Announcing: BahaiPrayers.net


More Books by Compilations

19-Tage-Fest
1944 Göttliche Lebenskunst
1970 Zum Geben
1972 MUSIK
1974 Zum Wirklichen Leben
1976 Zum Geben
1979 Beratung
1979 Örtliche Geistige Räte - Siebenjahresplan
1979 Über das Lehren
1982 Die Kraft göttlichen Beistands
1982 Geistiger Adel
1982 JUL Zusammenarbeit Nicht Bahai Organisatiionen
1983 Einheit der Familie
1983 Sept 01, Sechs Schritte zum Geistigen Wachstum
1984 Den Glauben vertiefen
1984 Heilen
1984 Liebe und Ehe
1985 Okt, Die Verheißung des Weltfriedens
1986 Frauen
1987 Der Gottesbund
1987 Jan, Vertrauenswürdigkeit
1988 Krise und Sieg
1989 Aug 29, 19-Tagefest
1989 Dokumente des Bundes
1989 Ein keusches und heiliges Leben
1990 Baha'i-Wahlen Heiligkeit und Wesensart
1990 Bahai Ehen und ihr Schutz
1990 Dez, Bewahrung von Bahai-Ehen
1990 Die Bewahrung der Erde und ihrer Hilfsquellen
1991 Baha'u'llahs Mission
1991 Drogen und Suchtstoffe
1991 Patenschaftsfonds
1992 Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens
1993 Arbeitsweise von Gemeinden
1994 Initiative des Einzelnen und der Gemeinde
1995 Baha'i-Gelehrsamkeit
1997 Mai 30, Dezentralisierung
1998 Apr, Trainingsinstitute
2001 Huququllah das Recht Gottes neu
2001 Huququllah die kroenende Zier neu
2001 Institution Berater
Baha'i-Ehen und ihr Schutz
Baha'i-Gebete
Baha'i-Gelehrsamkeit
Baha'u'llahs Mission
Der Gottesbund
Dokumente des Bundes
Huququ'llah - Das Recht Gottes
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Compilations : 1984 Liebe und Ehe
LIEBE UND EHE
Eine Auswahl aus Schriften Bahá’u’lláhs,
‘Abdu’l-Bahás, Shoghi Effendis und Briefen
des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
BAHÁ’Í-VERLAG
CIP-Kurztitelaufnahme der Deutschen Bibliothek
Liebe und Ehe:

e. Ausw. aus Schriften Bahá’u’lláhs, ‘Abdu’l-Bahás, Shoghi Effendis u. Briefen d. Universalen Hauses d. Gerechtigkeit. – Hofheim-Langenhain: Bahá’í-Verlag, 1981.

ISBN 3-87037-133-1
NE: Bahá’alláh [Mitverf.]
Vw.: Mírzá Husayn ‘Alí Núrí [Wirkl. Name]
Bahá’alláh
© Bahá’í-Verlag GmbH
D-6238 Hofheim-Langenhain
1981-138
ISBN 3.87037.133.1
INHALTSVERZEICHNIS
Liebe 5
Reinheit, Keuschheit, Bahá’í-Leben 16
Sexualität 20
Das Gebot der Ehe 25
Die Bahá’í-Ehe 27
Ehe zwischen verschiedenen Rassen 32
Zustimmung der Eltern zur Heirat 33
Die Bahá’í-Trauung 37
Hochzeitsgebete 41
Die Familie 44
Gleichwertigkeit von Mann und Frau 46
Abtreibung und Geburtenkontrolle 49
Scheidung 53
Familie und Bahá’í-Aktivität 67
Literaturhinweise 71
LIEBE
Tablet der Liebe
Wisse wahrlich:
Liebe ist das Geheimnis göttlicher Offenbarungen!
Liebe ist strahlende Offenbarung!
Liebe ist die geistige Erfüllung!
Liebe ist das Licht des Reiches Gottes!

Liebe ist der Odem des Heiligen Geistes, der in den menschlichen Geist gehaucht ist!

Liebe ist die Ursache der Offenbarung der Wahrheit in der Welt der Erscheinung!

Liebe ist das notwendige Band, das aus der Wirklichkeit der Dinge durch die göttliche Schöpfung hervorgeht!

Liebe ist das Mittel zur höchsten Glückseligkeit in der Welt des Stoffes wie der Welt des Geistes!

Liebe ist das Licht der Führung im nächtlichen Dunkel!

Liebe ist das Band zwischen dem Schöpfer und dem Geschöpf in der Welt des Inneren!

Liebe ist die Ursache der Entwicklung für jeden erleuchteten Menschen!

Liebe ist das größte Gesetz in diesem unermeßlichen Reich Gottes!

Liebe ist das eine Gesetz, das die Ordnung zwischen den bestehenden Atomen hervorbringt und über sie Macht hat!

Liebe ist die allgemeine magnetische Kraft, die zwischen den Planeten und Sternen herrscht, die am hohen Himmelszelt leuchten!

Liebe ist die Ursache, die den suchenden Sinnen die Geheimnisse enthüllt, die der Unendliche ins All gelegt hat!

Liebe ist der Geist des Lebens im freigebigen Boden der Erde!

Liebe ist der Anlaß zur Gesittung der Völker auf dieser vergänglichen Erde!

Liebe ist die höchste Ehre für alle gerechten Völker!

Wer darin bestätigt wird, ist in der Tat verherrlicht durch die Himmlischen Heerscharen, die Engel des Himmels und die Bewohner des Reiches Abhá! Wessen Herz aber der göttlichen Gnade – der Liebe Gottes – beraubt ist, wandert in der Wüste der Unwissenheit, steigt in die Tiefen des Zusammenbruchs hinab und stürzt in den Abgrund der Verzweiflung, in dem keine Zuflucht ist! Sie gleichen Insekten der niedrigsten Stufe.

O ihr Geliebten Gottes! Seid Offenbarungen Gottes und Leuchten der Führung durch alle Bereiche und leuchtet im Lichte der Liebe und Einigkeit…

O Meine Freunde! Verbreitet dieses Schreiben unter den Geliebten…, auf daß sie sich untereinander vertragen, vereinen und lieben, nein, daß sie alle Menschen lieben und bereit sind, sogar ihr Leben füreinander zu opfern.

Dies ist der Pfad Bahás!
Dies ist die Religion Bahás!
Dies ist das Gesetz Bahás!
Wer dies nicht besitzt, hat keinen Teil an Bahá!1
Die vier Arten der Liebe

Was für eine Macht ist doch die Liebe! Sie ist die wunderbarste, die größte aller Lebenskräfte.

Die Liebe gibt dem Leblosen das Leben; sie entzündet eine Flamme in erkalteten Herzen. Die Liebe gibt dem Hoffnungslosen Hoffnung und macht leidgeprüfte Herzen froh.

In der Welt des Seins gibt es wahrlich keine größere Macht als die der Liebe. Wenn des Menschen Herz im Feuer der Liebe erglüht, ist er bereit, alles zu opfern, sogar sein Leben. Im Evangelium wird gesagt, daß Gott die Liebe ist.

Es gibt vier Arten der Liebe. Die erste ist die Liebe, die von Gott zum Menschen strömt. Sie besteht in Seinen unerschöpflichen Gunstbeweisen, in der göttlichen Ausstrahlung und in himmlischer Erleuchtung. Durch diese Liebe erhält die Welt des Seins Leben. Durch sie empfängt der Mensch die Gabe des körperlichen Seins, bis er durch den Odem des Heiligen Geistes – dieselbe Liebe – ewiges Leben erlangt und das Ebenbild Gottes des Lebendigen wird. Diese Liebe ist der Ursprung aller Liebe in der Welt der Schöpfung.

Die zweite Art der Liebe strömt vom Menschen zu Gott. Dies ist Glaube, Hingezogensein zum Göttlichen, Entflammtsein, Fortschritt, Eintritt in das Reich Gottes. So empfängt man Gottes Güte und die Erleuchtung vom Lichte des Königreichs. Diese Liebe ist der Urgrund aller Liebe zur Menschheit. Sie läßt die Sonnenstrahlen der Wahrheit in den Herzen der Menschen aufleuchten.

Die dritte Art ist die Liebe Gottes zu Gott oder zur Einigkeit Gottes. Das ist das Übergehen Seiner Schönheit in die Schöpfung, das Widerstrahlen Seiner Selbst im Spiegel aller Kreatur. Das ist die Wirklichkeit der Liebe. Auf einem Strahl dieser Liebe gründet sich jede andere.

Die vierte Art ist die Liebe von Mensch zu Mensch. Die Liebe, die zwischen den Herzen der Gläubigen besteht, geht aus dem Ideal der geistigen Einheit hervor. Diese Liebe wird durch das Wissen um Gott erreicht, so daß man erkennt, wie die göttliche Liebe im Herzen aufleuchtet. Jeder sieht in der Seele des anderen einen Spiegel der Schönheit Gottes. Und hat er diesen Grad der Ähnlichkeit entdeckt, fühlt er sich in Liebe zum anderen hingezogen. Diese Liebe wird alle Menschen zu Wogen eines Meeres, zu Sternen eines Firmamentes und zu Früchten eines Baumes machen. Diese Liebe wird wahre Übereinstimmung ermöglichen und den Grundstein zu echter Einigkeit legen.

Aber die Anziehung, die zuweilen Freunde verbindet, ist keine (echte) Liebe, da sie zur Vergänglichkeit verurteilt ist. Sie ist nur ein Strohfeuer. In einem leichten Wind geben die dünneren Bäume nach. Der Ostwind beugt den Baum nach Westen, und dreht der Wind nach Westen, neigt sich der Baum nach Osten. Diese Art der Liebe gründet sich auf zufällige Gegebenheiten des Lebens. Das ist keine Liebe, sondern lediglich eine Bekanntschaft, die dem Wechsel unterworfen ist.

Heute kann man zwei Seelen in scheinbar enger Freundschaft sehen, morgen kann sich dies alles geändert haben. Gestern noch waren sie bereit, füreinander zu sterben, heute meidet einer die Gesellschaft des andern. Das ist keine Liebe, das ist Hingabe des Herzens an die Zufälle des Lebens. Wenn das Moment, welches die Liebe hervorgerufen hat, verschwindet, geht die Liebe ebenfalls hinweg; sie kann also nicht echt sein.

Die Liebe zeigt sich nur in den vier Erscheinungsformen, die ich soeben erklärt habe: a) die Liebe Gottes gegenüber der Identität Gottes – Christus hat gesagt: » Gott ist die Liebe. « b) die Liebe Gottes zu Seinen Kindern – zu Seinen Dienern, c) die Liebe des Menschen zu Gott sowie d) die Liebe der Menschen untereinander. Diese vier Arten haben ihren Ursprung in Gott. Sie sind die Sonnenstrahlen der Wahrheit, der Odem des Heiligen Geistes, die Zeichen der Wirklichkeit.2

Die Frucht des menschlichen Daseins ist in Wahrheit die Liebe Gottes, denn diese Liebe ist der Geist des Lebens und die ewige Gnade. Bestände die Liebe Gottes nicht, wäre die abhängige Welt in Dunkel gehüllt; bestände die Liebe Gottes nicht, wären die Herzen der Menschen tot und der Lebensgefühle beraubt; bestände die Liebe Gottes nicht, wäre die geistige Verbindung verloren; bestände die Liebe Gottes nicht, würde das Licht der Einheit die Menschheit nicht erleuchten; bestände die Liebe Gottes nicht, würden Ost und West sich nicht wie zwei Liebende umarmen; bestände die Liebe Gottes nicht, würden Spaltung und Uneinigkeit nicht in Brüderlichkeit verwandelt; bestände die Liebe Gottes nicht, würde Gleichgültigkeit nicht in Zuneigung enden; bestände die Liebe Gottes nicht, würde der Fremde nicht zum Freunde werden. Die Liebe der menschlichen Welt leuchtet aus der Liebe Gottes hervor und erscheint durch die Gnade und Güte Gottes.3

Die Liebe äußert ihre Wirklichkeit in Taten, nicht in bloßen Worten. Worte allein besitzen keine Wirkung. Um ihre Kraft zu zeigen, muß Liebe einen Gegenstand, ein Werkzeug, einen Anlaß haben.

Es gibt vielerlei Möglichkeiten, Liebe zu erzeigen: Da ist die Liebe zur Familie, zum Vaterland, zur Rasse, die politische Begeisterung und auch die Liebe gleichgerichteter Interessen. Dies alles sind Mittel und Wege, um die Macht der Liebe zu erweisen. Ohne solche Mittel würden wir die Liebe weder sehen, noch hören oder fühlen, all dies würde nicht zum Ausdruck kommen.4

Der Mensch, der eine gute Tat vollbringt, ist wohl lobenswert, wenn die Tat aber nicht der Liebe und Erkenntnis Gottes entspringt, ist sie unvollkommen.5

O Sohn des Menschen!

Verhüllt in Meinem unausdenkbaren Wesen und in der Ewigkeit Meines Seins erkannte Ich Meine Liebe zu dir; darum erschuf Ich dich, prägte dir Mein Ebenbild ein und offenbarte dir Meine Schönheit.6

O Sohn des Seins!

Liebe Mich, damit Ich dich liebe. Wenn du Mich nicht liebst, kann Meine Liebe dich niemals erreichen. Erkenne dies, o Diener.7

Es ist die höchste Pflicht eines jeden von euch, für sich selbst zu wählen, was kein anderer beeinträchtigen, keiner ihm entreißen kann. Das aber – und dafür ist der Allmächtige Mein Zeuge – ist die Liebe Gottes, könntet ihr es doch begreifen!8

O Sohn des Menschen!

Wenn du Mich liebst, wende dich ab von dir, und wenn du Mein Wohlgefallen suchst, achte nicht auf deines, damit du in Mir vergehest und Ich ewig in dir lebe.9

Liebe ist ohne Grenzen, Schranken und Ende. Materielle Dinge sind begrenzt, beschränkt und endlich. Mit begrenzten Mitteln könnt ihr unendliche Liebe nicht angemessen zum Ausdruck bringen. Die vollkommene Liebe braucht ein selbstloses Werkzeug, das von jeder Art von Fessel frei ist. Die Liebe zur Familie ist begrenzt, das Band der Blutsverwandtschaft ist nicht das stärkste. Oft sind Mitglieder der gleichen Familie uneins, ja, hassen einander. Vaterlandsliebe ist endlich. Liebe zum eigenen Lande, die zum Haß gegen alle übrigen führt, ist keine vollkommene Liebe. Auch Landsleute sind nicht frei von Streitigkeiten. Die Liebe zur Rasse ist begrenzt. Wohl herrscht hier eine gewisse Einheit, doch sie genügt nicht. Liebe darf keine Grenzen haben. Liebe zur eigenen Rasse kann gleichzeitig Haß gegen alle anderen bedeuten, und selbst Menschen der gleichen Rasse werden einander oft nicht lieben. Politische Liebe ist gleichfalls stark mit Haß gegen andere Parteien verbunden. Derartige Liebe ist sehr begrenzt und schwankend. Die aus gleichgerichteten Interessen fließende Liebe ist unbeständig. Vielfach ergeben sich dabei Abgrenzungen, die Eifersucht hervorrufen, und schließlich verdrängt der Haß die Liebe. Alle diese Bande der Liebe sind unvollkommen. Es ist klar, daß begrenzte materielle Bindungen nicht genügen, um allumfassende Liebe angemessen auszudrücken.

Die große, selbstlose Liebe zur Menschheit ist durch keine dieser unvollkommenen, halb selbstsüchtigen Bindungen gefesselt. Sie ist die einzige vollkommene Liebe, die allen Menschen möglich ist, und nur durch die Macht des göttlichen Geistes kann sie erreicht werden.10

Das Kommen der Propheten und die Offenbarung der heiligen Bücher hat zum Ziel, Liebe zwischen den Seelen und Freundschaft zwischen den Erdenbewohnern zu schaffen. Wahre Liebe ist für den Menschen unmöglich, es sei denn, er wendet sein Antlitz Gott zu und wird hingezogen zu Seiner Schönheit.11

Seid besonders liebevoll zueinander. Verbrennt, ganz um des Vielgeliebten willen, den Schleier des Selbstes mit der Flamme des unverlöschlichen Feuers, und frohen, lichtstrahlenden Angesichts gesellt euch zu euerem Nächsten.12

Die große Masse der Menschen übt keine wirkliche Liebe und Freundschaft. Die Blüte der Menschheit sind jene, die in Liebe und Einheit zusammen leben. Sie werden vor Gott höher geschätzt, weil die göttlichen Eigenschaften bereits in ihnen offenkundig sind.13

Wir müssen eine geistige Ebene erreichen, auf der Gott zuerst kommt und große menschliche Leidenschaften uns nicht von Ihm ablenken können. Immer sehen wir Menschen, die entweder durch die Gewalt des Hasses oder durch die leidenschaftliche Bindung an eine andere Person Prinzipien opfern oder sich selbst den Pfad Gottes versperren… Wir müssen Gott lieben, und in diesem Zustand wird eine vollkommene Liebe zu allen Menschen möglich. Wir können nicht jeden Menschen um seiner selbst willen lieben, aber unser Gefühl gegenüber der Menschheit sollte durch unsere Liebe zum Vater motiviert sein, der alle Menschen erschaffen hat.14

Wenn man die Liebe Gottes besitzt, ist alles Tun nützlich. Aber was man ohne die Liebe Gottes tut, ist schädlich und bewirkt, daß man sich selbst wie durch einen Schleier vom Herrn des Königreiches trennt. Aber die Liebe Gottes verwandelt jede Bitterkeit in Süße und jedes Geschenk wird kostbar.15

Ich heiße euch, alle und jeden von euch, alles, was ihr im Herzen habt, auf Liebe und Einigkeit zu richten.

Gedanken der Liebe schaffen Brüderlichkeit, Frieden, Freundschaft und Glückseligkeit.16

Wisse und sei gewiß: Liebe ist das Geheimnis der heiligen Gottessendung, die Offenbarung des Allbarmherzigen, der Quell geistiger Ergießungen. Die Liebe ist das gütige Licht des Himmels, der ewige Odem des Heiligen Geistes, der die Menschenseele belebt. Liebe ist die Ursache der Gottesoffenbarung für den Menschen, das Lebensband, das nach dem göttlichen Schöpfungsgesetz dem Wesen der Dinge innewohnt. Liebe ist das eine Mittel, das wahre Glückseligkeit in dieser und in der nächsten Welt sichert, Liebe ist das Licht, das durch die Finsternis leitet, das lebendige Glied, das Gott mit dem Menschen vereint und das den Fortschritt einer jeden erleuchteten Seele verbürgt.17

Das Wesen der Liebe ist für den Menschen, sein Herz dem Geliebten zuzukehren, sich von allem außer Ihm zu lösen und nichts anderes als sein Herr zu wünschen.18

Liebt die Geschöpfe um Gottes willen und nicht um ihrer selbst willen. Ihr werdet niemals ärgerlich oder ungeduldig werden, wenn ihr sie um Gottes willen liebt. Die Menschheit ist nicht vollkommen. In jedem Menschenwesen gibt es Unvollkommenheiten, und ihr werdet immer unglücklich sein, wenn ihr auf die Menschen selbst schaut. Wenn ihr aber auf Gott schaut, werdet ihr sie lieben und gut zu ihnen sein, denn die Welt Gottes ist die Welt der Vollkommenheit und der vollendeten Barmherzigkeit.19

Aus Trennung erwächst viel Schaden und Leid, aber die Verbindung der erschaffenen Dinge bringt stets höchst lobenswerte Ergebnisse hervor. Aus der paarweisen Verbindung sogar der kleinsten Teilchen in der Welt des Seins werden Gottes Gnade und Güte offenbar; und je höher die Stufe desto bedeutsamer ist die Verbindung. » Ruhm sei Ihm, der alle Paare erschaffen hat, von solchen Dingen, wie sie die Erde hervorbringt und von den Menschen selbst und von Dingen, die jenseits ihres Wissens liegen. «20 Und erhaben über jede andere Verbindung ist die Verbindung der Menschen miteinander, besonders wenn sie in der Liebe Gottes zustandekommt. So wird die Ureinheit sichtbar, so wird die Grundlage der Liebe im Geiste gelegt.21

In der Welt des Seins gibt es keinen mächtigeren Magneten als die Liebe.22

Wenn die Herzen der Menschen der göttlichen Gnade – der Liebe Gottes – ermangeln, wandern sie in der Wüste der Unwissenheit, steigen ab in die Tiefen des Verfalls, stürzen in den Abgrund der Verzweiflung, wo es keine Zuflucht gibt. Sie sind wie Insekten, die auf der niedersten Ebene leben.23

REINHEIT, KEUSCHHEIT, BAHÁ’Í-LEBEN

Ein keusches und heiliges Leben muß zum beherrschenden Grundsatz im Benehmen und Verhalten aller Bahá’í gemacht werden, sowohl in ihren sozialen Beziehungen zu den Mitgliedern ihrer eigenen Gemeinde als auch in ihrer Verbindung mit der ganzen Welt. Es muß die unaufhörlichen Bemühungen und verdienstvollen Anstrengungen jener schmücken und stärken, deren beneidenswertes Amt es ist, die Botschaft des Glaubens Bahá’u’lláhs zu verbreiten und seine Angelegenheiten zu verwalten…

Solch ein keusches und heiliges Leben mit seinen Kennzeichen der Bescheidenheit, Reinheit, Enthaltsamkeit, Anständigkeit und inneren Sauberkeit bedingt nichts weniger als Mäßigung in allem, was zu Kleidung, Sprache, Vergnügungen sowie allen künstlerischen und literarischen Zerstreuungen gehört. Es verlangt tägliche Wachsamkeit in der Beherrschung der fleischlichen Wünsche und verderbten Neigungen. Es fordert die Aufgabe leichtfertigen Verhaltens mit seiner übertriebenen Verhaftung an nichtssagende und oft mißgeleitete Freuden. Es verlangt völlige Enthaltung von allen alkoholischen Getränken, von Opium und ähnlichen süchtig machenden Drogen. Es verurteilt die erniedrigende Verwendung von Kunst und Literatur, Nacktkultur und Kameradschaftsehe, eheliche Untreue und alle Arten des zwanglosen geschlechtlichen Verkehrs, leichtfertige Vertraulichkeit und geschlechtliche Laster. Es kann keinen Kompromiß dulden mit den Lehren, Maßstäben, Gewohnheiten und Übertreibungen eines verfallenden Zeitalters. Nein, es sucht vielmehr durch die anfeuernde Kraft seines Beispiels den schädlichen Charakter solcher Lehren, die Falschheit solcher Maßstäbe, die Hohlheit solcher Ansprüche, die Entartung solcher Gewohnheiten und die Schändlichkeit solcher Übertreibungen zu beweisen.24

Es muß jedoch beachtet werden, daß die Einhaltung eines so hohen Maßstabes moralischen Verhaltens nicht mit irgendeiner Form der Askese oder des übertriebenen und blindgläubigen Puritanismus in Verbindung gebracht oder verwechselt werden darf. Der von Bahá’u’lláh geprägte Maßstab sucht keinesfalls irgend jemand das wohlbegründete Recht oder Vorrecht zu verweigern, den vollen Vorteil und Nutzen aus den vielfältigen Freuden, Schönheiten und Annehmlichkeiten zu ziehen, mit denen die Welt durch einen alliebenden Schöpfer so reich ausgestattet wurde.25

Reinheit und Keuschheit waren und sind noch immer die größte Zierde für die Dienerinnen Gottes. Gott ist Mein Zeuge! Das strahlende Licht der Keuschheit ergießt seine Helligkeit über die Welten des Geistes und sein Duft weht sogar bis ins höchste Paradies.26

O Dienerinnen Gottes! Trinket den mystischen Wein aus dem Kelch Meiner Worte. Dann werfet von euch, was euer Sinn verabscheut, denn es wurde euch in Seinen Tablets und Seinen Schriften verboten. Hütet euch, daß ihr nicht den Strom, der das Leben selbst ist, wegtauschet für das, was die Seelen derer verabscheuen, die reinen Herzens sind. Werdet trunken vom Wein der Liebe Gottes und nicht von dem, was euren Sinn tötet, o ihr, die ihr Ihn anbetet! Wahrlich, dies wurde jedem Gläubigen verboten, Mann und Frau gleichermaßen.27

Wahrlich, Wir sehen euere Taten. Wenn Wir von ihnen den süßen Duft der Reinheit und Heiligkeit verspüren, werden Wir euch ganz gewiß segnen.28

Wir machen es den Dienern und Dienerinnen Gottes zur Pflicht, rein zu sein und Gott zu fürchten, auf daß sie den Schlummer ihrer verderbten Begierden abschütteln und sich Gott zuwenden.29

Ein Menschengeschlecht, unvergleichlich in seiner Wesensart, soll erweckt werden, das mit den Füßen der Loslösung unter alle, die im Himmel und auf Erden sind, treten und den Mantel der Heiligkeit über alles werfen wird, was aus Wasser und Erde geschaffen wurde…30

Der ist Mein wahrer Jünger, der, käme er in ein Tal aus reinem Gold, geradewegs hindurchzöge, darüberschwebend wie eine Wolke, weder sich wendend noch rastend. Ein solcher Mensch gehört wahrlich zu Mir. Von seinem Gewande kann die Schar der Höhe den Duft der Heiligkeit atmen… Und wenn er der schönsten, anmutigsten Frau begegnete, fühlte er sein Herz auch nicht vom leisesten Schatten eines Verlangens nach ihrer Schönheit verführt. Ein solcher Mensch ist wirklich ein Geschöpf makelloser Keuschheit. Dies lehrt dich die Feder des Altehrwürdigen der Tage, wie es ihr geboten wurde von deinem Herrn, dem Allmächtigen, dem Allgütigen.31

Die Erwählten Gottes… sollten nicht auf den verderbten Zustand der Gesellschaft schauen, in der sie leben, oder auf die Beweise der Entartung und der Leichtfertigkeit, die die Menschen um sie her an den Tag legen. Sie sollten sich nicht damit zufriedengeben, daß sie bloß im Vergleich zu den anderen abstechen und herausragen. Vielmehr sollten sie den Blick auf erhabenere Gipfel richten, indem sie sich die Ratschläge und Ermahnungen der Erhabensten Feder zum höchsten Ziel setzen. Dann werden sie alsbald erkennen, wie zahlreich die Stufen sind, die noch durchschritten werden müssen, und wie weit entfernt das ersehnte Ziel liegt, – kein anderes Ziel als das, Beispiel zu sein für himmlische Verhaltensnormen und Tugenden.32

Mit anderen Worten, wir müssen uns sorgsam hüten, daß nicht die Dunkelheit der Gesellschaft sich vielleicht ganz unbewußt in unserem Handeln und unseren Einstellungen widerspiegelt. Unsere Liebe zueinander, das tiefe Bewußtsein, daß wir ein neuer Organismus, die Morgenboten einer neuen Weltordnung sind, müssen unser Bahá’í-Leben ständig beleben, und wir müssen darum beten, vor der Ansteckung durch die an Vorurteilen siechende Welt geschützt zu werden.33

SEXUALITÄT

Brief und Textauswahl des Universalen Hauses der Gerechtigkeit34

Betrachten wir die Wirkung, die der Gehorsam gegenüber den Gesetzen für das persönliche Leben ausübt, so müssen wir bedenken, daß der Sinn dieses Lebens darin besteht, die Seele für das nächste Leben vorzubereiten. Hier muß man lernen, seine tierischen Triebe zu kontrollieren und zu steuern und nicht deren Sklave zu werden. Das Leben in dieser Welt ist eine Folge von Prüfungen und Errungenschaften, von Versagen und neuen geistigen Fortschritten. Manchmal erscheint der Weg sehr schwierig, aber man kann immer wieder erleben, daß diejenige Seele, die standhaft dem Gesetz Bahá’u’lláhs gehorcht, wie hart es auch scheinen mag, geistig wächst, während derjenige, der das Gesetz um seines vermeintlichen Glückes willen beiseitelegt, offensichtlich einem Trugbild folgt: Er erreicht nicht das Glück, das er suchte, er verzögert seinen eigenen geistigen Fortschritt und zieht häufig neue Probleme auf sich.

Wenn wir somit das Bahá’í-Gesetz allen Schwierigkeiten zum Trotz einhalten, stärken wir nicht nur unseren eigenen Charakter, sondern beeinflussen auch diejenigen um uns her.

Die Bahá’í-Lehre über den Geschlechtsverkehr ist sehr klar. Er ist nur zwischen einem Mann und derjenigen Frau, die seine Ehefrau ist, erlaubt. In diesem Zusammenhang führen wir Ihnen Auszüge aus vier Briefen an, die im Namen des Hüters geschrieben wurden und verschiedene Aspekte dieses Themas erhellen. Einer davon enthält den Absatz, den Sie in Ihrem Brief zitiert haben.

» Sie fragten nach der Bahá’í-Haltung zur Frage der Sexualität und deren Beziehung zur Ehe. Die Bahá’í-Lehre zu dieser Frage, die von großer Wichtigkeit ist und über die weit auseinanderlaufende Ansichten bestehen, ist sehr klar und nachdrücklich. Kurz gesagt, beruht die Bahá’í-Vorstellung auf dem Glauben, daß beide Geschlechter strenge Keuschheit üben sollen, nicht nur, weil sie ethisch höchst empfehlenswert ist, sondern auch, weil sie der einzige Weg zu einem glücklichen und erfolgreichen Eheleben ist. Sexuelle Beziehungen irgendwelcher Art außerhalb der Ehe sind deshalb nicht erlaubt, und wer immer diesen Grundsatz verletzt, wird nicht nur vor Gott verantwortlich sein, sondern wird auch die notwendige Strafe der Gesellschaft auf sich ziehen.

Der Bahá’í-Glaube anerkennt den Wert des Geschlechtstriebes; er verurteilt jedoch den unrechtmäßigen und unschicklichen Ausdruck dieses Triebes, wie er in sogenannter freier Liebe, in der Partnerschaftsehe und anderen Erscheinungen zur Geltung kommt. All dies wird als zweifelsfrei schädlich für den Menschen und die Gesellschaft, in der er lebt, betrachtet. Der richtige Gebrauch des Geschlechtstriebes ist das natürliche Recht jedes Menschen, und genau für diesen Zweck ist die Institution der Ehe geschaffen worden. Die Bahá’í glauben nicht an die Unterdrückung des Geschlechtstriebes, sondern an seine Steuerung und Kontrolle. «35

» Sie fragen nach dem Platz im Leben, den eine feste Liebesverbindung zu einer anderen Person als unserem Ehemann oder unserer Ehefrau einnehmen kann. Aus der Sicht der Lehren läßt sich diese Frage leicht beantworten. Keuschheit bedeutet ein unbeflecktes, reines Geschlechtsleben, vor und nach der Heirat: vor der Heirat vollkommen keusch, nach der Heirat dem gewählten Gefährten vollkommen treu, Treue in allen sexuellen Handlungen, Treue in Worten und in Taten.

Abgesehen von anderen Mißständen ist die Welt heute versunken in einer Überbetonung der körperlichen Liebe und in einem Mangel an geistigen Werten. Die Gläubigen sollten so weit wie möglich versuchen, dies zu erkennen und sich über das Niveau ihrer Mitmenschen zu erheben, die so großes Übergewicht auf die rein körperliche Seite der menschlichen Paarung legen, wie es für alle Verfallsperioden in der Geschichte typisch ist. Außerhalb ihres normalen, rechtmäßigen Ehelebens sollten sie danach streben, Bande der Freundschaft und Liebe zu knüpfen, die ewig und auf das geistige Leben des Menschen gegründet sind, nicht auf sein körperliches Leben. Das ist eines der vielen Gebiete, auf denen es den Bahá’í obliegt, das Beispiel zu setzen und den Weg zu einem wahren menschlichen Lebensmaßstab zu zeigen, nach welchem des Menschen Seele erhöht wird und sein Körper nur das Werkzeug seines erleuchteten Geistes ist. Es braucht nicht betont zu werden, daß dies keineswegs ein vollkommen normales Geschlechtsleben innerhalb der rechtmäßigen Bahnen der Ehe ausschließt. «36

» Was Ihre Frage betrifft, ob es legitime Ausdrucksformen des Geschlechtstriebes außerhalb der Ehe gibt, so ist nach den Bahá’í-Lehren keine sexuelle Handlung als legitim zu betrachten, außer wenn sie zwischen gesetzlich verheirateten Personen stattfindet. Außerhalb des Ehelebens kann es keinen legitimen oder gesunden Gebrauch des Geschlechtstriebes geben. Die Bahá’í-Jugend sollte auf der einen Seite in Selbstkontrolle unterrichtet werden; wo Selbstkontrolle geübt wird, hat sie zweifellos eine gesunde Wirkung auf die Entwicklung des Charakters und der Persönlichkeit im allgemeinen. Andererseits sollte der Jugend geraten werden, ja sie sollte sogar ermutigt werden, die Ehe zu schließen während sie noch jung und im vollen Besitz ihrer körperlichen Kräfte ist. Wirtschaftliche Umstände sind zweifellos oft ein ernsthaftes Hindernis für Frühehen, aber in den meisten Fällen sind sie nur eine Entschuldigung; sie sollten daher nicht überbetont werden «37

Sie sind erstaunt über die Anspielung des Hüters auf » die notwendige Strafe der Gesellschaft «. Im Kitáb-i-Aqdas verbietet Bahá’u’lláh geschlechtliche Unsitten, und im Anhang zu diesem Buch legt Er fest, daß die verschiedenen Grade sexueller Vergehen und die Strafen dafür vom Universalen Haus der Gerechtigkeit zu bestimmen sind. In diesem Zusammenhang sollte man sich vergegenwärtigen, daß im Glauben ein Unterschied gemacht wird zwischen den Haltungen, die die Menschen in ihrer Beziehung zu anderen Menschen auszeichnen sollen, nämlich liebevolle Vergebung, Nachsicht und Beschäftigung mit den eigenen Sünden, nicht mit den Sünden anderer, und denjenigen Haltungen, die die Geistigen Räte aufweisen sollen, deren Pflicht es ist, das Gesetz Gottes mit Gerechtigkeit anzuwenden.

Eine Reihe von Sexualproblemen wie Homosexualität und Transsexualität können sehr wohl medizinische Seiten haben, und in diesen Fällen sollte gewiß auf die beste medizinische Betreuung zurückgegriffen werden. Aber aus den Lehren Bahá’u’lláhs ergibt sich klar, daß Homosexualität kein Zustand ist, mit dem sich der Betroffene abfinden sollte; vielmehr ist sie eine Verformung seiner oder ihrer Natur, die kontrolliert und überwunden werden sollte. Das mag einen harten Kampf bedeuten, aber ebenso kann es der persönliche Kampf eines heterosexuellen Menschen sein, sein oder ihr Begehren zu kontrollieren. In diesem wie in vielen anderen Lebensbereichen hat es eine wohltuende Wirkung auf den Fortschritt der Seele, wenn man Selbstkontrolle übt…

Wie oft wird im Verlauf von Forschungen ein Umstand entdeckt, der eine Revolution im Denken über ein weites Gebiet menschlichen Bemühens erfordert. Sie müssen auf jeden Fall von Ihrem eigenen beruflichen Wissen und Urteilsvermögen geleitet werden, wie es von Ihrem wachsenden Wissen über die Bahá’í-Lehren erleuchtet wird; zweifellos werden Sie dann sehen, daß sich Ihr eigenes Verständnis für die menschlichen Probleme, die Sie in Ihrer Arbeit behandeln, ändern und entwickeln wird, und Sie werden neue und verbesserte Wege zur Hilfe für die Menschen, die zu Ihnen kommen, erkennen. Die Psychologie ist noch eine sehr junge, ungenaue Wissenschaft, und mit der Zeit werden Bahá’í-Psychologen die von den Lehren Bahá’u’lláhs her das wahre Modell des Menschenlebens kennen, fähig sein, große Fortschritte in der Entwicklung dieser Wissenschaft zu machen, und werden grundlegend zur Linderung menschlichen Leidens beitragen.34

DAS GEBOT DER EHE

Und als Ihn verlangte, den Menschen Gnade und Wohltätigkeit zu bekunden und der Welt eine Ordnung zu geben, offenbarte Er Sitten und schuf Gesetze. Unter diesen errichtete Er das Gesetz der Ehe, machte es zu einer Feste des Wohlergehens und des Heiles und befahl es uns in dem, was in Seinem Heiligsten Buch aus dem Himmel der Heiligkeit herabgesandt ward. Er sagt – groß ist Seine Herrlichkeit –: Vermählt euch, o Menschen, damit aus euch der erscheine, der Meiner unter Meinen Dienern gedenke. Dies ist eines Meiner Gebote an euch, gehorcht ihm zu eurem eigenen Beistand.38

Er ist Gott! O Du unvergleichlicher Herr! In Deiner allmächtigen Weisheit hast Du den Menschen die Ehe befohlen, auf daß die Geschlechterreihen der Menschen in dieser Welt der Zufälligkeiten einander folgen und sie sich, solange die Welt dauert, an der Schwelle Deiner Einheit mit Dienstbarkeit und Anbetung, mit Gruß, Verehrung und Lob befassen.39

Wisse, daß das Gebot der Ehe ewig ist. Es wird nie geändert oder umgewandelt werden. Es ist eine göttliche Einrichtung, und es besteht nicht die geringste Möglichkeit, daß Änderungen oder Wandel diese göttliche Einrichtung berühren.40

Tretet in den Ehestand, auf daß sich nach euch ein anderer an eurer Statt erhebe. Wahrlich, Wir haben euch Unzucht verboten, aber nicht das, was die Treue fördert. Haltet ihr euch an die Eingebungen eurer Natur und werft die Gesetze Gottes von euch? Fürchtet Gott und gehört nicht zu den Narren! Wäre nicht der Mensch, der auf Meiner Erde an Mich denkt, wie könnten Meine Namen und Eigenschaften sonst offenbar werden?41

In bezug auf Ihre Frage, ob es ratsam und nützlich für Sie sei, noch einmal zu heiraten, fühlt er sich außerstande, Ihnen eine abschließende Antwort zu geben, weil das im wesentlichen eine private Angelegenheit ist, die Sie, die Freunde in Ihrem Umkreis oder Ihr örtlicher Geistiger Rat viel besser beurteilen können. Selbstverständlich sollte es jeder unter normalen Umständen als seine sittliche Pflicht betrachten, die Ehe einzugehen. Bahá’u’lláh hat die Gläubigen dazu ermutigt. Aber die Ehe ist kein zwingendes Gebot. Letztlich muß der einzelne entscheiden, ob er ein Familienleben führen oder als Junggeselle leben möchte.42

DIE BAHÁ’Í-EHE

Bahá’í-Ehe bedeutet die Bindung zweier Partner aneinander und ihre gegenseitige Zuneigung im Denken und Fühlen. Sie müssen sich jedoch mit größter Sorgfalt bemühen, mit der Wesensart des anderen gründlich vertraut zu werden, so daß der feste Bund zwischen ihnen eine ewige Bindung werde. Ihr Bestreben muß sein, liebevolle Gefährten und für immer und ewig in Einklang miteinander zu sein…

Die echte Bahá’í-Ehe bedeutet, daß Mann und Frau körperlich und geistig eins sein sollten und daß sie einander ständig in ihrem geistigen Leben vervollkommnen und sich in allen Welten Gottes ewiger Vereinigung erfreuen. Dies ist die Bahá’í-Ehe.43

O du geliebte Magd Gottes! Dein Brief kam an, und sein Inhalt wurde zur Kenntnis genommen.

Für die meisten Menschen ist die Ehe eine körperliche Beziehung, und diese Verbindung kann nur vorübergehend sein, weil sie von vornherein dazu verurteilt ist, in einer körperlichen Trennung zu enden.

Unter dem Volke Bahás jedoch muß die Ehe sowohl eine körperliche als auch eine geistige Verbindung sein, da Mann und Frau vom selben Weine berauscht sind. Beide sind vom selben unvergleichlichen Antlitz bezaubert, beide leben und entwickeln sich durch den gleichen Geist, beide werden von der gleichen Herrlichkeit erleuchtet. Diese Verbindung ist geistiger Natur, und darum wird dieser Bund ewig bestehen. Ebenso werden sie sich in der stofflichen Welt einer starken und dauerhaften Verbindung erfreuen; denn wenn die Ehe auf Geist und Körper gegründet ist, ist sie eine echte Vereinigung, die überdauern wird. Ist die Verbindung jedoch nur eine körperliche, so ist sie gewiß nur vorübergehend und muß unvermeidlich zur schließlichen Trennung führen.

Wenn daher das Volk Bahás zu heiraten gedenkt, muß dieser Bund eine echte Beziehung, ein geistiges wie körperliches Zusammenfinden sein, so daß diese Verbindung in allen Lebensabschnitten und Welten Gottes fortdauert, denn diese wahre Einheit ist ein Lichtstrahl der Liebe Gottes.

Ebenso werden die Seelen, wenn sie zu wahren Gläubigen heranwachsen, eine geistige Verwandtschaft erlangen und eine Zartheit aufweisen, die nicht von dieser Welt ist. Alle werden sie durch einen Hauch der göttlichen Liebe erhoben, und ihre Vereinigung und Verbindung wird ebenfalls ewig bestehen. Menschen, die ihr Selbst dem Vergessen preisgeben, die die menschlichen Schwächen ablegen und sich von irdischen Bindungen lösen, werden zweifellos alle mit dem himmlischen Glanz der Einheit erleuchtet und zur wahren Vereinigung mit der unvergänglichen Welt gelangen.44

Ansprache ‘Abdu’l-Bahás anläßlich einer Hochzeit

Das Band, das die Herzen am vollkommensten miteinander verbindet, ist die Treue. Sind wahrhaft Liebende einmal vereinigt, so müssen sie einander äußerste Treue erzeigen. Ihr müßt euer Wissen, eure Fähigkeiten, euer Vermögen, eure Titel, euren Körper und euren Geist Gott, Bahá’u’lláh und einander weihen. Laßt eure Herzen weit, so weit wie das göttliche All sein.

Gestattet nicht, daß sich auch nur die geringste Spur von Eifersucht zwischen euch einschleiche, denn Eifersucht verdirbt wie ein Gift das wahre Wesen der Liebe. Laßt nicht die Alltagsereignisse und Zufälle dieses wechselvollen Lebens zum Riß zwischen euch führen. Ergeben sich Meinungsverschiedenheiten, so beratet miteinander in der Stille, daß nicht andere ein Körnchen zum Berge machen. Bewahrt in euren Herzen keinerlei Kummer, sondern erklärt einander den Grund mit solcher Offenheit und solchem Verständnis, daß er verschwindet und keine Erinnerung mehr zurückbleibt. Sucht Gemeinschaft und Freundschaft und wendet euch von der Eifersucht und Heuchelei ab.

Eure Gedanken müssen erhaben, eure Ideale leuchtend und eure Neigungen geistig sein, auf daß eure Seelen zu Aufgangsorten der Sonne der Wirklichkeit werden. Laßt eure Herzen wie klare Spiegel sein, aus denen die Sterne des Himmels der Liebe und der Schönheit strahlen.

Sprecht miteinander von hohem Streben und himmlischen Dingen. Laßt keine Geheimnisse zwischen euch treten. Macht euer Heim zu einem Hafen der Ruhe und des Friedens. Seid gastfrei und haltet die Türe eures Hauses offen für Freunde und Fremde. Bewillkommnet alle Gäste mit strahlender Anmut und laßt jeden fühlen, daß er daheim ist. Kein Sterblicher kann die Einheit und Eintracht erfassen, die Gott für Mann und Frau bestimmt hat. Hegt unablässig den Baum eurer Verbindung mit Liebe und Zuneigung, damit er durch alle Jahreszeiten hindurch sprossen und grünen und süßeste Früchte zur Heilung der Völker hervorbringen möge.

O ihr Geliebten Gottes! Möge euer Heim eine Erscheinung des Paradieses Abhás sein, so daß jeder Eintretende darin das Wesen der Reinheit und Eintracht spüre und aus Herzensgrund rufe: » Hier ist die Heimstatt der Liebe! Hier ist das Schloß der Liebe! Hier ist das Nest der Liebe! Hier ist der Garten der Liebe! «

Seid wie zwei lieblich singende Vögel, die auf den höchsten Zweigen des Lebensbaumes sitzen und die Luft mit Liedern der Liebe und Begeisterung erfüllen.

Baut die Grundlage eurer Zuneigung inmitten eures geistigen Daseins, im Innersten eures Bewußtseins, und laßt sie durch keine widrigen Winde erschüttern.

Und wenn Gott euch süße und liebliche Kinder schenkt, so widmet euch ihrer Belehrung und Führung, daß sie unvergängliche Blumen des göttlichen Rosengartens, Nachtigallen des wahren Paradieses, Diener der Menschheit und die Frucht eures Lebensbaumes werden.

Lebt miteinander in solcher Eintracht, daß andere sich euer Leben zum Beispiel nehmen und zueinander sagen: » Schaut, wie sie gleich zwei Tauben in einem Neste leben, in vollkommener Liebe, Verbundenheit und Einigkeit. Es ist, als habe sie Gott seit aller Ewigkeit im tiefsten Innern für die Liebe zueinander erschaffen. «

Erlangt die wahre Liebe, die euch Gott bestimmt hat, damit ihr hinfort am ewigen Leben teilhaben möget. Trinkt in vollen Zügen aus dem Quell der Wahrheit und lebt alle Tage eures Lebens in einem Paradies der Herrlichkeit, darin ihr unvergängliche Blüten aus dem Garten göttlicher Geheimnisse sammelt.

Seid zueinander wie himmlische Liebende und von Gott Geliebte, die in einem Paradies der Liebe wohnen. Baut euer Nest im belaubten Gezweig des Baumes der Liebe.

Schwingt euch auf in die reine Luft der Liebe. Segelt auf dem unendlichen Meer der Liebe. Wandelt im ewigen Rosengarten der Liebe. Badet im schimmernden Sonnenglanz der Liebe. Seid fest und standhaft auf dem Pfad der Liebe. Atmet den Duft der Blumen der Liebe ein. Stimmt euer Ohr auf die seelenentzückenden Weisen der Liebe ab. Laßt euer Trachten reich wie das Festmahl der Liebe sein und eure Worte wie eine Kette weißer Perlen aus dem Meer der Liebe. Trinkt tief vom Wundertrank der Liebe, auf daß ihr fort und fort in der Wirklichkeit göttlicher Liebe lebet.45

EHE ZWISCHEN VERSCHIEDENEN RASSEN

Wenn möglich, versammelt diese beiden Rassen, schwarz und weiß, zu einer einzigen Gemeinde und erfüllt ihre Herzen mit solcher Liebe, daß sie nicht nur zusammenfinden, sondern sogar untereinander heiraten. Seid gewiß, daß als Folge davon Streit und Auseinandersetzung zwischen schwarz und weiß aufhören.46

… Ihre Stellungnahme, das Prinzip der Einheit der Menschheit bewahre jeden wahren Bahá’í davor, die Rasse als solche als Hindernis zur Ehe anzusehen, ist in völliger Übereinstimmung mit den Lehren des Glaubens zu diesem Punkt. Denn weder Bahá’u’lláh noch ‘Abdu’l-Bahá haben jemals die Ehe zwischen den Rassen mißbilligt oder davon abgeraten. In der Tat überschreiten die Bahá’í-Lehren ihrem Wesen nach alle rassischen Beschränkungen…47

ZUSTIMMUNG DER ELTERN ZUR HEIRAT

Weil Wir wünschten, Liebe und Freundschaft und die Einigkeit der Menschen hervorzubringen, machten Wir sie (die Ehe) auch von der Zustimmung der Eltern abhängig, auf daß Feindschaft und Übelwollen vermieden werden.48

Was die Frage der Heirat im Einklang mit dem Gesetze Gottes betrifft: Zunächst mußt du deine Wahl treffen, und dann unterliegt die Sache der Zustimmung von Vater und Mutter. Ehe du nicht gewählt hast, haben diese kein Recht, sich einzumischen.49

Bahá’u’lláh hat dargelegt, daß zu einer Bahá’í-Eheschließung die Zustimmung aller lebenden Elternteile erforderlich ist. Dies gilt, gleichviel, ob die Eltern Bahá’í oder Nicht-Bahá’í, ob sie seit Jahren geschieden sind oder nicht. Er hat dieses große Gesetz niedergelegt, um den gesellschaftlichen Bau zu stärken und die Familienbande zu festigen, eine gewisse Dankbarkeit und Ehrerbietung in den Herzen der Kinder gegenüber denen zu wecken, die ihnen das Leben gegeben haben und ihre Seele auf die ewige Reise zu ihrem Schöpfer sandten. Wir Bahá’í müssen uns darüber klar sein, daß in der gegenwärtigen Gesellschaft der umgekehrte Vorgang stattfindet: Die jungen Menschen kümmern sich immer weniger um die Wünsche ihrer Eltern; die Scheidung wird als ein natürliches Recht betrachtet und durch höchst fadenscheinige, unverantwortliche und erbärmliche Vorwände erreicht. Voneinander getrennte Menschen sind, besonders, wenn einer von ihnen die volle Aufsicht über die Kinder hat, nur allzu bereit, die Bedeutung des anderen Ehepartners zu verkleinern, der als ein Elternteil mitverantwortlich dafür ist, die Kinder in die Welt gebracht zu haben. Die Bahá’í müssen durch strengstes Festhalten an den Bahá’í-Gesetzen und-Lehren jene zersetzenden Kräfte bekämpfen, die so rasch das häusliche Leben und die schöne Familienverbundenheit zerstören und den moralischen Aufbau der Gesellschaft niederreißen.50

Wenn die Eltern Bahá’í sind, sollten sie natürlich vorurteilslos handeln, wenn sie ihre Zustimmung versagen oder gewähren. Sie können sich dieser Verantwortung nicht entziehen, indem sie einfach dem Wunsch des Kindes nachgeben, noch sollten sie sich von Vorurteilen leiten lassen. Ob die Eltern jedoch Bahá’í sind oder nicht, ihre Entscheidung ist bindend, was auch ihr Beweggrund gewesen sein mag.51

In vielen Fällen, bei denen die Ehegesetze übertreten werden, betrachten die Gläubigen offenbar das Gesetz, das die Zustimmung der Eltern vor der Heirat fordert, als reinen Verwaltungsakt und scheinen nicht zu erkennen, daß dies ein sehr wichtiges Gesetz ist, das die Grundlagen der Gesellschaft betrifft. Außerdem scheinen sie nicht einzusehen, daß sich in der Bahá’í-Religion die geistige und administrative Seite ergänzen und daß die sozialen Gesetze des Glaubens genauso verbindlich sind wie die rein geistigen.52

Bezüglich der erfolgten Zustimmung der Eltern zu einer Bahá’í-Heirat müssen sich die Räte, da es sich hier um eine bindende Verpflichtung handelt, vor Erteilung ihrer Bescheinigung vergewissern, daß die erhaltenen Zustimmungen freiwillig durch die Eltern selbst gegeben worden sind.53

Bahá’u’lláh… trifft keine Vorkehrungen für den Fall, daß ein Elternteil seine Meinung ändert. Es steht ihnen (den Eltern) also frei, dies zu tun. Sobald die schriftliche Zustimmung gegeben wurde und die Heirat stattgefunden hat, haben die Eltern kein Recht mehr sich einzumischen.54

Die den Eltern auferlegte Verantwortung, wenn sie die Frage der Zustimmung zur Heirat ihrer Kinder bedenken, trägt ihr Gewissen, und daher ist es nicht möglich, Zwangsmittel anzuwenden. Andererseits kann das Bahá’í-Gesetz, das von den Kindern fordert, die elterliche Zustimmung zur Heirat zu erlangen, Anlaß für Strafe werden, und wie Sie wissen, sind diese Angelegenheiten im Kitáb-i-Aqdas und in den Anweisungen des geliebten Hüters dargelegt worden.55

…Die Strafe des Wahlrechtsentzuges bei Gläubigen, die ohne die Zustimmung ihrer Eltern heiraten, …sollte von nun an angewendet werden. Die Gesetze des Kitáb-i-Aqdas sind klar und ohne jede Doppeldeutigkeit.56

Um ein sehr klares Beispiel zu geben: das Bahá’í-Gesetz, das die Zustimmung der Eltern zur Heirat verlangt. Heutzutage wird diese Zustimmung von Nicht-Bahá’í-Eltern allzu oft verweigert aus Gründen falsch verstandener Frömmigkeit oder des Rassenvorurteils; und doch haben wir immer wieder die starke Wirkung gesehen, die die Standhaftigkeit der Kinder gegenüber den Bahá’í-Gesetzen auf eben diese Eltern ausübte und die nicht nur dazu führte, daß die Zustimmung in vielen Fällen schließlich gegeben wurde, sondern auch dazu, daß der Charakter der Eltern beeinflußt und ihr Verhältnis zu den Kindern außerordentlich gestärkt werden kann.57

DIE BAHÁ’Í-TRAUUNG

…es gibt dem Kitáb-i-Aqdas nach kein Ritual, und der Hüter ist sehr darum besorgt, daß gegenwärtig keines eingeführt wird und keine allgemeinen Formen angenommen werden. Er meint, daß die Feier so einfach wie möglich sein sollte, daß die Beteiligten die von Bahá’u’lláh vorgeschriebenen Worte sprechen und, falls es gewünscht wird, Auszüge aus den Schriften und Gebete gelesen werden. Die alten Formen sollten nicht mit den neuen schlichten Formen Bahá’u’lláhs vermischt, und die Bahá’í sollten nicht in der Kirche oder in einem von den Anhängern anderer Religionen anerkannten Gotteshaus getraut werden.58

…Braut und Bräutigam müssen vor zwei Zeugen erklären: » Wahrlich, wir wollen alle an Gottes Willen festhalten. « Diese beiden Zeugen können vom Hochzeitspaar oder vom Geistigen Rat ausgewählt werden, müssen aber auf jeden Fall für den Geistigen Rat annehmbar sein; es können der Vorsitzende und der Sekretär oder zwei andere Mitglieder des Rates sein, oder zwei andere Personen, Bahá’í oder Nicht-Bahá’í, oder irgendeine Kombination aus diesen. Der Rat kann beschließen, daß alle von ihm ausgestellten Heiratsurkunden vom Vorsitzenden und vom Sekretär unterschrieben werden; aber dies ist eine andere Angelegenheit und hat mit der eigentlichen Feier oder den Zeugen nichts zu tun… Die beiden Zeugen können irgendwelche vertrauenswürdige Personen sein, deren Zeugnis für den Geistigen Rat, in dessen Amtsbereich die Hochzeit stattfindet, annehmbar ist. Dieser Sachverhalt macht es einem einsamen Pionier auf abgelegenem Posten möglich, eine Bahá’í-Trauung zu bekommen.59

Die Bahá’í-Hochzeitsfeier sollte durchgeführt werden, weil wir Bahá’í sind, ohne Rücksicht darauf, ob sie rechtskräftig ist.60

Obwohl Personen, die in einer bürgerlichen oder religiösen Zeremonie getraut worden sind, bevor sie Bahá’í wurden, nach dem Bahá’í-Gesetz als verheiratet gelten, brauchen doch alle, die nach ihrer Erklärung als Bahá’í heiraten möchten, eine Bahá’í-Trauung. Und sie gelten solange nicht als verheiratet, bis sie den Anforderungen des Bahá’í-Gesetzes entsprochen haben.61

Wenn ein Bahá’í einen Nicht-Bahá’í heiratet, der (bei der Trauung) die religiösen Bräuche seiner eigenen Glaubensgemeinschaft wünscht, so muß erstens völlig klar sein, daß der Bahá’í-Partner seiner Religion nach Bahá’í ist und daß er nicht etwa bei der Heirat die Religion des anderen Partners dadurch annimmt, daß er sich der betreffenden Zeremonie unterzieht. Zweitens muß die Zeremonie so sein, daß sie den Bahá’í nicht zu irgendeinem von seiner Religion abweichenden Glaubensbekenntnis führt. Unter diesen Voraussetzungen kann der Bahá’í an den religiösen Bräuchen seines Nicht-Bahá’í-Partners teilnehmen. Der Bahá’í sollte darauf bestehen, daß die Bahá’í-Trauung vor oder nach der Nicht-Bahá’í-Trauung am gleichen Tag erfolgt.62

(Es muß sichergestellt sein), daß die Bahá’í- und die Nicht-Bahá’í-Trauung am selben Tag stattfinden können. Wenn ein Bahá’í, der von dem Erfordernis einer Bahá’í-Trauung unterrichtet ist, nur eine Ziviltrauung hat, müssen ihr oder ihm die administrativen Rechte entzogen werden. Der Rat kann die administrativen Rechte wieder zuerkennen, wenn der oder die Gläubige das Vorgehen bereut und wenn eine Bahá’í-Trauung sofort nach der Wiederzuerteilung der Rechte stattfindet.63

(Ein Bahá’í) sollte einer anderen Religion gegenüber kein bindendes Versprechen geben, seine Kinder in jener Religion zu erziehen. Dies ist, da wir an Bahá’u’lláh als die Offenbarung Gottes für diesen Tag glauben, ein schweres Unrecht gegenüber den noch ungeborenen Kindern und gegen unsere Prinzipien, und wir können dies nicht mit unserem Gewissen vereinbaren.64

Er (der örtliche Geistige Rat) hat das ausschließliche Recht, Bahá’í-Trauungen zu vollziehen und Bahá’í-Heiratsurkunden im Bereich seiner Zuständigkeit auszustellen.65

HOCHZEITSGEBETE
Er ist der Großmütige, der Freigebige!

Preis sei Gott, dem Altehrwürdigen, dem Immerbestehenden, dem Unveränderlichen, dem Ewigen, Ihm, der durch Sein eigenes Sein bezeugt, daß Er wahrlich der Eine ist, der Einzige, der Ungehinderte, der Erhabene. Wir bezeugen, daß es fürwahr keinen Gott gibt außer Ihm, wir anerkennen Seine Einheit und bekennen Seine Einzigkeit. Immer war Er in den unerreichbaren Höhen der Gipfel Seiner Erhabenheit, heilig über alle Erwähnungen neben Ihm und frei von jeder Beschreibung außer der Seinen.

Und als Ihn verlangte, den Menschen Gnade und Wohltätigkeit zu bekunden und der Welt eine Ordnung zu geben, offenbarte Er Sitten und schuf Gesetze. Unter diesen errichtete Er das Gesetz der Ehe, machte es zu einer Feste des Wohlergehens und des Heiles und befahl es uns in dem, was in Seinem Heiligsten Buch aus dem Himmel der Heiligkeit herabgesandt ward. Er sagt – groß ist Seine Herrlichkeit –: Vermählt euch, o Menschen, damit aus euch der erscheine, der Meiner unter Meinen Dienern gedenke. Dies ist eines Meiner Gebote an euch, gehorcht ihm zu eurem eigenen Beistand.66

Er ist Gott!

O Du unvergleichlicher Herr! In Deiner allmächtigen Weisheit hast Du den Menschen die Ehe befohlen, auf daß die Geschlechterreihen der Menschen in dieser Welt der Zufälligkeiten einander folgen und sie sich, so lange die Welt dauert, an der Schwelle Deiner Einheit mit Dienstbarkeit und Anbetung, mit Gruß, Verehrung und Lob befassen. » Ich erschuf die Geister und Menschen nur um Meiner Anbetung willen. « Vermähle darum diese beiden Vögel aus dem Neste Deiner Liebe im Himmel Deiner Barmherzigkeit und laß sie zu Anziehungspunkten unablässiger Gnade werden, auf daß sich aus der Vereinigung dieser beiden Meere der Liebe eine Woge der Zärtlichkeit ergieße und die Perlen reiner und anmutiger Nachkommenschaft an das Ufer des Lebens trage. » Er hat den beiden Meeren ihren Lauf gelassen, daß sie einander begegnen möchten: Zwischen ihnen ist eine Scheidewand, die sie nicht überschreiten. Welche der Wohltaten deines Herrn willst du da verleugnen? Aus jedem bringt Er größere und kleinere Perlen herauf. «

O du gütiger Herr! Laß aus dieser Ehe Korallen und Perlen hervorgehen. Du bist wahrlich der Allmachtvolle, der Größte, der stets Vergebende!67

Ruhm sei Dir, o mein Gott! Dieser Dein Diener und diese Deine Magd haben unter dem Schatten Deiner Gnade zusammengefunden und sind durch Deine Gunst und Großmut vereinigt. O Herr, bestätige sie in Deiner Dienstbarkeit und hilf ihnen in Deinem Dienste. Laß sie in Deiner Welt zu Zeichen Deines Namens werden und schütze sie durch Deine Gaben, die unerschöpflich in dieser und den kommenden Welten sind. O Herr, sie flehen zum Königtum Deines Mitleids und rufen das Reich Deiner Einzigkeit an. Wahrlich, sie sind vermählt nach Deinem Gebote. So laß sie denn bis ans Ende der Zeit zu Zeichen des Einklangs und der Einigkeit werden.

Wahrlich, Du bist der Allwissende, der Allgegenwärtige und der Allmächtige.68

DIE FAMILIE

Nach den Lehren Bahá’u’lláhs muß die Familie als eine menschliche Einheit nach den Regeln der Heiligkeit erzogen werden. Die Familie müssen alle Tugenden gelehrt werden. Die Unversehrtheit der Familienbande muß beständig beachtet, und die Rechte der einzelnen Mitglieder dürfen nicht verletzt werden. Die Rechte des Sohnes, des Vaters, der Mutter, keines der Rechte darf verletzt werden, keiner von ihnen darf eigenmächtig sein. So wie der Sohn bestimmte Pflichten gegen seinen Vater hat, ebenso hat der Vater bestimmte Pflichten gegen seinen Sohn. Die Mutter, die Schwester und die anderen Mitglieder des Haushalts haben ihre bestimmten Vorrechte. Alle diese Rechte und Vorrechte müssen gewahrt werden, trotzdem muß die Einheit der Familie erhalten bleiben. Unrecht gegen einen soll als Unrecht gegen alle angesehen werden, Trost für den einen als Trost für alle, Ehre für den einen als Ehre aller.69

Wenn Liebe und Einklang in einer Familie herrschen, wird diese Familie vorwärtskommen und erleuchtet und geistig werden, doch wenn umgekehrt Feindschaft und Haß in ihr sind, können Zerstörung und Auflösung nicht ausbleiben.70

O meine beiden geliebten Kinder! Als mich die Nachricht von eurer Verbindung erreichte, brachte sie unendliche Freude und Dankbarkeit. Gelobt sei Gott, diese beiden Vögel der Treue haben Schutz in einem Nest gesucht! Ich flehe zu Gott, daß Er sie befähige, eine ehrenwerte Familie zu gründen; denn die Ehe hat ihre Bedeutung darin, daß eine reich gesegnete Familie zustandekommt, damit sie alle in tiefer Freude gleich Kerzen die Welt erhellen. Denn die Erleuchtung der Welt hängt vom Dasein des Menschen ab. Wenn der Mensch nicht in dieser Welt lebte, wäre sie wie ein Baum ohne Frucht. Ich hoffe, daß ihr beide wie ein Baum werdet und durch den Regen aus den Wolken der Güte Frische und Anmut erlangt, Blüten tragt und Frucht hervorbringt, auf daß euer Geschlecht ewig fortdauere.

Auf euch sei die Herrlichkeit des Allherrlichen!71

GLEICHWERTIGKEIT VON MANN UND FRAU

Gott hat alle Geschöpfe in Paaren erschaffen. Der Mensch, das Tier, die Pflanze, alles in diesen drei Reichen ist zweierlei Geschlechtes, und unter ihnen herrscht völlige Gleichheit…

Das weibliche Geschlecht wird als niedriger stehend betrachtet, und es werden ihm keine gleichen Rechte und Vorrechte gestattet. Dieser Zustand ist keine Folge der Natur, sondern der Erziehung. In der göttlichen Schöpfung gibt es keine derartige Unterscheidung. Vor dem Angesicht Gottes ist kein Geschlecht dem anderen überlegen. Warum sollte dann ein Geschlecht das andere als untergeordnet erklären und ihm wohlbegründete Rechte und Vorrechte vorenthalten, als hätte Gott Seine Ermächtigung zu einem solchen Verhalten gegeben? Wenn die Frauen die gleichen Vorzüge der Erziehung genießen wie die Männer, so wird das Ergebnis zeigen, daß sich beide gleicherweise zur Bildung eignen.

In mancher Beziehung ist die Frau dem Manne überlegen. Sie ist weichherziger, empfänglicher und mit stärkerer Intuition begabt.

Es läßt sich nicht leugnen, daß die Frau zur Zeit in vielen Hinsichten hinter dem Mann zurückbleibt, daß aber diese vorübergehende Unterlegenheit auf den Mangel an Erziehungsmöglichkeiten zurückgeht. Im Lebenskampf ist die Frau instinktbegabter als der Mann, dankt er ihr doch bereits sein bloßes Dasein…

Die göttliche Gerechtigkeit verlangt, daß die Rechte beider Geschlechter gleicherweise geachtet werden, da in den Augen des Himmels keines dem anderen überlegen ist. Die Würde vor Gott hängt nicht vom Geschlecht, sondern von der Reinheit und Leuchtkraft des Herzens ab. Menschliche Tugenden sind im gleichen Maße Eigentum aller.

Die Frau muß sich daher um größere Vervollkommnung bemühen, um dem Mann in jeder Beziehung gleich zu werden und in allem, worin sie zurückgeblieben war, fortzuschreiten, so daß der Mann gezwungen wird, ihre gleichen Möglichkeiten und Leistungen anzuerkennen.72

Das Glück der Menschheit wird Wirklichkeit, wenn Mann und Frau zusammenwirken und ebenbürtig voranschreiten, denn jeder ist Ergänzung und Helfer des anderen.73

Die Welt des Menschen besitzt zwei Schwingen – die männliche und die weibliche. Solange diese beiden Schwingen nicht gleich stark sind, wird der Vogel nicht fliegen. Solange die Frau nicht die gleiche Stufe erreicht wie der Mann, solange ihr nicht das gleiche Betätigungsfeld offensteht, wird die Menschheit nichts Außergewöhnliches erreichen, kann die Menschheit nicht ihren Flug zu den Höhen wahrer Vollkommenheit nehmen. Wenn die beiden Schwingen oder Kräfte gleich stark geworden sind, sich der gleichen Vorrechte erfreuen, dann wird der Flug des Menschen überaus erhaben sein. Daher muß die Frau die gleiche Erziehung erhalten wie der Mann und alle Ungleichheit muß ausgeglichen werden. So werden die Frauen, beseelt von den gleichen Tugenden wie die Männer, alle Stufen des menschlichen Könnens durchmessen und den Männern ebenbürtig; und solange diese Gleichheit nicht erreicht ist, ist wahrer Fortschritt und Erfolg für die Menschheit unmöglich.74

ABTREIBUNG UND GEBURTENKONTROLLE

Brief und Textauswahl des Universalen Hauses der Gerechtigkeit75

Wir haben Ihren Brief vom 10. August 1971 erhalten, in dem das Problem angeführt ist, das ein Gläubiger in Holland Ihrem Rat vorgetragen hat.

Die Probleme, denen Ärzte heute gegenüberstehen, da Schwangerschaftsabbruch zu einer weitverbreiteten Praxis geworden ist, sind in der Tat schwerwiegend und wir haben größtes Mitgefühl mit denen, die sich in dieser ernsten Schwierigkeit befinden.

Es ist richtig, daß nach den Lehren die Seele eines Menschen mit der Empfängnis erscheint und daß Schwangerschaftsabbruch, der nur vorgenommen wird, um sich ungewollter Kinder zu entledigen, im Glauben uneingeschränkt verboten ist. Jedoch könnte Schwangerschaftsabbruch unter bestimmten Umständen gerechtfertigt sein. Weil in den heiligen Schriften eine solche Situation nicht behandelt wird und das Universale Haus der Gerechtigkeit derzeit keine Regelung hierüber zu treffen wünscht, müssen sich Gläubige, die vor eine solche Entscheidung gestellt sind, von dem oben erwähnten allgemeinen Grundsatz, von dem bestmöglichen fachlichen Rat, den sie erhalten können, und von ihrem eigenen Gewissen leiten lassen.

In bezug auf Geburtenkontrolle stellte jemand dem geliebten Hüter 1935 eine ähnliche Frage, und der Sekretär des Hüters antwortete am 14. Oktober 1935 in seinem Auftrag:

» Zu dem Problem der Geburtenkontrolle: Weder Bahá’u’lláh noch ‘Abdu’l-Bahá haben etwas direkt oder ausdrücklich zu dieser Frage offenbart. Jedoch ergibt sich aus den Bahá’í-Lehren, wenn sie sorgfältig studiert werden, daß solche Modeerscheinungen wie Geburtenkontrolle, wenn auch im Grunde nicht notwendigerweise falsch und unsittlich, dennoch verworfen werden müssen, weil sie eine wirkliche Gefahr für die Grundlagen unseres gesellschaftlichen Lebens darstellen. Denn Bahá’u’lláh offenbart ausdrücklich in Seinem Buch der Gesetze, daß der Hauptzweck der Ehe der ist, Kinder zur Welt zu bringen, die als Erwachsene fähig sein werden, Gott zu erkennen und Seine Gebote und Gesetze, wie sie durch Seine Boten offenbart sind, anzuerkennen und zu befolgen. Demnach ist die Eheschließung nach den Bahá’í-Lehren in erster Linie eine gesellschaftliche und sittliche Handlung. Sie hat einen Zweck, der über die unmittelbaren persönlichen Bedürfnisse und Interessen der Partner hinausgeht. Geburtenkontrolle ist daher, außer in bestimmten Ausnahmefällen, nicht zulässig. «

Ein anderer Gläubiger, der diesen Brief gelesen hatte, fragte den geliebten Hüter, ob alle Methoden der Geburtenkontrolle, gleichviel zu welchem Zweck, durch die Bahá’í-Lehren absolut verboten seien. Der Sekretär des geliebten Hüters schrieb am 4. Februar 1937 in seinem Auftrag:

» Der Hüter hat … Ihrer Frage nach dem Bahá’í-Standpunkt zur Geburtenkontrolle größte Aufmerksamkeit gewidmet.

…es gibt keinerlei Hinweise in den Schriften auf dieses Thema. Alles, was wir sagen können, ergibt sich aus dem, was Bahá’u’lláh über die Natur, den Zweck und das Wesen der Ehe offenbart hat.

Wir sind daher als Bahá’í nicht in der Lage, die Praxis der Geburtenkontrolle entweder verdammen oder befürworten zu können.

Geburtenkontrolle jedoch, die angewandt wird, um überhaupt zu verhindern, daß Kinder zur Welt kommen, verstößt gegen den Geist des Gesetzes Bahá’u’lláhs, das den wichtigsten Zweck der Ehe darin sieht, Kinder aufzuziehen und sie geistig in der Sache zu erziehen. Das Universale Haus der Gerechtigkeit wird diese Frage zu erwägen haben und sein Urteil darüber abgeben. «

Das Universale Haus der Gerechtigkeit ist der Ansicht, daß die Zeit für die Gesetzgebung in dieser Angelegenheit noch nicht gekommen ist und daß diese Richtlinien den Freunden gegenwärtig ausreichende Orientierung bieten.

Weitere Gesichtspunkte sind in einem Brief des Universalen Hauses der Gerechtigkeit vom 31. Juli 1970 an einen Gläubigen angesprochen:

» Wir haben in den Schriften keinen besonderen Hinweis auf das Problem der Bevölkerungsexplosion im Zusammenhang mit der Geburtenkontrolle entdeckt. Natürlich ist diese Frage gegenwärtig für viele ein Gegenstand von Sorge und Mutmaßungen. Ein Studium unserer Lehren zeigt jedoch, daß die Zukunft zweifellos eine allgemeine Verbesserung der Standards für Leben und Gesundheit bringen wird; auch werden ungenutzte und derzeit unvermutete Hilfsquellen des Planeten voll genutzt werden, zugleich mit der Kontrolle und Erschließung von Rohstoffquellen sowie einer großen Steigerung der Produktivität…

Was den Wunsch betrifft, den Sie mit Ihrem Gatten teilen, jede Maßnahme zu vermeiden, die Ihnen für immer die Möglichkeit nehmen würde, Kinder zu gebären, so ist der einzige Text, den wir bisher zu diesem Thema gefunden haben, in einem Brief des geliebten Hüters an einen Gläubigen enthalten. Die an ihn gestellte Frage war, ob es nach einer Anzahl von Kindern zulässig sei, bei der Frau eine Operation vorzunehmen, um weitere Empfängnis zu verhüten. Seine Antwort war, eine solche Handlung sei unannehmbar und unwürdig und diejenigen, die sie begingen, seien vor Gott verantwortlich.

Als der Hüter gefragt wurde, ob Geburtenkontrolle eine Sünde sei, auch wenn die Zahl der Kinder es dem Vater unmöglich mache seiner Erziehungspflicht nachzukommen, führte er aus, es sei die Pflicht der Bahá’í, in allen Dingen Mäßigung zu üben und Methoden zu meiden, die dem Gesetz widersprechen.

Und schließlich haben wir die folgende Darlegung, geschrieben im Auftrag des Hüters, die, wie wir hoffen, das Thema noch mehr beleuchten wird: ›Bezüglich Ihrer Frage, ob Sie weitere Kinder haben sollten oder nicht, meint der Hüter, daß dies eine Angelegenheit ist, die Sie und Ihr Mann zu entscheiden haben. Jedoch müssen wir uns stets bewußt sein, daß Gott die Seinen beschützt, und daß die Bahá’í-Kinder die künftigen Diener der Menschheit sind, die helfen werden, die Welt zu der herrlichen neuen Ordnung voranzutragen, die Bahá’u’lláh an diesem Tag der Tage bereitet hat. Wir sollten uns der Zukunft nicht mit Furcht, sondern mit frohem und vertrauensvollem Herzen zuwenden.‹ «

Die Zulässigkeit der verschiedenartigen Methoden der Empfängnisverhütung bleibt zur Zeit, im Licht der bereits dargelegten Prinzipien, den Betroffenen selbst zur Entscheidung überlassen.72

SCHEIDUNG

Das Universale Haus der Gerechtigkeit beobachtet mit wachsender Sorge, daß sich die undisziplinierte Einstellung der heutigen Gesellschaft zur Scheidung in einigen Teilen der Bahá’í-Weltgemeinde widerspiegelt. Unsere Lehren zu diesem Thema sind klar und stehen in direktem Gegensatz zu der lockeren und bindungslosen Einstellung der » permissiven Gesellschaft «; und es ist lebenswichtig, daß die Bahá’í-Gemeinde diese Lehren verwirklicht.

Um den Gläubigen zu helfen, die Notwendigkeit des Schutzes des heiligen Ehebundes einzusehen, hat die Forschungsabteilung auf Weisung des Hauses der Gerechtigkeit eine Textzusammenstellung über die Verwerflichkeit der Scheidung im Lichte unserer Lehren vorbereitet.76

Eine Textauswahl im Auftrag des Universalen Hauses der Gerechtigkeit zur Ehescheidung

Aus den Schriften Bahá’u’lláhs

Gott wahrlich liebt Einheit und Eintracht und verabscheut Trennung und Scheidung.77

Immer waren vor Gott Vereinigung und Zusammenschluß wohlgefällig und Trennung und Zweitracht verabscheuungswürdig. Haltet fest an dem, was Gott liebt und was Sein Befehl an euch ist. Er wahrlich ist der Allwissende, der Allsehende, und Er ist der allweise Verordner.74

Gott, erhaben ist Seine Herrlichkeit, verabscheut die Scheidung…74

…Nachdem der Mensch Gott erkannt hat und standhaft in Seiner Sache ist, ist die Stufe der Zuneigung, des Einklangs, der Eintracht und Einheit, über die der meisten anderen guten Taten erhaben. Dies hat Er, das Verlangen der Welt, jeden Morgen und Abend bezeugt. Gott gebe, daß ihr befolgt, was im Kitáb-i-Aqdas offenbart worden ist.74

Aus den Schriften ‘Abdu’l-Bahás

O ihr, die ihr beide an Gott glaubt! Der Herr, einzig ist Er, hat Mann und Frau erschaffen, damit sie in engster Gemeinschaft miteinander leben und sogar wie eine einzige Seele sind. Sie sind zwei Gefährten, zwei nahe Freunde, die auf ihr gegenseitiges Wohlergehen bedacht sein sollten.

Wenn sie so leben, werden sie diese Welt vollkommen zufrieden, glückselig und mit heiterem Gemüt durchschreiten und im Königreich des Himmels zum Ziel göttlicher Gnade und Gunst werden. Aber wenn sie sich anders verhalten, werden sie ihr Leben in großer Bitterkeit verzehren, jeden Augenblick den Tod herbeisehnen und im himmlischen Reich beschämt werden.

Seid daher bemüht, mit Leib und Seele wie zwei Tauben in einem Nest miteinander zu wohnen, denn dies wird in beiden Welten gesegnet.78

Früher konnte man sich in Persien sehr leicht scheiden lassen. Bei den Anhängern der vergangenen Sendung pflegte schon eine unbedeutende Angelegenheit zur Scheidung zu führen. Als jedoch das Licht des Königreiches erstrahlte, wurden die Seelen vom Geiste Bahá’u’lláhs belebt, und sie enthielten sich der Scheidung völlig. Jetzt finden in Persien unter den Freunden keine Scheidungen statt, es sei denn, es bestehe ein zwingender Grund, der ein harmonisches Zusammenleben unmöglich macht. Unter solch seltenen Umständen hat es einige Fälle von Scheidung gegeben.

Jetzt müssen auch die Freunde in Amerika so leben und sich so verhalten. Sie müssen unbedingt von einer Scheidung absehen, es sei denn, daß etwas eintritt, was sie zwingt, sich aus gegenseitiger Abneigung zu trennen. In einem solchen Fall mögen sie sich mit Kenntnis des Geistigen Rates zur Trennung entschließen. Sie müssen dann geduldig sein und ein volles Jahr warten. Wenn während dieses Jahres zwischen ihnen Einklang nicht wiederhergestellt ist, dann mag ihre Scheidung vollzogen werden. Wenn es zwischen Eheleuten zu leichten Spannungen oder Verdruß kommt, so sollte dies nicht dazu führen, daß der Ehemann an eine Verbindung mit einer anderen Frau oder – was Gott verhüten möge! – die Ehefrau an einen anderen Ehemann denkt. Dies steht im Widerspruch zu dem himmlischen Wertmaßstab und zu wahrer Keuschheit. Die Freunde Gottes müssen so leben, sich so verhalten und solche Vortrefflichkeit des Charakters und der Haltung an den Tag legen, daß sie andere staunen machen. Die Liebe zwischen Eheleuten sollte nicht nur rein körperlich, nein, sie muß vielmehr geistig und himmlisch sein. Ihre beiden Seelen sollten als eine Seele betrachtet werden. Wie schwierig wäre es, eine einzige Seele zu teilen! Wie groß wäre die Schwierigkeit!

Kurz, die Grundlage des Königreichs Gottes beruht auf Einklang und Liebe, Einheit, Verbundenheit und Einigkeit, nicht auf Streit, besonders nicht zwischen Mann und Frau. Wenn einer von beiden zur Ursache der Scheidung wird, wird dieser unfehlbar in große Schwierigkeiten geraten, das Opfer schlimmen Unheils werden und schwere Gewissensbisse leiden.74

Aus den Schriften Shoghi Effendis

Der Wiederausbruch der religiösen Unduldsamkeit, der Rassenfeindschaft, der chauvinistischen Anmaßung, die wachsenden Beweise von Selbstsucht, Argwohn, Angst und Betrug, die Ausbreitung des Terrorismus, der Gesetzlosigkeit, der Trunksucht, des Verbrechens, der unstillbare Durst und das fieberhafte Trachten nach weltlichen Nichtigkeiten, Reichtümern und Vergnügungen, die Schwächung der Familienzusammengehörigkeit, die Lokkerung der elterlichen Gewalt, das Abgleiten in schwelgerisches Sichgehenlassen, die verantwortungslose Einstellung zur Ehe und ihr zufolge die steigende Flut von Scheidungen, die Entartung von Kunst und Musik, die Vergiftung der Literatur und die Verderbnis der Presse, der wachsende Einfluß und die Geschäftigkeit jener » Propheten des Verfalls «, die für die Kameradschaftsehe eintreten, eine Philosophie der Nacktkultur predigen, Mäßigung ein Hirngespinst nennen, Propheten, welche die Hervorbringung von Kindern als geheiligten Hauptzweck der Ehe ablehnen, die Religion als Opium des Volkes schmähen und, wenn man ihnen freien Lauf ließe, die Menschheit zurück zur Barbarei, zum Chaos und zum schließlichen Erlöschen führen würden – das sind die hervorstechenden Merkmale einer zerfallenden Gesellschaft, die entweder wiedergeboren wird oder umkommen muß.79

Der Unglaube und seine gräßliche Brut, der dreifache Fluch80, der die Seele der Menschheit an diesem Tag bedrückt, dürfen nicht nur für die Krankheiten, die sie auf so tragische Weise bedrängen, verantwortlich gemacht werden; auch andere Übel und Laster, die zum größten Teil eine direkte Folge der » Schwächung der Pfeiler der Religion « sind, müssen ebenfalls als mitwirkende Faktoren zu der mannigfachen Schuld angesehen werden, die Einzelmenschen und Völker auf sich geladen haben. Die Zeichen moralischen Verfalls als Folge der Entthronung der Religion und der Inthronisierung dieser unrechtmäßigen Götzen sind zu zahlreich und zu offenbar, um nicht selbst von einem oberflächlichen Beobachter des Zustandes der heutigen Gesellschaft bemerkt zu werden. Die Verbreitung von Gesetzlosigkeit, Trunksucht, Glücksspiel und Verbrechen, die zügellose Sucht nach Vergnügen, Reichtum und anderen irdischen Nichtigkeiten, die Laxheit der Moral, die sich äußert in einer verantwortungslosen Haltung gegenüber der Ehe, in einer Schwächung der elterlichen Aufsicht, in einer Flut von Ehescheidungen, im Sinken des Durchschnittsniveaus von Literatur und Presse und in einer Befürwortung von Theorien, welche eine glatte Verleugnung von Reinheit, Moral und Keuschheit darstellen – alle diese Beweise moralischen Verfalls, die in den Osten wie in den Westen eindringen, jede Gesellschaftsschicht durchsetzen und ihr Gift in deren Glieder beiderlei Geschlechts, jung wie alt, einträufeln – schwärzen noch weiter die Rolle, auf der die mannigfachen Übertretungen einer Menschheit aufgeschrieben sind, die nichts bereut.81

Aus Briefen im Auftrag Shoghi Effendis

Im Auftrag des Hüters möchte ich den Erhalt Ihres Briefes vom 15. Dezember bestätigen und dabei seine Sorge über den Mißklang zwischen Ihnen und Ihrem Gatten zum Ausdruck bringen. Er ist noch mehr bekümmert zu erfahren, daß die Situation einen Stand erreicht hat, der Sie zwingt, um die Trennung von Herrn… zu bitten – ein Schritt, der, obwohl vom Standpunkt der Sache aus rechtmäßig, dennoch für Sie und alle Beteiligten sehr traurig und schmerzlich ist.

Der Hüter begrüßt jedoch die Tatsache, daß Sie die Angelegenheit in Übereinstimmung mit den Lehren vor den örtlichen Geistigen Rat gebracht haben. Er hofft aufrichtig, daß unter der Führung dieser Körperschaft und auch durch Ihre eigenen Anstrengungen die Beziehungen zwischen Ihnen und Ihrem Mann allmählich besser werden und Sie es nicht für notwendig halten, nach Ablauf der einjährigen Trennungszeit um die Scheidung zu bitten.

Er fleht inständig zu Bahá’u’lláh, daß Er Sie und Herrn … bei der Lösung dieses äußerst schwierigen Problems in Ihrem Leben führe, und daß die erreichte Lösung so ist, daß sie Ihrem Herzen Frieden und Erfüllung bringt, Sie glücklich macht und auch die Sache schützt, deren Interessen Sie viele Jahre so ergeben gedient haben.82

Hinsichtlich der Bahá’í-Lehren zur Scheidung: Obwohl sie von Bahá’u’lláh für zulässig erklärt worden ist, hat Er sie doch sehr mißbilligt, denn sie führt, wenn man ihr nicht Einhalt gebietet und sie nicht ernstlich in Schranken hält, nach und nach zur Zerrüttung des Familienlebens und zum Zerfall der Gesellschaft.83

Hinsichtlich der Scheidung erklärte der Hüter, sie werde mißbilligt, gerügt und sei gegen Gottes Wohlgefallen. Ihr Rat muß den Freunden alles mitteilen, was von der Feder ‘Abdu’l-Bahás in diesem Zusammenhang offenbart worden ist, damit alle eingehend ermahnt werden. Die Scheidung ist von der Genehmigung und der Erlaubnis des Geistigen Rates abhängig. Die Mitglieder des Rates müssen in solchen Angelegenheiten unvoreingenommen und sorgfältig jeden einzelnen Fall studieren und untersuchen. Wenn es stichhaltige Scheidungsgründe geben sollte und sich herausstellt, daß eine Versöhnung völlig unmöglich ist, daß die gegenseitige Abneigung groß ist und unmöglich überwunden werden kann, dann mag der Rat seine Zustimmung zur Scheidung geben.84

Er wünscht, daß ich Ihnen versichere, daß er für die Lösung Ihrer familiären Schwierigkeiten beten wird, gleichzeitig aber möchte er Ihnen sehr ans Herz legen, sich mit allen in Ihrer Macht stehenden Mitteln zu bemühen, Ihre Meinungsverschiedenheiten zu schlichten und diesen nicht zu gestatten, Ausmaße anzunehmen, die zu Ihrer vollständigen und endgültigen Trennung von Ihrem Ehemann führen würden.

Wenn auch nach dem Bahá’í-Gesetz die Scheidung zulässig ist, so wird sie doch sehr mißbilligt, und nur dann sollte auf sie zurückgegriffen werden, wenn jede Anstrengung, sie zu verhindern, sich als vergeblich und wirkungslos erwiesen hat.

Es liegt nun an Ihnen und auch an Herrn…, über die geistigen Folgen gründlich nachzudenken, die jede Scheidung für beide Seiten nach sich zieht, und, gestärkt durch die Kraft des Glaubens und im Vertrauen auf die Segnungen, die bei genauer Befolgung der Prinzipien und Gesetze Bahá’u’lláhs ohne Zweifel jedem Seiner ergebenen Anhänger zuteil werden, neu den Entschluß zu fassen, Ihre gemeinsamen Schwierigkeiten zu lösen und in Ihrem Familienleben wieder Harmonie, Frieden und Glück herzustellen.85

Die Situation, der Sie sich gegenübersehen, ist zugegebenermaßen schwierig und heikel, nicht weniger schwerwiegend aber und in der Tat lebenswichtig ist die Verpflichtung, die sie mit sich bringt, und die Sie als treuer und ergebener Gläubiger gewissenhaft und uneingeschränkt übernehmen sollten. Obwohl der Hüter sich völlig der besonderen Umstände Ihres Falles bewußt ist und trotz seines großen Mitgefühls für Sie in dieser herausfordernden Frage, die Sie so arg bedrängt, kann er angesichts der in den Lehren enthaltenen ausdrücklichen Gebote weder Ihr Begehren gutheißen, eine zweite Ehe zu schließen, während Ihre erste Ehefrau noch lebt und mit Ihnen im heiligen Stand der Ehe verbunden ist, noch kann er Ihnen empfehlen oder es gutheißen, daß Sie sich nur deshalb von ihr scheiden lassen, um eine andere Frau heiraten zu können.

Denn die Bahá’í-Lehren schließen nicht nur die Möglichkeit der Doppelehe aus, sondern halten auch die Scheidung, obwohl sie zulässig ist, für eine verwerfliche Handlung, zu der man nur unter außergewöhnlichen Umständen Zuflucht nehmen sollte und wenn schwerwiegende Probleme bestehen, die solche … Beweggründe wie körperliche Anziehung oder sexuelle Verträglichkeit und Harmonie übersteigen. Die Institution der Ehe, wie sie von Bahá’u’lláh errichtet wurde, ordnet die körperliche Seite der ehelichen Verbindung, obschon ihr die gebührende Bedeutung beigemessen wird, den moralischen und geistigen Zielen und Aufgaben, mit denen sie eine allweise und liebende Vorsehung betraut hat, unter. Nur wenn jedem dieser verschiedenen Werte gebührende Bedeutung beigemessen wird, und nur auf der Grundlage, daß das Körperliche dem Moralischen und das Sinnliche dem Geistigen untergeordnet ist, können solche Ausschreitungen und eine derartige Laxheit in den ehelichen Beziehungen wie unser dekadentes Zeitalter sie so beklagenswert bezeugen, vermieden und kann das Familienleben in ursprünglicher Reinheit wiederhergestellt werden und seine wahre Aufgabe, für die es von Gott eingesetzt wurde, erfüllen.

Der Hüter wird innig dafür beten, daß Sie, erleuchtet und geführt von diesem göttlichen Richtmaß und gestärkt durch die sichere Hilfe und Bestätigung Bahá’u’lláhs, Ihre Beziehungen mit den beteiligten Personen zufriedenstellend ordnen mögen und so zu der einzig richtigen Lösung für dieses ganz gewiß herausfordernde Problem Ihres Lebens gelangen.86

Zu Ihren Plänen, sich von ihm scheiden zu lassen: Er überläßt Ihnen und Ihrem Mann die endgültige Entscheidung in dieser Angelegenheit, obwohl er natürlich vom Standpunkt der Sache aus der Meinung ist, es sei für Sie beide am besten, nicht von einer solch drastischen Maßnahme Gebrauch zu machen, es sei denn, sie ist völlig unumgänglich.87

Im Aqdas wird die Ehe als eine höchst heilige Verbindung dargelegt und die Bahá’í sollten klar erkennen, daß die Scheidung als letzter Ausweg anzusehen ist, der, wenn irgend möglich, um jeden Preis vermieden und nicht leichtfertig gewährt werden sollte.88

Die Ehe wird von Bahá’u’lláh als eine sehr heilige Verbindung aufgefaßt, die unter keinen Umständen gelöst werden sollte, es sei denn, es gibt sehr schwerwiegende Gründe. Er hofft und wird darum beten, daß Sie und Ihre Frau diese Angelegenheit als Gläubige überdenken und Ihr Äußerstes tun, um im Dienst an der Sache, die Sie beide so sehr lieben, zusammenzuleben.89

Es tat ihm sehr leid zu erfahren, daß Sie und Ihr Mann immer noch so unglücklich zusammen sind. Es ist im Leben immer eine Quelle des Kummers, wenn Ehepaare nicht gut miteinander auskommen können. Der Hüter meint jedoch, Sie und Ihr Mann sollten, wenn Sie die Scheidung erwägen, auch an die Zukunft Ihrer Kinder denken und daran, wie dieser einschneidende Schritt deren Leben und Glück beeinflussen würde.

Wenn Sie das Bedürfnis nach Rat und Beratung verspüren, empfiehlt er Ihnen, sich mit Ihrem örtlichen Rat zu beraten; sicher werden Ihre Mit-Bahá’í ihr Möglichstes tun, um Ihnen zu raten und zu helfen, Ihre Interessen und die der Sache zu schützen.90

Da Bahá’u’lláh die Scheidung so sehr mißbilligt (obwohl Er sie zuläßt) und die Ehe für eine höchst heilige Verpflichtung hält, sollten die Gläubigen alles in ihrer Macht Stehende tun, um die von ihnen geschlossenen Ehen zu erhalten und sie zu beispielhaften Verbindungen zu gestalten, die von den edelsten Motiven getragen sind.91

Auf seinen Wunsch soll ich Ihnen ausrichten, daß er den Kummer, der in Ihr Leben eingezogen ist, zutiefst bedauert und er in allem, was Sie allgemein zum Thema Scheidung gesagt haben, Ihrer Meinung ist.

Zweifellos nehmen die Gläubigen in Amerika, wahrscheinlich unbewußt beeinflußt von der dort herrschenden äußerst lockeren Moral und der leichtfertigen Einstellung zur Scheidung, die sich zunehmend durchzusetzen scheint, die Scheidung nicht ernst genug und scheinen die Tatsache nicht zu begreifen, daß Bahá’u’lláh sie zwar erlaubt hat, sie aber nur als letzten Ausweg zuließ und sie streng verurteilte.

Wenn Kinder da sind, spielen sie bei einer Scheidung eine Rolle, die nicht unberücksichtigt bleiben kann, denn sicherlich auferlegen sie dem Mann und der Frau, die einen solchen Schritt in Erwägung ziehen, eine noch größere Last sittlicher Verantwortung. In solchen Fällen betrifft die Scheidung nicht länger nur sie selbst, ihre Wünsche und Gefühle, sondern betrifft auch die gesamte Zukunft der Kinder und deren Einstellung zur Ehe.92

Die Gläubigen sollten die Scheidung ganz streng meiden und nur unter seltenen und dringlichen Umständen zu ihr Zuflucht nehmen. Die moderne Gesellschaft ist sträflich leichtsinnig, was die heilige Natur der Ehe angeht, und die Gläubigen müssen gegen diesen Trend beharrlich ankämpfen.93

Er wird für Ihren Mann, Ihren Sohn und Ihre Schwiegertochter beten, daß sie in Hinwendung zu Bahá’u’lláh geeint in eine glücklichere und harmonischere Atmosphäre aufsteigen, denn die Sache kann, wenn man es ihr gestattet und sich auch selbst bemüht, Zwietracht heilen.94

Er bedauert sehr zu erfahren, daß Sie erwägen, sich von Ihrem Mann scheiden zu lassen. Wie Sie ohne Zweifel wissen, hält Bahá’u’lláh den Bund der Ehe für sehr heilig; und nur unter sehr außergewöhnlichen und unerträglichen Umständen ist für die Bahá’í Scheidung ratsam.

Der Hüter sagt nicht, Sie dürften sich nicht von Ihrem Mann scheiden lassen, aber er bittet Sie wirklich eindringlich, im Gebet darüber nachzudenken, ob es Ihnen nicht möglich ist, sich über die Begrenzungen zu erheben, die Sie bisher in Ihrer Ehe empfunden haben, und sie gemeinsam zu meistern; dies nicht nur, weil Sie eine Gläubige sind und bemüht, den Gesetzen Gottes zu gehorchen, sondern auch um des Glückes Ihrer Kinder willen.

Wir meinen oft, unser Glück liege in einer bestimmten Richtung, und doch, wenn wir schließlich einen zu hohen Preis dafür bezahlen müssen, entdecken wir vielleicht, daß wir in Wirklichkeit weder Freiheit noch Glück erstanden haben sondern lediglich einen neuen Zustand von Enttäuschung und Ernüchterung.95

Was das Problem Ihrer Ehe betrifft, so steht es Ihnen frei, es dem Nationalen Geistigen Rat zu unterbreiten. Wie Sie und Ihre Frau aber wissen, war Bahá’u’lláh nicht für die Scheidung, und die Freunde sollten jede Anstrengung unternehmen, um sie zu vermeiden. Falls dies aber völlig unmöglich ist, steht es ihnen frei, sich scheiden zu lassen; sie sollten aber den Willen Gottes in solchen Angelegenheiten bedenken.96

Es tat ihm sehr leid zu erfahren, daß Ihre Ehe anscheinend gescheitert ist. Ich brauche Ihnen als Bahá’í nicht zu sagen, daß die Bahá’í alle Kräfte einsetzen sollten, ihre Ehen zu retten – nicht um ihrer selbst willen als vielmehr um Gottes willen. Bei Pionieren ist dies sogar noch wichtiger, da sie im Licht der Öffentlichkeit stehen. Es ist jedoch in solchen Angelegenheiten weder schicklich noch richtig, daß der Hüter auf Einzelne Druck ausübt. Er kann Sie und…nur auffordern, es noch einmal zu versuchen, aber wenn Sie sich zu diesem Versuch nicht überwinden können, ist dies natürlich Ihre persönliche Angelegenheit.97

Wo immer eine Bahá’í-Familie lebt, sollten alle Beteiligten unter allen Umständen alles in ihrer Macht Stehende tun, um sie zu erhalten; denn die Scheidung wird in den Lehren streng verurteilt, wohingegen Harmonie, Einheit und Liebe in den menschlichen Beziehungen als höchste Ideale aufrechterhalten werden. Dies muß immer für die Bahá’í gelten, ob sie als Pioniere dienen oder nicht.98

FAMILIE UND BAHÁ’Í-AKTIVITÄT

Natürlich würde es Shoghi Effendi gerne sehen, wenn Sie und die anderen Freunde ihre ganze Zeit und Energie der Sache widmen würden, denn wir brauchen dringend fähige Mitarbeiter; aber die Familie ist eine Institution, die Bahá’u’lláh zu stärken und nicht zu schwächen gekommen ist. Es sind viele bedauerliche Dinge in Bahá’í-Familien vorgekommen, gerade weil man diesen Punkt vernachlässigte. Dienen Sie der Sache, aber denken Sie auch an Ihre Pflichten Ihrer Familie gegenüber. Sie allein können ein ausgewogenes Verhältnis finden und darauf achten, daß keines Sie das andere vernachlässigen läßt.99

…Seiner Meinung nach darf ein Gläubiger unter gar keinen Umständen die Sache oder den Dienst an ihr jemals zum Anlaß nehmen, seine Ehe zu lösen; die Scheidung wird, wie wir wissen, von Bahá’u’lláh sehr streng verurteilt und nur äußerst schwerwiegende Gründe rechtfertigen sie.100

Die Frage ist nicht, was wichtiger ist, die Lehrarbeit oder die Verantwortung für die Familie und sich selbst, sondern wie wir in unserem Leben ein ausgewogenes Verhältnis finden können, um beide heiligen Aufgaben zu erfüllen. Wie Sie aus den beigefügten Auszügen aus den Briefen, die im Auftrag des Hüters geschrieben wurden, ersehen, sind die Freunde nie ermutigt worden, den Dienst an der Sache zum Anlaß zu nehmen, ihre Familien zu vernachlässigen. Das Universale Haus der Gerechtigkeit hat in seinem Brief vom 1. August 1978 an einen Gläubigen dieses Prinzip noch einmal betont:

» In Anbetracht der Probleme, die Sie und Ihre Frau haben, weist das Haus der Gerechtigkeit darauf hin, daß die Einheit Ihrer Familie Vorrang vor jeder anderen Überlegung haben sollte. Bahá’u’lláh kam, um der Welt Einheit zu bringen, und eine grundlegende Einheit ist die der Familie. Daher müssen wir darauf vertrauen, daß der Glaube die Familie stärken und nicht schwächen will. Zum Beispiel sollte der Dienst für die Sache nicht dazu führen, die Familie zu vernachlässigen. Es ist für Sie wichtig, Ihre Zeit so einzuteilen, daß Ihr Familienleben harmonisch verläuft und Ihr Haushalt die nötige Aufmerksamkeit erhält.

Bahá’u’lláh betont auch die Bedeutung der Beratung. Wir sollten nicht denken, daß diese lohnende Methode, Lösungen zu finden, auf die administrativen Institutionen der Sache beschränkt ist. Beratung in der Familie, in der offen und frei gesprochen wird und die beseelt ist von der Erkenntnis, daß Mäßigung und Ausgewogenheit notwendig sind, kann das Allheilmittel für häusliche Konflikte sein. «

Abschließend bat uns das Universale Haus der Gerechtigkeit, Ihnen die folgende Erklärung aus einem Brief im Auftrag des Hüters101 an einen Gläubigen, der in seinem Privatleben Schwierigkeiten hatte, mitzuteilen:

» Wir müssen mit anderen Geduld haben, unendliche Geduld, aber auch mit unserem eigenen armseligen Ich und daran denken, daß sogar die Propheten Gottes manchmal müde wurden und vor Verzweiflung aufschrien!… Er bittet Sie eindringlich, weiterzuarbeiten und auf das Erreichte zu sehen, anstatt bei der dunklen Seite der Dinge zu verweilen. Jedes Menschenleben hat sowohl eine dunkle als auch eine helle Seite. Der Meister sagte: ›Wende deinen Rücken der Dunkelheit und dein Angesicht Mir zu.‹ «102

LITERATURHINWEISE

Bahá’u’lláh, Brief an den Sohn des Wolfes, Frankfurt 1966

–, Die verborgenen Worte – Bahá’í-Gebete, Hofheim-Langenhain 1978

–, Kleine Auswahl aus Seinen Schriften, Hofheim-Langenhain 1980

–, Ährenlese, Eine Auswahl aus den Schriften Bahá’u’lláhs, zusammengestellt und ins Englische übertragen von Shoghi Effendi, Hofheim-Langenhain 31980

‘Abdu’l-Bahá, The Promulgation of Universal Peace, Chicago, Bd. 1 1922, Bd. 2 1925

–, Tablets, Chicago und New York, Bd. 1 1909, Bd. 2 1915, Bd. 3 1916

–, Paris Talks, London 111969
–, Ansprachen in Paris, Oberkalbach 51973

–, Selections from the Writings of ‘Abdu’l-Bahá, Haifa 1978

–, Kleine Auswahl aus Seinen Schriften, Hofheim-Langenhain 1980

Bahá’í Prayers, A Selection, London 1951

Bahá’í World Faith, Selected Writings of Bahá’u’lláh and ‘Abdu’l-Bahá, Wilmette 21956

Göttliche Lebenskunst, zusammengestellt aus den Schriften von Bahá’u’lláh und ‘Abdu’l-Bahá von M. Hyde Paine, Oberkalbach 1971

Leben als Bahá’í, Eine Zusammenstellung aus Schriften von Bahá’u’lláh, ‘Abdu’l-Bahá und Shoghi Effendi, Oberkalbach 1973

A Fortress for Well-Being, Bahá’í Teachings on Marriage, Wilmette 1973

Ziele der Kindererziehung, Aus den Schriften Bahá’u’lláhs, ‘Abdu’l-Bahás und Shoghi Effendis, Hofheim-Langenhain 1979

Shoghi Effendi, Der verheißene Tag ist gekommen, Frankfurt 1967

–, Das Kommen göttlicher Gerechtigkeit, Frankfurt 1969

–, Zum wirklichen Leben, Oberkalbach 1974

–, Die Weltordnung Bahá’u’lláhs, Hofheim-Langenhain 1977

J.E. Esslemont, Bahá’u’lláh und das neue Zeitalter, Hofheim-Langenhain 61976

H. Grossmann, Der Bahá’í und die Bahá’í-Gemeinschaft, Oberkalbach 21973

The Bahá’í World, An International Record, New York und Wilmette 1926ff., ab Bd. 13ff. (1970ff.) Haifa

Bahá’í-Briefe, Blätter für Weltreligion und Weltbewußtsein, Frankfurt 1960ff. (erschienen bis Heft 46, 1971)

1 ‘Abdu’l-Bahá, Tablets III, S. 525f., zit. in Grossmann, Der Bahá’í…, S. 36ff.

2 ‘Abdu’l-Bahá, Ansprache in London, Paris Talks, S. 179f., zit. in Bahá’í-Briefe 25, S. 631 f.

3 ‘Abdu’l-Bahá, Beantwortete Fragen, S. 287 f.
4 ‘Abdu’l-Bahá, Ansprachen in Paris, S. 23
5 ‘Abdu’l-Bahá, Beantwortete Fragen, S. 291

6 Bahá’u’lláh, Die verborgenen Worte, arabisch Nr. 3, S. 8

7 Bahá’u’lláh, Die verborgenen Worte, arabisch Nr. 5, S. 9

8 Bahá’u’lláh, Ährenlese, 123 : 3

9 Bahá’u’lláh, Die verborgenen Worte, arabisch Nr. 7, S. 9

10 ‘Abdu’l-Bahá, Ansprachen in Paris, S. 24f.

11 ‘Abdu’l-Bahá, Tablets, S. 505, zit. in Göttliche Lebenskunst, S. 128

12 Bahá’u’lláh, Ährenlese, 147 : 1

13 ‘Abdu’l-Bahá, Promulgation of Universal Peace, S. 203, zit. in Göttliche Lebenskunst, S. 125

14 Shoghi Effendi, Zum wirklichen Leben, S. 33

15 ‘Abdu’l-Bahá, zit. in Bahá’í World Faith, S. 366 und A Fortress for Well-Being, S. 78

16 ‘Abdu’l-Bahá, Ansprachen in Paris, S. 18

17 ‘Abdu’l-Bahá, Bahá’í World, Bd. 2, S. 50, zit. in Göttliche Lebenskunst, S. 118f.

18 Bahá’u’lláh, Kleine Auswahl aus Seinen Schriften, S. 94

19 ‘Abdu’l-Bahá, Promulgation of Universal Peace, S. 89, zit. in Göttliche Lebenskunst, S. 127

20 Qur’án 36 : 36, vergleiche auch 51 : 49
21 ‘Abdu’l-Bahá, Writings Nr. 87, S. 119

22 ‘Abdu’l-Bahá, Paris Talks, S. 179, zit. in Leben als Bahá’í, S. 66

23 ‘Abdu’l-Bahá, Tablets III, S. 526, zit. in Leben als Bahá’í, S. 66

24 Shoghi Effendi, Das Kommen…, S. 49ff.
25 Shoghi Effendi, Das Kommen…, S. 55

26 Bahá’u’lláh, zit. in Shoghi Effendi, Das Kommen…, S. 53f.

27 Bahá’u’lláh, zit. in Shoghi Effendi, Das Kommen…, S. 54f.

28 Bahá’u’lláh, Ährenlese, 141 : 4

29 Bahá’u’lláh, Brief an den Sohn des Wolfes, S. 36

30 Bahá’u’lláh, zit. in Shoghi Effendi, Das Kommen…, S. 52f.

31 Bahá’u’lláh, Ährenlese, 60 : 3
32 Shoghi Effendi, Zum wirklichen Leben, S. 4f.
33 Shoghi Effendi, Zum wirklichen Leben, S. 26

34 Das Universale Haus der Gerechtigkeit, Aus einem Brief auf die Anfrage eines Bahá’í-Arztes, zitiert im Schreiben vom 6. Februar 1973 an alle Nationalen Geistigen Räte.

35 Shoghi Effendi, Aus einem Brief vom 5. September 1938 an einen Gläubigen

36 Shoghi Effendi, Aus einem Brief vom 28. September 1941 an einen Gläubigen

37 Shoghi Effendi, Aus einem Brief vom 13. Dezember 1940 an einen Gläubigen

38 Bahá’u’lláh, Bahá’í Prayers, For Special Occasions, S. 44, zit. in Grossmann, Der Bahá’í…, S. 46

39 ‘Abdu’l-Bahá, Bahá’í Prayers, For Special Occasions, S. 46f., zit. in Grossmann, Der Bahá’í…, S. 46f.

40 ‘Abdu’l-Bahá, Tablets II, S. 474, zit. in Grossmann, Der Bahá’í…, S. 40

41 Bahá’u’lláh, Brief an den Sohn des Wolfes, S. 56

42 Shoghi Effendi, Aus einem Brief vom 3. Mai 1936 an einen Gläubigen, zit. in einem Brief des Universalen Hauses der Gerechtigkeit vom 6. Februar 1973 an alle Nationalen Geistigen Räte

43 ‘Abdu’l-Bahá, Writings Nr. 86, S. 118, zit. in Kleine Auswahl, S. 19

44 ‘Abdu’l-Bahá, Writings Nr. 84, S. 117f., zit. in Kleine Auswahl, S. 17f.

45 ‘Abdu’l-Bahá, Bahá’í Prayers, For Special Occasions, S. 46ff., zit. in Grossmann, Der Bahá’í…, S. 48ff.

Zu diesen Worten ‘Abdu’l-Bahás schrieb das Universale Haus der Gerechtigkeit: » …Dies ist kein Schriftstück, sondern eine Ansprache, die dem Meister zugeschrieben wird… Sie wurde im Dezember 1918 anläßlich einer Hochzeit gehalten. Daher kann sie nicht als (authentisches) Bahá’í-Schrifttum angesehen werden, denn ‹nichts kann als zu den Schriften gehörig betrachtet werden, das nicht im Originaltext vorliegt›, wie der geliebte Hüter ausführte. Die Freunde können (jedoch) diese nicht-authentische Ansprache benutzen… « (Brief vom 17. November 1965)

46 ‘Abdu’l-Bahá, zit. in Bahá’í World Faith, S. 359 und A Fortress for Well-Being, S. 51

47 Aus einem Brief vom 27. Januar 1935 im Auftrag Shoghi Effendis an den Nationalen Geistigen Rat der Vereinigten Staaten und Kanadas, zit. in A Fortress for Well-Being, S. 51f.

48 Bahá’u’lláh, zit. in Esslemont, Bahá’u’lláh und das neue Zeitalter, S. 202f.

49 ‘Abdu’l-Bahá, Writings Nr. 85, S. 118, zit. in Kleine Auswahl, S. 18

50 Shoghi Effendi, Aus einem Brief vom 25. Oktober 1947 an den Nationalen Geistigen Rat der Vereinigten Staaten und Kanadas, zit. in Grossmann, Der Bahá’í…, S. 42f.

51 Das Universale Haus der Gerechtigkeit, Aus einem Brief vom 1. Februar 1968 an einen Nationalen Geistigen Rat, zit. in A Fortress for Well-Being, S. 43f.

52 Das Universale Haus der Gerechtigkeit, Aus einem Brief vom 29. August 1965 an einen Nationalen Geistigen Rat, zit. in A Fortress for Well-Being, S. 42f.

53 Shoghi Effendi, zit. in Grossmann, Der Bahá’í…, S. 45

54 Aus einem Brief vom 15. Juni 1954 im Auftrag Shoghi Effendis an den Nationalen Geistigen Rat von Kanada, zit. in A Fortress for Well-Being, S. 44

55 Das Universale Haus der Gerechtigkeit, Aus einem Brief vom 22. August 1968 an einen Nationalen Geistigen Rat, zit. in A Fortress for Well-Being, S. 44

56 Shoghi Effendi, Aus einem Brief vom 26. Juni 1956, zit. in Grossmann, Der Bahá’í…, S. 43

57 Das Universale Haus der Gerechtigkeit, Aus einem Brief auf die Anfrage eines Bahá’í-Arztes, zitiert im Schreiben vom 6. Februar 1973 an alle Nationalen Geistigen Räte

58 Aus einem Brief im Auftrag Shoghi Effendis, zit. in A Fortress for Well-Being, S. 49

59 Das Universale Haus der Gerechtigkeit, Aus einem Brief vom 8. August 1969 an einen Nationalen Geistigen Rat, zit. in A Fortress for Well-Being, S. 49

60 Aus einem Brief vom 5. Juli 1950 im Auftrag Shoghi Effendis an den Nationalen Geistigen Rat der Vereinigten Staaten, zit. in A Fortress for Well-Being, S. 47

61 Das Universale Haus der Gerechtigkeit, Aus einem Brief vom 22. Mai 1967 an einen Nationalen Geistigen Rat, zit. in A Fortress for Well-Being, S. 47f.

62 Shoghi Effendi, Aus einem Brief vom 20. Juni 1954 an den Nationalen Geistigen Rat der Bahá’í der Vereinigten Staaten, zit. in Grossmann, Der Bahá’í…, S. 45

63 Das Universale Haus der Gerechtigkeit, Aus einem Brief vom 27. Dezember 1966, zit. in Grossmann, Der Bahá’í…, S. 44

64 Aus einem Brief vom 3. Mai 1956 im Auftrag Shoghi Effendis an einen Gläubigen, zit. in Grossmann, Der Bahá’í…, S. 45f.

65 Grossmann, Der Bahá’í…, S. 44 (Satzung eines örtlichen Geistigen Rates vom 27. 2. 1966, Art. 3)

66 Bahá’u’lláh, Bahá’í Prayers, For Special Occasions, S. 44, zit. in Grossmann, Der Bahá’í…, S. 46

67 ‘Abdu’l-Bahá, Bahá’í Prayers, For Special Occasions, S. 45f., zit. in Grossmann, Der Bahá’í…, S. 46f.

68 ‘Abdu’l-Bahá, Bahá’í Prayers, For Special Occasions, S. 46, zit. in Grossmann, Der Bahá’í…, S. 47

69 ‘Abdu’l-Bahá, Promulgation of Universal Peace, S. 163, zit. in Ziele der Kindererziehung, S. 113

70 ‘Abdu’l-Bahá, Bahá’í World Faith, S. 229, zit. in Grossmann, Der Bahá’í…, S. 51

71 ‘Abdu’l-Bahá, Writings Nr. 88, S. 120
72 ‘Abdu’l-Bahá, Ansprachen in Paris, S. 128ff.

73 ‘Abdu’l-Bahá, Bahá’í World Faith, S. 241, zit. in A Fortress for Well-Being, S. 19

74 ‘Abdu’l-Bahá, Promulgation of Universal Peace, S. 369 f., zit. in A Fortress for Well-Being, S. 20

75 Das Universale Haus der Gerechtigkeit, Aus einem Brief vom 26. August 1971 an den Nationalen Geistigen Rat von Holland

76 Das Universale Haus der Gerechtigkeit, Aus einem Brief vom 18. Januar 1980 an alle Nationalen Geistigen Räte

77 Die angeführten Zitate sind, sofern keine besondere Quelle angegeben ist, Auszüge aus bisher nicht übersetzten oder veröffentlichten Sendschreiben

78 Writings Nr. 92, S. 122
79 Die Weltordnung Bahá’u’lláhs, S. 271f.

80 Vergleiche dazu: Der verheißene Tag ist gekommen, S. 172f.

81 Der verheißene Tag ist gekommen, S. 173f.
82 vom 14. Januar 1936 an eine Gläubige
83 vom 16. November 1936 an einen Gläubigen

84 vom 7. Juli 1938 an den Nationalen Geistigen Rat von Írán, aus dem Persischen übersetzt

85 vom 11. September 1938 an eine Gläubige

86 Aus einem Brief vom 8. Mai 1939 im Auftrag des Hüters an einen Gläubigen, der, nachdem er seine erste Frau aus Mitleid geheiratet hatte, nun die Erlaubnis bekommen möchte, eine Frau zu heiraten, die er liebt, und der berichtet, seine Ehefrau sei einverstanden, daß er diese zweite Frau heirate

87 vom 24. Februar 1940 an eine Gläubige
88 vom 17. Oktober 1944 an einen Gläubigen
89 vom 17. Oktober 1944 an einen Gläubigen
90 vom 16. November 1945 an eine Gläubige
91 vom 19. Oktober 1947 an einen Gläubigen
92 vom 19. Dezember 1947 an einen Gläubigen
93 vom 5. Januar 1948 an einen Gläubigen
94 vom 11. Juni 1948 an eine Gläubige
95 vom 5. April 1951 an eine Gläubige
96 vom 13. März 1953 an einen Gläubigen
97 vom 13. Januar 1956 an einen Gläubigen

98 vom 9. November 1956 an den Nationalen Geistigen Rat von Mittelamerika

99 Aus einem Brief vom 14. Mai 1929 im Auftrag Shoghi Effendis an einen Gläubigen

100 Aus einem Brief vom 7. April 1947 im Auftrag Shoghi Effendis an eine Gläubige

101 vom 22. Oktober 1949

102 Aus einem Brief vom 19. April 1979 im Auftrag des Universalen Hauses der Gerechtigkeit an einen Gläubigen


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