More Books by Briefe des UHG

1968 Aug an die Hände
1971 JAN 11, Bedingungen desFortschritts
1976 JAN 26, Pioniere an der Heimatfront
1979 Apr 25 Abschluss 5 JP
1979 Örtliche Geistige Räte - Siebenjahrespla
1980 Apr 22, 50 Nationaltagung
1980 Apr 28, Telegr 50 NT
1980 Okt, Teilnahme an den Sitzungen des Geistigen Rates
1981 Jan Ziele 2. Phase 7 JP
1981 Jul 06, Antworttelegramm
1981 Mai 05, Antworttelegramm
1982 JUL Zusammenarbeit Nicht Bahai Organisatiionen
1984 SEPT 20, Jahrestag Tempel
1984 Zur Frage der Apartheit
1985 März, 23 Pilgernotizen Krisen unheilvolle Ereignisse
1985 Okt, Die Verheißung des Weltfriedens
1985 Okt, FRIEDENSBOTSCHAFT
1986 Jul 29, Stichwahlen
1986 Naw-Ruz
1986 Sep 29, Bestimmung der dt B-Gem
1988 Aug 1, Psychologie
1988 Dez 22, Zarathustra und Buddha
1988 Dez, 05 ITC-Kinder und Jugend
1988 Mai 09, 29 Bezugnahmen
1988 Mai 31, Mitgliedschaft
1988, Dez 29, Freiheit und Ordnung
1989 Aug 27, 19-Tage-Fest
1989 Aug 29, 19-Tagefest
1989 Dokumente des Bundes
1989 Ein keusches und heiliges Leben
1990 Apr 17, Aufgaben im Osten
1990 Baha'i-Wahlen Heiligkeit und Wesensart
1990 Bahai Ehen und ihr Schutz
1990 Dez, Bewahrung von Bahai-Ehen
1990 Die Bewahrung der Erde und
1991 APR 22, Email an Teilnehmer Ost West Seminar
1991 Baha'u'llahs Mission
1991 Drogen und Suchtstoffe
1991 Jan 07, Unbeständige Lage
1991 Mai 01, Email 61 NT
1991 Mar 20, Nachwahlen
1991 Nov 18 Finanzielle Herausforderungen
1991 Okt 08, Historische Aufgabe
1991 Patenschaftsfonds
1991 Sep 17, Antwort mangelnder Dienst
1992 Dez 14, Einstellung zu Lehrbereitschaft
1992 Mai 29, Feierlichkeiten in Bahji
1992 Mai 29, Feierlichkeiten
1992 März 15, Strassenlehrarbeit
1992 Nov 18, Memo Geistige Prinzipien Administration
1992 Nov 26, 2te Botschaft an den Weltkongress
1992 Nov 26, Satelliten-Botschaft
1992 Okt, 05 Fonds
1993 Arbeitsweise von Gemeinden
1993 Feb 07, Fragen zur Arbeitsweise von Gemeinden
1993 Feb 07, Fragen zur Arbeitsweise
1993 Mai 19, Anerkennung 3-JP
1993 Mai 20, Email Dank Spenden
1993 NOV 9, Fördern Eintritt in Scharen
1994 Initiative des Einzelnen und der Gemeinde
1994 Sep 1, Organspende
1994 Sept 19, Bedingungen des Lehrens
1995 Baha'i-Gelehrsamkeit
1995 Dez 24, ITC, Der Einzelne
1995 Jan 17, Email wegen Don Rogers
1995 Nov 12, Gemeinsame Wohnung
1995 Sep 11, Homosexualität
1996 Apr, 11 HUQUQ NEU
1996 Bahai-GEBETE
1996 Epochen des Gestaltenden
1996 Jan 30, Memo Authenzität Tablet
1997 Apr 02, Fonds
1997 Mai 30, Dezentralisierung
1997 Mai 30, Regionale Bahai-Räte
1997 Mar 21, An die Liebenden der
1998 Apr, Trainingsinstitute
1998 Mai 2, An Internationale Tagung
1999 Apr 27, Krise im Kosovo
1999 Dez 28, Neue Gesetze
1999 Mai 25, An ausgewählte NGR
1999 Nov 26, Blick in die Zukunft
1999 Sept Regionale Wachstumsprogramme
2000 Feb 02, EXPO 2000
2000 Feb, Trainingsinstitute
2000 Jul 18, Demokratisierung
2000 Jul, Geistige Erziehung der Kinder
2001 Apr 04 Haltung gegenüber Ausgetretenen
2001 Aug 05, Fonds
2001 Aug 05, Stand und Bedarf des internationalen Fonds
2001 Huququllah das Recht Gottes neu
2001 Huququllah die krönende Zier neu
2001 Institution Berater
2001 Jan 09, Konferenz in Haifa
2001 Jan 09, Konferenz Kontinentale Berater
2001 Jan 14, Konferenz Einweihung ITC
2001 Jan 16, Ende Konferenz
2001 Jan 16, Fünfte Epoche
2001 Jul 29, An NGR Deutschland
2001 Nov 5, Gebrauch der Künste
2001 Sept 19, Andachtsversammlungen
2002 Apr, An die Religionsführer
2002 Aug 22, Geringer Fortschritt
2003 Apr, Schwungkraft erhöhen- Building Momentum -
2003 Nov 26, An die Anhänger Baha'u'llahs in der Wiege des Glaubens
2004 Apr 22 - Hinscheiden von Herrn Aziz Yazdi
2004 Jan 12 an iranische Gläubige außerhalb Iran
2004 Nov, 28-ITC-Intensives Wachstumsprogramm
2005 Apr 14, Abschluß Kaufvertrag Andachtshaus in Chile
2005 Aug 18, Wachstum Reg59
2005 Dez 27, an Kontinentale Beraterämter
2005 Dez 28, Ruhi-Institute
2005 Dez. 31, Ende Beraterkonferenz
2005 Mai 12, Antwort auf Botsch Nationaltagung
2005 Nov 14, Studium des Bahai Glaubens
2006 0322-UHG-IranischeFreundeaußerhalbIran-deutsch
2006 Juni, 14 Die Gemeinde zu neuen Entwicklungsstadien führen
2007 Dez 25, an die Anhänger Bahas in der Wiege des Glaubens
2007 Huququllah Das Recht Gottes - Eine Kompilation
2007 Nov, 26 Hände der Sache
2007 Sept, 30 intensives Wachstum
2008 Mai, 12 Erweiterungen im Weltzentrum
2008-10-20 Halbzeit Fünfjahresplan
2008-12-23 Äussern über Politik
2009 Feb 7, Konferenz Frankfurt
2009 Feb 9 in der Wiege des Glaubens
2009 Jun 3, An die Bahai im Iran
2009 Mar 21, Naw-Ruz
2009 Mar 23, an die Gläubigen in der Wiege des Glaubens
2009 Mar 26, Iran
2009 Mar 5, an Bahai im Iran
2009 May 10, Antwortmail Nationaltagung
2009-05-17-BWC Neunzehntagefest
2009-06-23 An die Bahai im Iran
2009-12-15 Bauprojekte am Berg Karmel
Ausgewählte Botschaften 1963-1996
Das Wohlergehen der Menschheit
Die Verheissung des Weltfriedens
Ein Gemeinsamer Glaube
Jahrhundert des Lichtes
Verfassung
VersGot 2 ab Aug
Zusammenstellung Deutschland
Zusammenstellung Europa
Zusammenstellung Extrakt
Free Interfaith Software

Web - Windows - iPhone








Briefe des UHG : 1993 Feb 07, Fragen zur Arbeitsweise

1993 Feb 7, Issues concerning community functioning

M E M O R A N D U M
From: Research Department
7 February 1993
Fragen zur Arbeitsweise von Gemeinden

A memorandum prepared by the Research Department of the Universal House of

Justice

In letzter Zeit haben sich eine Reihe von Fragen ergeben, wie man mangelhaft

funktionierenden örtlichen Bahá'í-Gemeinden helfen kann, besonders jenen, die

nur schwer den Bedürfnissen und Problemen ihrer Mitglieder gerecht werden, deren

Geistige Räte keine Entscheidungen treffen können und die das Bestehen von

Problemen in ihren Gemeinden leugnen. Als einen Beitrag zur Entwicklung solcher

Gemeinden geben wir folgende Kommentare.

1. WIE MAN VERÄNDERUNGEN IN DER BAHÁ'Í-GEMEINDE ERLEICHTERT

1.1 DAS WESEN DES WANDELS

Ehe man sich der Frage zuwendet, welche Schritte ergriffen werden können, um

einen Wandel in der Bahá'í-Gemeinde zu erreichen, ist es nützlich, das Wesen

des Wandels unter Bahá'í-Gesichtspunkten zu betrachten. In Briefen, die in

seinem Auftrag geschrieben wurden, unterstreicht Shoghi Effendi den

evolutionären Charakter des Wachstums und der Entwicklung von

Bahá'í-Gemeinden. Er bezeichnet die unvermeidlichen Schwierigkeiten, die sich

aus der Unreife der einzelnen Gläubigen wie auch der Institutionen ergeben,

als "Wachstumsschmerzen", die man, wie er überzeugend versichert, schließlich

überwinden wird, weil das von Bahá'u'lláh eingeführte System vollkommen ist.

Im folgenden zitieren wir eine Auswahl von Auszügen aus diesen Briefen:

"Sie beklagen den unbefriedigenden Zustand, der in der Bahá'í-Gemeinde in

..... herrscht; der Hüter ist sich der Situation des Glaubens dort durchaus

bewußt, aber er ist zuversichtlich, daß, welcher Art die sich dem Glauben

entgegenstellenden Hindernisse auch sein mögen, man sie schließlich

überwinden wird. Unter gar keinen Umständen sollten Sie sich entmutigt

fühlen oder es zulassen, daß diese Schwierigkeiten, mögen sie auch noch so

sehr das Ergebnis von Fehlverhalten oder mangelnder Fähigkeiten oder Vision

der Mitglieder der Gemeinde sein, Sie in Ihrem Glauben und der

grundsätzlichen Loyalität der Sache Gottes gegenüber wankend machen. Gewiß

sollten die Gläubigen, unabhängig von ihren Qualifikationen als Lehrer oder

Administratoren des Glaubens oder ihren noch so hohen intellektuellen und

geistigen Verdiensten niemals als Maßstab angesehen werden, an dem man die

göttliche Autorität und die Mission des Glaubens abschätzen oder messen

kann. Allein auf die Lehren selbst und auf das Leben der Begründer des

Glaubens sollten die Gläubigen schauen, um daraus ihre Führung und

Inspiration zu beziehen, und nur indem sie streng diese richtige Einstellung

beibehalten, können sie hoffen, ihre Loyalität Bahá'u'lláh gegenüber auf

eine feste und unerschütterliche Grundlage zu stellen. Sie sollten daher Mut

fassen und mit unverminderter Wachsamkeit und nicht nachlassenden Bemühungen

ihren vollen Beitrag zur Entfaltung der Göttlichen Weltordnung leisten."

(23. August 1939 an einen einzelnen Gläubigen)

"Die Freunde müssen miteinander Geduld haben und sich bewußt sein, daß der

Glaube noch in seinen Kinderschuhen steckt und seine Institutionen noch

nicht vollkommen funktionieren. Je mehr Geduld, liebevolleres Verständnis

und Nachsicht die Freunde einander erweisen, umso größer wird der

Fortschritt der ganzen Bahá'í-Gemeinde als solcher sein.

Der Hüter meint, daß durch das Gewinnen neuer Seelen der Glaube seine

gegenwärtigen Begrenzungen überwinden und wirkungsvoller funktionieren

wird." (27.Februar 1943 an einen einzelnen Gläubigen)

Er hat es sehr bedauert, von der Uneinigkeit der Freunde dort zu hören; er

meint, daß die einzige vernünftige Methode für alle Freunde darin bestehe,

sich dem Lehren des Glaubens zu widmen und mit ihrer Nationalen Körperschaft

zusammenzuarbeiten. Oft erscheinen uns diese Prüfungen und Tests, durch die

jede Bahá'í-Gemeinde unweigerlich hindurch muß, im ersten Augenblick als

schrecklich, aber im Nachhinein verstehen wir, daß sie auf die Schwäche der

menschlichen Natur, auf Mißverständnisse und Wachstumsschmerzen

zurückzuführen sind, die jede Bahá'í-Gemeinde durchstehen muß." (25.

November 1956 an einen einzelnen Gläubigen)+)

Es ist ein großes Unglück, daß einige Freunde nicht zu verstehen scheinen,

daß die Verwaltungsordnung, die Örtlichen und Nationalen Räte, das Muster

für die Zukunft sind, so unzulänglich sie auch manchmal scheinen mögen. Wir

müssen diesen Körperschaften gehorchen und sie unterstützen, denn darin

besteht das Bahá'í-Gesetz. Ehe wir das nicht lernen, können wir keinen

echten Fortschritt erzielen

... Die Bahá'í sind als einzelne oder im Dienst einer gewählten Körperschaft

weit von Vollkommenheit entfernt, aber das System Bahá'u'lláhs ist

vollkommen, und langsam werden die Gläubigen reifen und das System wird

besser funktionieren ..." (1. November 1950 an einen einzelnen Gläubigen)

1.2 DEN WANDEL FÖRDERN

Im Hinblick auf die Methoden, diesen Wandel in der Bahá'í-Gemeinde zu fördern,

fügen wir eine Zusammenstellung von Auszügen aus Briefen bei, die im Auftrage

von Shoghi Effendi geschrieben wurden. Wenn diese Auszüge auch nicht speziell

von Strategien handeln, die chronisch schlecht funktionierenden Gemeinden

helfen könnten, so bieten sie doch eine nützliche Führung in Bezug auf

Maßnahmen, die zum Erreichen von Veränderungen in Bahá'í-Gemeinden ergriffen

werden können. Bevor man solche Maßnahmen ins Auge faßt, ist es zu empfehlen,

über die Tatsache nachzudenken, daß jede Maßnahme von Weisheit und Geduld

begleitet sein muß und daß jede feindliche Haltung gegenüber dem Rat oder der

Bahá'í-Gemeinde vermieden werden muß. In der Ährenlese rät Bahá'u'lláh, zwei

extreme Einstellungen bezüglich des Glaubens zu vermeiden. Er sagt:

An diesem Tage können Wir weder das Verhalten des Furchtsamen billigen, der

seinen Glauben zu verbergen sucht, noch das Benehmen des erklärten Gläubigen

gutheißen, der lärmend seine Treue zu dieser Sache bekundet.

Beide sollten dem Gebot der Weisheit folgen und mit Eifer danach streben, dem

Wohle des Glaubens zu dienen. Man beachte, daß Er das "Gebot der Weisheit" und

den Eifer "dem Wohle des Glaubens zu dienen" betont.

Gemäß den beigefügten Auszügen gibt es offensichtlich eine Reihe von

Maßnahmen, die die Gläubigen ergreifen können, um die Bahá'í-Gemeinden auf die

nächsten Stufen der Entwicklung zu führen. Dazu gehören:

1.2.1 DAS BEISPIEL DES EINZELNEN

In einem Brief vom 30. September 1949, in seinem Auftrage an einen einzelnen

Gläubigen geschrieben, sagt Shoghi Effendi, daß "der erste und beste Weg",

eine schlecht funktionierende Gemeinde in Ordnung zu bringen, darin besteht,

daß der einzelne "das Richtige tut". (S. Auszug Ia)

Zusätzlich zu Vertiefung, Lehren und Dienst am Glauben betont der Hüter, daß

solche Eigenschaften wie Ausdauer, Aufopferung, Geduld und liebevolles

Vergeben wichtig und vorteilhaft sind. (S. Auszüge Ib und Ic)

1.2.2 HILFE FÜR DEN ÖRTLICHEN GEISTIGEN RAT

Shoghi Effendi weist darauf hin, daß der einzelne Gläubige die Entwicklung des

Örtlichen Geistigen Rates fördern kann, indem er an seiner Wahl teilnimmt,

seine Entscheidungen unterstützt und verteidigt und sich an ihn wegen der

Lösung von Problemen wendet. (S. Auszüge IIa - IId)

1.2.3 EMPFEHLUNGEN FÜR INSTITUTIONEN

Einzelne Gläubige haben "das Recht, offen ihre Kritik an Maßnahmen und der

Politik eines jeden Rates vorzubringen" und Vorschläge und Empfehlungen zur

Verbesserung der örtlichen Gemeinde zu machen, vorausgesetzt, diese Kritik und

diese Vorschläge werden in konstruktiver Weise vorgebracht, ohne die Autorität

des Rates zu untergraben. (S. Auszüge IIIa und IIIb)

In einem Brief vom 3. August 1982 an einen einzelnen Gläubigen hat das

Universale Haus der Gerechtigkeit folgende Richtlinien gegeben, wie der

einzelne seine Ansichten innerhalb der Bahá'í-Gemeinde darlegen soll:

Es ist jedoch wichtig, zu beachten, daß der einzelne, der seine Ansichten

darlegen will, dies in einer Weise tut, die mit dem Geiste der

Bahá'í-Beratung übereinstimmt. Es kommt manchmal vor, daß ein einzelner

darauf besteht, bei einer Bahá'í-Versammlung seine Ansichten eingehend

darzulegen, oft die Zusammenkunft stört und ein solches Verhalten sogar in

der Gegenwart von Nicht-Bahá'í zeigt. Wenn er trotz Ermahnungen und

Warnungen durch die entsprechenden Bahá'í-Institutionen unnachgiebig auf

einem solchen Verhalten beharrt, wird man ihn irgendwie daran hindern

müssen, das Gesetz in die eigene Hand zu nehmen und den Bahá'í-Interessen zu

schaden. Wenn derartige Meinungsverschiedenheiten entstehen, ist es wichtig,

daß eine offene und liebevolle Beratung zwischen der betreffenden Person und

dem Örtlichen Geistigen Rat und im Bedarfsfalle mit dem Nationalen Geistigen

Rat stattfindet, vielleicht kann auch die Institution der Berater bei der

Lösung des Problems helfen.
1.2.4 BERATUNG MIT DEN HILFSAMTSMITGLIEDERN

Die Hilfsamtsmitglieder und ihre Assistenten sind damit beauftragt, die

Bahá'í-Gemeinde von Grund auf anzuregen und den Reifeprozeß der Örtlichen

Geistigen Räte zu fördern und dabei zu helfen. Es kann sehr vorteilhaft sein,

wenn ein einzelner Gläubiger oder der Örtliche Geistige Rat Ideen und

Ratschläge von den Hilfsamtsmitgliedern erbittet, wie die in der Gemeinde

bestehenden speziellen Schwierigkeiten gelöst werden können.

1.2.5 BERUFUNG BEIM NATIONALEN GEISTIGEN RAT

Einzelne Gläubige haben das Recht, gegen einen Beschluß eines Örtlichen

Geistiger Rates beim Nationalen Rat Berufung einzulegen. (Einzelheiten zu

diesem Verfahren siehe "The Constitution of the Universal House of Justice"**)

S.14f) Die Entscheidung, ob er dieses Recht wahrnimmt, liegt beim einzelnen.

Der folgende Auszug aus einem Brief im Auftrag des Universalen Hauses der

Gerechtigkeit vom 12. September 1988 bezieht sich auf diese Angelegenheit:

"Wie Sie wissen, steht es Ihnen frei, den Rat darum zu bitten, seine

Entscheidung erneut zu überdenken. Vielleicht wollen Sie aber diese Schritte

abwägen und die möglichen Reaktionen berücksichtigen, die für Sie

zusätzliche Belastungen verursachen könnten. In einigen Fällen ist es

vorzuziehen, daß man die Ansicht des Rates demütig und mit Opferbereitschaft

ohne weitere Diskussionen akzeptiert. Dann kann eine eventuell falsche

Entscheidung schließlich richtig gestellt werden. Wenn die Gläubigen

nachgiebig und im Geiste der Selbstaufgabe reagieren, so bewirkt das Gottes

Wohlgefallen, was in sich selbst schon einen Trost für das Herz darstellt."

2. BERATUNG UND GEFÜHLSAUSDRUCK

Es ist die Ansicht vertreten worden, daß ein offener Gefühlsausdruck und ein

ehrliches Aussprechen von Gedanken für eine produktive Bahá'í-Beratung

entscheidend sind und daß das 12-Schritte-Programm der Anonymen Alkoholiker

(A.A.) einen wichtigen Beitrag zu einer ehrlichen und offenen Kommunikation

bilden kann. In diesem Zusammenhang wurde um Führung nachgesucht, was

Gefühlsausdruck im Zuge der Beratung anbetrifft.

Während es sehr wohl Übereinstimmungen zwischen Elementen des

Beratungsprozesses und dem 12-Schritte-Programm geben mag, so unterscheiden

sie sich doch in ihrer übergeordneten Zielsetzung. Die Absicht, wenn ein

einzelner sich offen ausdrückt, wie es bei den A.A. praktiziert wird, besteht

im großen und ganzen darin, daß eine Heilung erzielt und eine Befreiung von

den Trinkgewohnheiten erreicht werden soll. Das Ziel der Beratung ist dagegen

"die Suche nach der Wahrheit".

Der Unterschied zwischen dem Zweck der Beratung und einer therapeutischen

Bemühung wird in dem folgenden Auszug aus einem Brief im Auftrage des

Universalen Hauses der Gerechtigkeit deutlich:

"Man sollte sich bewußt sein, daß es das Ziel jeder Beratung ist, zu einer

Lösung eines Problems zu kommen, und dies unterscheidet sich sehr von jener

Art von Seelenbekenntnissen in der Gruppe, wie sie in manchen Kreisen heute

üblich ist, und was an die Art von Beichte grenzt, die im Glauben verboten

ist. (Aus einem Brief des Universalen Hauses der Gerechtigkeit vom 19. März

1973 an einen Nationalen Geistigen Rat, veröffentlicht in: "Beratung, eine

Kompilation", Nationaler Geistiger Rat der Schweiz, 1978, S. 14)

"In bezug auf Ihre Frage betreffs des fünften Schrittes im

A.-12-Schritte-Programm, sind wir gebeten worden, Ihnen folgenden Auszug aus

einem Brief im Auftrage des Universalen Hauses der Gerechtigkeit vom 26.

August 1986 an einen einzelnen Gläubigen mitzuteilen:

6 ... Es gibt keinen Einwand gegen die Mitgliedschaft von Bahá'í bei den

Anonymen Alkoholikern, die eine Vereinigung sind, die bei der Hilfe für

Alkoholiker, ihren bedauernswerten Zustand zu überwinden, sehr viel Gutes tun.

Der durch die Mitglieder praktizierte Austausch von Erfahrungen steht nicht im

Widerspruch zu dem Bahá'í-Verbot des Sündenbekenntnisses; es ist eher eine Art

therapeutisches Verhältnis zwischen Patient und Psychiater." (Aus einem Brief

vom 5. November 1987 im Auftrage des Universalen Hauses der Gerechtigkeit an

einen einzelnen Gläubigen)

Der aufrichtige Gefühlsausdruck in der allgemeinen Kommunikation bedarf

sowohl der Weisheit wie auch der Mäßigung. In der Ährenlese berät

Bahá'u'lláh die Gläubigen folgendermaßen:

"Wer zum Volk Gottes gehört, hat nur den Ehrgeiz, die Welt zu erneuern, ihr

Leben zu veredeln und ihre Völker zu beleben. Wahrhaftigkeit und guter Wille

haben allezeit die Beziehungen dieses Volkes zu allen Menschen

gekennzeichnet." (S.236)

"Hütet euch, mit jemandem zu streiten, strebt vielmehr danach, ihn

freundlich auf die Wahrheit aufmerksam zu machen und ihn überzeugend zu

ermahnen." (S. 243)

"Was die Grenzen der Mäßigung überschreitet, hört auf, wohltätigen Einfluß

auszuüben." (S. 189)

In einem Brief vom 5. Juli 1947, geschrieben in seinem Auftrage, äußert sich

Shoghi Effendi folgendermaßen über die Bedeutung der "Ausgewogenheit in allen

Dingen":

"Man kann die Lehren Bahá'u'lláhs mit einer Kugel vergleichen; es gibt

Punkte, die sich auf gegenüberliegenden Polen befinden, und dazwischen gibt

es Gedanken und Lehren, die die Verbindungen zwischen ihnen herstellen.

Wir glauben an eine Ausgewogenheit in allen Dingen; wir glauben an Mäßigung in

allen Dingen... wir dürfen nicht zu emotional reagieren, aber auch nicht

knochentrocken und ohne Gefühl; wir dürfen nicht so liberal sein, daß wir

aufhören, den Charakter und die Einheit des Bahá'í-Systems zu erhalten, aber

auch nicht fanatisch und dogmatisch."

Was nun einen offenen Gefühlsausdruck während der Beratung anbetrifft, so

bilden ein Gefühlsausdruck und eine emotionale Redeweise bei der Interaktion

einen wichtigen Beitrag zum Beratungsprozeß. In einer Seiner Ansprachen

beschreibt `Abdu'l-Bahá Liebe und Freundschaft als das Fundament wahrer

Beratung. Er sagt:

15 "... wahre Beratung ist eine geistige Konferenz in der Haltung und

Atmosphäre der Liebe. Die Mitglieder müssen einander im Geiste der

Freundschaft lieben, damit gute Ergebnisse gezeitigt werden. Liebe und

Freundschaft sind das Fundament." (PUP p.72f)

Die Tablets von Abdu'l-Bahá, die in "Bahá'í Administration: Selected Messages

1922 - 1932" S.20-23 zitiert werden, können, was den Gefühlsausdruck bei

Beratungen anbetrifft, eine wertvolle Hilfe sein.

1. `Abdu'l-Bahá ruft die Mitglieder eines Geistigen Rates auf, in solcher

Weise einig zu sein, daß ihre Gedanken, ihre Ansichten und ihre Gefühle zu

einer Wirklichkeit werden und den Geist der Einheit über die ganze Welt

verbreiten" (S. 20f).

2. - Der Meister rät den Mitgliedern, "in solcher Weise zu beraten, daß kein

Anlaß zu Groll oder Uneinigkeit entstehen kann."

Er versichert, daß "dies erreicht werden kann, wenn jedes Mitglied seine

eigene Ansicht in völliger Freiheit ausdrückt und seine Argumente darlegt.

Wenn jemand widerspricht, dürfen wir uns in keiner Weise verletzt fühlen, denn

erst wenn die Angelegenheit ausgiebig diskutiert wurde, kann sich der richtige

Weg zeigen. Der leuchtende Funke der Wahrheit zeigt sich erst nach dem

Zusammenprall unterschiedlicher Meinungen..." (S. 21)

Man muß hier festhalten, daß die Wahrheit sich erst nach dem Zusammenprall

sorgfältig ausgesprochener Ansichten zeigt (die sehr wohl mit Begeisterung und

Nachdruck vorgetragen werden können), aber nicht durch den Zusammenprall von

Gefühlen. Ein Zusammenprall von Gefühlen wird die Wahrheit wahrscheinlich

verdunkeln, während unterschiedliche Meinungen die Entdeckung der Wahrheit

vereinfachen.

1. Abdu'l-Bahá gibt den folgenden Rat, wie Ansicht während einer Beratung

ausgedrückt werden sollten. Man könnte meinen, daß dieser Rat auch den

Gefühlsausdruck betrifft:

"Sie müssen dann mit der äußersten Ergebenheit, Höflichkeit, Würde, Sorgfalt

und Mäßigung ihre Ansichten ausdrücken. In allen Dingen müssen sie die

Wahrheit suchen und nicht auf ihrer eigenen Meinung beharren; denn

Halsstarrigkeit und das Beharren auf der eigenen Meinung führen schließlich

zu Uneinigkeit und Streit und die Wahrheit wird verborgen bleiben..." (S.22)

Wegen zusätzlicher Aussagen aus den Schriften, zum Thema Gefühlsausdruck beim

Beratungsprozeß, könnte man "Beratung: eine Zusammenstellung" zu Rate ziehen.

Auszüge aus im Auftrage von Shoghi Effendi geschriebenen Briefen Die Förderung

der Entwicklung von Bahá'í-Gemeinden
1. DAS BEISPIEL DES EINZELNEN

Sie dürfen nicht den großen Fehler begehen, unseren Glauben nach einer

Bahá'í-Gemeinde zu beurteilen, die es offensichtlich nötig hat, die

Bahá'í-Lehren zu studieren und ihnen zu gehorchen. Menschliche Schwächen und

Absonderlichkeiten können eine große Prüfung darstellen. Der einzige Weg, oder

ich sollte besser sagen der erste und beste Weg, die Situation zu verbessern,

besteht darin, daß man selbst das Richtige tut. Eine Seele kann die Ursache

der geistigen Erleuchtung eines ganzen Kontinents sein. Jetzt, da Sie in Ihrem

eigenen Leben einen großen Fehler erkannt und verbessert haben, jetzt, da Sie

deutlicher erkennen, was in Ihrer eigenen Gemeinde fehlt, hindert Sie nichts

daran, daß Sie sich erheben und ein solches Beispiel setzen, eine solche Liebe

und einen Geist des Dienstes zeigen, daß die Herzen Ihrer Mit-Bahá'í entflammt

werden.

Er drängt Sie, die Lehren gründlich zu studieren, andere zu lehren und mit

anderen Bahá'í, die dazu bereit sind, die tiefergehenden Lehren unseres

Glaubens zu studieren und durch Vorbild, Bemühungen und Gebete eine Änderung

herbeizuführen. (30. September 1949 an einen einzelnen Gläubigen)

Das Heilmittel für Uneinigkeit in einem Rat kann nicht darin bestehen, daß

irgend jemand von den Mitgliedern resigniert oder sich zurückzieht. Er muß

lernen, trotz störender Elemente als Ganzes weiter zu funktionieren,

anderenfalls würde das ganze System in Mißkredit geraten, weil Ausnahmen von

der Regel eingeführt werden.

Die Gläubigen, die den Glauben über alles lieben und seine Interessen den

eigenen voranstellen, müssen bereit sein, alle sich ergebenden Schwierigkeiten

zu ertragen, welcher Art sie auch sein mögen. Nur durch eine solche

Beharrlichkeit und Selbstaufopferung können wir hoffen, einerseits unsere

göttlichen Institutionen intakt zu erhalten und andererseits uns selbst dazu

zu zwingen, edlere und bessere Werkzeuge für den Dienst in diesem herrlichen

Glauben zu werden. (20. November 1941 an einen einzelnen Gläubigen)

Bezüglich Ihrer Frage nach der Notwendigkeit größerer Einheit unter den

Freunden gibt es keinen Zweifel, daß diese Notwendigkeit wirklich besteht. Der

Hüter meint, daß eines der Hauptwerkzeuge, um sie zu erreichen, darin besteht,

die Bahá'í selbst durch Unterricht und Verhaltensregeln zu lehren, daß Liebe

zu Gott - und folglich zu den Menschen - die wesentliche Grundlage jeder

Religion einschließlich unserer eigenen ist. Ein größeres Maß an Liebe wird

ein größeres Maß an Einheit erzeugen, denn sie ermöglicht es den Menschen,

nachsichtiger, geduldiger und verzeihender zu sein. (7. Juli 1944 an einen

einzelnen Gläubigen, zitiert in "Bahá'í News" Nr. 173, Februar 1945 S. 3) +)

2. UNTERSTÜTZUNG DES ÖRTLICHEN GEISTIGEN RATES

Inzwischen müssen wir alles nur mögliche tun, um die Örtlichen und Nationalen

Räte zu stärken und zu unterstützen, indem wir bei der Wahl sehr sorgfältig

vorgehen, um damit die Wahl der weisesten und geeignetsten Mitglieder

sicherzustellen und dann, indem wir loyal zusammenarbeiten und Gehorsam

zeigen. Wenn wir Einwände gegen ihre Entscheidungen haben, müssen wir es

sorgfältig vermeiden, diese Angelegenheit mit anderen Freunden zu besprechen,

die keine Möglichkeit zur Verbesserung haben. Wir müssen unsere Ansicht dem

Rat selbst offen vorlegen, und erst wenn wir keine befriedigende Antwort

erhalten, dürfen wir uns an den Nationalen Rat wenden, falls es sich um das

Verhalten eines Örtlichen Rates handelt und an Shoghi Effendi, falls es sich

um den Nationalen Rat handelt. (4. März 1925 an einen einzelnen Gläubigen)

Die Situation in ..., über die ihm der Nationale Geistige Rat schon

ausführlich schrieb, hat ihn sehr bekümmert und sein Herz bedrückt, da er

davon überzeugt ist, daß nichts außer einer vollkommenen Einheit unter den

Freunden, sowohl in ihren einzelnen wie gemeinsamen Bemühungen, insbesondere

in dieser Zeit der administrativen Organisation und Entwicklung der Sache, den

stetigen Fortschritt des Glaubens in jenem Zentrum sicherstellen kann. Es gibt

keine Aufgabe, die dringlicher wäre als die Errichtung vollkommener Harmonie

und Freundschaft unter den Freunden, besonders zwischen dem Geistigen Rat und

den einzelnen Gläubigen. Der Örtliche Rat sollte in den einzelnen Gläubigen

Vertrauen wecken, und diese sollten ihrerseits die Bereitwilligkeit

ausdrücken, sich den Entscheidungen und Direktiven des Örtlichen Rates voll zu

unterwerfen. Beide müssen Zusammenarbeit lernen und sich bewußt werden, daß

die Institutionen der Sache nur durch eine solche Zusammenarbeit wirkungsvoll

und ausdauernd funktionieren können. Während Gehorsam dem Örtlichen Rat

gegenüber uneingeschränkt und aufrichtig sein soll, so muß diese Körperschaft

ihre Entscheidungen in einer Weise durchsetzen, daß der Eindruck vermieden

wird, sie durch eine diktatorische Haltung motiviert seien. Der Geist ist

Glaubens wird von gegenseitiger Zusammenarbeit, nicht durch Diktatur bestimmt.

Die Gläubigen sollten den Richtlinien und Anweisungen ihres Rates Vertrauen

entgegenbringen, selbst wenn sie nicht von deren Gerechtigkeit und Richtigkeit

überzeugt sind. Sobald der Rat durch die Mehrheitsentscheidung seiner

Mitglieder zu einem Beschluß gekommen ist, sollten die Freunde ihn

bereitwillig befolgen. Besonders die Mitglieder des Rates mit einer

abweichenden Meinung sollten der Gemeinde mit gutem Beispiel vorangehen und

ihre persönlichen Ansichten dem Prinzip der Mehrheitsentscheidung opfern, das

dem Funktionieren aller Bahá'í-Räte zugrunde liegt. (28. Oktober 1935 an einen

einzelnen Gläubigen)

Die Räte sind errichtet worden, um die Angelegenheiten der Sache mit Autorität

zu verwalten. Die Gläubigen haben das Recht, für jeden zu stimmen, den sie

wollen. Auch wenn sie die Maßnahmen ihres Rates nicht gutheißen, so müssen sie

doch um der Einheit des Glaubens willen dessen Entscheidungen mittragen. Der

einzelne hat das Recht, Vorschläge zu machen, zu protestieren, aber er hat

keine Rechte über den Rat. Seine Macht ist seine Stimme. Wenn einer der

Freunde mit der örtlichen Situation unzufrieden ist, so sollte er dennoch mit

seinem Örtlichen Geistigen Rat zusammenarbeiten und ihm nach Kräften helfen.

Er kann für ihn beten, er kann durch sein eigenes Tun ein edles

Bahá'í-Beispiel abgeben. Das System ist vollkommen; auch wenn die Instrumente

unvollkommen sind, müssen wir doch das System unterstützen, wohl wissend, daß

Gott Seine Sache bewahren und schützen wird und daß derartige Zustände

vorübergehend sind und verschwinden werden, in dem Maße, wie die Sache wächst

und die Bahá'í an Reife gewinnnen.

Er bittet Sie dringend, nicht zu verzagen und niemals mit dem Dienst am

Glauben aufzuhören. Ganz egal, welche Einstellung die anderen haben, sie kann

Sie nie von der Verpflichtung zu einer richtigen Einstellung entbinden; Ihre

Pflicht besteht Gott gegenüber, und Sie können versichert sein, daß Er

letztlich alle diese Probleme lösen wird. (14. November 1948 an einen

einzelnen Gläubigen) +)

Beim Durcharbeiten der Korrespondenz, die er von Ihrem Rat erhält, ist er

immer wieder davon betroffen, daß die Freunde so wenig gemäß der

Administration verfahren. Statt ihre Beschuldigungen, Probleme oder Gefühle

des Unglücklichseins vor den Örtlichen Rat zu bringen, wenden sie sich an

einzelne Freunde oder einzelne Mitglieder des Rates, oder sie weigern sich,

mit dem Rat zusammenzukommen. Als erstes sollten die Freunde sich an den Rat

wenden - dazu haben wir ihn! Er meint, daß es diese Schwierigkeiten nie

gegeben hätte, wenn die Bahá'í die Räte in der nötigen Weise benutzen würden.

Eines der Heilmittel, das Bahá'u'lláh einer kranken Welt verschrieben hat,

sind die Räte (die in Zukunft Häuser der Gerechtigkeit sein werden); ihre

Mitglieder haben eine sehr heilige und schwere Verantwortung; ihre Macht bei

der Führung der Gemeinde und beim Schutz und der Hilfe für die Mitglieder ist

ebenfalls sehr groß. (30. Juni 1949 an einen Nationalen Geistigen Rat) +)

3. EMPFEHLUNGEN FÜR INSTITUTIONEN

Nun in bezug auf Ihren letzten, lieben Brief, in dem Sie fragen, ob ein

Gläubiger das Recht hat, offen seine Kritik an einer Maßnahme oder Politik

eines Rates auszusprechen: Es ist nicht nur das Recht, sondern die

lebensnotwendige Verantwortung eines jeden loyalen und intelligenten Mitglieds

der Gemeinde, offen und frei, aber mit der nötigen Achtung und Rücksicht vor

der Autorität des Rates jeden Vorschlag, jede Empfehlung oder jede Kritik

pflichtbewußt zu unterbreiten, um gewisse bestehende Zustände oder Tendenzen

in seiner Gemeinde zu verbessern oder zu heilen, und es ist die Pflicht des

Rates, solche ihm von irgendeinem Gläubigen vorgelegten Ansichten gewissenhaft

in seine Überlegungen mit einzubeziehen. Die beste Gelegenheit zu diesem Zweck

bietet das 19-Tagefest, das außer seinen sozialen und geistigen Aspekten auch

verschiedene administrative Bedürfnisse und Erfordernisse der Gemeinde

befriedigt. Dazu gehören hauptsächlich die offene und konstruktive Kritik und

die Beratung über den Stand der Dinge in der örtlichen Bahá'í-Gemeinde.

Hierbei muß aber wieder betont werden, daß jede negative Kritik und

Diskussion, die die Autorität des Rates als Körperschaft untergraben könnte,

streng zu vermeiden ist. Denn anderenfalls käme die Ordnung des Glaubens

selbst in Gefahr, und Uneinigkeit und Verwirrung würden in der Gemeinde

herrschen. (13. Dezember 1939 an einen einzelnen Gläubigen) +)

Bezugnehmend auf die Angelegenheit von Frau ... und die Uneinigkeit, die unter

gewissen Freunden in ... zu herrschen scheint: Wenn die Bahá'í erlauben, daß

die dunklen Kräfte der Welt Eingang in ihre Beziehungen untereinander im

Glauben finden, so gefährden sie ernstlich seinen Fortschritt. Es ist die

allererste Pflicht der Gläubigen, des Örtlichen Geistigen Rates und besonders

des Nationalen Geistigen Rates, Harmonie, Liebe und Verständnis unter den

Gläubigen zu pflegen. Alle sollten bereit und willig sein, jedes persönliche

Gefühl des Beleidigtseins - ob zu Recht oder Unrecht - zum Wohl des Glaubens

zurückzustellen, denn die Menschen werden ihn nie annehmen, ehe sie nicht im

Gemeindeleben das widergespiegelt finden, was in der Welt so schrecklich

fehlt: Liebe und Einheit.

Bahá'í haben das volle Recht, Kritik an ihren Räten zu üben; sie dürfen offen

ihre Ansicht über die Politik und einzelne Mitglieder ihrer gewählten

Körperschaften dem Örtlichen oder Nationalen Rat gegenüber äußern, aber dann

müssen sie aus ganzem Herzen den Rat oder den Beschluß des Rates akzeptieren,

gemäß den Prinzipien, wie sie für diesen Zusammenhang in der

Bahá'í-Administration niedergelegt sind. (3. Mai 1945 an einen Nationalen

Geistigen Rat)
Footnotes
1. (Wilmette: Bahá'í Publishing Trust, 1983)
2. (Haifa: Bahá'í World Centre, 1972)
3. (Wilmette: Bahá'í Publishing Trust, 1980)

(The memorandum was published by Australia in 1993)

(The nine references are from previously unavailable material (with the

exception of the one quote previously published in the Bahá'í News). The

footnotes give the publishing information for the books cited in the main

text; there are only 3 of them)

Table of Contents: Albanian :Arabic :Belarusian :Bulgarian :Chinese_Simplified :Chinese_Traditional :Danish :Dutch :English :French :German :Hungarian :Italian :Japanese :Norwegian :Persian :Portuguese :Romanian :Russian :Spanish :Turkish :Ukrainian :