufhält, durch Seine

materielle Energie nichtsdestoweniger alldurchdringend.

Durch Seine materiellen und spirituellen Energien ist Er

also überall gegenwärtig - sowohl in den materiellen als

auch in den spirituellen Universen. Yasyantahsthani

bedeutet, dass alles von Ihm erhalten wird - sei es die

spirituelle oder die materielle Energie.

Es wird hier klar gesagt, dass man nur durch bhakti oder

hingebungsvollen Dienst das Vaikuntha- (spirituelle)

Planetensystem betreten kann. In allen Vaikunthas gibt es

nur einen Höchsten Gott, Krsna, der Sich in viele Millionen

und Abermillionen von vollständigen Erweiterungen

ausgedehnt hat. Diese vollständigen Erweiterungen sind

vierarmig, und sie herrschen über die unzähligen

spirituellen Planeten. Sie sind unter verschiedenen Namen

bekannt wie Purusottama, Trivikrama, Keèava, Madhava,

Aniruddha, Hçsikeèa, Saâkarsaäa, Pradyumna, Sridhara,

Vasudeva, Damodara, Janardana, Narayaäa, Vamana,
Padmanabha usw. Diese vollständigen Erweiterungen

werden mit den Blättern eines Baumes verglichen und

Krsna mit dem Stamm. Krsna, der in Goloka Vrndavana,

Seinem höchsten Reich, weilt, leitet kraft Seines

alldurchdringenden Wesens systematisch und fehlerlos alle

Geschehnisse beider Universen (des materiellen und des

spirituellen).
VERS 23
O bester der Bharatas, Ich werde dir nun die
verschiedenen Zeiten erklären, die beim Verlassen
dieser Welt entscheiden, ob man zurückkehrt oder
nicht.
ERLÄUTERUNG

Die unverfälschten Geweihten des Höchsten Herrn, die

völlig ergebene Seelen sind, kümmern sich nicht darum,

wann oder durch welche Methode sie ihren Körper

verlassen. Sie überlassen alles Krsna und kehren so leicht

und glücklich zu Gott zurück. Aber diejenigen, die keine

unverfälschten Gottgeweihten sind und stattdessen auf

Methoden spiritueller Verwirklichung wie karma-yoga,

jnana-yoga und hatha-yoga bauen, müssen den Körper zu

einer geeigneten Zeit verlassen, um so die Gewissheit zu

haben, nicht wieder zu dieser Welt der Geburten und Tode

zurückzukehren.

Wenn der yogi die Vollkommenheit erreicht hat, kann er

Zeit und Ort auswählen, um die materielle Welt zu

verlassen; doch wenn er nicht so vollkommen ist, muss er

die materielle Welt nach dem Willen der Natur verlassen.

In diesen Versen erklärt der Herr die Zeit, die am

geeignetsten ist, den Körper zu verlassen und nicht mehr

zurückzukehren. Nach Acarya Baladeva Vidyabhusana

bezieht sich das Sanskritwort kala hier auf die herrschende

Gottheit der Zeit.
VERS 24

Diejenigen, die das Höchste Brahman kennen, scheiden

von der Welt, während der Feuergott seinen Einfluss

ausübt, im Licht, in einem Glück verheißenden
Augenblick, während der vierzehn Tage des Mondes

und der sechs Monate, in denen die Sonne im Norden

reist.
ERLÄUTERUNG

Man sollte verstehen, dass das Feuer, das Licht, der Tag und

der Mond von Gottheiten beherrscht werden, die

Vorkehrungen für das Dahinscheiden der Seele treffen. Zur

Zeit des Todes macht sich der jiva auf den Weg in ein

neues Leben. Wenn man den Körper zu der oben
beschriebenen Zeit entweder zufällig oder durch
Vorkehrung verlässt, ist es einem möglich, das

unpersönliche brahmajyoti zu erreichen. Mystiker, die in

der yoga-Praxis fortgeschritten sind, können die Zeit und

den Ort, um den Körper zu verlassen, selbst bestimmen.

Andere haben darüber keine Kontrolle - wenn sie durch

Zufall in einem Glück verheißenden Augenblick verscheiden,

werden sie nicht in den Kreislauf von Geburt und

Tod zurückkehren, doch wenn nicht, ist es durchaus

möglich, dass sie zurückkehren müssen. Für den reinen

Gottgeweihten im Krsna-Bewusstsein besteht jedoch nicht

die Gefahr der Rückkehr, gleichgültig ob er den Körper in

einem günstigen oder in einem ungünstigen Augenblick,

durch Zufall oder durch Vorkehrung verlässt.
VERS 25
Der Mystiker, der die Welt während des Rauches

verlässt, nachts, während der mondlosen vierzehn Tage

und in den sechs Monaten, wenn die Sonne im Süden

reist, oder der den Mondplaneten erreicht, muss wieder

zurückkehren.
ERLÄUTERUNG
Im Dritten Canto des Srimad-Bhagavatam werden wir

darüber informiert, dass diejenigen, die auf der Erde

fruchtbringende Tätigkeiten und Opfer mit Sachkenntnis

ausführen, nach dem Tode den Mond erreichen. Diese

fortgeschrittenen Seelen leben (nach der Zeitrechnung der

Halbgötter) etwa zehntausend Jahre auf dem Mond und

genießen das Leben, indem sie soma-rasa trinken. Am

Ende kehren sie jedoch wieder auf die Erde zurück. Das

bedeutet, dass es auf dem Mond höher entwickelte

Lebewesen gibt, auch wenn es uns nicht möglich sein mag,

sie mit den groben Sinnen wahrzunehmen.
VERS 26

Den Veden zufolge gibt es zwei Wege, auf denen man

diese Welt verlassen kann -einen im Licht und einen in

der Dunkelheit. Wenn jemand im Licht scheidet, kommt

er nicht wieder zurück; wer jedoch in der Dunkelheit

geht, muss zurückkehren.
ERLÄUTERUNG

öcarya Baladeva Vidyabhôsaäa zitiert aus der Chandogya

Upanisad die gleiche Beschreibung von Dahinscheiden und

Wiederkehr. Somit sind diejenigen, die seit
unvordenklicher Zeit fruchtbringende Arbeiter und

philosophische Spekulanten sind, dazu verurteilt, ständig zu

gehen und zu kommen. Im Grunde erlangen sie keine

endgültige Erlösung, denn sie geben sich Krsna nicht hin.

VERS 27

Die Gottgeweihten, die diese beiden Pfade kennen, o

Arjuna, sind niemals verwirrt. Sei daher stets in
Hingabe gefestigt.
ERLÄUTERUNG

Krsna rät Arjuna hier, sich von den verschiedenen Pfaden,

die die Seele einschlagen kann, wenn sie die materielle

Welt verlässt, nicht verwirren zu lassen. Ein Geweihter des

Höchsten Herrn sollte sich nicht darum sorgen, ob er durch

Vorkehrung oder durch Zufall verscheiden wird. Der

Gottgeweihte sollte fest im Krsna-Bewusstsein verankert

sein und Hare Krsna chanten. Er sollte wissen, dass es nur

Schwierigkeiten mit sich bringt, wenn man sich mit einem

dieser beiden Pfade befaßt. Das beste Mittel, im

Krsna-Bewusstsein vertieft zu sein, besteht darin, sich

ständig in Krsnas Dienst zu beschäftigen; das wird den

Weg zum spirituellen Königreich sicher, gewiss und direkt

machen. Das Wort yoga-yukta ist in diesem Vers von

besonderer Bedeutung. Wer im yoga gefestigt ist, ist bei all

seinen Tätigkeiten ständig im Krsna-Bewusstsein

beschäftigt. Srila Rupa Gosvami rät, dass man in der materiellen

Welt unangehaftet sein sollte und dass alle

Angelegenheiten in Krsna-Bewusstsein getaucht sein

sollten. Auf diese Weise wird man die Vollkommenheit

erreichen. Deshalb ist der Gottgeweihte durch solche

Beschreibungen nicht gestört, denn er weiß, dass sein

Übergang zum höchsten Reich durch hingebungsvollen

Dienst garantiert ist.
VERS 28
Jemand, der sich dem Pfad des hingebungsvollen

Dienstes zuwendet, ist nicht der Ergebnisse beraubt, die

man erhält, wenn man die Veden studiert, Opfer

darbringt, sich strenge Enthaltungen auferlegt, Spenden

gibt oder philosophischen und fruchtbringenden
Tätigkeiten nachgeht. Am Ende gelangt er zum
höchsten Reich.
ERLÄUTERUNG

Dieser Vers ist die Zusammenfassung des Siebten und

Achten Kapitels, insbesondere, weil diese Kapitel

Krsna-Bewusstsein und hingebungsvollen Dienst behandeln.

Man muss die Veden unter der Anleitung eines spirituellen

Meisters studieren und viele Enthaltsamkeiten und Bußen

(tapasya) auf sich nehmen, während man unter seiner

Obhut lebt. Ein brahmacari muss im Hause des spirituellen

Meisters wie ein Diener leben; er muss von Tür zu Tür

gehen, um Almosen betteln und sie dem spirituellen

Meister bringen. Er nimmt nur Essen zu sich, wenn es ihm

sein spiritueller Meister befiehlt, und wenn der Meister es

einmal versäumt, den Schüler zum Essen zu rufen, fastet

dieser. Dies sind einige der vedischen Prinzipien, die im

brahmacarya-Leben eingehalten werden müssen.

Wenn der Schüler die Veden unter der Anleitung des

Meisters vom fünften bis zum zwanzigsten Lebensjahr

studiert, kann er einen vollkommenen Charakter

entwickeln. Das Studium der Veden ist nicht für die

Mußestunden von Ohrensessel Spekulanten bestimmt,

sondern für die Bildung des Charakters. Nach dieser

Schulung ist es dem brahmacari erlaubt, zu heiraten und

ein Leben als grhastha (Haushälter) zu führen. Auch wenn

er Haushälter ist, muss er viele Opfer darbringen und nach

weiterer Erleuchtung streben. Nachdem er sich schließlich

vom Haushälterleben zurückgezogen hat und in den

vanaprastha-Stand eingetreten ist, nimmt er schwere

tapasya auf sich, wie im Wald zu leben, sich mit

Baumrinde zu kleiden, sich nicht zu rasieren usw. Wenn

man nach den Vorschriften für brahmacarya, grhastha,

vanaprastha und schließlich sannyasa lebt, wird man zur

vollkommenen Stufe des Lebens erhoben. Einige gelangen

auch zu den himmlischen Königreichen und erreichen,

wenn sie weiteren Fortschritt machen, die Befreiung im

spirituellen Himmel - entweder im unpersönlichen

brahmajyoti oder auf den Vaikuätha-Planeten oder auf

Krsnaloka. Das ist der Pfad, der von den vedischen

Schriften beschrieben wird.

Das Wunderbare am Krsna-Bewusstsein ist jedoch, dass man

mit einem Mal - indem man sich im hingebungsvollen

Dienst beschäftigt - alle Rituale der verschiedenen

Lebensstände hinter sich lassen kann.

Man sollte nicht versuchen, das Siebte und Achte Kapitel

der Gita durch Gelehrsamkeit oder gedankliche

Spekulation zu verstehen, sondern durch Hören in der Gemeinschaft

reiner Gottgeweihter. Die Kapitel Sechs bis

Zwölf sind die Essenz der Gita. Wenn jemand das Glück

hat, die Bhagavad-Gita in der Gemeinschaft reiner

Gottgeweihter zu verstehen - besonders diese mittleren

sechs Kapitel - wird sein Leben sofort ruhmreich, und er

steht jenseits aller tapasya, Opfer, Spenden und Spekulationen.

Man sollte die Gita von einem Gottgeweihten

hören, denn am Anfang des Vierten Kapitels heißt es, dass

die Gita nur von Gottgeweihten in vollkommener Weise

verstanden werden kann. Die Gita von Gottgeweihten,

nicht von intellektuellen Spekulanten, zu hören wird als

Glaube bezeichnet. Durch die Gemeinschaft mit

Gottgeweihten wird man zum hingebungsvollen Dienst

geführt, und durch diesen Dienst werden Krsnas Taten,

Seine Gestalt, Seine Spiele, Sein Name usw. verständlich,

und alle Befürchtungen werden zerstreut. Wenn erst einmal

alle Zweifel beseitigt sind, bereitet das Studium der Gita

außerordentliche Freude, und man entwickelt einen

Geschmack und ein Gefühl für Krsna-Bewusstsein. Auf der

fortgeschrittenen Stufe verliebt man sich völlig in Krsna,

und das ist der Anfang der am höchsten vervollkommneten

Stufe des Lebens, die den Übergang des Gottgeweihten in

Krsnas Reich im spirituellen Himmel, Goloka Vrndavana,

vorbereitet, wo der Gottgeweihte ewiges Glück erlangt.

Hiermit enden die Bhaktivedanta-Erläuterungen zum

Achten Kapitel der Srimad Bhagavad-Gita mit dem Titel:

"Wie man den Höchsten erreicht".

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